The North Face NSE Traction Mule Hüttenschuhe

The North Face NSE Traction Mule Hüttenschuhe

Hüttenschuhe aussuchen ist schwierig, bislang habe ich noch nicht den für mich optimalen Schuh gefunden. Aber wenn man auf Berghütten übernachtet, braucht man sie. Dass man mit den schweren Bergstiefeln nicht auf die Zimmer und Lager darf, ist eine der ersten Lektionen, die man auf der Hütte lernt. Die zweite Lektion ist dann, dass die auf der Hütte bereitgestellten Schuhe meistens eher ekelig aussehen. Alleine die Vorstellung, wie viel stinkige Bergsocken da schon drin gesteckt haben … Also nimmt man seine eigenen Hüttenschuhe mit auf die Wanderung. Aber welche sind die richtigen Schuhe, was sollen sie können?

The North Face NSE traction Mule Hüttenschuhe

The North Face NSE traction Mule Hüttenschuhe

Sie sollen leicht sein und wenig Platz verbrauchen, bequem sein, man muss gut in ihnen gehen können. Sie müssen auch mit nassen Fußböden in Waschräumen oder matschigen Hüttenterrassen zurechtkommen. Und da die direkte Hüttenumgebung auch mal felsig oder geschottert sein kann, sollten sie auch sicher am Fuß sitzen.

Bisher ausprobiert hatte ich superleichte Frotteeschlappen, die man in Hotels bekommt. Abgesehen davon, dass die mir meistens etwas zu klein sind, funktionieren sie nur in absolut trockenen Räumen. Also nicht so toll, obwohl sie in Bezug auf Gewicht und Packmass unschlagbar sind.

Dann hab ich einfache Hausschuhe mit dünner Gummisohle ausprobiert. Leicht, klein und schön zum reinschluppen. Aber nur bedingt gelände- und feuchtraumtauglich.

Der nächste Versuch: Die North Face NSE Traction Mule Schuhe. Sie werden als Biwakschuhe angeboten. Was im Biwak funktioniert, sollte auch auf der Hütte allemal funktionieren.

Das Aussehen ist schon mal großartig: Eine Mischung aus Rafting-Schlauchboot und Daunen-Schlafsack in schwarz oder knallgelb. In Gelb sind sie ein echter Hingucker auf jeder Berghütte. Optisch der klare Gewinner gegenüber Crocs, Gesundheitslatschen oder Adiletten.

Die NSE Traction Mule haben eine stabile Sohle und eine umlaufende Gummilippe

Die NSE Traction Mule haben eine stabile Sohle und eine umlaufende Gummilippe

Die Sohle ist aus Gummi, leicht profiliert und mit einer dicken, umlaufenden Gummilippe versehen. Da kann der Waschraum der Hütte auch mal richtig “schwimmen”, da kann die Terrasse auch mal vom letzen Regenguss dreckig und matschig sein oder etwas Schnee liegen. Meine alten Hüttenschuhe hätten da schon aufgegeben. Auch hier ein dicker Pluspunkt für die Traction Mule. Das Obermaterial ist wasserabweisendes Recycling-Polyester, ist also auch Outdoor-tauglich.

Da es richtige Schuhe und keine Schlappen sind, sitzen sie auch angenehm fest am Fuß. Das Gummiband sorgt für den festen Sitz. Microfleece und 450er Daunenfüllung der NSE Traction Mule sorgen auch ohne Socken für angenehm warme Füsse, auch wenn man abends noch auf der Terrasse sitzt. Das ist sehr angenehm, denn man kann nach der Ankunft auf der Hütte schnell die Wandersocken ausziehen, kurz die Füsse waschen und dann in die Traction Mule schlüpfen. Das ist echtes Wohlfühlgefühl und der dritte Pluspunkt.

Dank Gummiband sitzen die Traction Mule schön fest am Fuß

Dank Gummiband sitzen die Traction Mule schön fest am Fuß

Gibt es auch Minuspunkte? Ja, das wäre ja auch zu schön.

Minuspunkt Nummer Eins: Der Preis. Die North Face NSE Traction Mule sind mit 49.95 € angegeben. Das wäre mir persönlich für Hüttenschuhe deutlich zu viel Geld. Aber bei Globetrotter gab es sie für 23,95 €. Das ist fair, da habe ich dann doch zugeschlagen.

Dicke Lippe. Das sind echte Outdoor-Hüttenschuhe

Dicke Lippe. Das sind echte Outdoor-Hüttenschuhe

Die Minuspunkte zwei und drei ergeben sich aus der Konstruktion des Schuhs. Die feste Sohle, der dicke Gummischutz und die Füllung erkauft man sich damit, dass der Schuh für einen Hüttenschuh sehr schwer wird. Meine NSE Traction Mule in Größe 11 wiegen zusammen 510 Gramm. Das ist eine Menge, wenn man auf Hüttentour geht, wo Gewicht zählt. Dazu nehmen sie im Rucksack schon recht viel Platz weg.

Zur verwendeten Daunenfüllung habe ich keine weiterführenden Informationen gefunden, da bleibt bei mir ein großes Fragezeichen, ob die Daunen wirklich tiergerecht gewonnen werden. Hergestellt werden die Traction Mule in China.

The North Face NSE Traction Mule

Positiv:

  • Design, ein Hingucker
  • Warm, auch ohne Socken
  • Sehr bequem und angenehm zu tragen
  • Gelände- und feuchtigkeitstauglich

Negativ:

  • Für Hüttentouren sehr schwer
  • Großes Volumen, hoher Platzbedarf im Rucksack
  • Hoher Preis

Mein Fazit:
Nachdem ich sie zweimal mit auf Hütten hatte, ist meine Meinung: Die “The North Face NSE Traction Mule” sind unschlagbar, wenn man auf der Hütte sitzt. Extrem bequem, schön warm, machen alles mit. Ich werde sie auf jeden Fall wieder mitnehmen, wenn ich mit der Bahn auf eine Hütte fahre oder nur eine kurze Wanderung dorthin mache. Auf einer richtigen Hüttenwanderung, bei der man täglich mehrere Stunden wandert, sprechen Gewicht und Platzbedarf gegen die Schuhe. Ich werde also weiter nach dem perfekten Hüttenschuh suchen.

The North Face

The North Face

Hast Du auch diese Artikel schon gelesen?

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. was es alles gibt 🙂 Aber 510g sind schon ne Hausnummer, das wäre mir glaub ich zu schwer…

    Schöner Bericht! Vor allem auch der (Nicht-)Hinweis auf die Daunenherkunft, darauf sollten wir Verbraucher wirklich achten und als Blogger immer wieder hinweisen. Sehr gut.

    LG,
    Erika
    http://www.ulligunde.com

Schreibe einen Kommentar