Zur Aueralm und auf den Fockenstein

Wanderung: Bad Wiessee, Gasthaus Sonnbichl – Bad Wiesseer Höhenweg – Aueralm – Gipfel Fockenstein – Neuhüttenalm – Hirschtalsattel – Stinkergraben – Söllbachtal – Gasthaus Sonnbichl

Eine Alm mit einer tollen Aussicht über die umliegenden Berge, die von einer noch tolleren Aussicht auf dem nebenan liegenden Berg übertroffen wird, dazu abwechslungsreiche Wege und verschiedene mögliche Varianten bietet die Wanderung von Bad Wiessee am Tegernsee zur Aueralm und auf den Fockenstein.

Geschmückter Balkon der Aueralm, dem Hauptziel der Wanderung

Geschmückter Balkon der Aueralm, dem Hauptziel der Wanderung

Von Bad Wiessee aus kann man über verschiedene Wege zur Aueralm wandern. Der bekannteste und direkte Weg führt durch das Zeiselbachtal, steigt aber ziemlich steil an. Drum gehen wir den weiteren, aber schönen und nur mäßig ansteigenden Weg über den Bad Wiesseer Höhenweg. Beide Wege führen zunächst vom Wanderparkplatz hinter dem Hotel Sonnbichl aus entlang des Zeiselbachs auf dem breiten Weg “F” in den Wald hinein.

Nach gut 10 Minuten zweigt rechts der Bad Wiesseer Höhenweg (W12) ab. Auch dieser ist breit und gut zu gehen. Stetig bergauf gehend gewinnen wir schnell an Höhe ohne dass es unangenehm steil wird. Nach etwa 45 Minuten wird der Weg für ein kurzes Stück zu einem schmalen und deutlich steileren Bergpfad, der aber vor allem für Kinder eine schöne Abwechslung auf der Wanderung bietet. Dieser Weg ist viel interessanter als ein Fahrweg. Sobald der Weg wieder auf die Fahrstraße trifft, geht es nach links.

Waldweg auf dem Bad Wiesseer Höhenweg

Waldweg auf dem Bad Wiesseer Höhenweg

Nach kaum 100 Metern auf der Straße bietet sich unvermittelt ein schöner Blick auf den Tegernsee. Gut, dass genau hier Tisch und Bänke stehen. Die Hälfte des Wegs zur Aueralm ist geschafft, da bietet sich der Platz für eine Pause an.

Pause mit Blick auf den Tegernsee

Pause mit Blick auf den Tegernsee

Weiter geht es einige Zeit auf gleicher Höhe, bis der Weg schmaler, steiler und an der Seite auch steiler abfallend wird. Jetzt geht es wieder auf einem interessanten Weg durch den Wald, wobei an einigen Stellen Holzstege als Weg dienen. Kurz nachdem der Weg wieder mit dem durch das Zeiselbachtal zusammentrifft, wandern wir aus dem Wald heraus auf eine Wiese. Noch kurz rechts über den Wildrost sieht man schon die Aueralm, die nur noch drei Minuten entfernt ist.

Die Aueralm hoch über dem Tegernsee

Die Aueralm hoch über dem Tegernsee

Nach etwa zwei Stunden ist die Aueralm mit ihrer großen Sonnenterrasse und vielen Wiesen drumherum, auf denen Kinder toben können, erreicht. Für die Pause auf der Aueralm sollte man großzügig Zeit einplanen. Der Ausblick auf die Berge des östlichen und südlichen Tegernsees ist großartig. Im Hintergrund sieht man bis zum Wendelstein und in die Tiroler Alpen hinein.

Aussicht von der Aueralm

Aussicht von der Aueralm

Nun kann man schon wieder umkehren und einen der verschiedenen Wege zurück nehmen. Bei einer wanderung mit kleineren Kindern bietet sich das auch an. Wer noch etwas weiter wandern möchte, kann entweder gemütlich in guten 20 Minuten auf dem breiten Fahrweg zur Neuhüttenalm gehen.

Wer mit größeren Kindern oder nur mit Erwachsenen unterwegs ist, kann sich an den Aufstieg auf den Gipfel des Fockenstein machen, der etwas 300 Höhenmeter oberhalb der Aueralm liegt. Hierzu geht es nach 5 Minuten auf dem Weg rechts auf die Wiese, dem Wegweiser “Fockenstein F1” nach. Gleich in den Wald hinein und dort links halten. Auf einem Trampelpfad geht es steil über Wurzeln und Steine bergauf, teilweise muss man den Weg erahnen, nur manchmal helfen rote Punkte oder ein “F1” als Markierung. Vor allem für Kinder ist es ein richtiger Abenteuerweg!

Nach einer halben Stunde überqueren wir ein Wildgatter und sehen noch einmal die Aueralm, jetzt schon deutlich tiefer liegend. Teilweise sehr steil und über größere Felsbrocken geht es bis auf den Gipfel des Fockenstein. An einigen Stellen ist Vorsicht geboten, nach Norden hin fällt der Fels steil ins Tal ab. Eineinhalb Stunden kann man für den Weg von der Aueralm zum Gipfel schon rechnen.

Am Gipfelkreuz des Fockenstein

Am Gipfelkreuz des Fockenstein

Der Blick von der Aueralm war schon wirklich toll, hier wird er nun noch einmal übertroffen. Ein fantastischer Rundblick über die Tegernseer Berge, hinunter in Richtung Lenggries und bis tief hinein in die Münchner Gegend bietet sich. Nach Süden geht der Blick bis weit nach Tirol hinein.

Die Aussicht vom Fockenstein-Gipfel, heuet etwas diesig

Die Aussicht vom Fockenstein-Gipfel, heuet etwas diesig

Den Gipfel verlassen wir zunächst in Richtung Lenggries, also auf dem Weg weiter, nicht zurück. An drei großen Felsbrocken gibt es ein ganz kurzes Kletterstück. Dazu kann man dort einen großen eingeklemmten Felsbrocken bestaunen. Nun wandern wir in einem großen Rechtsbogen eine Zeitlang über Weiden bis wir einem Wegweiser Richtung “Abwinkel / Bad Wiessee” nach links folgen. Wieder geht es über Wiesen, dann beginnt wieder ein richtiger Wanderweg bis zur Neuhüttenalm. Der Abstieg bis hierhin hat etwa eine Stunde gedauert.

Im Abstieg vom Fockenstein muss man auch mal die Hände nutzen

Im Abstieg vom Fockenstein muss man auch mal die Hände nutzen

Jetzt gibt es wieder eine Wahlmöglichkeit: Entweder den Fahrweg “F1” zurück zur Aueralm und von dort zurück nach Bad Wiessee oder den Weg über Hirschtalsattel, Stinkergraben und das Söllbachtal nehmen. Große Empfehlung für Wanderer mit Kindern ist die erste Variante, weil der Weg durch das Söllbachtal endlos zieht und wirklich langweilig wird. Wer aber eine ausgedehnte Wanderung machen möchte, kann diese Variante wählen.

Wer die weitere Variante wählt, geht über den Weg “SK1 Bad Wiessee über Söllbachtal / Hirschtalsattel”. Nach gut zwanzig Minuten auf dem gut zu gehenden Fahrweg geht es nach einem Gebiet mit umfangreichen Baumfällungen links über eine Wiese und wieder in den Wald hinein. Dieser Weg ist wieder sehr schön erdig und wurzelig. Nach etwa 15-20 Minuten geht von diesem schon recht schmalen Weg rechts ein sehr schmaler Waldpfad ab, der uns in einigen Serpentinen steil bergab führt. Ein leichter Schwefelgeruch zeigt an, dass wir im Stinkergraben sind. Der Name kommt nicht von ungefähr.

Der Waldpfad endet im Söllbachtal. Dort wandern wir nun entlang des Söllbachs auf einer gut ausgebauten Waldstraße etwa eineinhalb Stunden nahezu eben. Dieser Teil der Wanderung ist trotz des eigentlich recht schönen Söllbachs wirklich langweilig, gerade zum Ende der Wanderung. Nach 30-45 Minuten zweigt ein Weg zum “Bauer in der Au, 40 Minuten” rechts ab, für unseren Weg wird “Bad Wiessee, 1,5 Stunden” angezeigt. Ab hier haben wir aber nur noch etwa eine Stunde.

Vorbei an ein paar Häusern im Wald und an der Söllbachklause erreichen wir den Wanderparkplatz Söllbachtal. Nun noch auf der Straße weiter und dann scharf links geht es auf der Straße hoch zum Gasthaus Sonnbichl und dem Wanderparkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Wer öffentlich gefahren ist, folgt vorher der Söllbachtalstraße nach Bad Wiessee hinein zum Bus.

Der Tegernsee und die Berge des Südostufers im morgendlichen Dunst

Der Tegernsee und die Berge des Südostufers im morgendlichen Dunst

Dauer und Schwierigkeit:
Der Aufstieg vom Wanderparkplatz Sonnbichl zur Aueralm über den Bad Wiesseer Höhenweg dauert gute zwei Stunden. Von dort zum Gipfel des Fockenstein noch einmal gut anderthalb Stunden. Eine Stunde bergab bis zur Neuhüttenalm. Von dort über die Aueralm zurück zum Ausgangspunkt noch einmal anderthalb bis zwei Stunden. Wer über das Söllbachtal geht muss mit zweieinhalb bis drei Stunden rechnen. Wer mit kleineren Kindern wandert, sollte eher mehr Zeit einplanen und sich auf den ersten Teil der Strecke beschränken. Der Aufstieg auf den Fockenstein ist für kleine Kinder eher nicht geeignet, der Weg durch das Söllbachtal sehr lang. Alle anderen Wege sind gut zu gehen, ohne wirkliche Schwierigkeiten.

Höhenangaben:
Bad Wiessee: 740 Meter
Gasthaus Sonnbichl: 830 Meter
Aueralm: 1269 Meter
Gipfel Fockenstein: 1564 Meter
Neuhüttenalm: 1328 Meter
Söllbachklause: 830 Meter

Essen und Trinken:
Das Gasthaus Sonnbichl am Start der Wanderung bietet komplette Küche. Auf der Wanderung bietet sich vor allem die Aueralm an. Deutlich kleiner, aber auch nicht überlaufen ist die Neuhüttenalm. Gegen Ende der Wanderung noch die Söllbachtalklause, wenn man rechtzeitig dort ist.
Aktueller Hinweis (2014): Die Söllbachklause ist zur Zeit geschlossen. Weitere Infos gibt es bei der Tegernseer Stimme.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf dem Weg zur Aueralm gibt es keine besonders gefährlichen Stellen, in manchen Bereichen fällt der Bergwald neben dem Weg recht steil ab, auch an der beschriebenen schmalen Stelle. Den Aufstieg zum Fockenstein sollte man mit kleinen Kindern nicht gehen. Dort gibt es einige Stellen, wo es neben dem Weg steil ins Tal abfällt.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Dieser Weg ist mit Kinderwagen nicht nutzbar. Es gibt Beschreibungen für Touren mit dem Kinderwagen auf dem Weg durch das Zeiselbachtal, aber das ist doch sehr steil. Besser, man geht mit der Kraxe.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Vom Hauptbahnhof München mit der Bayerischen Oberlandbahn BOB in etwa einer Stunde bis zum Bahnhof Gmund. Von dort mit dem Bus bis Bad Wiessee.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 bis Ausfahrt Holzkirchen, dann über die B318 durch das Tegernseer Tal bis Gmund. Dort an der Ampel rechts nach Bad Wiessee. In Bad Wiessee durch den Ort, dann in die Söllbachtalstraße, von dort in den Sonnbichlweg. Direkt hinter dem Hotel/Gasthaus Sonnbichl ist ein großer Wanderparkplatz.
An schönen Tagen, vor allem am Wochenende, muss man auf der Staße ins Tegernseer Tal und wieder hinaus mit Stau rechnen.

Links:
Aueralm

Webcam:
http://www.tegernsee.com/service/webcams.html

Buchtipp und Wanderkarte:

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Erst einmal einen herzlichen Glückwunsch zur toll gemachten Webseite und den guten Tourenbeschreibungen. Endlich mal eine ehrliche Beschreibung der Tour. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich kein geübter Wanderer bin, aber “leichte Tour ohne Schwierigkeiten” oder “Eine Tour ohne große Ansprüche an Kondition” finde ich für mich persönlich zu verharmlosend. Wie richtig beschrieben ist der Weg durch das Zeiselbachtal ab der Schranke schon ganz schön steil, vielleicht ist das ja für Geübte nur ein Klacks, ich finds anstrengend. Und der Aufstieg auf den Fockenstein ist auch nicht ohne, Kletterei und Schnaufereien eingeschlossen. Aber es lohnt sich, der Blick von da oben ist wirklich toll.

  2. Wir sind gerade von der Tour auf die Aueralm zurückgekehrt und ganz schön erledigt. Meine 5 Jährige Tochter und ich dachten wir machen mal einen schönen Mutter-Tochter-Tag und wollten eigentlich zum Bauer in der Au. Aufgrund meiner nicht vorhandenen Kenntnisse in sachen Wandern sind wir irgentwie auf dem Pfad zur Aueralm gelandet. Mit ca. 4 kleineren Pausen haben wir den Aufstieg dann in knapp 2 Stunden geschafft. Ab der Schranke ist es für meine Verhältnisse steil nach oben gegangen aber wenn man sich als ungeübter von Bank zu Bank hangelt ist auch das gut machbar (verschnaufen weiter gehen, verschnaufen weiter gehen…).Oben angekommen h

  3. Wir sind gerade von der Tour auf die Aueralm zurückgekehrt und ganz schön erledigt. Meine 5 Jährige Tochter und ich dachten wir machen mal einen schönen Mutter-Tochter-Tag und wollten eigentlich zum Bauer in der Au. Aufgrund meiner nicht vorhandenen Kenntnisse in sachen Wandern sind wir irgentwie auf dem Pfad zur Aueralm gelandet. Mit ca. 4 kleineren Pausen haben wir den Aufstieg dann in knapp 2 Stunden geschafft. Ab der Schranke ist es für meine Verhältnisse steil nach oben gegangen aber wenn man sich als ungeübter von Bank zu Bank hangelt ist auch das gut machbar (verschnaufen weiter gehen, verschnaufen…).Oben angekommen hat man einen super Blick der sich wirklich lohnt. Die Jungs die, die Bewirtung schmeißen waren sehr freundlich und das Essen war auch lecker. Berg wieder runter war Anfangs entsprechend steil Abwerts, aber auch zu schaffen. Was ich bei Wanderern mit Kindern wirklich empfehlen kann ist an der kleinen Brücke rast zu machen, die Schuhe auszuziehen und die Füße ins kalte Wasser zu halten. Meine Tochter hatte einen heiden Spaß mit den vielen Steinen einen Turm zu bauen. Dadurch dauerte der Abstieg insgesammt dann auch 2 h war aber lohnenswert. Beim nächsten m,al werden wir hoffentlich den richtigen weg zum Bauer in der Au finden und schauen wies da so ist. VG Katja

  4. bin heute 2011-01-02 die tour gegangen, 3/4 der strecke nachts. verhältnisse: durchgehend schnee mit sehr wenig eis. temperatur angenehm mit -5°c. ausrüstung: laufschuhe, gewalkte socken, warme laufhose (icebreaker (=ib) 280gr), laufshirt ib 140gr, pullover dale of norway mit windstopper und geschlossenen ärmeln, mütze, schal. im rucksack: jacke (gore), shirt 180gr (ib), reepschnur 10m, seil 3m, 3 karabiner, 3 energieriegel, zucker, traubenzucker, feuerzeug, 2 stöcke (alles nicht gebraucht, aber das ist meine mindestausrüstung). also sehr leicht, weil ich die woche davor schon bis kurz unter den gipfel gespurt hatte. start sonnbichl über zeislbach zur aueralm (40min), durch den wald zum focken (85min). normalerweise gehe ich dort direttissima zur neuhüttn, aber nur mit den laufschuhen im dunkeln und bruchharschig zu gefährlich. also gleicher weg zurück, aber im wald nach 100m direttissima runter und ausserhalb des waldes dann so lange wie möglich schräg links die alm runter bis zum hauptweg. der hauptweg ist nicht so komfortabel zu laufen wie im tiefschnee. bis zur aueralm (110min). über zeiselbach zurück zum parkplatz (140min). die zeiten im sommer sind deutlich schneller. ich bedaure aufrichtig alle, welche bei der tour ausser atem kommen.

  5. Hi,
    wir waren heute auf der Aueralm. Die Beschreibung ist recht gut. Es fehlt aber, dass fast der gesamte Weg im Wald läuft und man in der ganzen Aufstiegszeit fast nur Bäume sieht. Für eine Bergwanderung ist das ziemlich schlecht, zudem gleicht die kurze Strecke auf die Alm eher einer schwarzen Abfahrt als einem schönen Wanderweg. Ausserdem haben uns die überteuerten Preise auf der Alm nicht gefallen. Da gibt es wesentlich bessere und günstigere Angebote.

  6. Hallo Mike,

    ja, das ist rund um den Tegernsee häufig, dass ein großer Teil der Wege durch den Wald verläuft und die Aussicht entsprechend gering ist. Auf der Alm selbst hat man aber einen wirklich schönen Ausblick. Bei unseren Besuchen dort fand ich die Preise immer recht angemessen. Die aktuellen Preise dort oben kenne ich allerdings nicht.

    Viele Grüße,
    Uli

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