Im Winter auf den Wendelstein und zur Mitteralm

Auf der Hütte und auf dem Berg: Wendelstein und Mitteralm im Winter

Ein Hüttenwochenende in den Bergen ganz ohne Wandern? Am Wendelstein ist das ohne schlechtes Gewissen möglich, denn im Winter gehört der Wendelstein den Skifahrern. Auf Höhe der Bergstation der Seilbahn und der Wendelstein-Zahnradbahn beginnen die Pisten, von den Aussichtsplattformen aus sieht man hinab auf die Skipisten und Schlepplifte. Für Wanderer sind im Winter eher die tiefer gelegenen Regionen um Bayrischzell interessant. Trotzdem kann es sich lohnen, auch als nicht-Skifahrer mit einer der Bahnen hinaufzufahren.

Die Bergstationen der Wendelstein-Bahnen und der Blick in die bayerischen Alpen

Die Bergstationen der Wendelstein-Bahnen und der Blick in die bayerischen Alpen

Bei passendem Wetter hat man einen tollen Fernblick über weite Teile der deutschen Alpenkette und tief nach Tirol hinein, wobei man die große Wendelstein-Plattform fast für sich hast. Denn es ist bei weitem nicht so voll wie an schönen Sommertagen.

Willkommen auf dem Wendelstein

Willkommen auf dem Wendelstein

Den Wendelstein kann man, im Winter wie im Sommer, entweder von Osterhofen aus mit der Seilbahn oder von Brannenburg aus mit der Zahnradbahn erreichen. Die Wanderwege sind, so haben wir es zumindest bei viel Schnee erlebt, zumeist nicht zu begehen. Teilweise dienen sie auch als Skipiste.

Der schneebedeckte Wendelstein Gipfel. Ganz hinauf kommt man im Winter leider nicht.

Der schneebedeckte Wendelstein Gipfel. Ganz hinauf kommt man im Winter leider nicht.

Im Bereich der Bergstationen von Seilbahn und Zahnradbahn war auch wesentlich weniger los als im Sommer, da die meisten Skifahrer und Snowboarder sofort wieder über eine der Pisten abgefahren sind. Allerdings ist auch einiges am Wendelstein nicht nutzbar. Der Rundwanderweg zum Wendelstein-Gipfel ist im Winter gesperrt. Angesichts der Schneemengen, die man von unten aus sehen konnte, kein Wunder. Ebenso ist die Wendelstein-Höhle im Winter geschlossen, aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Fledermäuse.

Schöner Ausblick vom Wendelstein, hier in das nahe Kaisergebirge

Schöner Ausblick vom Wendelstein, hier in das nahe Kaisergebirge

Auch in unmittelbarer Umgebung der Bergstationen passiert im Winter weniger. Die Aussichtsplattform “Gacher Blick” war bei unserem Besuch zugänglich, der westwärts gerichtete Teil aber abgesperrt. Trotzdem lohnt es sich, die Stufen hinaufzugehen. Von hier aus hat man den besten Panoramablick bis hin zum Großglockner und Großvenediger, aber auch ins nahe Kaisertal oder bis hin zur Zugspitze.

Skipiste am Wendelstein

Skipiste am Wendelstein

Vom Vorplatz der Wendelsteinkirche kann man die Skifahrer beobachten, die vom Ausgang der Zahnradbahn-Bergstation direkt auf der Piste stehen. Nach ein paar Schwüngen auf der breiten Piste fädeln sie sich dann zur Unterführung der Bahn ein und verschwinden aus dem Blickfeld. Die kleine Wendelsteinkirche selbst ist im Winter geschlossen.

Die Wendelstein-Kirche

Die Wendelstein-Kirche

Zum Übernachten haben wir die Mitteralm, eine kleinere bewirtschaftete Alpenvereinshütte, genutzt. Diese liegt direkt an der Strecke der Wendelstein-Zahnradbahn und hat ihre eigene Haltestelle. Man muss nur noch die etwa 10 Meter breite Skipiste kreuzen, schon ist man bei der Alm.

Die Mitteralm am Wendelstein. Im Hintergrund das Inntal

Die Mitteralm am Wendelstein. Im Hintergrund das Inntal

Als wir dort waren, war die weitere Abfahrt gesperrt, so dass sich alle Skifahrer an der Haltestelle gesammelt haben, um mit der Bahn wieder hochzufahren. Das Kreuzen der Piste war also gar kein Problem. Zudem müssen die Skifahrer kurz oberhalb die Bahngleise kreuzen, so dass sie nicht im Schuss herunterfahren konnten.

Der Haltepunkt  Mitteralm der Wendelstein-Zahnradbahn

Der Haltepunkt Mitteralm der Wendelstein-Zahnradbahn

Im Sommer ist die Mitteralm ein beliebtes Wanderziel mit einer Sonnenterrasse direkt vor dem Haus. Jetzt im Winter ist diese Terrasse unter dem Schnee nicht zu sehen. Auch die Sonne scheint nur spärlich, sie schafft es in dieser Jahreszeit kaum über die Felswand, die nach Süden hin aufragt.

Ein abendlicher Höhepunkt: Der Pistenbully präpariert die Piste unmittelbar an der Mitteralm

Ein abendlicher Höhepunkt: Der Pistenbully präpariert die Piste unmittelbar an der Mitteralm

Trotzdem ist die Mitteralm auch für Nicht-Skifahrer ein gutes Ziel für einen gemütlichen Hüttentag und eine gute Übernachtungsmöglichkeit, auch mit Kindern. Unser Vorteil war wohl, dass sie in der Broschüre “Mit Kindern auf Hütten” nicht aufgeführt ist, so dass wir selbst in der Ferienzeit ein Zimmer bekommen konnten. Den Winterwanderweg hinauf zur Mitteralm haben wir bei dem hohen Schnee allerdings nicht getestet, sondern sind bequem mit der Zahnradbahn zur Hütte gefahren.

Vor der Mitteralm: Ob hier wirklich der Bus vorbeikommt?

Vor der Mitteralm: Ob hier wirklich der Bus vorbeikommt?

Hinter der Mitteralm gibt es einen kleinen Hang, an dem man mit den hütteneigenen Poporutschern und Zipflbobs herunter fahren kann, was bei hohem Schnee gar nicht so einfach ist. Das Gelände eignet sich auch ganz hervorragend für Schneeballschlachten und zum Schneemann bauen.
Ausgewiesene Rodelbahnen gibt es übrigens am Wendelstein keine, daher darf man auch in den beiden Bahnen keine Schlitten mitnehmen.

Höhenangaben:
Talstation Seilbahn (Osterhofen): 800 Meter
Talstation Zahnradbahn (Brannenburg): 510 Meter
Mitteralm: 1200 Meter
Wendelsteinhaus: 1724 Meter
Gipfel Wendelstein: 1838 Meter

Essen und Trinken:
Auf dem Wendelstein war bei unserem Besuch das Restaurant mit Terrasse geöffnet, die SB-Gaststätte nicht. Auf der Mitteralm bekommt man Kuchen, warme Gerichte und natürlich Getränke im gemütlichen Gastraum.

Wie komme ich hin?
Zur Wendelstein-Seilbahn:
Mit dem Zug: Mit der BOB, der Bayerischen Oberlandbahnm im Zugteil nach Bayrischzell bis Osterhofen fahren. Kurzer Fußweg zur Talstation der Wendelsteinbahn.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 bis Irschenberg, dann über Fischbachau auf die B307 in Richtung Bayrischzell fahren. Kurz vor dem Ort auf den Parkplatz der Wendelsteinbahn. Auch möglich: Auf der A8 bis Weyarn fahren, weiter über Miesbach und Schliersee in Richtung Bayrischzell.

An der Talstation der Wendelstein-Zahnradbahn in Brannenburg

An der Talstation der Wendelstein-Zahnradbahn in Brannenburg

Zur Wendelstein-Zahnradbahn:
Mit dem Zug: Mit der DB von München nach Rosenheim. Dort in die Regionalbahn nach Richtung Kufstein und bis zum Bahnhof Brannenburg fahren. Von dort kann man in 30-45 Minuten zur Talstation der Zahnradbahn gehen oder mit dem Bus der Wendelstein-Ringlinie zur Talstation fahren.
Mit dem Auto: Von München aus auf der A8 bis zum Inntal-Dreieck fahren, dann über die A93 Richtung Innsbruck bis zur Ausfahrt Brannenburg. Von dort aus auf der Sudelfeldstraße zur Talstation fahren. Dort auf den Parkplatz.

Im Winter können sich die Fahrzeiten der Bahnen ändern, auch gibt es zum Teil mehrwöchige Revisionsarbeiten, während der die Bahnen nicht fahren. Achtet auf die Hinweise auf der Homepage der Wendelsteinbahnen. Dort gibt es auch Informationen zur aktuellen Schneehöhe und zu aktuellen Schließungen.

Links:
Wendelsteinbahn
Homepage der Mitteralm
Wendelstein-Ringlinie (Busverbindung zwischen den Talstationen der Wendelsteinbahnen)
Webcam:
Webcams und Wetter am Wendelstein auf der Homepage von Brannenburg

Wanderkarte:

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöne Bilder, ist eine Idee, wenn man Besuch aus “Preußen” hat,der auf den Berg will aber ohne viel Bewegung 🙂 Viele Grüße.

  2. Hallo,

    ich suche Aufnahmen vom Wendelstein und Umgebung, die ich nur für einen privaten Fotokalender ohne Auflagen nutzen möchte/darf. Mich interessieren hauptsächlich Aufnahmen vom Herbst und Winter in höherer Auflösung/Pixelzahl. Den Fotokalender möchte ich in diesem Jahr verschenken, ein guter Bekannter von mir wird in diesem Jahr 80 Jahre alt und wohnt in Flintsbach am Inn.
    Im Besonderen suche ich auch noch eine Aufnahme von der Soinhütte.

    Falls mir jemand ganz unverbindlich helfen möchte, hier meine E-Mail Anschrift:

    bayern.nde@web.de

    Herzlichen Dank

  3. Hallo Winfried,
    von der Soinhütte habe ich keine Fotos. Ich werde auf meiner Facebookseite auf Deine Anfrage hinweisen. Wenn Du ebenfalls auf Facebook unterwegs bist, versuche es doch auch einmal in einer Berg- oder Fotogruppe. Dort findet sich bestimmt jemand, der Dir Fotos zur Verfügung stellen kann.
    Viele Grüße
    Uli

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