Wanderung: Mittenwald – Alte Leutaschklamm – Neue Leutaschklamm (Geisterklamm) – Mittenwald
Kobolde in einer Geisterklamm, Mitmach-Aktivitäten, ein gesicherter Weg über einen wilden Gebirgsbach und Bergpanorama – das klingt nach einer guten Wanderung für Kinder und es ist auch eine sehr kindgerechte Wanderung: Durch die Leutaschklamm bei Mittenwald.
Gleich zwei ganz unterschiedliche Klammwege führen in und durch die Leutaschklamm. Die leichte Wanderung mit geringen Höhenunterschieden führt sowohl durch den Grenzwald zwischen Bayern und Tirol als auch hoch oberhalb der Leutascher Ache durch die Leutaschklamm selbst. Viele kindgerecht gestaltete Stationen entlang des Wanderweges bieten immer wieder Möglichkeiten für kleine Pausen.
Die Leutaschklamm hat zwei Haupteingänge. Wer den neuen Weg von oben her nutzt, fährt von der Innsbrucker Straße in Mittenwald aus etwa drei Kilometer über die Leutascher Straße bis zum neuen Eingangzentrum mit kostenpflichtigem Parkplatz und Gaststätte. Wir sind von Mittenwald aus gewandert. Ausgangspunkt war ebenfalls die Innsbrucker Straße. Direkt an der Isar führt der für Autos gesperrte Weg “Am Köberl” zum Eingang der Leutaschklamm. Nach wenigen Minuten Weg zweigt ein Waldweg ab, der laut Schild zum Gletscherschliff führt. Nicht verwirren lassen, der Waldweg führt nur zwei Meter neben dem Hauptweg in etwa 15 Minuten zum selben Ziel, dem Kiosk mit kleinem Biergarten am Eingang zur alten und neuen Klamm.

Der Weg durch die alte Leutaschklamm zum Wasserfall
Der alte Klammweg (“Wasserfallsteig”, grün markiert) ist nur etwa 200 Meter lang und führt zum 23 Meter hohen Wasserfall. Am Kiosk zahlt man den Eintritt (2008: 2 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder), dort geht es dann auch schon los. Unmittelbar vor dem Eingang in das schmale Klammtal passiert man eine Stahltür, die die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert. Danach geht es über mit einem Geländer gesicherte Holzstege nur knapp oberhalb des Wasserlaufs der Leutascher Ache bis vor den Wasserfall, immer dicht entlang an den steil aufragenden Felswänden. Zurück geht es auf demselben Weg zum Kiosk.

Das Gasthaus Gletscherschliff auf einer Lichtung im Wald, bevor der neue Klammweg erreicht wird.
Jetzt beginnt der Wanderweg zum neuen (kostenlosen) Weg durch die auch “Geisterklamm” genannte Klamm, der mit Mitteln der EU als grenzüberschreitender Wanderweg gebaut und 2006 eröffnet wurde. Wir sind zunächst weiter nach Westen gegangen, also weiter den Weg, der auf den Weg “Am Köberl” folgt. Dadurch ist der Aufstiegsweg eher gering ansteigend, der Abstiegsweg ist umso steiler. Auf den Karten der Klamm ist es der blaue, “Koboldpfad” genannte Weg. Zunächst geht es in einigen Kehren durch den Wald bergauf, wobei immer wieder am Wegesrand stehende Tafeln die Sagengeschichten vom Klammgeist und den Kobolden erzählen. Auf dem Weg passieren wir das Gasthaus Gletscherschliff. Die Sonnenterrasse bietet einen Ausblick auf die Berge des Karwendels und die Karwendelspitze. Neben dem Gasthaus ist der Gletscherschliff ausgestellt.

Die Panoramabrücke über die Leutaschklamm
Weiter geht es bergauf durch den Wald, insgesamt etwa 30 bis 45 Minuten, dann am Wegweiser rechts etwa 10 Minuten bergab zur Panoramabrücke. Die Brücke führt 47 Meter hoch über den Bachlauf der Leutascher Ache unten in der Klamm und bietet ebenfalls einen tollen Blick zur Karwendelspitze. Dieser “Klammgeist-Weg” ist auf den Tafeln rot markiert. Dann führt der Weg links in das Klammtal hinein. Dieser neue Weg ist komplett als gesicherter Gitterweg im oberen Bereich der Klamm gebaut. Mehrere Stationen bieten besondere Erlebnisse wie Schalltrichter, ein Windspiel, einen Spiegel, mit dem man Lichtreflexionen in der Klamm erzeugen kann, einen Gong sowie Tafeln mit Erläuterungen zur Klamm und ihrer Entstehungsgeschichte. Auch einen versteckten Klammgeist kann man dort entdecken.

Der neue eiserne Weg durch die Leutaschklamm
Durch den künstlich angelegten Gitterweg, der auch mit einem etwa 1,10 Meter hohen Gittergeländer gesichert ist, kann man sich ganz auf die Klamm selbst und die Stationen konzentrieren. Am Ende des Weges kann man einige Meter aufsteigen und in etwa 10 Minuten zum neuen Eingangzentrum gehen oder durch den Wald zurück zur Panoramabrücke. Wir sind den Weg durch die Klamm zurückgegangen, über die zweite Brücke, von der aus eine Abzweigung zur Kapelle an der Straße führt. Diesen kurzen, unspektakulären Stichweg kann man sich sparen. Zurück zur Panoramabrücke haben wir diese nicht erneut überquert, sondern sind über die Treppen zum anderen Teils des blauen Wanderwegs aufgestiegen. Dieser führt dann nach einem kurzen Stück steil in mehreren Sepentinen bergab zurück zum Kiosk, dem Ausgangspunkt der Wanderung. An den Serpentinen erläutern Tafeln die Entstehungsgeschichte der Klamm und der gesamten Umgebung über die Jahrtausende und mehrere Eiszeiten.
Dauer und Schwierigkeit:
Wie lange die Wanderung durch die Klamm dauert, kann man kaum sagen. Auf den Tafeln ist sie mit etwa 2 Stunden angegeben, wir waren etwa 4,5 Stunden unterwegs, weil die Tafeln mit den Geschichten und Erläuterungen sowie der Ausblick in die Klamm und auf die Karwendelspitze die Wanderung immer wieder für einige Zeit unterbrechen. Die in Form einer großen Acht verschlungenen roten und blauen Wege bieten auch mehrere Möglichkeiten einer Rundwanderung. Der Weg ist leicht zu gehen, die Steigungen sind moderat. Auf dem Gitterweg sind alle Steigungen als Treppen angelegt, der Großteil des Weges dort ist völlig eben.
Der Weg durch die Leutaschklamm ist weniger wild als der durch die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, da er zum großen Teil weit oberhalb des Baches führt. Da der Weg aber ganz neu und als Familienweg angelegt ist, ist er sehr gut gesichert. Die Leutaschklamm ist auch weniger bekannt als die Partnachklamm und daher nicht so stark besucht.
Höhenangaben:
Mittenwald: ca. 920 Meter
Gletscherschliff: ca. 1020 Meter
Essen und Trinken:
Am Kiosk gibt es Getränke, Eis und kleinere Essen, die Gaststätte Gletscherschliff bietet Gelegenheit zur Einkehr. Am neuen Eingangszentrum an der Leutascher Straße gibt es ebenfalls Verpflegungsmöglichkeiten.
Wo muss ich besonders aufpassen?
Grundsätzlich ist die Wanderung sehr leicht und gefahrlos auch für kleinere Kinder zu gehen.
Der alte Klammweg ist an der Wasserseite nur mit einem einfachen Geländer gesichert, zur Bergseite hin gibt es teilweise größere Löcher, so dass man hier auf kleine Kinder aufpassen sollte. Er lohnt sich aber auf jeden Fall! Der neue Weg ist mit engmaschigen Gittern sehr sicher gebaut. Der Abstiegsweg ist recht steil.
Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Nein, beide Klammwege sind mit Kinderwagen nicht nutzbar.
Wie komme ich hin?
Mit dem Zug: Bis Mittenwald, dort vom Bahnhof aus zum alten Eingang der Klamm über den Weg “Am Köberl”, der von der Innsbrucker Straße ausgeht.
Mit dem Auto: Von München aus über die Autobahn A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, von dort aus über Klais nach Mittenwald. Dort Richtung Karwendelbahn fahren. Von dort aus zur Insbrucker Straße. Dort kann man man kostenpflichtig parken und über die für Autos gesperrte Straße “Am Köberl” den alten Eingang erreichen.
Wer zum neuen Eingang möchte, fährt von der Innsbrucker Straße aus in die Leutascher Straße, dort nach ca. 3 Kilometern auf den Parkplatz (kostenpflichtig).
Links:
Mittenwald.com:
http://www.mittenwald.com/index.shtml?m_leutaschklamm
Seefeld Wandern:
http://www.seefeld-wandern.at/wandern/leutaschklamm.php
Gasthaus Gletscherschliff:
http://www.gletscherschliff.com/
Private Sites:
http://www.allgaeu-ausfluege.de/05mittenwald.htm
http://www.mittenwald-aktiv.de/Wandern/Gletscherschliff/gletscherschliff.html
Buchtipp und Wanderkarte:





tolles blog. haben diese wanderung schon gemacht- es war traumhaft. machen die nächste am kommen sonntag. diesmal gehts zum ahornboden. macht weiter so–danke!
Hallo Dominik,
vielen Dank! Wenn Ihr im November noch zum Ahornboden möchtet, fragt vorher am Besten nach, ob die Hütten und Gasthöfe noch geöffnet haben. Wahrscheinlich sind sie schon in der Winterpause. Auch der Wanderbus von Lenggries fährt laut BOB-Website in diesem Jahr nicht mehr.
Viel Spaß!
Uli
Hallo
Großes Lob für diese Website und all den damit verbundenen Informationen, Tips und Bildern.
Da wir noch nicht so lange in Mittenwald wohnen, müssen wir uns erst mal ein wenig belesen, was das Mittenwalder Umland so hergibt.
Von der Wanderung zur Leutaschklamm sind wir so begeistert, dass wir nächstes Wochenende mit unseren 3 kleinen Kindern da hin müssen.
Macht weiter so