Der Gore-Tex Blogger Summit 2013

Blogger testen die neue GORE-TEX Pro Shell

Im Herbst 2013 kommt die neue Generation der Gore-Tex Pro Shell auf den Markt. Wer möchte die nicht schon vorher mal testen? Genau dazu hat die Firma Gore, wie schon zur Einführung der Active Shell, wieder über 20 europäische Blogger zu einem Testevent nach Feldkirchen-Westerham geladen. Unmittelbar bevor die neue Pro Shell auf der Sportfachmesse ISPO in München gezeigt wurde, konnten wir sie im echten Einsatz testen.

Die Teilnehmer des Gore-Tex Blogger Summit 2013 - Foto: Gore

Die Teilnehmer des Gore-Tex Blogger Summit 2013 – Foto: Gore

Etwas südlich von München trafen wir uns an einem kalten ersten Februar in Feldkirchen-Westerham bei der Firma Gore. Dort, wo ich im Herbst 2011 schon zur Einführung der Gore-Tex Active Shell an einem Blogger Summit teilnehmen konnte.

In diesem Jahr waren einige Teilnehmer des ersten Blogger Summits wieder dabei, dazu weitere Blogger aus Deutschland und Österreich, aber auch aus Frankreich, Dänemark und Spanien.

Bei Gore in Feldkirchen-Westerham
Wie schon bei letzten Mal haben wir natürlich zunächst etwas über die Geschichte der Firma Gore erfahren. Immer wieder interessant ist zu sehen, wo die Gore-Membranen überall eingesetzt werden. Nicht nur für Outdoor- und Berufskleidung, es dient auch als Ummantelung für Leitungen, ist in technischen Bauteilen enthalten und es steckt sogar in elektrischen Zahnbürsten, als Verbindung zwischen Zahnbürste und Ladestation. Ihr habt also vielleicht auch ein kleines Stück Gore-Membran in Eurem Badezimmer.

Im Gore Testlabor

Im Gore Testlabor

Immer beliebt sind die „Mitmach-Stationen“ Labor, Regenturm und Windkammer. Im Labor erfuhren wir wieder, wie die Gore-Tex Laminate und Kleidungsstücke getestet werden. Mit Wasser, Säuren, Spindelwaschmaschinen, per Durchlichttest, unter Druck und vielem mehr werden Stoffe und Jacken getestet und malträtiert, um das „Guaranteed to keep you Dry“ Versprechen halten zu können. Insgesamt etwa 100 verschiedene Tests kommen so zusammen.

Sutertest - die Membran wird hohem Wasserdruck ausgesetzt

Sutertest – die Membran wird hohem Wasserdruck ausgesetzt

Im Regenturm können unterschiedliche Regenarten simuliert werden, bis hin zum Frontalregen, wie ihn Motorradfahrer bei der Fahrt abbekommen. Wir haben uns die Tests lieber durch die Scheibe angesehen, da drinnen regnet’s ziemlich heftig.

Eine neue Maloja Jacke im Test. Im Hintergrund: Darth Vader testet seinen neuen Businessanzug

Eine neue Maloja Jacke im Test. Im Hintergrund: Darth Vader testet seinen neuen Businessanzug

Ausprobieren kann man aber, immer mit Schutzbrille, die Windkammer, in der man die Windstopper-Qualitäten der Softshells testen kann.

Windstopper-Test in der Windkammer

Windstopper-Test in der Windkammer

Und dann kam der Höhepunkt des ersten Tages:

Die Vorstellung der neuen Gore-Tex Pro Shell
Die Gore-Tex Laminate für Outdoor-Jacken sind in drei verschiedene Produktgruppen gegliedert: Gore-Tex für die normalen Anwendungen. Der typische Wanderer, Radfahrer oder sonstige Outdoor-Begeisterte wird damit trocken und atmungsaktiv auf die Berge und durch’s Unterholz kommen.

Für schweißtreibende Aktivitäten, bei denen ein geringes Gewicht und besondere Atmungsaktivität wichtiger sind als extreme Robustheit, gibt es die Gore-Tex Active Shell. Jogger und Trailrunner sind die typische Zielgruppe dieser Jacken.

Die Gore-Tex Pro Shell hingegen ist natürlich auch wasserdicht und atmungsaktiv, aber darüber hinaus auch sehr robust. Wer schwere Rucksäcke trägt, die auf den Schultern scheuern, am Fels oder am Eis klettert, Hochtouren unternimmt oder sonst auf besondere Zuverlässigkeit der Kleidung angewiesen ist, zählt zur Zielgruppe der Pro Shell. Dazu soll sie besonders für Aktivitäten, bei denen sich Phasen der Anstrengung und Ruhezeiten abwechseln, geeignet sein.

Diese Gore-Tex Pro Shell kommt nun ab Herbst in einer neuen Version in den Handel. Gegenüber der bisherigen Pro Shell gibt es einige Veränderungen. Die neue Version wird ausschließlich als Drei-Lagen Laminat angeboten. Die Membran ist also fest mit einem Innenfutter und der Aussenschicht der Jacke verbunden.

Die Membran selbst besteht aus mehreren Lagen ePTFE (expanded PolyTetraFluorEthylene). Durch diese extrem feinporige Struktur werden Wassertropfen aufgehalten, der viel kleinere Wasserdampf (also unser Schweiß) kann aber durch die Membran entweichen.

Der Aufbau des neuen Gore-Tex Pro Laminats im Vergleich zum Vorgänger

Der Aufbau des neuen Gore-Tex Pro Laminats im Vergleich zum Vorgänger

Technische Merkmale der neuen Gore-Tex Pro Shell Laminate sind: Der Denier-Wert ist höher als 40, eine Wassersäule von über 28.000 mm und ein RET-Wert unterhalb von 6. Hierdurch sollen die neuen Jacken nochmals deutlich robuster sein als die bisherige Pro Shells, gleichzeitig aber bis zu 28% atmungsaktiver sein. Und dazu noch angenehmer zu tragen.

Statt der grauen Theorie zu vertrauen, haben wir uns dann aber lieber unsere knallorangen bzw. leuchtendgelben Testjacken angezogen. Außen hatten sie nur Gore-Tex Aufdrucke, auf der Innenseite fand sich aber ein Arcteryx-Aufdruck.

Mein Eindruck nach der ersten Stoffprobe und dem ersten kurzen Testtragen der Jacke: Fühlt sich gut an. Bisher fand ich die Pro Shells immer recht plastikhaft steif, diese Jacke fühlte sich weicher, mehr nach Stoff, an. Aber das war nur der erste Eindruck, der richtige Outdoor-Test sollte ja noch kommen.

Der Test: Die neue Pro Shell im Wintereinsatz
Der Test sollte gleich am nächsten Morgen an der Zugspitze stattfinden. Jeder Blogger konnte sich für eine Sportart entscheiden: Freeriden, Schneeschuhgehen oder Eisklettern. Skifahrer bin ich nicht, da fiel Freeriden aus. Ans Eisklettern habe ich mich nicht getraut, da ich das noch nie vorher gemacht hatte. Im Nachhinein hätte ich es machen können, wäre sicher eine tolle Sache gewesen. So habe ich mich für das Schneeschuhgehen gemeldet, das kenne, das macht Spaß und ist auch für Normalsportler wie mich gut geeignet.

Das ist nicht der Winterdienst, sondern die Blogger-Gruppe in den neuen Gore-Testjacken

Das ist nicht der Winterdienst, sondern die Blogger-Gruppe in den neuen Gore-Testjacken

Schon bei der Anreise nach Garmisch war klar, dass wir ideale Bedingungen hatten, um die Jacken wirklich testen zu können: Es war eiskalt, teils sehr stürmisch und wir hatten eine Mischung aus Nebel und Schnee. Echtes „Testwetter“ also.

Der Sturm oben auf der Zugspitze war dann allerdings so stark, dass unsere Bergführer entschieden haben, besser mit der Alpspitzbahn zum Osterfelderkopf zu fahren und auf die Zugspitze zu verzichten. Immerhin auch noch 2000 Meter hoch gelegen.

Schneeschuhe anlegen an der Bergstation der Alpspitzbahn

Schneeschuhe anlegen an der Bergstation der Alpspitzbahn

Unsere Schneeschuh-Wanderung führte uns dann zunächst von der Bergstation der Alpspitzbahn entlang der Piste der Osterfelder-Abfahrt zur Bergwacht-Hütte, wo wir ein paar Minuten Pause gemacht haben. Dann ging es weiter, an der Hochalm vorbei zum Kreuzeckhaus.

Felsdurchbruch auf der Schneeschuhwanderung, unterhalb vom Osterfelderkopf

Felsdurchbruch auf der Schneeschuhwanderung, unterhalb vom Osterfelderkopf

Eine tolle und abwechslungsreiche Strecke, die ich sehr empfehlen kann, auch wenn wir angesichts der Witterung näher am Whiteout als an irgendeiner Art von Fernsicht waren. Anstiege und Abstiege haben sich abgewechselt, vobei wir insgesamt etwa 400 Höhenmeter bergab gegangen sind.

Pause während der Schneeschuhwanderung an der Bergwachthütte

Pause während der Schneeschuhwanderung an der Bergwachthütte

Wir hatten von brettharten Pisten bis zu Tiefschnee jeden Schneeuntergrund, mal war es steil, dann kamen wieder Flachstücke. Ein Tipp: Wer sich da oben nicht wirklich gut auskennt, sollte diese Schneeschuhwanderung mit einem Bergführer machen. Ohne besteht die Gefahr, sich zu verlaufen oder in gefährliches Gelände abzusteigen.

Wie war nun die Jacke im Test? Sehr, sehr gut, das kann ich sagen. Die Robustheit der Jacke konnte ich nicht so testen, wir Schneeschuhgeher waren mit einem recht leichten Rucksack unterwegs und Felskontakt hatten wir naturgemäß auch nicht. Aber auf dem Abwechslungsreichen Weg, bei dem sich Anstrengung und Ruhephasen abwechselten, konnten wir die Wind- und Wasserdichte sowie die Atmungsaktivität der Jacke testen.

Schneeschuhwandern im Hochgebirge - leider hatten wir fast keine Sicht

Schneeschuhwandern im Hochgebirge – leider hatten wir fast keine Sicht

Winddicht ist die Jacke auf jeden Fall. So war ich auch bei minus fünf Grad an der Bergstation mit Funktionshemd, Fleece-Mittelschicht und der Jacke als Aussenschicht gut ausgerüstet und blieb trotz der Minustemperaturen warm. Auch bei der etwa fünf- bis zehnminütigen Pause vor der Bergwachthütte bin ich nicht ausgekühlt.

Dafür habe ich bei einem unfreiwilligen Testgemerkt, dass die Jacke tatsächlich sehr atmungsaktiv ist. In der Innentasche der Jacke hatte ich mein Smartphone, um schnell ein paar Fotos schießen zu können. Auf dem Smartphone (ein gutes Gerät, aber offensichtlich nicht atmungsaktiv) hatte sich ein Wasserfilm gebildet. Die Kleidung fühlte sich aber trocken an, der Schweiß muss also als Wasserdampf durch die Jacke entwichen sein. Ich selbst habe mich während der Tour nicht schwitzig gefühlt, weder zu warm noch zu kalt. Die Jacke hat diesen Test also auf jeden Fall bestanden!

Eisklettern und Lawinentraining am Kreuzeckhaus
Unterhalb des Kreuzeckhauses haben wir zunächst die Eiskletterer besucht. Sehr beeindruckend, wie die an dem gut 20 Meter hohen künstlichen Eisfall geklettert sind. Da hat schon das Zusehen Spaß gemacht. Auch bei dieser Pause, mindestens eine Viertelstunde lang, bin ich übrigens nicht ausgekühlt, also nochmal ein Lob an die Jacke.

Bei den Eiskletterern an der Kreuzeckbahn-Bergstation

Bei den Eiskletterern an der Kreuzeckbahn-Bergstation

Trotzdem war es dann gut, im Kreuzeckhaus einen Kaffee oder eine Halbe zu trinken. Während es oben richtig voll war, hatten wir unten die Bar ganz für uns alleine. Sehr angenehm.

Chillout in der Kreuzeckhaus-Bar

Chillout in der Kreuzeckhaus-Bar

Als Abschluss des Bergtages haben wir dann noch einen kurzen Lawinenkurs gemacht. Keinen kompletten Kurs, dafür hatten wir keine Zeit. Aber der Bergführer hat uns in die Benutzung des Lawinenverschüttetensuchgeräts (LVS-Gerät) und in das Sondieren eingewiesen. Sehr interessant, hoffentlich werde ich es nie brauchen. Was ich bei meinen Versuchen, ein anderes Gerät zu finden, gemerkt habe: Bei der Suche das Handy ausschalten, denn das hat das LVS-Gerät brutal gestört.

Beim Lawinensondierungskurs am Kreuzeckhaus

Beim Lawinensondierungskurs am Kreuzeckhaus

Im Verlauf des Kurses, der doch vorwiegend daraus bestand, im Halbkreis um den Bergführer zu stehen oder anderen bei der Bedienung des Suchgerätes zuzusehen, ist mir dann doch wirklich kalt geworden. Allerdings kann man das kaum der Jacke vorwerfen. Denn hier fehlte einfach die körperliche Anstrengung vor dem Stehen im Schnee, wir kamen direkt aus der warme Stube.

Mit Edurne Pasaban auf der Oedbergalm
Der Abschluss des Tages fand auf der Oedbergalm bei Gmund am Tegernsee statt. Zunächst ein großes Lob an das Team der Oedbergalm für das Essen, das war wirklich großartig!

Nach dem Essen hat Edurne Pasaban einen Vortrag über ihre Besteigungen der 14 Achttausender gehalten. Sie hat einige Filme von den Besteigungen verschiedener Berge gezeigt und einen gehalten. Über die Besteigungen und die Gefühle dabei, aber auch sehr persönlich über ihr Leben als Extrem-Bergsteigerin und ihre Beziehung zu Familie und Freunden. Sehr offen, sehr sympathisch und berührend.

Die spanische 14-Achttausender-Besteigerin Edurne Pasaban beim Blogger Summit - Foto: Gore

Die spanische 14-Achttausender-Besteigerin Edurne Pasaban beim Blogger Summit – Foto: Gore

Edurne Pasaban war übrigens die kompletten drei Tage beim Blogger Summit dabei. Natürlich besonders bei den spanischen Bloggerkollegen, mit denen sie dann auch den Sonntag auf der ISPO verbracht hat. Das fand ich schon bemerkenswert, dass sie nicht nur als Stargast für den Abend eingeladen war, sondern die ganze Zeit dabei war. Als Außenstehender hätte man sie nicht von den Bloggern unterscheiden können.

Fazit:
Die neue Gore-Tex Pro Shell ist klasse. An einem Tag kann man die Jacke natürlich nicht umfassend testen. Aber bei den wirklich fiesen Wetterbedingungen zwischen Osterfelderkopf und Kreuzeck, Minustemperaturen, Wind, Nebel und Schnee, hat sie sich hervorragend geschlagen. Ich habe mich wirklich wohl gefühlt, warm und nicht schwitzig. Die Jacke hat zu keinem Zeitpunkt gestört und ist angenehm zu tragen, vor allem nicht zu steif.

Eisklettern am Kreuzeckhaus

Eisklettern am Kreuzeckhaus

Die Preise der neuen Gore-Tex Pro Shell sollen übrigens etwas über denen der bisherigen Pro Shells liegen. Und die sind schon im Bereich von mehreren hundert Euro. Als Kunde sollte man sich also wirklich überlegen, ob man die Pro Shell wirklich braucht, oder ob man nicht auch mit einer normalen Gore-Tex Jacke (oder einer anderen „Tex“-Jacke) zurecht kommt. Es hängt vom Einsatzzweck ab. Mit Sonderangeboten für die neue Pro Shell wird man sich sicherlich auch einige Zeit gedulden müssen.

Wir Blogger hatten ein tolles, spannendes, interessantes und sportliches Wochenende. Vielen Dank an das Gore Team, an Monika und Stefan für die interessanten Führungen durch das Labor und Regenturm und Windkammer. Vor allem aber an Sarina und Marlene für die tolle Organisation und Betreuung.

Die Gore-Tex Blogger Summit Gruppe beim Schneeschuh-Wandern

Die Gore-Tex Blogger Summit Gruppe beim Schneeschuh-Wandern

Weitere Artikel zum Gore-Tex Blogger Summit:
Weitere Artikel zum Blogger Summit und zur neuen Gore-Tex Pro Shell findet Ihr hier: Outdoorseite.de, alpinfieber.net, Gipfelblick.org, Tourenwelt.at, city-to-summit.org, outdoor-professionell.de, airfreshing.com, gipfelstuermerin.de, Freizeitalpin.at.

Auf französisch: Un Monde d’Aventures, auf spanisch bei skibelievers.com

Die Homepage von Edurne Pasban findet Ihr unter edurnepasaban.com.

Ihr wollt auch zur Oedbergalm? Hier entlang.

Fotos vom Gore-Tex Blogger Summit 2013 findet Ihr auf Flickr.

Und weitere Informationen von Gore zur neuen Gore-Tex Pro Shell findet Ihr hier und hier.

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