Ein Winterwochenende im Kaiserwinkl

Schneeschuhwandern und Langlaufen in Kössen im Kaiserwinkl

Ende Januar waren wir zu zweit im Kaiserwinkl und haben ein Winterwochenende mit Schneeschuhwandern und Langlaufen erlebt. Da wir trotz der geringen Entfernung zu München einmal im Hotel übernachtet haben, konnten wir den Großteil der Zeit Outdoor in Schnee und strahlender Wintersonne nutzen.

Sonnenuntergang im Kaiserwinkl auf unserer Schneeschuhtour

Sonnenuntergang im Kaiserwinkl auf unserer Schneeschuhtour

Bisher lagen der Kaiserwinkl und sein Hauptort Kössen für mich etwas im Abseits, “hinter dem Kaisergebirge”. Wenn man aus Richtung München kommt, führt der Weg zum “Koasa” meist über die A93 und Kufstein. Von dort geht es dann direkt ins Kaisertal oder zum Wilden Kaiser im Süden.

Die Gegend um Kössen kannte ich bisher eigentlich nur von wenigen Touren. Einmal sind wir im Frühjahr durch Restschnee von Kössen aus zum Taubensee und zur Taubenseehütte gewandert. Ungefährt diese Wanderung, aber mit einer kleineren Runde, haben wir nun als Schneeschuhwanderung zur Taubenseehütte gemacht.

Die Taubenseehütte und der Ausblick zum Kaisergebirge

Die Taubenseehütte und der Ausblick zum Kaisergebirge

Bei meiner Wanderung zum Stripsenjoschhaus habe ich Kössen nur durchquert. Auch das Gasthaus am Klobenstein, das wir auf dem Schmugglerweg besucht haben liegt nur in der Nähe von Kössen.

Nun aber sollten es der Kaiserwinkl und Kössen sein, den wir auf Einladung des Tourismusverbandes Kaiserwinkl besucht haben. Und für unsere sportlichen Ziele, Schneeschuhwandern und Langlaufen, haben wir hervorragende Bedingungen vorgefunden. Natürlich hat auch das Wetter mitgespielt: Strahlender Sonnenschein und genug schöner Schnee boten die Grundlage für ein gelungenes Wochenende.

Kössen ist der größte Ort des Kaiserwinkls und liegt auf knapp 600 Metern Seehöhe in einem weiten Talkessel zwischen den Chiemgauer Alpen und dem Kaisergebirge. Der Ort hat etwas mehr als 4000 Einwoner und über 3000 Gästebetten. Der Hausberg von Kössen ist das 1773 Meter hohe Unterberghorn, das als Skiberg sowie als Startort für Paraglider und Drachenflieger bekannt ist. Elf bewirtschaftete Hütten und Almen liegen in den Bergen rund um den Ort.

Anreise nach Kössen

Ein Vorteil für Autofahrer aus Deutschland: Man erreicht den Kaiserwinkl mautfrei, der Kauf eines Pickerl entfällt. Und zwar auf beiden Strecken, die sich für Münchner anbieten. Wir sind über die A8 bis Bernau am Chiemsee gefahren und dann über die B305 und B307 nach Kössen, wobei wir am Klobenstein vorbeigekommen sind.

Auch wer über die Inntalautobahn A93 fährt, zahlt keine Maut, weil man auf dem Weg nach Kössen die Autobahn schon bei Oberaudorf verlässt und dann auf der 172 über Niederndorf nach Kössen fährt. Wer mit dem Zug anreist, fährt bis Kufstein und steigt dort in den Bus nach Kössen um.

Das Hotel Seehof in Kössen

Unser Hotel war das Hotel Seehof im Kaiserwinkl, ein Vier-Sterne-S Hotel, das außerhalb des Hauptortes von Kössen in Richtung Walchsee liegt. Ein echtes Familienhotel im doppelten Sinne. Zum einen ist es ein privates Hotel, das von der Eigentümerfamilie geführt wird, zum anderen ist Familie einer der drei Schwerpunkte des Hotels: Sport, Familie, Wellness.

Das Hotel Seehof, hier der untere Teil, in dem wir gewohnt haben

Das Hotel Seehof, hier der untere Teil, in dem wir gewohnt haben

Wie bei vielen Hotels in Familienbesitz sieht man auch im Hotel Seehof, dass immer wieder angebaut und das Hotel erweitert wurde. Dieses Wachstum kann man auf einer großen Tafel anhand vieler Fotos nachempfinden. Die ersten Fotos sind noch schwarzweiß, nach und nach kamen mehr Zimmer und immer neue Sportangebote dazu.

Mittlerweile verfügt das Hotel über eine eigene Reithalle, eine Tennishalle, Indoor-Beachvolleyball und Indoor-Soccer, eine Bowlingbahn, Fitnessangebote und mehr. Auch bei schlechtem Wetter hätten wir uns also sportlich betätigen können, aber uns hat es natürlich nach draußen gezogen, weshalb wir die übrigen Angebote nicht genutzt haben.

Das Haupthaus des Hotel Seehof in Kössen

Das Haupthaus des Hotel Seehof in Kössen

Bis auf den Wellnessbereich. Kurz vor dem Abendessen noch mal in den Pool springen, im Außenpool von Wasserdampf umhüllt abhängen und auf das verschneite Kaisergebirge zu sehen, das habe ich mir nicht nehmen lassen. Ich hätte sogar die für ein Hotel sehr große Wassererlebniswelt mit den verschiedenen Wasserrutschen ausprobiert, war aber nach der Schneeschuhtour leider etwas zu spät dran.

Neben der Wassererlebniswelt und den anderen, davon abgetrennten und ruhigeren Badebereichen gibt es noch einen großen Spa- und Saunabereich mit verschiedenen Saunen, Solarium, Solebad, Whirlpool und mehr. Dazu kann man Massagen oder andere Wellnessbehandlungen buchen.

Eine Folge dieser mit den Jahren gewachsenen Hotels ist auch, dass irgendwie alles unterirdisch zu erreichen ist und man manchmal verschlungene Wege geht. So haben wir unser Zimmer, das in einem ruhigen Nebenhaus lag, erst einmal suchen müssen, da wir den Treffpunkt mit dem Portier nicht gefunden haben. Schon lustig, aber so sind wir auch gleich am Restaurant vorbeigekommen und kannten den Weg dorthin.

Vom Zimmer aus dem Sonnenuntergang hinter dem Kaisergebirge sehen. Hat was.

Vom Zimmer aus dem Sonnenuntergang hinter dem Kaisergebirge sehen. Hat was.

Der Restaurantbereich ist ebenfalls großzügig gehalten und wie der Service erfreulich unkompliziert. Man könnte meinen, dass es in einerm vier-Sterne-S Hotel etwas steif zugeht, aber es war sehr angenehm. Beim Abendessen hat man die Wahl zwischen drei mehrgängigen Menüs, eines davon ist vegetarisch. Geschmeckt hat es uns auf jeden Fall und die Portionen sind shick angerichtet, machen aber auch satt.

Da wir nur eine Nacht im Hotel waren, konnten wir die Angebote des Hotels Seehof kaum ausnutzen. Am nächsten Morgen haben wir gleich wieder ausgecheckt, bevor wir zum Langlaufen wieder nach Kössen gefahren sind. So standen wir nur wenige Minuten nach dem Frühstück auf Skiern und konnten den Kaiserblick geniessen.

Langlaufen im Kaiserwinkl

Es war eigentlich mehr eine spontane Idee, mal Langlaufen auszuprobieren, wenn wir schon im Kaiserwinkl sind. Aber da haben wir tatsächlich eine ideale Umgebung gefunden. Für unsere Langlauf Schnupperstunde war das Langlaufzentrum Kössen, das direkt am Ortszentrum gelegen ist, ideal. Im Nordic Center haben wir nicht nur unser Leihausrüstung erhalten, sondern auch unseren Langlauflehrer Markus getroffen. Die ganze Geschichte findet Ihr hier: Das erste Mal: Langlaufen.

Langlaufen im Langlaufzentrum Kössen

Langlaufen im Langlaufzentrum Kössen

Insgesamt bietet die Region Kaiserwinkl 127 Kilometer Langlaufloipen aller Schwierigkeitsgrade und Längen. Wer auf Langlauf in der Nähe von München setzt, sollte sich den Kaiserwinkl auf jeden Fall einmal vormerken. Die Alpinskifahrer am Unterberghorn, dem Kössener Skiberg, haben wir uns nur aus der Ferne angesehen.

Insgesamt war es ein tolles Wochenende mit Schneeschuhwanderung und Langlauf-Schnuppern. Direkt in der Region zu übernachten ist sehr angenehm, aber natürlich bei der geringen Entfernung zu München schon etwas Luxus. Hätten wir es auch gemacht, wenn wir nicht eingeladen worden wären? Vielleicht, wenn wir ein intensiveres Langlauf-Wochenende hätten machen wollen. Ansonsten sind beide Aktivitäten auch als Tagestouren machen.

Entspannen im Kaiserwinkl. Klappt sehr gut.

Entspannen im Kaiserwinkl. Klappt sehr gut.

Links
Die Website der Region Kaiserwinkl: Kaiserwinkl.com
Hotel Seehof ****S im Kaiserwinkl
Sport Mühlberger in Kössen mit Ausrüstungsverleih
Nordic Center Kössen: Langlaufschule mit Ausrüstungsverleih und -verkauf

Buchtipps und Wanderkarte:
Bei Kaiserwinkl.com, z.B. im Tourismusamt in Kössen, bekommt man eine Winterkarte, auf der Loipen, Winterwanderwege und Schneeschuhtouren eingezeichnet sind. Diese dient aber nur der groben Orientierung, ich würde immer auch eine echte Wanderkarte mitnehmen.

Hinweis: Der TVB Kaiserwinkl hat uns zum Wochenende mit der Hotelübernachtung in Kössen eingeladen und auch die Langlauf-Schnupperstunde sowie die Leihausrüstung im Nordic Center Kössen spendiert.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eine traumhafte Landschaft!
    Als Rhöner bin auch immer gerne in den Bergen und Felsen dieser Welt unterwegs. Tirol ist jedoch ein Ziel, welches ich auf meiner Liste noch nicht abhaken konnte. Das kommt als nächstes!

    Gruß
    Falk

  2. Jetzt habe ich auf deiner Seite nach den schönen Herbstbildern aus dem Kaiserwinkl Ausschau gehalten und bin auf diesen wunderbaren Winterbericht gestoßen. Einige Orte kamen mir sogar sehr bekannt vor, obwohl in diesem herrlichen Puderanzug alles noch einmal ganz anders aussieht. 🙂
    Also ist der Kaiserwinkl auch im Winter eine Reise wert..

  3. Hallo Marlen,

    die ersten Herbstfotos werden heute noch kommen! Ja, wir sind im Winter auch hoch zum Taubensteinsee gwandert, aber auf Schneeschuhen! Das war wirklich toll, vor allem an diesem super Winterwochenende mit viel Schnee und viel Sonne! Es lohnt sich wirklich, auch im Winter herzukommen.

    Viele Grüße
    Uli

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