Wanderung auf das Kranzhorn und zur Kranzhornalm

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Wanderung: Erlerberg – Hintermoaralm – Kranzhornalm – Gipfel Kranzhorn – Bubenaualm – Erlerberg

Das Kranzhorn ist wahrscheinlich jedem aufgefallen, der schon mal durch das Inntal in Richtung Kufstein gefahren ist. Auf der linken Seite sieht man einen allein stehenden Berg mit einem großen Felsgipfel. Das ist das Kranzhorn, und das soll das Ziel der heutigen Wanderung sein. Es erwarten uns ein kurzer Aufstieg, ein schwindelerregender Gipfel mit gleich zwei Gipfelkreuzen, eine Alm, die Kinder begeistern wird und ein schöner Abstieg. Wer mag, kann auch noch echten Bergkäse für daheim mitnehmen.

Der Kranzhorn-Gipfel mit seinen zwei Gipfelkreuzen über dem Inntal

Der Kranzhorn-Gipfel mit seinen zwei Gipfelkreuzen über dem Inntal

Los geht’s am Parkplatz der Kranzhornalm, der schon auf knapp 950 Metern Höhe liegt. Die Straße dorthin ist recht schmal und zum Tal steil abfallend. Bei Gegenverkehr muss man eine der winzigen Buchten ansteuern, für Nervenkitzel ist also schon vor Beginn der Wanderung gesorgt. Aber dann geht’s auch los. Vom Parkplatz aus wandern wir geradeaus auf dem Fahrweg hoch.

Schon nach fünf Minuten Gehzeit erreichen wir die Hintermoar-Alm. Das ist jetzt aber doch etwas zu früh für eine Pause. Aber wir merken uns für den Rückweg das Schild, das Almkäse aus eigener Herstellung verspricht. Hinter dem Haus sehen wir noch den Schweinen beim Suhlen zu, die sich sichtbar “sauwohl” fühlen.

Almkäse-Freunde sollten die Hintermoar-Alm besuchen

Almkäse-Freunde sollten die Hintermoar-Alm besuchen

Weiter geht es über den breiten Fahrweg, der über die offenen Almflächen führt. Nach ein paar Minuten treffen wir auf einen Baummann. Daneben erzählt auf einer Tafel der Rabe Ferdinand, den wir aus dem Kaisertal kennen, die Sage von der gefiederten Kröte.

Neben diesem Holzmann kann man die Sage von der gefiederten Kröte nach- und vorlesen

Neben diesem Holzmann kann man die Sage von der gefiederten Kröte nach- und vorlesen

Nach etwa 20 Minuten eher gemächlichem Dahinwandern geht es um eine Linkskurve und der Weg zieht plötzlich spürbar an. Recht steil führt der Fahrweg nun auf den Wald zu, aber wir wandern nur kurz durch den Wald, dann erreichen wir nach etwa einer halben Stunde die Schindlau Alm. Auf der roten Bank neben dem Weg kann man gut eine erste Pause einlegen, denn hier haben wir einen tollen Blick auf die Steinberge, die sich östlich vom Kaisergebirge erheben.

Ist der Stein so gewachsen oder ist er behauen? Oder ist es eine versteinerte Kuh?

Ist der Stein so gewachsen oder ist er behauen? Oder ist es eine versteinerte Kuh?

Der Weg führt in weiten Serpentinen erneut über eine Almfläche, dann wieder in den Wald. Weiter ist er relativ steil, aber völlig einfach zu gehen, da es ja ein Fahrweg ist. Nach etwa einer Stunde sehen wir das Ende des Waldes und ein Weidegatter. Jetzt haben wir die Kranzhornalm erreicht.

Die Alm, auf der man auch übernachten kann, breitet sich auf einer großen Wiesenfläche aus und ist besonders für Familien ein hervorragendes Wanderziel. Hier kann man nicht nur gemütlich draußen sitzen und Essen und Trinken. Die Alm bietet besonders für Kinder viel Platz. Ein großzügig angelegter Spielplatz mit vielen schönen Spielgeräten, einer kleinen Kletterwand und einem Fußballtor ist toll zum Herumtoben. Das Gehege mit kleinen Ziegen und der Kaninchenstall begeistern besonders die kleineren Kinder. Und dann gibt es sogar einen eigenen Kinderstammtisch! Junge Eltern wird es freuen, dass auch ein Wickelraum zur Verfügung steht.

Sehr nett: Der Kinder-Stammtisch auf der Kranzhorn-Alm

Sehr nett: Der Kinder-Stammtisch auf der Kranzhorn-Alm

Jetzt wollen wir aber erst einmal auf den Kranzhorn-Gipfel. Zur Kranzhorn-Alm kommen wir ja auch dem Rückweg sowieso noch einmal. Der Weg auf den Gipfel dauert nur 20 Minuten, aber er ist steil. So steil, dass er fast auf dem gesamten Weg aus Stufen besteht. Erst geht es neben der Alm bergauf und nach wenigen Minuten sehen wir weit in das Inntal hinein Richtung Kufstein und Kaisergebirge.

Die Kranzhornalm vom Weg zum Gipfel gesehen

Die Kranzhornalm vom Weg zum Gipfel gesehen

Kurz darauf geht es noch einmal kurz durch den Wald, bis wir zu einem Wegweiser kommen: “Zum Gipfel” oder “Bergkapelle”. Erstmal zum Gipfel. Nur noch ein paar Meter, links sehen wir die Kapelle wenige Meter neben uns, dann noch ein paar Stufen hoch auf den Felsen und wir stehen auf dem Gipfel des Kranzhorns.

Die letzten Meter zum Kranzhorn-Gipfel

Die letzten Meter zum Kranzhorn-Gipfel

Der felsige Gipfel selbst ist recht klein. Mittig stehen die beiden Gipfelkreuze, dazwischen verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Da der Felsgipfel wie eine riesige Nase aus dem Berg herausragt, steht man schon recht exponiert. Nach drei Seiten geht der Blick tief herunter. Immerhin sind wir fast genau 900 Meter oberhalb des Inntals.

Blick vom Kranzhorn-Gipfel hinunter ins Inntal

Blick vom Kranzhorn-Gipfel hinunter ins Inntal

Der Blick ist grandios. Unter uns sehen wir Erl und die kleinen Dörfer, ganz nah liegen der Zahme und der Wilde Kaiser, dahinter sehen wir schneebedeckte Berge. Gegenüber der Petersberg, dahinter liegen dann das Sudelfeld und dort ist auch der Wendelstein mit seinen vielen Masten zu sehen. Und nach Norden öffnet sich das Inntal zur bayerischen Voralpenlandschaft hin. Direkt im Norden steht ganz nah der Heuberg.

Das Kaisergebirge, vorne der Zahme Kaiser - etwas im Dunst, aber zum Greifen nah

Das Kaisergebirge, vorne der Zahme Kaiser – etwas im Dunst, aber zum Greifen nah

Das Inntal wird von seinem namensgebenden Inn durchzogen, dessen hoher Kalkgehalt dem Wasser eine milchige Farbe verleiht. Fast dem Lauf des Flusses folgend, sind auf dem gegenüberliegenden Ufer die Inntalautobahn und die Bahnstrecke Rosenheim-Innsbruck zu sehen.

Mit Kindern muss man auf dem Gipfel sehr aufpassen, die Absturzgefahr ist hier sehr groß. Mit kleinen Kindern würde ich eher unten auf der Kranzhorn-Alm bleiben. Die hat auch ein wenig oberhalb ihr eigenes kleines Gipfelkreuz, da können auch die ganz Kleinen ihr “Gipfelerlebnis” haben.

Die Kranzhorn-Kapelle

Die Kranzhorn-Kapelle

Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Kapelle, die nur eine Minute vom Weg entfernt liegt. Dann geht es aber wieder über die vielen Stufen zurück zur Kranzhorn-Alm. Hier sollte man, mit oder ohne Kinder, eine ausgiebige Pause einplanen. Sehr schön ist es da. Gemütlich. Griabig. Ein Radler bitte!

Als Abstiegsweg nehmen wir nun aber nicht noch einmal den Fahrweg, jetzt soll es der Weg über die Bubenauer Alm werden, der verspricht mehr Abwechslung.

Und richtig. Zunächst wandern wir über die Almwiese und versuchen, allen Kuhfladen auszuweichen. Klappt auch, obwohl da eine ganze Menge Fladen verteilt sind. Dann über den schmalen Weg, der sich auf der Wiese entlangzieht, über Serpentinen steil bergab und rein in den Wald. Auch hier ist der Weg eher ein Pfad, sehr schön. An einer Kreuzung leicht rechts, dann geradeaus halten. Auf das Schild achten. “Erl” und “Parkplatz” sind ausgeschildert.

Durch den Wald gelangen wir nach 20 Minuten zur Bubenauer Alm. Hier sieht es ja fast aus wie in Irland (wenn man sich das Kaisergebirge im Hintergrund wegdenkt): Schafe weiden auf einer Wiese, de von einer langen Trockenmauer aus aufgeschichteten Steinen begrenzt wird.

Eine Trockenmauer begrenzt die Schafweide an der Bubenau-Alm

Eine Trockenmauer begrenzt die Schafweide an der Bubenau-Alm

Am Ende der Alm führt der Weg wieder in den Wald. Jetzt ist er aber wieder zu einem breiten Fahrweg geworden. In einer Rechtskurve weist ein Schild nach links auf die Abkürzung zum Parkplatz hin. Außerdem steht da noch “Hintermoar Alm – Bio-Almkäserei, Almwirtschaft”. Da wollten wir ja sowieso noch hin.

Also raus aus dem Wald und über den Wiesenweg direkt zur Hintermoar-Alm und einen Almkäse gekauft. Dann geht es wieder nur noch wenige Minuten über den breiten Fahrweg zurück zum Parkplatz, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Aufstieg vom Parkplatz zur Kranzhorn-Alm führt völlig unschwierig, wenn auch teilweise relativ steil über den Fahrweg. Etwa eine Stunde Gehzeit kann man rechnen. Der Aufstieg von der Alm zum Gipfel ist steil, dauert aber nur etwa 20 Minuten. Für den Abstieg kann man jeweils etwas weniger Zeit einrechnen. Der Abstieg über Bubenau ist im oberen Teil etwas schwieriger, ohne aber einem normalen Wanderer Probleme zu bereiten.

Höhenangaben:
Erl (Ort): 475 Meter
Parkplatz Erler Berg: 947 Meter
Kranzhorn-Alm (Kranzhorn Schutzhütte): 1300 Meter
Gipfel Kranzhorn: 1368 Meter

Essen und Trinken:
Auf der Kranzhorn-Alm und der Hintermoar-Alm bekommt man typische Hüttenessen und Getränke.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Im Gipfelbereich muss man wirklich aufpassen, da es weitgehend ungesichert senkrecht bergab geht. Vorsicht besonders mit Kindern, mit Kleinkindern würde ich den Gipfelbereich auslassen. Die haben sowieso mehr Spaß auf der Alm.

Der Gipfel des Kranzhorns mit den zwei Gipfelkreuzen

Der Gipfel des Kranzhorns mit den zwei Gipfelkreuzen

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Über den Fahrweg kann man theoretisch ganz gut mit dem Kinderwagen fahren. Allerdings habe ich Kinderwagen gesehen, obwohl eine Menge Familien mit kleinen Kindern dort waren. Mit der Kraxe ist es wohl doch angenehmer.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit der Bahn und dem Bus kommt man meines Wissens nach nur bis in den Ort Erl. Mit der Bahn bis Kufstein, von dort mit dem Bus nach Erl. Von Erl aus kann man auch auf das Kranzhorn wandern, das wäre aber eine ganz andere, längere und schwierigere Wanderung.
Mit dem Auto: Über die Autobahn A8 und die A93 bis zur Ausfahrt Brannenburg fahren, dann über den Inn nach Nußdorf und dort nach Erl fahren. Hinter der Kirche nach links (Kranzhorn ist ausgeschildert). Die Straße den Erlerberg hinauf bis zu einer Linkskurve fahren, in der im Kurveninnern noch eine kleine Straße abzweigt. Die kleine Straße bergauf fahren. Am Parkplatz im Wald wieder links bergauf fahren, nicht rechts über die Brücke. Nach kurzer Zeit trifft man auf den gebührenpflichtigen Wanderparkplatz (2012: 2 Euro/Tag).

Das Kranzhorn von Norden aus über den Inn gesehen. Das felsige Gipfelhorn ist gut zu erkennen.

Das Kranzhorn von Norden aus über den Inn gesehen. Das felsige Gipfelhorn ist gut zu erkennen.

Links:
Kranzhorn-Alm
Hintermoar-Alm. Die Website der Hintermoar-Alm ist noch recht einfach, aber auf Facebook sind sie aktiv.
Familienparadies Kranzhorn auf Blog Kufstein

Buchtipps und Wanderkarten:

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    Die Route hört sich wirklich sehr gut an! :)
    Mich würde brennend interessieren auf welche Karten ihr als Profis baut!? Ich bin Top zufrieden mit meinen Karten von publicpress, aber welche ihr bei euren Touren verwendet würde mich trotzdem sehr interessieren! :)
    lg und vielen dank im voraus für die Antwort, lg Anna

  2. Hallo Anna,

    ich bevorzuge die Alpenvereinskarten oder Kompasskarten. Für viele Gegenden gibt es Karten von beiden, so dass man sich die Karte, die die das eigene Wandergebiet am Besten abdeckt, wählen kann, bzw. die, die man am Besten lesen kann. Ich finde das Kartenbild der Kompasskarten für normale Wanderungen meistens völlig passend und leicht lesbar.

    Viele Grüße,
    Uli

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