Der kleine Klettersteig an der Pursteinwand

Auf dem Übungsklettersteig an der Pursteinwand in Sand in Taufers

Im südtiroler Ahrntal, direkt am Ortseingang von Sand in Taufers, liegt die Pursteinwand, eine etwa 300 Meter hohe Felswand. Neben mehreren Seilkletterrouten gibt es dort gleich zwei Klettersteige. Der lange Steig, der bis zum oberen Ende der Wand führt, ist als D-Klettersteig ganz schön knackig. Dazu gibt es aber noch einen kleineren Übungsklettersteig, den wir diesmal testen wollen.

Mit Ausblick auf das Ahrntal und den Kronplatz - der kleine Pursteinwand-Klettersteig

Mit Ausblick auf das Ahrntal und den Kronplatz – der kleine Pursteinwand-Klettersteig

Den langen Pursteinwand-Klettersteig konnte ich im letzten Jahr zusammen mit dem Bergführer Matthias Larcher begehen. Da war ich auch sehr froh, dass ein Bergführer dabei war. Den kurzen Klettersteig nehmen wir aber zu zweit ohne Unterstützung eines Bergführers vor.

Die Pursteinwand am Ortseingang von Sand in Taufers

Die Pursteinwand am Ortseingang von Sand in Taufers

Viele Informationen habe ich zu diesem Steig gar nicht gefunden, Artikel im Web beziehen sich üblicherweise auf den großen Steig. Auch die Klettersteig-Bücher, die ich gelesen hatte, beschreiben den langen Steig. Die einzige Beschreibung, die ich bisher gefunden habe, findet sich im Buch Klettersteige in den Ostalpen für Familien: Die 40 schönsten Touren mit Kindern (Amazon-Link).

Das Ziel vor Augen: Von rechts aus führt der Steig zur Bank in der Wand (im blauen Kreis)

Das Ziel vor Augen: Von rechts aus führt der Steig zur Bank in der Wand (im blauen Kreis)

Wie beim “großen Bruder” gibt es auch beim Übungsklettersteig Reibungsklettern auf Platten, ausgesetzte Stellen, tolle Ausblicke ins Tal und als Krönung der Tour eine Rastbank mitten im Fels. Dort endet der kurze Klettersteig dann auch schon und es geht auf dem Hinweg wieder zurück. Wer mag, kann sich von dort abseilen, dass ist aber erfahrenen Kletteren vorbehalten.


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Auch wenn er “Übungsklettersteig” genannt wird, ist der kleine Pursteiner nicht zu verachten. Es ist schon ein Steig der Kategorie “C” und ich fand ihn anspruchsvoller als den Colodri am Gardasee, den wir einige Tage später gegangen sind oder den Hanauerstein am Königssee. Aber er ist kurz und führt auch nicht sehr hoch hinaus, nur etwa 40 Meter über den Talgrund.

Zu dieser Bank wollen wir, dort ist das Ende des Klettersteigs

Zu dieser Bank wollen wir, dort ist das Ende des Klettersteigs

Genau wie bei der Begehnung des großen Steigs fährt man bis zum Möbelhaus Jungmann am Ortseingang von Sand in Taufers und parkt dort. Vom Ort aus ist der Steig auch gut zu Fuß zu erreichen.

Rechts neben dem Gelände des Möbelhauses führt ein Trampelpfad zum Klettergebiet. Kurz vor der Wand, an der wir schon die ersten Seilkletterer sehen, zweigt ein wenige Meter kurzer Pfad ab. Er führt steil nach rechts hoch zu einer Bank, an der wir das Klettersteigset bequem anlegen können.

Trittbügel, danach Plattenklettern am Einstieg des Klettersteigs

Trittbügel, danach Plattenklettern am Einstieg des Klettersteigs

Der Steig beginnt mit einer Reihe von Trittbügeln, die über die erste Platte führen. Nach wenige Metern sind die Tritte zu Ende, denn hier gibt es recht angenehme natürlich Tritte in der Platte. Der Weg führt nun nach links über die Platte, dann kommen wir an den senkrechten Fels, über den wir nun hauptsächlich nach links queren.

Im Pursteinwand-Übungsklettersteig

Im Pursteinwand-Übungsklettersteig

Ein wenig geht es noch hoch, dann müssen wir um einen großen Felsen herumklettern. Weitere einzelne Trittbügel helfen, allerdings sind sie beim Drauftreten nicht immer sichtbar, so dass wir mit dem Fuß danach tasten müssen. Das macht es etwas schwieriger, ebenso wie die Büsche, die hier entlang der Linie des Klettersteigs wachsen. Teilweise klettern wir hier auch etwas ausgesetzt um ein paar Ecken herum.

Tiefblick in der Pursteinwand

Tiefblick in der Pursteinwand

Nach einem kurzen Stück bergab und einem Weg ums Eck stehen wir plötzlich direkt vor der Holzbank, die hier im Fels verankert ist. Wir haben das Ziel des Klettersteigs erreicht. Nach einer kurzen Pause, ein paar Fotos und einem kräftigen “Gipfelschluck” Apfelschorle geht es dann auf dem Hinweg wieder zurück.

Geschafft. Nicht auf dem Gipfel, aber auf der Bank

Geschafft. Nicht auf dem Gipfel, aber auf der Bank

Und obwohl wir den Weg ja nun schon kennen, ist der Weg zurück nicht weniger anspruchsvoll als der Hinweg, für einen kurzen Übungsklettersteig schon ganz ordentlich. Aber der Weg ist interessant und schön. Meiner Meinung ist er eine echte Empfehlung für Anfänger, um sich ohne Zustieg ganz auf den Klettersteig konzentrieren zu können. Für erfahrene Klettersteiggeher ist er sicher keine Herausforderung, aber vielleicht für den ersten Steig nach einer Winterpause ein guter Wiedereinstieg. Dennoch, besonders durch die ausgesetzten Stellen sollten gerade Unerfahrene den Steig nicht auf die leichte Schulter nehmen, die “C” Einstufung ist schon berechtigt.

Blick auf den Fels und runter auf den Parkplatz des Möbelhauses

Blick auf den Fels und runter auf den Parkplatz des Möbelhauses

Klettersteig Pursteinwand Übungsklettersteig:
Länge: höchstens 100 Meter
Höhe: ca. 40-50 Meter
Ausrichtung: Südost
Sicherung: Durchgehend
Schwierigkeit: C (laut Literatur)
Zustieg: Vom Parkplatz 2 Minuten
Dauer Klettersteig: ca. 45 Minuten
Abstieg: 2 Minuten zurück zum Parkplatz
Talort: Sand in Taufers, Ahrntal, Südtirol, 860 Meter

Klettersteigführer:
Der Übungsklettersteig an der Pursteinwand ist im Buch “Klettersteige in den Ostalpen für Familien: Die 40 schönsten Touren mit Kindern” (Amazon-Link), beschrieben. Die Autoren sind ihn mit Kindern gegangen. Die beiden anderen Bücher beschreiben den langen Purstein-Klettersteig, der für Kinder ncht geeignet ist.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Verstehe ich das richtig, dass man den gleichen Weg wieder zurück geht? Was ist denn, wenn einem da Leute entgegen kommen, gerade wenn es unübersichtlich ist, kommt man irgendwie aneinander vorbei oder muss einer zurück?
    Ich bereite gerade meinen Monatsrückblick vor 🙂

  2. Hallo Steffi,

    ja, als normaler Klettersteiggeher, der sich nicht abseilt, geht man auf dem gleichen Weg wieder zurück. Das sind wohl die meistsen.
    Voll habe ich den Steig noch nicht erlebt, ich war jetzt fünfmal dort, zumindest unten im Einstiegsbereich. Es gibt einige Stellen, an denen man aneinander vorbeikommt, an anderen muss einer vielleicht zwei, drei Meter zurück.
    Aber der Steig ist von unten sehr gut einsehbar. Wenn es voll sein sollte, kann man einfach etwas warten, bis die anderen wieder runter sind. Dauert ja bei dem kurzen Steig auch nicht ewig lange.

    Viele Grüße,
    Uli

  3. Sieht super aus! Da bekomme ich sofort ein Kribbeln in den Füßen! Diesen Sommer geht es in die Dolomiten Alta Badia. Ich kann es kaum abwarten. Danke für diese ausführliche Beschreibung!
    LG Laura

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