Winterwanderung auf die Lenggrieser Hütte

Winterwanderung: Lenggries – Mühlbach – Grasleitensteig – Lenggrieser Hütte – ( Seekarkreuz ) – Sulzersteig – Mühlbach – Lenggries

Diese Winterwanderung führt von Lenggries (für Zugfahrer) oder Mühlbach (für Autofahrer) über den Grasleitenweg zur Lenggrieser Hütte, auch Seekarhütte genannt, und hintenrum über den Sulzersteig wieder zurück. Wer mag, kann von der Lenggrieser Hütte auch bis zum Gipfel des Seekarkreuz aufsteigen. Weil es im Winter aber doch schnell wieder dunkel wird, habe ich mir das für den Sommer aufgespart. Die Wanderung führt im Bergteil durchgehend auf schönen Steigen durch den Bergwald und von der Hütte aus hat man einen schönen Ausblick auf die Berge.

Aussicht von der Lenggrieser Hütte

Aussicht von der Lenggrieser Hütte

Gleich zu Beginn kommt der unattraktivste Teil der Wanderung: Wer mit der Bahn anreist, läuft erst einmal etwa eine dreiviertel Stunde lang vom Bahnhof in Lenggries an der Hohenburg vorbei nach Mühlbach, direkt zum Parkplatz, von dem aus die Autofahrer entspannt direkt zum Berg aufbrechen. Eine Busverbindung dorthin habe ich nicht gesehen, sie würde diese Wanderung aber noch attraktiver machen. Oder habe ich sie nur nicht gefunden? Zumindest kleinere Kinder werden häufig schon genug vom Wandern haben, bevor der Fuß des Berges überhaupt erreicht ist.

Vom Parkplatz aus nicht den Weg 624 in Richtung Tegernseer Hütte nehmen, sondern dem Weg “621” oder auch “8” Richtung “Seekarkreuz und Lenggrieser Hütte” folgen. An einigen Stellen gibt es schöne Ausblicke über das Isartal hinüber zum Brauneck, sonst geht es über schmale Dorfstraßen zwischen vereinzelt gelegenen Häusern hindurch.

Blick aufs Brauneck auf der anderen Seite der Isar

Blick aufs Brauneck auf der anderen Seite der Isar

Nach etwa 20 Minuten Wanderung durch die Ebene zweigt direkt vor den Häusern von Tradln links der Wanderweg ab, nun geht es durch die Felder oder Weiden. Weitere 20 bis 25 Minuten später zweigt der Weg kurz hinter zwei Stadeln etwa auf der Mitte einer großen Wiese nach rechts ab. Da es keinen Wegweiser gibt, ist es sehr hilfreich, wenn der Weg durch den Schnee schon durch andere Wanderer gespurt ist, sonst gäbe es keinen Hinweis, wo es genau lang geht.

Jetzt endlich gibt es auch Höhengewinn, der Weg führt in der Nähe des Waldrandes entlang. Etwas oberhalb steht links eine Hütte. Kurz danach führt der Weg nun deutlich steiler in den Wald hinein. Bis hoch zur Lenggrieser Hütte geht es nun auf einem schmalen Steig, teils in Serpentinen immer durch den Wald. Der Weg heißt nun “LS2”. Warum ändert sich hier eigentlich dauernd das System der Kennzeichnung? Egal, verlaufen kann man sich eigentlich nicht, es gibt nur den einen schmalen Pfad, an der einzigen Abzweigung geht es einfach weiter geradeaus.

Auf dem Grasleitensteig

Auf dem Grasleitensteig

Der Weg ist ein schöner Steig durch den Wald, schmal, manchmal steinig und teils recht steil. An manchen Stellen fällt der Hang talseitig ziemlich ab, Vorsicht ist also geboten, gerade mit Kindern und bei Schneeglätte. Grödel können hier hilfreich sein. An einer Stelle bietet sich ein schöner Blick auf die im Westen gelegenen Berge, da an dieser Stelle einige Bäume gefällt wurden.

Nach einem weitgehend ebenen Wegstück und einem darauf folgenden letzten steilen Anstieg taucht nach gut eineinhalb Stunden Wanderung plötzlich die Lenggrieser Hütte zwischen den Bäumen auf. Noch fünf Minuten, dann ist die Hütte erreicht.

Terrasse der Lenggrieser Hütte

Terrasse der Lenggrieser Hütte

Die Terrasse der Hütte ist nach Westen ausgerichtet und bietet einen tollen Blick auf die Berge. In die anderen Himmelsrichtungen hat man keinen Ausblick, dazu müsste man noch etwa 30 Minuten bis zum Seekarkreuz aufsteigen.

Neben der Terrasse hat die Lenggrieser Hütte auch einen recht urigen Gastraum und bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Das Essen ist hüttentypisch. Die Hütte nimmt am Programm “So schmecken die Berge” teil, man bekommt also Produkte aus regionaler Erzeugung.

Lenggrieser Hütte (Seekarhütte)

Lenggrieser Hütte (Seekarhütte)

Der Rückweg der Wanderung führt über den Sulzersteig. Zunächst einige Minuten lang auf dem Fahrweg über die weite Fläche der Seekaralmen. Dann biegt nach links der Sulzersteig (“LS1” bzw. “612”) ab, der fast sofort in den Wald und dort in vielen Kehren schnell in Richtung Tal führt.

An der Seekaralm

An der Seekaralm

Das letzte Stück durch den Wald führt am Hirschbach entlang. Kurz nachdem der Wanderweg den Bach kreuzt, trifft er wieder auf den Fahrweg, der auch als Winterweg zur Lenggrieser Hütte ausgeschildert ist. Jetzt geht es noch ein Stück durch den Wald und dann ein längeres Stück im Talgrund eben zwischen Wiesen hindurch, bis wieder der Parkplatz erreicht ist.

Wie auf dem Hinweg folgt nun für die Bahnfahrer wieder das letzte Wegstück Richtung Bahnhof. So unattraktiv ist es eigentlich gar nicht, denn auch hier kann man den größten Teil des Weges auf Wanderwegen zurücklegen, das Schloß Hohenburg wird durchquert und ein Fußweg führt am Friedhof entlang durch ein kleines Waldstück. Aber im Vergleich zur Bergwanderung fällt es natürlich arg ab und ist hauptsächlich zeitraubend.

Update: Ein Teil des Grasleitensteigs ist mittlerweile zu einer Forststraße erweitert worden. Auf dieses Teilstück trifft di eBeschreibung oben nicht mehr zu. Vor und hinter dieses einige hundert Meter langen Teilstücks ist der Grasleitensteig aber weiterhin wie beschrieben erhalten.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Weg vom Bahnhof in Lenggries zum Wanderparkplatz in Mühlbach dauert etwa eine dreiviertel Stunde. Von dort aus zur Lenggrieser Hütte (Seekarhütte) kann man über den Grasleitensteig etwa 1,5 bis zwei Stunden rechnen, für den Absteig über den Sulzersteig ebenfalls etwa zwei Stunden. Der Weg von der Lenggrieser Hütte zum Seekarkreuz ist mit etwa 30 Minuten angegeben, den bin ich aber nicht gegangen.

Höhenangaben:
Lenggries: 679 Meter
Mühlbach: 763 Meter
Lenggrieser Hütte (Seekarhütte, Seekarhaus): 1338 Meter
Gipfel Seekarkreuz: 1601 Meter

Essen und Trinken:
Auf der Lenggrieser Hütte gibt es hüttentypisches Essen. Das Bier kommt von der Klosterbrauerei Reutberg. Die Hütte ist Partner im Programm “So schmecken die Berge” des Deutschen Alpenvereins.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Insgesamt ist der Weg eher einfach, wenn auch teilweise recht steil. An einigen Stellen im Aufstieg geht es talseitig recht steil bergab. Am Beginn des Sulzersteigs findet sich eine Warnung, dass der Weg feucht, also glitschig, sein kann.

Da es hier eine Winterwanderung ist, können die Gegebenheiten je nach Wetterlage und Schneezustand extrem unterschiedlich sein. Also achtet immer auf den Lawinenbericht des Lawinenwarndienstes Bayern und den lokalen Wetterbericht. Bei meiner Wanderung hatte ich optimale Wetter- und Schneeverhältnisse. Bei schlechteren Verhältnissen und schlechteren Wetterbedingungen können sich die Gehzeiten deutlich erhöhen und die Gefahrensituation kann völlig anders sein.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München mit der BOB in gut einer Stunde bis zum Endbahnhof Lenggries. Von dort aus zu Fuß zum Parkplatz in Mühlbach.
Mit dem Auto: Von München aus über die B13/B472 nach Bad Tölz und auf der B13 Richtung Lenggries fahren. Am Bahnhof vorbei nach Süden, dann über Scharfreiterstraße, Waldfriedhofstraße und Hohenburgstraße zum Parkplatz in Mühlbach fahren. Für einen Tag kostet es zwei Euro Parkgebühren (2010). Diesen Weg, aber ab Waldfriedhofstraße etwas abseits der Straßen, können auch die Zugfahrer gehen. Ab dem Parkplatz beginnt dann die eigentliche Wanderung.

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Links:
Lenggrieser Hütte
www.lenggries.de

Buchtipps und Wanderkarte:

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo

    wer noch auf das Seekarkreuz geht, kann bei schönem Wetter diesen Ausblick geniessen: http://www.alpen-panoramen.de/panorama.php?pid=1496&ds

    Im Sommer kann man es in 30 Minuten von der Lenggrieser Hütte auf den Gipfel schaffen. Im Winter können es ja nach Schneelage schon deutlich mehr sehr, z.B. ohne Schneeschue 1,5 Stunden von der Hütte.

    Im Winter bietet sich auch eine Überschreitung von Bad Wiessee an: Durch das Söllbachtal bis kurz vor die Schwarzetenn-Alm, von dort am besten mit Schneeschuhen zu den Rauhalmen und dann auf den Gipfel. Skitourengehen starten meist an der Winterstube (Bundesstraße B307). Wanderer sollten keine Löcher in die Skispur der Tourengeher stanzen 😉

    Gruß,
    Christian

  2. Danke für die sehr gute Beschreibung!

    Wir sind die Tour gestern bei traumhaftem Vorfrühlingswetter gegangen und haben von der Lenggrieser Hütte zum Gipfel auch noch gut eine Stunde gebraucht. Auf dem südseitig ausgerichteten Grasleitensteig war kein Schnee mehr, aber dafür lag noch einiger Schnee auf dem Weg von Lenggrieser Hütte rauf zum Seekarkreuz und auch auf den (nordseitigen) Serpentinen durch den Wald – zum Teil als Minilawinen-Abgang zum drüberklettern, vereist und harschig, so daß wir im letzten Tageslicht (um 5 Uhr nachmittags) extrem vorsichtig gehen mussten.

    Der Forstweg durch das Hirschbachtal zog sich etwas, bekam aber durch den hellen Vollmondschein eine sehr romatische Note. Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Tour!

  3. Update 2014: Korrekt, der Grasleitensteigs wurde – bzw wird noch immer – zu einer etwa drei Meter breiten “Forstautobahn” ausgebaut. Schade, macht wenig Spaß da hochzugehen. Denke aber, dass ab ca. 1270m Höhe der Weg nicht weiter verlängert wird und ab dort der alte Steig erhalten bleibt.

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