Die ISPO 2012 in München

Ein Sonntag auf der ISPO 2012

Wie immer ist ein Tag auf der ISPO viel zu wenig, selbst wenn man die Skihallen völlig links liegen lässt, wie ich es getan habe. “Meine” ISPO hat sich in den Outdoor-Hallen A6, B5 und B6 abgespielt. Der Vormittag fand, abgesehen von einem ersten Orientierungsrundgang, auf dem Gore-Tex Stand statt. Gore hatte zusammen mit den Bergfreunden und Mountain Equipment mehrere Blogger eingeladen.

Auf der ISPO 2012

Auf der ISPO 2012

Der erste Eindruck bei meinem Rundgang zu Beginn der Messe war: Wie im letzten Jahr. Viele Stände standen am selben Platz wie ein Jahr zuvor und sahen auch genauso aus wie 2011. Der zweite Eindruck war: Viele Hersteller setzen auf Nachhaltigkeit. Das zeigte sich gleich im Standdesign, wie bei Patagonia, die gleich auf einer Tafel erläuterten, warum der Stand so aussah und so gebaut wurde, wie er war. Vaude setzte auf leichte Holzbauweise. Andere Stände waren ebenfalls aus Holz, setzten aber vor allem auf rustikale Hüttenromantik.

Standdesign mit Birkenstämmen

Standdesign mit Birkenstämmen

Aber auch in den angebotenen Produkten, vor allem bei Bekleidung, wollen viele Hersteller mit Nachhaltigkeit und umweltverträglicher Produktion punkten. Erster Hinweis darauf war der große Bluesign Stand direkt am Messeeingang. Aber auch an vielen Kleidungsstücken hingen große Bluesign-Hinweise. Ökologische Produktion und Nachhaltigkeit werden zentrale Themen in der Outdoor-Branche bleiben und vermutlich künftig noch deutlich stärker auch Verkaufsargumente werden.

Auch K2 setzt auf rustikales Design

Auch K2 setzt auf rustikales Design

Damit gleich zu Gore, die wieder einige Blogger eingeladen haben. Auch Gore wird künftig Produkte nach Bluesign zertifizieren lassen. Für den Herbst 2012/2013 streben sie etwa 20% Bluesign-Kleidung an. Später soll der Anteil dann kontinuierlich steigen. Neben weitern neuen Partnern gibt es bei Gore vor allem eine Neubenennung der Produktlinien bei den Bekleidungslaminaten. Die bisher fünf Linien werden zu drei Linien, Gore-Tex, Gore-Tex Pro und Gore-Tex Active, zusammengefasst.

Am Gore-Tex Stand

Am Gore-Tex Stand

Der Höhepunkt des Treffens war aber ein Vortrag von Ines Papert, die gerade erst im Januar 2012, im chinesischen Harbin beim Eis- und Schnee-Festival an den Türmen der Eisstadt geklettert ist. In einem Film- und Diavortrag hat sie ihre Reise vorgestellt. Den Film könnt Ihr hier sehen:

Mehr Fotos vom Schnee- und Eisfestival findet Ihr zum Beispiel bei Bigpicture von boston.com. Auf einem der Fotos ist Ines Papert beim Klettern an den Eisskulpturen zu sehen.

Eisskulpturen auf der ISPO - mit denen in Harbin können sie nicht konkurrieren

Eisskulpturen auf der ISPO - mit denen in Harbin können sie nicht konkurrieren

Weiter wurde ein spezieller Event für alle kletterbegeisterten vorgestellt, den sich die Bergfreunde mit Mountain Equipment und Gore ausgedacht haben. Wer schon immer mal in der Wand übernachten wollte, kann in einer von etwa 20 Kletterhallen an der „Tour der vertikalen Nächte“ teilnehmen. Der Kletterer Tom Tivadar, der 1999 den Trango Tower im Karakorum bestiegen hat, hat dort 36 Nächte im Portaledge übernachtet. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er seinen Workshop hält. Nach Vortrag und dem Aufbau geht es zum Übernachten in die Wand. Um teilzunehmen, sollten man sicher im 5. Grad vorsteigen und ein Abseilgerät bedienen können.

Eine ganze Wand voller Handschuhe

Eine ganze Wand voller Handschuhe

Was gab’s sonst noch Neues auf der Messe? Einerseits war ich, wie es sich gehört, erschlagen von der schieren Größe des Angebots. Andererseits war die vorherrschende Meinung unter uns Bloggern bei unserem Treffen am frühen Nachmittag, dass die großen Neuigkeiten rar waren. Mir sind aufgefallen:

Das Zelt mit den aufblasbaren Stangen von Heimplanet. Sieht skurril aus, soll aber Wind bis zu 120 Stundenkilometern aushalten und ist sicher eine interessante Alternative zum nervigen Aufbau normaler Zeltstangen. Ein interessantes und innovatives Produkt aus Deutschland. Ich werde es im Auge behalten, auch wenn ich nicht weiß, ob ich es mal brauchen kann.

Heimplanet Zelte auf der ISPO

Heimplanet Zelte auf der ISPO

Salewa hat einen der ISPO Awards für den neuen Freeride Rucksack Taos 28 PRO gewonnen. Tolles Teil, auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Interessant fand ich aber die Schneeschuhe der “999” Reihe, vor allem der 999 Pro sieht sehr gut aus.

Einen ISPO-Award im Bereich Outdoor hat Petzl gewonnen, für die neue Stirnlampe NAO, die selbstständig sowohl die Helligkeit als auch den Lichtstrahl den äußeren Bedingungen anpasst. Dazu lässt sich die Lampe per USB aufladen und über den Computer programmieren. Ich bin auf die Preise gespannt. Aber eigentlich bin ich mit meiner Petzl-Stirnlampe zufrieden. Aber wer weiß …

Im Scandinavien Village in Halle A6

Im Scandinavien Village in Halle A6

Sehr empfehlen kann ich wieder die skandinavischen Stände, die sich in der Halle A6 gruppiert haben. Wie schon im Vorjahr ging es dort sehr relaxed zu. Keine Spur von Messestress, dafür aber aber jeden Abend Party an der Skandinavian Bar 🙂 Gleich nebenan ist übrigens die Arena, in der am Sonntag der Deutsche Bouldercup ausgetragen wurde.

Auch das war die ISPO 2012: Aktion zum Schutz von Meerestieren

Auch das war die ISPO 2012: Aktion zum Schutz von Meerestieren

Merkwürdigkeit des Tages waren für mich die Foto-Verbotsschilder an vielen Ständen. In Zeiten, in denen jeder Besucher mit einem Smartphone in der Hand herumläuft muss ein Fotoverbot gegen Produktpiraterie völlig untauglich sein. Und jeder Hersteller sollte sich eigentlich freuen, wenn seine Produkte im Rahmen der Messeberichte möglichst häufig im Web zu sehen sind. Kurzer Hinweis hier an die Hersteller: Sollte ich eines der Schilder übersehen haben, meldet Euch kurz per Mail, dann nehme ich das Bild raus. Oder seht es einfach als kostenlose Werbung.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Uli,

    Wo war denn das letzte Bild (der Fisch)? Das habe ich nirgends gesehen. Sieht schwer nach tauchen aus.

    Grüsse, Chris

  2. Hallo Chris,

    der Fisch war in einem Durchgang zwischen zwei Hallen oder einer Halle und dem Eingangsbereich. Da waren mehrere Kunstwerke vor einer schwarzen Wand. Das war eine Aktion gegen die Verschmutzung der Meere.

    Viele Grüße,
    Uli

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