Auf dem Alpintag 2013 in München

Munich Mountains: Auf der vierten Ausgabe des Alpintags in der BMW-Welt

Mittlerweile ist der Alpintag des Alpenvereins eine gesetzte Veranstaltung im Münchner Bergjahr. Seit vier Jahren findet er jeweils im November in der BMW-Welt statt. Und natürlich habe ich mir die Veranstaltung auch dieses Mal nicht entgehen lassen.

Der vierte Alpintag fand wieder in der BMW-Welt in München statt

Der vierte Alpintag fand wieder in der BMW-Welt in München statt

Die Aussteller waren wiederum dieselben wie bei den vorangegangenen Alpintagen. Schaut einfach im Artikel vom letzten Jahr. Ich habe diesmal den Schwerpunkt auf die Vorträge und Teilnehmer gelegt, unter denen wieder einige bekannte Namen des Bergsports waren.

Statt dem Vortrag “Vom 0 auf 8000” der von der physischen, taktischen und mentalen Vorbereitung auf Besteigungen der höchsten Berge der Erde handelte, hätte ich besser doch den Vortrag über Teneriffa hören sollen, wie ich es ursprünglich vorhatte. Die Inhalte von “0 bis 8000” waren dann doch zu weit von meinen persönlichen Bergambitionen entfernt. Man sollte halt doch bei seinen ursprünglichen Plänen bleiben.

Munich Mountains 2013 - Im Auditorium

Munich Mountains 2013 – Im Auditorium

Auf eine Insel ging’s aber auch beim zweiten Vortrag. Madeira, die “Insel des ewigen Frühlings”, ist eines der Reiseziele des DAV Summit Clubs. Der Bildvortrag hat auf jeden Fall Lust gemacht, auch einmal auf Madeira zu wandern. Mal sehen, wann es soweit sein wird. Ich will da lieber keine Prognose abgeben, nachdem ich die Pitztal Tour, die mich auf dem letzten Alpintag fasziniert hatte, im Laufe des Jahres völlig aus den Augen verloren hatte.

Wieder mit dabei: Der ruhige Bergwachtmitarbeiter

Wieder mit dabei: Der ruhige Bergwachtmitarbeiter

Und dann kamen die beiden Vorträge, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Zwei ganz große Namen des Alpinbereichs. Beide sind natürlich Bergsteiger, bekannt geworden sind sie aber durch ihren Beruf, über den sie mit den Bergen verbunden sind: Bernd Ritschel und Karl Gabl.

Bernd Ritschel: Kleine Kameras ganz groß

Zunächst Bernd Ritschel, einer der bekanntesten Bergfotografen, mindestens im deutschsprachigen Raum. Sein Thema war das Fotografieren mit kleinen Kameras. Zunächst eine Stunde lang im Vortragssaal, dann draussen vor der BMW-Welt.

Als professioneller Fotograf war Bernd Ritschel früher grundsätzlich mit schwerem Gepäck unterwegs, 20 Kilo Fotoausrüstung waren keine Seltenheit. Anders waren Fotos in der für Magazine, Bildbände oder sonstige große Formate notwendigen Qualität nicht zu erstellen.

Und jetzt erzählt er davon, dass er inzwischen zum Teil mit gerade einmal zwei Kilo Kameraausrüstung unterwegs ist, auch für professionelle Aufnahmen für Magazine oder Kalender. Weil die kompakten Kameras mittlerweile so gut sind, dass er auf die große Spiegelreflexkamera verzichten kann. Und durch die Lichtstärke der Kompaktkameras auch auf ein Stativ.

Das ergibt völlig neue Freiheiten und Möglichkeiten. Schnelle Fotos aus der Bewegung, am Fels, auch ohne große Vorbereitung. Der “Schuss aus der Hüfte” des Profis. Die Beispielfotos waren beeindruckend und zeigten die Vorteile der kleinen Kameras, die auch am Fels vor der Brust hängen können, ohne beim Klettern einzuschränken.

Ein paar Tipps des Profis, die ich mitgenommen habe: Auch bei kompakten Kameras fotografiert er üblicherweise im RAW-Format, das kann nicht natürlich längst nicht jede Kompakte. Ein großer Sensor bleibt wichtig, auch wenn es in der komapkten Kamera natürlich kein Vollformat ist, sondern APS C.

Und auch für die kleineren Kameras gibt es einige sehr gute Wechselobjektive. Für ihn wichtig ist auch, dass die Kamera einen optischen Sucher hat. Den Unterschied konnte man gleich im praktischen Teil sehen, als Bernd Ritschel die Kameras hat erumgehen lassen.

Wirklich beeindruckt war ich auch von den Fotos einer privaten Bergtour von Bernd Ritschel. Hier hat er nur eine Fuji X100(s?) mitgenommen, eine kompakte Kamera mit einem Objektiv mit Festbrennweite! Ohne Zoom in die Berge. Und die Fotos waren großartig und haben nicht nach “Verzicht” ausgesehen. Das zeigt die Qualität, die die wirklich guten kleinen Kameras inzwischen haben.

Karl Gabl: Wetterbeobachtung und Tourenplanung

Der zweite große Name unter den Vortragenden war Karl Gabl, sein Thema natürlich das Bergwetter. Ebenso wie bei Bernd Ritschel war auch dieser Vortrag, im restlos besetzten Auditorium vor etwa 650 Zuhörern, sehr locker und unterhaltsam. Aber auch ernsthaft. Seine Kernaussage war: Im Gegensatz zu früher sind heutzutage, etwa seit Mitte der Neunziger Jahre, die Wettervorhersagen sehr gut. So gut, dass man nicht mehr von schlechtem Wetter überrascht werden kann, sondern sich in diesem Fall nicht ausreichend informiert hat.

Karl Gabl: Wetterbeobachtung und Tourenplanung

Karl Gabl: Wetterbeobachtung und Tourenplanung

Durch das Internet und Smartphones hat auch jeder Bergsteiger und Wanderer die Möglichkeit, sich vor und während der Tour mit aktuellen Informationen zur Wetterlage zu versorgen. Das Klopfen gegen das Barometer auf der Hütte solte man durch die Information über das Web ersetzen.

Kleine Geschichte am Rande: Was Karl Gabl gar nicht mag, ist die seit einiger Zeit übliche Namensgebung für Hoch- und Tiefdruckgebiete. Hatte man früher ein Tief über Spanien, dass warme Luft nach Mitteleuropa bringt, ist es heute “die Amanda”, die für Warmluft sorgt. Und plötzlich ist “die Amanda” dann über Osteuropa und bringt eisige Polarluft nach Mitteleuropa, was den Laien nur verwirrt.

Ganz leicht ist es natürlich nicht, die Wetterkarten richtig zu interpretieren, aber man kann und sollte sich in das Thema einarbeiten. Schließlich ist das Wetter eine der wichtigsten Gefahrenquellen in den Bergen. Im Verlauf des Vortrags hat Karl Gabl dann auch einige Webadressen genannt, die bei der Wetterprognose für die Bergtour helfen können. Viele Webadressen findet man auch im Anhang seines gerade im Bruckmann Verlags erschienenen Buches “Bergwetter”.

Karl Gabls Vortrag habe ich zusammen mit Karolin, die Ihr vielleicht schon als Lina Luftig kennt, gesehen. Vorher hatten wir uns zu einem spontanen Mini-Bloggertreffen auf dem Alpintag getroffen.

Kurze Werbeunterbrechung: Das neue Buch von Karl Gabl

Kurze Werbeunterbrechung: Das neue Buch von Karl Gabl

Was nehme ich nun mit, von diesem vierten Alpintag? Ein neues mögliches Urlaubsziel, Madeira. Gute Tipps zum Fotografieren auf der Bergtour vom Profi Bernd Ritschel und die Erkenntnis, dass sogar Profis wie er inzwischen mit (hochwertigen) kompakten Kameras fotografieren. Ein Gespräch bei einem Bier mit Karl Gabl. Die Erkenntnis, dass ich nächstes Jahr auf die Alpinmesse in Innsbruck fahren sollte.

Vor Beginn des Alpintages: Kurze Pressevorführung der Mountainbiker

Vor Beginn des Alpintages: Kurze Pressevorführung der Mountainbiker

Und ein neues Buch, das ich mir spontan dort gekauft habe. Natürlich habe ich es mir von Karl Gabl signieren lassen. Eine neue Boggerkollegin habe ich auch noch getroffen. Es hat sich gelohnt, an diesem grauen Novembersonntag zum Alpintag zu kommen.

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