Wo ist der Wasserfall? Eine kurze Wanderung in Lovranska Draga

Wanderung: Lovranska Draga – Wasserfallweg Šetnica Slap – Wasserfall und zurück

Wir stehen im kleinen Bergdorf Lovranska Draga, an den Hängen des Učka-Gebirges in Istrien und sehen auf in ausgetrocknetes Bachbett. Ein trockenes Bachbett am Beginn des Weges ist kein gutes Zeichen, wenn man zu einem Wasserfall wandern möchte. Aber wer weiß, wir haben noch eine kleine Hoffnung, dass es vielleicht noch einen anderen Abfluss vom Wasserfall gibt. Um es vorweg zu nehmen: Es gibt keinen anderen Abfluss, Ihr könnt Euch also in etwa vorstellen, wie beeindruckend das Wasser über die Felskante zischt und in die Tiefe stürzt.

Wo ist der Wasserfall? Hier sollte er sein.

Wo ist der Wasserfall? Hier sollte er sein.

Wir haben uns von so einer Kleinigkeit wie einem trockenen Flußbett auf jeden Fall nicht von unserer kurzen Wanderung abhalten lassen. Immerhin sind wir schon steil über viele Serpentinen von Lovran in das verschlafene Nest Lovranska Draga gefahren. Wir hätten unsere Wanderung auch in Medveja, direkt auf Meereshöhe, beginnen können. Aber jetzt sollte es nur eine kurze Tour werden.

Das Bergdorf Lovranska Draga oberhalb von Lovran. Im Hintegrund sieht man die Antennenanlagen auf dem Vojak, dem höchsten Berg Istriens

Das Bergdorf Lovranska Draga oberhalb von Lovran. Im Hintegrund sieht man die Antennenanlagen auf dem Vojak, dem höchsten Berg Istriens

Am Ortseingang von Lovranska Draga beginnt der Lehrpfad “Slap” (Wasserfall). Direkt hinter der Kurve kann man parken. Auf der Infotafel, die auch auf Deutsch den Wegverlauf erläutert, sehen wir, dass uns der trockene Bach direkt zum Wasserfall führen wird.

Die mehrsprachige Infotafel am Beginn des Wanderwegs und Lehrpfades Slap

Die mehrsprachige Infotafel am Beginn des Wanderwegs und Lehrpfades Slap

Zunächst fogt der Weg einer kleinen Nebenstraße in den Wald hinein. Rechts von uns liegt das trockene Bachbett. Nach einer Kurve wird die Straße etwas steiler, dann folgen wir dem Wegweiser “Slap” nach rechts auf einen Wanderweg.

An der Trockenmauer antlang zum Wasserfall

An der Trockenmauer antlang zum Wasserfall

Entlang von Trockenmauern, an Weinreben und Kastanien, geht es nun weiter in den Wald hinein. Wein und Kastanien sind typische landwirtschaftliche Produkte der Gegend. Das Kastanienfest “Marunda”, das jeden Oktober in Lovran stattfindet, ist das bekannteste Kastanienfest von ganz Kroatien.

Eine Marone, eine Esskastanienart, für die die Gegend um Lovran bekannt ist

Eine Marone, eine Esskastanienart, für die die Gegend um Lovran bekannt ist

Je weiter wir in den Wald kommen, desto schmaler und steiniger wird der Weg. Anstrengend wird es aber nicht, die Steigung ist doch recht überschauber, nur etwa 50 Höhenmeter geht es bergauf. Nach kaum 15 Minuten und etwa 800 Metern Wegstrecke stehen wir schon am Talschluss und bewundern den Wasserfall.

Hier sollte der Wasserfall hinabstürzen, aber zum Zeitpunkt unseres Besuches ist er ausgetrocknet

Hier sollte der Wasserfall hinabstürzen, aber zum Zeitpunkt unseres Besuches ist er ausgetrocknet

Nein, natürlich bewundern wir keinen Wasserfall, denn der ist nach über zwei Monaten sommerlicher Hitzeperiode ausgetrocknet. Wir sehen nur die Spuren des Wassers: Die Felskante, viele Meter über uns und vom Wasser blankgeschliffene Felsen.

Ein kleiner Tümpel voller Leben

Ein kleiner Tümpel voller Leben

Nur ein kleiner Tümpel am Fuß der Felswand ist übrig geblieben, aber der hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Winzige Frösche sitzen am Rand oder schwimmen durch das leicht bräunliche Wasser. Kaulquappen in allen Verwandlungsstadien schwimmen umher und saugen irgendwelche Mikrolebewesen von im Wasser liegenden Blätten.

Zwei Kaulquappen, die eine ist schon fast ein fertiger Frosch, nur den Schwanz muss sie noch abwerfen

Zwei Kaulquappen, die eine ist schon fast ein fertiger Frosch, nur den Schwanz muss sie noch abwerfen

An der Felswand sonnen sich Eidechsen. Ein Schmetterling posiert geduldig für uns. So ist es, trotz des ausgeliebenen Wasserfall-Spektakels, eine interessante kleine Wanderung geworden. Sehr ruhig und schön, aber dann doch etwas kurz. Wenn ich noch einmal hier bin, gehe ich aber von unten, das sind auch nur 400 Höhenmeter.

Ein schöner Schmetterling

Ein schöner Schmetterling

Auf dem Hinweg gehen wir wieder zurück, wobei wir bei der alten Steinbrücke noch einmal in das trockene Bachbett hinabsteigen.

Unter dieser Brücke sollte der Bach vom Wasserfall entlangfliessen. Jetzt ist das Bachbett trocken

Unter dieser Brücke sollte der Bach vom Wasserfall entlangfliessen. Jetzt ist das Bachbett trocken

Wir geniessen noch einmal den Ausblick von oben auf die Kvarener Bucht und fahren zurück nach Lovran. Obwohl das Ziel der Wanderung gar nicht da war, es keine spektakulären Wasserfall-Blicke gab, war es doch eine nette kleine Tour voller kleiner Natureindrücke. Und ich bin froh, dass ich nicht die große Kameraausrüstung mitgenommen habe, um Wasserfall-Fotos zu machen 🙂

Der weite Blick bei Lovranska Draga über die Kvarner Bucht.

Der weite Blick bei Lovranska Draga über die Kvarner Bucht.

Dauer und Schwierigkeit:
Pro Strecke benötigt man nur etwa 15 Minuten, also 30 Gehminuten insgesamt. Der Weg ist leicht, teilweise etwas felsig. Praktisches Schuhwerk ist angebracht.

Höhenangaben:
Lovranska Draga: 359 Meter
Wasserfall: etwa 400 Meter

Essen und Trinken:
In der letzten Kurve vor dem Ortseingang liegt das Hotel und Restaurant “Draga di Lovrana”. Auf dem Weg selbst gibt es keine Verpflegung, direkt vor dem Wasserfall und am Parkplatz aber einen Picknickplatz.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Das ist eine sehr einfache Wanderung, bei der man höchstens mal umknicken kann. Ob es auch einmal gefährlich viel Wasser geben kann, weiß ich nicht.

Eine Eidechse sonnt sich auf den warmen Felsen

Eine Eidechse sonnt sich auf den warmen Felsen

Wie komme ich hin?
Mit dem Bus: Von Lovran aus kann man mit dem Bus Nr. 36 in gut zwanzig Minuten nach Lovranska Draga fahren.
Mit dem Auto: in der Ortsmitte von Lovran am Markt steil hinauf fahren und über dei “Cesta za Lovransku Dragu” nach Lovranska Draga fahren. Nach der erste Kurve im Ort (nicht am Hotel), kann man links parken, rechts beginnt der Wanderweg.

An diesem netten Brunnen kann man parken. Auf der anderen Straßenseite beginnt der Wanderweg

An diesem netten Brunnen kann man parken. Auf der anderen Straßenseite beginnt der Wanderweg

Links:
Draga die Lovrana
Artikel über die Marunda findet Ihr bei croatia.hr und bei visitopatija.net.

Buchtipps und Wanderkarten:

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