Zufallsfunde in Kendal: Romneys Mint Cake und der Mount Everest

Wandern in England: Zufallsfunde in Kendal – was haben ein Wegweiser und Mint Cake mit dem Mount Everest zu tun?

Manche Tage stecken voller Zufallsfunde. Während unseres Urlaubs im Lake District im Nordwesten Englands hatte ich so einen Tag, bei dem gleich mehrfach das Thema Berge, Wandern und Bergsteigen aufkam, obwohl das gar nicht geplant war. Eigentlich wollten wir nur das Städtchen Kendal besuchen. Aber dann wurde es doch eine Stadtwanderung zu den Bergen. Natürlich habe ich auch Andenken mitgebracht, die ich jetzt mit Euch teilen werde.

Der Blick vom Burghügel in Kendal ist schon sehr schön

Der Blick vom Burghügel in Kendal ist schon sehr schön

Dass der bekannte “Fellwalker” und Autor von Wanderführeren über den Lake District, Alfred Wainwright den größten Teil seines Lebens in Kendal wohnte, habe ich erst später gelesen. Sonst hätte ich sicher nach Spuren von ihm Ausschau gehalten. Aber damit habe ich auf jeden Fall einen Grund, noch einmal herzukommen. Seine Bücher werden in den Buchhandlungen im Ort natürlich prominent präsentiert, neben weiteren Wanderbüchern.

Wanderung durch Kendal

Kendal ist eine richtige Outdoor-Stadt, die nicht nur das “Gateway to the English Lakes” ist, sondern auch nahe an den Yorkshire Dales liegt. Oberhalb der Stadt, auf einem Hügel, liegt die Burgruine von Kendal. Den Hügel haben wir natürlich “bestiegen”, das zählt aber nicht als Bergtour.

Die Reste der Burg von Kendal

Die Reste der Burg von Kendal

Auf dem Marktplatz von Kendal sind wir auf einen ungewöhnlichen Wegweiser gestoßen: Ausgeschildert war der Scafell Pike, der höchste Berg Englands, den wir wenige Tage zuvor bestiegen hatten. Gut, der ist in der Nähe, das bietet sich an.

Diesen ungewöhnlichen Wegweiser haben wir in der Stadt Kendal gefunden

Diesen ungewöhnlichen Wegweiser haben wir in der Stadt Kendal gefunden

Die Paarung “Rinteln – New York” wird den Einwohnern der Partnerstadt aus dem Weserbergland sicher gut gefallen und schmeicheln. Und dann war noch der Mount Everest ausgeschildert. Und auf den sollten wir kurze Zeit später treffen.

Genauer gesagt, auf eine Ausstellung über ihn: Im Lakelandmusuem, das wir allerdings erst kurz vor der Schließung erreicht hatten, so dass wir uns nur im Shop aufgehalten haben. Auch hier Bücher über Bücher über den Mount Everest, über George Mallory und Andrew Irvine. Die beiden sind beim Versuch, den Mount Everest in den Zwanziger Jahren zu besteigen, ums Leben gekommen. Aber wo ist die Verbindung zwischen dem Everest und Kendal? Keiner der beiden stammte aus Kendal.

Kurz darauf haben wir die Lösung gefunden, sie heißt: “Romney’s Kendal Mint Cake”. Was ist denn das und wo ist die Verbindung zum Bergsteigen? Wer es weiß, bitte die Hand heben. Für alle anderen verrate ich es:

Die Geschichte vom Mint Cake und dem Mount Everest

Der Mint Cake ist eine Spezialität aus Kendal. Besonders bei Britischen Bergsteigern soll er als schnelle Energiequelle sehr beliebt sein. Drei Hersteller gibt es, die in Kendal Mint Cake produzieren: Wilson’s, Quiggin’s und Romney’s.

Romney's Mint Cake, mit dem Everest Schriftzug

Romney’s Mint Cake, mit dem Everest Schriftzug

Die Mint Cakes von Romney’s wurden im Jahr 1953 schlagartig bekannt, als das Team der Everest Expedition in Kendal anfragte, ob man innerhalb von sieben Tagen Mint Cakes für die Expedition liefern könne. Glücklicherweise hatte man genügend Vorräte.

Da zu dieser Zeit Lebensmittel in England noch rationiert waren, spendeten die Mitarbeiter der Fabrik ihre Süsswaren-Coupons, damit die großen Mengen ausgegeben werden konnten. Wie hier auf der Homepage von Romney’s nachzulesen ist, wurden diese Marken später vom Ministerium für Ernährung zurückerstattet.

Romney’s gelang es also, rechtzeitig zu liefern, und so haben die Mint Cakes aus Kendal möglicherweise Edmund Hillary und Tenzing Norgay die nötige Energie gegeben, den höchsten Berg der Welt erfolgreich zu besteigen. Tenzing Norgay soll sogar auf dem Gipfel ein Stück des Mint Cakes den Göttern geopfert haben.

Auch bei weiteren Expeditionen auf die hohen Berge der Welt und in die Polarregionen haben viele Teilnehmer auf den einfachen Energiespender aus Kendal vertraut. Und unter vielen britischen Bergsteigern wie auch in der irischen Armee sollen Mintcakes zur Grundausstattung gehören.

Nachdem ich diese Geschichten gehört hatte, war klar, dass ich diese besondern Kraftspender auch probieren muss und dass ich Euch auch daran teilhaben lasse.

Der Mint Cake

In der Standardverpackung, die es in verschiedenen Größen gibt, sieht es aus wie Schokolade. Ich habe mich natürlich für die extraschicken “Pocket Tin” Dosen entschieden, mit einer Abbildung von Bergen und einem Wanderer. Die rote Dose enthält braune Mint Cakes, in der blauen sind die Weißen.

Dass die Mint Cakes richtige Energiebündel sind, entnimmt man der Zutatenliste, die erfreulich kurz ist: Zucker, Glukosesirup, Wasser und Pfefferminzöl. Wow, das klingt nach Sofortenergie.

Sollte man nur in kleinen Stücken essen: Kendal Mint Cakes

Sollte man nur in kleinen Stücken essen: Kendal Mint Cakes

Wir haben die Mint Cakes dann auch gleich getestet und sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: So etwas Süsses haben wir noch niemals vorher gegessen. Das Minzaroma verstärkt den Gechmack noch, es schmeckt unglaublich süss, stärker als purer Zucker. Richtig lecker fanden wir es nicht. Man kann davon nur Mini-Stücke essen. Aber in 8000 Metern Höhe wird es vermutlich eine ähnliche Wirkung entfalten wie ein gallischer Zaubertrank.

Verlosung:

Wer jetzt heiß darauf ist, auch einmal echte englische Mint Cakes zu probieren, einen Energieschub für die nächste Bergtour benötigt oder einfach nur eine hübsche, nach Minze riechende Blechdose haben möchte, kann einen Kommentar unter diesen Artikel schreiben. Oder unter den Eintrag bei Facebook. Oder bei Google+. Oder den Twitter-Eintrag retweeten.

Alle Kommentare und Retweets, die bis einschließlich 3. Oktober 2013 eintreffen, nehmen an der großen Verlosung teil. Bitte gebt eine gültige Mailadresse an, damit ich Euch kontaktieren kann, wenn ihr gewonnen habt. Zu gewinnen gibt es je eine rote und eine blaue Dose des Original “Romney’s Kendal Mint Cake”. Und wer hier hier und auf Google+ und bei Facebook kommentiert und bei Twitter retweetet, hat gleich vier Chancen auf eine dieser schicken Dosen mit Mint-Cakes!
Der Rechtsweg ist natürlich wie immer ausgeschlossen. Die Gewinner werden ausgelost und hier bekanntgegeben. Und per Mail bzw. Direktnachricht.
Viel Erfolg!
Die Verlosung ist beendet! Gewonnen haben zwei Twitterer, herzlichen Glückwunsch an Chris von @alpinfieber und Angelica von @Wandernbonn! Angelica, Du hast die Wahl: rot oder blau?

Links:
Ein Artikel der BBC über Kendal Mint Cake
Homepage von Romney’s Mint Cake
Homepage von Quiggin’s Mint Cake
Homepage von Wilson’s Mint Cake

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich möchte probieren, ob es wirklich so komisch schmeckt. Die Dose sieht definitiv hammer aus!
    Simon

  2. Super! Bin gespannt wie die aus der roten Dose schmecken.
    Herzlichen Dank für die Verlosung.
    Ich werde berichten und schicke viele Grüße nach München
    Angelica

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