Wanderung zum Meißner Haus und auf die Viggarspitze

Wanderung: Mühltal – Meißner Haus – Boscheben – Viggarspitze – Viggar-Hochleger – Viggar-Niederleger – Meißner Haus – Mühltal

Eine schöne Herbsttour in den Tuxer Alpen zwischen Inntal und Wipptal: Wir sind von Mühltal auf das Meißner Haus, eine Alpenvereinshütte der Sektion Ebersberg-Grafing, gewandert. Von dort aus haben wir eine Tour über das Gasthaus Boscheben auf die Viggarspitze gemacht. Wenn man dann auf der Viggarspitze steht liegt einem ganz Innsbruck zu Füßen und der Blick geht direkt hinüber zur imposanten Nordkette. Der Rückweg führte über die Viggar-Hochleger-Alm zurück zum Meißner Haus.

Ein Blick von der Viggarspitze in Richtung Meissner HausEin Blick von der Viggarspitze in Richtung Meissner Haus

Ein Blick von der Viggarspitze in Richtung Meissner Haus

Diese Wanderung kann man auch als Tagestour machen, dann liegen aber etwas über 1200 Höhenmeter vor einem. Da wir das Wochenende auf der Hütte verbracht haben, war es eine ganz entspannte Herbsttour mit etwa 600 Höhenmetern. Bei schon frostigen Temperaturen sind wir auch durch den ersten Schnee gewandert.

Zwischen Patsch und Ellbögen liegt Mühltal, von wo man einen Blick auf die Europabrücke der Brennerautobahn hat. In der Dorfmitte macht die Straße eine Spitzkehre, genau dort biegt man links ab und fährt zum Parkplatz. Auch der Bus hält direkt in der Dorfmitte.

Der Aufstiegsweg zum Meißner Haus führt am Mühlbach entlang

Der Aufstiegsweg zum Meißner Haus führt am Mühlbach entlang

Aufstieg zum Meißner Haus

Der Aufstiegsweg Nr „333“ soll uns in zweieinhalb Stunden zum Meißner Haus führen. Auf der nahezu geraden Forststraße wandern wir am Mühltaler Bach entlang durch den Wald. Knappe 700 Höhenmeter legen wir dabei zurück, meistens mit einer sehr gleichmässigen Steigung.

Die Lourdeskapelle oberhalb von Mühltal

Die Lourdeskapelle oberhalb von Mühltal

Kurz nach dem Beginn unserer Wanderung gelangen wir auch schon an die 1911 erbaute Lourdes-Kapelle. Später kommt noch ein kleines Wasserrad, das an die Mühlen erinnert, die früher im Mühltal betrieben wurden.

Das Wasserrad erinnert an die ehemaligen Mühlen, die alle nicht mehr existieren

Das Wasserrad erinnert an die ehemaligen Mühlen, die alle nicht mehr existieren

Ansonsten wandern wir entspannt Richtung Hütte und freuen uns über von Flechten leuchtend rot gefärbte Steine und die vielen verschiedenen Pilze am Wegesrand.

Wir versuchen, die Pilze im schwachen herbstlichen Abendlicht zu fotografieren. Und natürlich ist die Mehrzahl der Fotos verwackelt, aber ein paar schöne Schwammerl-Fotos sind doch dabei. Einige Fotos des Wochenendes findet Ihr im Flickr-Album Pilze.

Durch Flechten leuchtend rot gefärbte Steine

Durch Flechten leuchtend rot gefärbte Steine

Beim Aufstieg lohnt es sich auch, sich ab und zu umzuschauen, denn auf der gegenüberliegenden Seite des Wipptals liegt die 2717 Meter hohe Serles. Wir sehen sie zwar nur von Wolken umhüllt, aber die felsige Gipfelregion sieht dennoch sehr beeindruckend aus.

Hinter Wolken, aber trotzdem ein beeindruckender Anblick: Die Serles

Hinter Wolken, aber trotzdem ein beeindruckender Anblick: Die Serles

In einer Kurve führt der Weg dann direkt zum Meissner Haus, das wir wenige Minuten zuvor gesehen haben. Obwohl wir eher langsam gegangen sind und einige Fotopausen gemacht haben, sind wir etwas schneller als die angegebenen zwei Stunden dreissig. Uns soll’s recht sein.

Das Meissner Haus

Das 1926 erbaute Meißner Haus ist eine gemütliche Hütte, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs um einen modernen Anbau erweitert wurde. Es liegt nah zur Stadt Innsbruck und ist gut zu erreichen. Trotzdem ist das Meißner Haus relativ wenig bekannt, vermutlich aufgrund seiner Lage im Mühltal ohne Fernsicht und Skipiste. Bei unserem Besuch ist außer uns ist nur noch eine andere Gruppe dort. So bewohnen wir zu zweit ein komplettes Matrazenlager und können uns richtig ausbreiten.

Der erste Blick auf das Meißner Haus: Jetzt sind es nur noch fünf Minuten Gehzeit

Der erste Blick auf das Meißner Haus: Jetzt sind es nur noch fünf Minuten Gehzeit

Das Essen auf dem Meißner Haus schmeckt und sehr gut, ein großer Schrank ist mit Gesellschaftsspielen gut gefüllt und für Kinder gibt es Spielzeug und Malstifte. Eine Besonderheit sind die zwei Kachelöfen in den Gasträumen des Meissner Hauses, die von den Erbauern des Hauses mit Kacheln aus Meissner Fertigung verziert wurden.

Vom netten Hüttenwirtsteam bekommen wir den Tipp, statt des eher langweiligen Patscherkofels am folgenden Tag lieber auf die Viggarspitze zu wandern. Ein sehr guter Tipp, denn der Aufstieg zur Viggarspitze wird eine wirklich abwechslungsreiche Wanderung werden.

Vom Meißner Haus auf die Viggarspitze

Knappe 600 Höhenmeter müssen wir aufsteigen, bis wir am Gipfelkreuz der Viggarspitze stehen. Auf halber Höhe liegt noch das Gasthaus Boscheben, das wir über den Almenweg erreichen.

Als wir das Meißner Haus verlassen und aufsteigen, hängt der Nebel noch in den Bäumen. Der Almenweg ist ein schöner Wanderweg durch den Bergwald. Hier treffen wir auf die ersten kleinen Schneeflecken. Und wieder stehen unzählige Pilze entlang unseres Aufstiegswegs.

Der erste Schnee beim Aufstieg zum Berggasthaus Boscheben

Der erste Schnee beim Aufstieg zum Berggasthaus Boscheben

Nach einer Stunde kommen wir am Boscheben an. Bei dem regnerisch grauen Wetter verzichten wir zunächst auf alle Ausblicke. Wir verschwinden sofort in der Gaststube und essen eine wärmende Suppe.

Das Berggasthaus Boscheben ist auch gut vom Patscherkofel aus erreichbar

Das Berggasthaus Boscheben ist auch gut vom Patscherkofel aus erreichbar

Als wir uns auf den weiteren Weg machen, ist das Wetter eigentlich noch genauso wie zuvor, aber wir nehmen uns etwas Zeit für den Ausblick. Wir sehen auf die grauen, mit weißen Schneestreifen durchzogenen Berge Richtung Viggarspitze und Glungezer, die Berggipfel liegen aber fast vollständig in den Wolken.

Der Blick auf den Talschluss vom Boscheben aus

Der Blick auf den Talschluss vom Boscheben aus

Auch um den Patscherkofel wehen Wolken, so dass wir den Gipfel mit der großen Antenne immer mal sehen, bevor er wieder in den Wolken verschwindet. Aber dort wollen wir ja gar nicht hin, uns zieht es zur Viggarspitze, die mit 2306 Metern sogar noch etwas höher ist als der bekannte Nachbar.

Auf dem Weg von Boscheben zur Viggarspitze

Auf dem Weg von Boscheben zur Viggarspitze

Der Weg wird jetzt schmaler und etwas wilder als zuvor, bleibt aber gut zu gehen. Rechts von uns fällt der Weg zum Tal ziemlich steil ab, links von uns verstellt eine Felswand den Blick auf das Inntal.

Felsdurchsetztes Gelände

Felsdurchsetztes Gelände

Als der Weg auf die andere Seite der Felswand wechselt, sehen wir auf Innsbruck und die Nordkette gegenüber. Auch sie ist von Wolken umhüllt, aber ein mächtiger Anblick.

Ein wolkenverhangener Blick Richtung Nordkette

Ein wolkenverhangener Blick Richtung Nordkette

Der Weg führt uns nun duch eine Art Hochtal aus Blockwerk mit Büschen und einzelnen Kiefern, alles leicht mit Schnee durchsetzt. Wir sehen auf die Viggarsitze und dahinter müssten Sonnenspitze und Glungezer stehen. Eine wilde Felslandschaft, sehr schön.

Über Felsplatten bergauf Richtung Viggarspitze

Über Felsplatten bergauf Richtung Viggarspitze

Nach einiger Zeit verläuft der Weg dann nicht mehr zwischen Felsen hindurch sondern direkt über Felsplatten bergauf. Und dann sehen wir den baumlosen Gipfel der Viggarspitze ziemlich nah vor uns. Das Gipfelkreuz ist gut zu sehen, rechts ist eine Gruppe Wanderer im Aufstieg dorthin.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis auf die Viggarspitze

Jetzt ist es nicht mehr weit bis auf die Viggarspitze

An einem Fels erinnern Gedenkplatten und Grablichter an drei verunglückte Bergsteiger. Wir befnden uns jetzt schon fast auf einer Höhe mit dem Patscherkofel-Gipfel.

Ein Blick hinüber zum Patscherkofel

Ein Blick hinüber zum Patscherkofel

Immer wieder blicken wir hinüber oder ins Inntal und auf die umliegenden Berge. Unser Weg führt aber noch weiter bergauf über den Felsweg, dann die letzten Höhenmeter über einen serpentinenreichen Schotterweg.

Der Blick von Der Viggarspitze Richtung Patscherkofel und Inntal

Der Blick von Der Viggarspitze Richtung Patscherkofel und Inntal

Der Gipfelbereich der Viggarspitze ist klein, der Wind eisig und Wolkenfetzen wollen uns den Panoramablick vermiesen. Eigentlich können wir uns nur vorstellen, wie großartig der Blick von hier oben sein kann, denn die geschlossene Wolkenschicht versteckt die höherem Berggipfel.

Tief unter uns liegt Innsbruck, gegenüber die mächtige Nordkette

Tief unter uns liegt Innsbruck, gegenüber die mächtige Nordkette

Auch der Talblick ist deutlich von Wolken beeinträchtigt. Aber es ist trotzdem ein toller Blick von hier oben auf Innsbruck, das mehr als 1700 Meter unter uns liegt.

Der Blick von de Viggarspitze in Richtung Talschluss und Glungezer

Der Blick von de Viggarspitze in Richtung Talschluss und Glungezer

Über den Serpentinenpfad gehen wir wieder bergab zum Hauptweg und gehen dann über einen wilden Platten- und Felsweg in Richtung Glungezerhütte, bis der Weg zurück zum Meißner Haus nach rechts abzweigt.

Der Abstiegsweg geht zunächst wieder über Felsplatten

Der Abstiegsweg geht zunächst wieder über Felsplatten

Auf einem schmalen Weg steigen wir nun, wieder in einigen Serpentinen, durch Latschenfelder zur Viggaralm ab. Hier liegt schon mehr Schnee als auf dem bisherigen Weg.

Durch die Latschen hindurch in vielen Serpentinen bergab

Durch die Latschen hindurch in vielen Serpentinen bergab

An einer Stelle reicht es sogar zu einer richtigen Schneeballschlacht. Ab dem Viggar-Hochleger wird der Weg wieder deutlich breiter, so dass er befahrbar ist.

Die Viggaralmen

Die Viggaralmen

Wir wandern weiter Richtung Viggar-Niederleger, passieren kurz vor den Almgebäuden einen Weiher und nur wenige Meter hinter der Niederleger-Alm sind wir auch schon wieder am Meißner Haus. Der Rückweg nach Mühltal führt dann wieder über den Aufstiegsweg am Mühlbach entlang.

Dauer und Schwierigkeit:
Von Mühlbach zum Meißner Haus haben wir gute zwei Stunden gebraucht. Dieser Weg ist breit und sehr leicht zu gehen.
Für den Weg vom Meißner Haus zum Gasthaus Boscheben haben wir genau eine Stunde gebraucht, allerdings inklusive vieler Fotopausen. Auch dieser Weg ist leicht zu gehen, wenn auch etwas steiler als der erste Teil. Eineinhalb Stunden vom Boscheben bis auf die Viggarspitze und dann noch einmal knapp zwei Stunden Abstieg zum Meißner Haus bei recht moderatem Tempo. Der Weg vom Boscheben auf die Viggarspitze und zurück zum Meißner Haus fanden wir mittelschwer, aber gut zu gehen.

Höhenangaben:
Mühltal: 1040 Meter
Meissner Haus: 1720 Meter
Boscheben: 2035 Meter
Viggarspitze: 2306 Meter

Das Gipfelkreuz der Viggarspitze

Das Gipfelkreuz der Viggarspitze

Essen und Trinken:
Auf dem Meißner Haus und dem Berggasthaus Boscheben gibt es gutes hüttentypisches Essen. Die Almen sind unbewirtschaftet.

Am Meissner Haus

Am Meissner Haus

Wo muss ich besonders aufpassen:
Normale Vorsicht sollte ausreichend sein, auf dem Weg vom Boscheben zur Viggarspitze gibt es ein paar Stellen, an denen man auf dem Weg bleiben sollte. Dazu steile Abbrüche an ein paar Aussichtspunkten. Insgesamt ist die Wanderung aber nicht mehr als mittelschwer.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus kann man mit Fern- oder Regionalzügen bis Innsbruck Hauptbahnhof fahren, evtl. mit Umstieg in Rosenheim oder Kufstein. Mit dem Bus 4141 fährt man dann in einer knappen halben Stunde weiter bis Mühltal. Die Busse fahren täglich.
Mit dem Auto: Über die A8 bis Inttaldreieck, dann über die A93 und A12 (Inntalautobahn) nach Innsbruck. Weiter auf die A13 (Brennerautobahn) bis Patsch. Dann über Patsch in Richtung Ellbögen fahren. In Mühltal in der spitzen Rechtskurve geradeaus hochfahren. Nach wenigen Metern kommt der Wanderparkplatz.

Links:
Meißner Haus Homepage
Meißner Haus beim Alppenverein
Almgasthaus Boscheben bei Innsbruck.info

Buchtipps und Wanderkarte:

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Uli, dort wollte ich eigentlich nächstes Wochenende mit den Kindern hin, aber im Winter sind die 700 Hm für den Kleinen doch etwas viel. Das Meißner Haus bietet aber auch Bergferien im Winter und Sommer. Das werden wir dann wohl im Sommer machen. Danke für die Eindrücke vorab 🙂 LG Ute

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