Wanderung zum Anton-Karg-Haus im Kaisertal

Wanderung: Kufstein – Kaisertal – Antoniuskapelle – Anton-Karg-Haus (Hinterbärenbad) und zurück

Diesmal führt die Wanderung zum Anton-Karg-Haus, das weit hinten im Kaisertal vor den spektakulären Felsbergen des Wilden Kaisers liegt. Das Anton-Karg-Haus, auch Hinterbärenbad genannt, ist sehr kindgerecht und daher bietet es sich an, die Wanderung als Zwei-Tages-Tour zu mit einer Übernachtung planen. Einmal, weil der Weg für Hin- und Rückweg recht lang ist, aber auch, weil es sich einfach lohnt, etwas länger in Hinterbärenbad zu bleiben.

Das Anton-Karg-Haus vor der Kleinen Halt

Das Anton-Karg-Haus vor der Kleinen Halt

Die Wanderung beginnt am Einstieg zum Kaisertal in Kufstein-Sparchen. Hier befinden sich sowohl ein Parkplatz als auch eine Haltestelle der Busse vom Bahnhof Kufstein. Zunächst warten am Kaiseraufstieg mehrere Treppen mit insgesamt etwa 350 Stufen auf die Wanderer.

Vor dem Kaisertal warten die Treppenstufen

Vor dem Kaisertal warten die Treppenstufen

In mehreren Kehren geht es bergauf, immer wieder hat man schöne Ausblicke auf die Stadt Kufstein, in Richtung Kiefersfelden und hinüber zum Pendling, wo das Pendlinghaus auf dem Gipfel gut erkennbar ist.

Am großen Wegweiser sind immer die Gehzeiten angegeben, nur nach Hinterbärenbad nicht. Das kurz dahinter liegende Hans-Berger-Haus ist mit zweidreiviertel Stunden angegeben. Heute wird’s allerdings doch etwas länger dauern.

Blick zurück auf Kufstein und den Pendling

Blick zurück auf Kufstein und den Pendling

Nachdem man die Treppen geschafft hat, zweigt an einer Hinweistafel ein Weg wieder nach unten zur Tischoferhöhle ab. Diesen Abstecher haben wir uns allerdings diesmal gespart, das wir ja bis ins hintere Kaisertal wandern wollen.

Weiter geht es geradeaus auf dem breiten Wanderweg, mal leicht, mal etwas steiler bergan. Das Tal öffnet sich und an den rechts abfallenden Almwiesen vorbei geht es tiefer in Kaisertal hinein. Zunächst passieren wir kurz hintereinander den Veitenhof, wo man in der Gaststätte eine erste Pause einlegen könnte, dann den Abzweig zur Vorderkaiserfeldenhütte. Der Weg dorthin führt steil bergan, wir nehmen aber den rechten Weg und wandern sogar wieder leicht abfallend weiter. Schon wird das Anton-Karg-Haus mit eindreiviertel Stunden Gehzeit angegeben, aber es hat dann doch etwas länger gedauert.

Das Kaisertal und die Berge des Wilden Kaisers

Das Kaisertal und die Berge des Wilden Kaisers

Wenige Minuten später passieren wir den den Pfandlhof und den direkt nebenan liegenden Berghof Enzian. Beide sind auch bewirtschaftet, bieten sich also für eine Pause an. Wer seine Brotzeit mitgebracht hat, sollte aber noch etwas weiter gehen, denn kurz hinter dem Pfandlhof zweigt der Weg zur Antoniuskapelle ab.

Der ist zwar etwas weiter als die Wanderung über den Fahrweg, aber wesentlich schöner. Zunächst geht es ein Stück über die Wiesen, dann in den Wald, in dem es auch es kleine Wasserfälle gibt. Der Weg führt dann aus dem Weg heraus und an einem Wegkreuz vorbei direkt zur Antoniuskapelle. Dort bietet es sich an, eine Rast zu machen. Es gibt direkt an der Kapelle ein paar Bänke und die Wanderkarte hat völlig recht, wenn sie den Platz als Aussichtspunkt markiert. Hier hat man einen schönen Ausblick über das Kaisertal und die Berge des Wilden Kaisers.

Die Antoniuskapelle im Kaisertal

Die Antoniuskapelle im Kaisertal

Dann geht es noch kurz zur nächsten, diesmal unbewirtschafteten Alm, hinter dieser dann auf einem Treckerspurenweg durch die Wiesen in den Wald hinein. Jetzt ist der Weg ein eher schmaler, sehr schöner Bergsteig, der auch einige Male über einfache Brücken führt.

Nachdem man den Drahtzaun erreicht hat, hinter dem es wirklich steil abfällt, windet sich der Weg steil nach unten, wieder zum Fahrweg. Auf diesem wandern wir nun bis nach Hinterbärenbad weiter. Nach ein paar Minuten sind wir am Kaiserbach angelangt. Hier kann man direkt bis in den Bach gehen, den wir seit Beginn der Wanderung nicht mehr gesehen haben.

Am Kaiserbach

Am Kaiserbach

Knapp dahinter liegt links vom Weg das Karg-Gartl, laut der Tafel der Lieblingsplatz von Anton Karg, der das Kaisertal erschlossen hat und Bürgermeister von Kufstein war. Daneben hat er sowohl Turnverein, als auch die Feuerwehr von Kufstein gegründet, war einer der ersten Bergfotografen und hat auch die Bergrettungsstelle Kufstein gegründet. Dass er auch Stripsenjochhaus und das nach ihm benannte Anton-Karg-Haus mit errichtet hat, wundert da nicht mehr. Es war also ein sehr umtriebiger Mann, zu dessen Hütte wir heute wandern.

Weiter führt der Weg durch lichten Wald, dem Lauf des Kaiserbachs folgend, der leicht unterhalb des Weges fließt. Das letzte Stück des Weges führt bergauf, eigentlich nur leicht, aber nach über drei Stunden Gehzeit doch spürbar. Plötzlich sieht man die Kapelle von Hinterbärenbad, dann auch direkt dahinter das große Anton-Karg-Haus selbst.

Anton-Karg-Haus und Biergarten

Anton-Karg-Haus und Biergarten

Die Anton-Karg-Hütte liegt auf einer Wiesenfläche, nah am Wald und ist recht stattlich. Allein der großzügig verglaste Verandabereich und der darüber liegende Balkon zeigen, dass sich hier früher die Honoratioren von Kufstein aufgehalten haben. Dazu gibt es einen schönen Biergartenbereich, der an Sommertagen aber kaum für die große Gästezahl ausreicht. Kinder freuen sich über die Katze und mehrere Esel und natürlich über das große Baumhaus mit verschiedenen Klettermöglichkeiten.

Das Baumhaus in Hinterbärenbad

Das Baumhaus in Hinterbärenbad

Dazu gibt noch Spielmöglichkeiten auf der Wiese und am Bach, denn dort ist ja das “Bärenbad”, wie auf einer Tafel erklärt wird. Weiter unterhalb im Wald, ebenfalls direkt direkt am Bach, befindet sich noch ein großer Boulderfelsen mit verschiedenen Sicherungen. Im Haus gibt es unter dem Dach noch einen Boulderraum. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass auch das Essen sehr lecker ist? Probiert den Kaiserschmarrn, aber eine Portion reicht für zwei Esser!

Das Anton-Karg-Haus ist von Mai bis etwa Mitte Oktober geöffnet. Auch das etwa 15 Minuten weiter im Tal gelegene Hans-Berger-Haus der Naturfreunde und das weiter hinten und wesentlich höher gelegene Stripsenjochhaus sind nicht ganzjährig geöffnet.

Hinterbärenbad - der Boulderstein im Wald

Hinterbärenbad - der Boulderstein im Wald

Auf dem Rückweg haben wir statt des Weges durch den Wald und über die Antoniuskapelle den direkten Weg über den Fahrweg genommen. Hier durchquert man direkt nach dem Abzweig zum Waldweg zwei kurze Tunnel. In diesem Bereich befindet sich der Kaiserbach weit unterhalb. Unten ist eine alte Staumauer zu sehen. Der Rückweg ist leicht, zieht sich aber etwas, bevor man dann wieder beim Pfandlhof ankommen. Ab dort erscheint der Weg dann sehr kurz, weil die verscheidenen Wegpunkte kurz aufeinander folgen.

Das Anton-Karg-Haus eignet sich ausgezeichnet für eine Hüttentour mit Übernachtung für Familien oder Gruppen mit Kndern. Wir haben es aus der Broschüre Mit Kindern auf Hütten des Alpenvereins ausgesucht und waren sehr begeistert.

Dauer und Schwierigkeit
Der Weg ist leicht zu gehen, besonders, wenn man auf dem Fahrweg bleibt. Der Weg über die Antoniuskapelle ist wesentlich schöner, aber auch technisch leicht. Wenn man für jede Strecke etwa drei Stunden Gehzeit rechnet, kann man wirklich bequem wandern.

Höhenangaben:
Kufstein: 500 Meter
Veitenhof: 710 Meter
Pfandlhof: 780 Meter
Berghof Enzian: 780 Meter
Antoniuskapelle: 855 Meter
Anton-Karg-Haus (Hinterbärenbad): 830 Meter

Essen und Trinken:
Zu Beginn der Wanderung folgen mehrere Gasthöfe aufeinander: Veitenhof, Pfandlhof und der Berghof Enzian. Danach bis zur Anton-Karg-Hütte nichts mehr.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Diese Wanderung ist sehr leicht und fast ganz ohne besondere Stellen. Lediglich an einigen wenigen Stellen auf dem Waldstück hinter der Antoniuskapelle und am Fahrweg etwas hinter den Tunneln (vom Anton-Karg-Haus aus gesehen) fällt es neben dem Weg steil ab.

Ist der Weg auch für Kinderwagen geeignet?
Der Fahrweg durch das Kaisertal ist für geländegängige Kinderwagen geeignet. Allerdings stellen die vielen Treppen am Anfang ein wirkliches Hindernis dar. Daher ist uns auch kein Kinderwagen auf der Wanderung begegnet.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit dem Regionalzug (Meridian) gelangt man in etwas mehr als einer Stunde von München bis Kufstein. Etwas teurer ist die Fahrt mit IC/EC. Ab Kufstein Bahnhof mit dem Bus (z.B. Richtung Ebbs) bis zum Parkplatz Sparchen.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg. Am Inntaldreieck auf die A93 Richtung Innsbruck/Brenner bis Kufstein Nord (Achtung: Mautpflicht!). Dann Richtung Kufstein Zentrum, dann auf Ausschilderung “Kaisertal” bzw. “Kaiseraufstieg” achten. Nicht zum “Kaiserlift” fahren. Parkplatz in Kufstein-Sparchen, direkt am Ortsausgang.

Links:
Homepage Anton-Karg-Haus: www.hinterbaerenbad.at
Pfandlhof
Veitenhof

Google-Maps-Karte:

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Buchtipp und Wanderkarte:

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Tipp, die Wanderung werde ich gerne bei nächster Gelegenheit (mit Proviant) ausprobieren 🙂 Was denken Sie, ist der Weg auch im Winter begehbar (Grödel/Schneeschuhe)?

  2. Hallo Carolin,

    zumindest der vordere Teil des Kaisertals bis zur Antoniuskapelle ist wohl gut zu gehen. Ob man im hinteren Kaisertal gut im Winter wandern kann, weiß ich leider nicht. Aber die Touristeninfo in Kufstein kann da bestimmt weiterhelfen.
    Alle drei Hütten (Anton-Karg-Haus, Hans-Berger-Haus und Stripsenjochhaus) sind im Winter aber geschlossen.

    Viele Grüße,
    Uli

  3. Da die Beschreibung auch heute noch aktuell ist die Anmerkung, dass inzwischen von München aus Regionalzüge auch direkt nach Kufstein fahren (Meridian)

  4. Hallo Thomas,
    vielen Dank für den Hinweis! Ich habe den Text hierzu ergänzt.
    Viele Grüße
    Uli

  5. Wir haben diese Wanderung tatsächlich mit Übernachtung im Anton-Karg-Haus gemacht. Das Baumhaus gibt es nicht mehr 🙁 oder ich hab es übersehen. Und vielleicht noch eine Anmerkung: Der Berggasthof Enzian ist micht mehr bewirtschaftet. Aber es gibt ja genug Gasthöfe umliegend. Kurz hinter der Antionuskapelle gibt es eine Jausenstation (Hinterkaiserhof).
    LG Stefanie

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