Wanderung zur Binsalm und zu den Engalmen

Wanderung: Gasthaus Eng – Binsalm – Panoramaweg – Drijaggenalm – Engalmen – Großer Ahornboden

Das Karwendel ist voller schöner Gegenden, eine der schönsten ist sicher der Große Ahornboden. Die heutige, ziemlich leichte Wanderung führt zunächst vom Ahornboden zur Binsalm. Dann geht es weiter über den Panoramaweg, auf dessem höchsten Punkt an der Drijaggenalm wir einen großartigen Ausblick auf die umliegenden Berge und die Karwendelwände haben. Von dort wandern wir wieder bergab zu den Engalmen.

Der Blick von der Drijaggenalm am Panoramaweg auf das Gamsjoch

Der Blick von der Drijaggenalm am Panoramaweg auf das Gamsjoch

Egal, ob man mit dem Auto kommt oder mit dem Bus, die Wanderung beginnt am Alpengasthof Eng. Zuvor haben wir schon das Isartal und das Rißbachtal durchquert. Vor dem Sylvensteinspeicher hat die Isar ein beeindruckend weites Flussbett, in dem sie sich ausbreiten und ihren Weg kann und noch ein echter Wildfluss ist.

Auch dem Bett des Rißbachs sieht man an, dass er ein reißender Wildbach sein kann. Aber jetzt, im Herbst, fließt er relativ schmal zwischen den Kalkkieseln. Bevor wir am Gasthof Eng angekommen sind, passieren wir noch den Großen Ahornboden mit seinen 2500 Bergahornen, von denen manche bis zu 600 Jahre alt sind.

Bergahorne im Großen Ahornboden vor den Felswänden des Gamsjoch

Bergahorne im Großen Ahornboden vor den Felswänden des Gamsjoch

Jetzt beginnt aber die Wanderung. Die meisten Besucher gehen zunächst den kurzen Weg vom Alpengasthof Eng zu den Engalmen. Wir biegen aber gleich zu Beginn des Weges nach links ab und folgen dem Wegweiser “Binsalm”. Auf dem schönen Bergsteig sind einige andere Wanderer unterwegs, manche mit Helm am Rucksack. Die werden heute noch zur Lamsenspitze mit ihrem Klettersteig gehen. So weit wollen wir diesmal nicht wandern.

Der Wanderweg zur Binsalm zweigt gleich hinter dem Alpengasthof Eng nach links ab

Der Wanderweg zur Binsalm zweigt gleich hinter dem Alpengasthof Eng nach links ab

Auf einem schmalen Pfad wandern wir nun relativ steil durch den Bergwald bergauf. Ziemlich genau 300 Höhenmeter sind es zur Binsalm. Über einige Serpentinen und ein paar Stufen geht es hoch. Zwischendurch haben wir noch ein paar Blicke hinunter zum Parkplatz und auf den Ahornboden, die uns zeigen, wie schnell wir aufgestiegen sind.

Auf dem schmalen Pfad hinauf zur Binsalm

Auf dem schmalen Pfad hinauf zur Binsalm

Der schöne, schmale Pfad endet auf dem Zufahrtsweg zur Binsalm. Von hier aus ist es noch eine knappe Viertelstunde bis zur Binsalm. Nach links fällt der Weg steil ab in das schmale Tal, durch das wir eben aufgestiegen sind. Nach den letzten Serpentinen haben wir unser erstes Zwischenziel, die Binsalm auch schon erreicht.

Auf dem Fahrweg zur Binsalm

Auf dem Fahrweg zur Binsalm

Auf der privaten Alm, auf der man auch übernachten kann, genießen wir eine erste Stärkung. Je nach Wetter in der gemütlichen Stube oder auf der Terrasse, mit Blick auf die beeindruckenden Gamsjoch-Felswände.

Von der Terrasse des Gamsjoch hat man einen tollen Ausblick auf das Gamsjoch

Von der Terrasse des Gamsjoch hat man einen tollen Ausblick auf das Gamsjoch

Kurz hinter der Binsalm beginnt der Panormaweg. Zunächst geht es noch ein paar Meter weiter bergauf in Richtung Lamsenjoch, dann zweigt der Panoramaweg rechts ab.

Ein Blick zurück, vom Panoramaweg hinunter zur Binsalm

Ein Blick zurück, vom Panoramaweg hinunter zur Binsalm

Zunächst als breiter Fahrweg führt der Panoramaweg gerade bergauf. Viel Panorama gibt es noch nicht, aber unterhalb ist schön der Serpentinenweg durch die Almwiesen zur Binsalm zu sehen.

An der Drijaggenalm: Der Blick hinüber zur Spritzkarspitze und zu den Lalidererwänden

An der Drijaggenalm: Der Blick hinüber zur Spritzkarspitze und zu den Lalidererwänden

Doch kurz bevor wir an der Drijaggenalm den höchsten Punkt der Wanderung erreicht haben, öffnet sich das Panorama. Ein Blick auf die gewaltigen Lalidererwände, die Spritzkarspitze, das Gamsjoch-Massiv und das Hohljoch sind einfach grandios. Neben dem Hohljoch sehen wir die Lalidereralmen.

Am höchsten Puntk des Panoramawegs: Der Blick zum Hohljoch

Am höchsten Puntk des Panoramawegs: Der Blick zum Hohljoch

Praktischerweise stehen hier auch zwei Bänke, dazu bieten die Almwiesen genug Platz für eine ausgiebige Pause. Diese sollte man auf jeden Fall einplanen, um die Aussicht zu genießen.

Der weitere Weg führt nun, teils durch Wäldchen, teils über Almwiesen, als Wiesenweg bergab zu den Engalmen. Bei Nässe ist er streckenweise etwas rutschig, aber ansonsten völlig unproblematisch zu gehen.

Auf dem Panormaweg, im Abstieg hinunter zu den Engalmen

Auf dem Panormaweg, im Abstieg hinunter zu den Engalmen

Auf der Südseite der Engalmen erreichen wir wieder den Almboden. Die Engalmen, eine Ansammlung von etwa zwanzig alten Almhäusern, bieten einen großen Gasthof, eine Schaukäserei, einen Almladen, in dem man den Almkäse und andere typische Tiroler Erzeugnisse kaufen kann. Für Kinder ist der Streichelzoo mit den Ziegen und ihren Zicklein eine besondere Attraktion.

Ein Blick hinab auf die Engalmen

Ein Blick hinab auf die Engalmen

Die Engalmen sind eine große Touristenattraktion, daher ist man hier nie allein. Vom Parkplatz führt ein breiter, ebener Spazierweg zu den Almen, so dass praktisch jeder Besucher der Eng und des Ahornbodens auch die Engalmen besuchen. Der Weg ist als Themenweg angelegt, auf dem man viele Informationen über Almwirtschaft und die Geschichte und Pflege des Ahornbodens erfährt. Dazu gibt es Rätsel und Fühl- und Riechstationen, an denen man sein Naturwissen testen kann.

An den Engalmen sollte man auf jeden Fall den Almkäse probieren. Wie praktisch, dass man ihn auch gleich vakuumverschweißt mit nach Hause nehmen kann.

An den Engalmen

An den Engalmen

Zum Abschluss der Wanderung sollte man auf jeden Fall noch den Großen Ahornboden besuchen. Weitgehend weglos wandert man auf den Wiesen zwischen den jungen und uralten Ahornbäumen mit ihren teilweise bizarren Formen hindurch. Insgesamt 2500 Bergahorne stehen hier, die sich als Fotomotive anbieten.

Herbstlich gefärbte Bäume an den Engalmen

Herbstlich gefärbte Bäume an den Engalmen

Eine Alternative bei Schnee oder nach starken Regenfällen: Der oben genannte Bergsteig zur Binsalm und der Abstieg über den Panoramaweg sind dann rutschig und nicht gut zu gehen. Als Alternative kann man vom Alpengasthof Eng zu den Engalmen gehen und von dort über den Fahrweg zur Binsalm aufsteigen. Von dort aus kann man dann noch auf dem dort breiten Panoramaweg bis zur Drijaggenalm zum Panoramablick gehen. Zurück geht es dann auf dem selben Weg.

Der Blick von den Engalmen über den Ahornboden in Richtung Kompar

Der Blick von den Engalmen über den Ahornboden in Richtung Kompar

Dauer und Schwierigkeit:
In gut 40 Minuten wandert man vom Alpengasthof Eng zur Binsalm. Von dort geht es über den Panoramaweg in etwa einer Stunde zurück zu den Engalmen. Von dort aus gelangt man in knapp zehn Minuten wieder zum Ausgangspunkt. Die Wanderung ist recht leicht, kann aber auf den schmalen Wegen bei Schnee oder Nässe etwas rutschig sein. Insgesamt sind etwa 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu überwinden.

Höhenangaben:
Alpengasthof Eng: 1203 Meter
Binsalm: 1500 Meter
Drijaggenalm: 1600 Meter
Engalmen: 1225 Meter

Essen und Trinken:
Sowohl der Alpengasthof Eng, als auch die Engalmen und die Binsalm sind bis Ende Oktober bewirtschaftet. Die Drijaggenalm ist nicht bewirtschaftet. Im Spätherbst könnt Ihr Euch über die unten genannten Websites informieren, ob die Almen noch geöffnet sind.

Im Ahornboden - leider sind die Bergahorne hier schon kahl

Im Ahornboden – leider sind die Bergahorne hier schon kahl

Wo muss ich besonders aufpassen?
Die Straße hinauf zur Binsalm fällt an einigen Stellen steil ins Tal ab, ist allerdings immer sehr breit.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Man kann mit Kinderwagen über den Fahrweg zur Binsalm gehen. Als wir da waren, waren auch einige Familien mit Kinderwagen dort. Der Weg ist allerdings mit Kinderwagen schon knackig steil und recht uneben, da es sich um einen festen Schotterweg handelt. Nur einige Wegabschnitte im Tal sind asphaltiert, diese sind auch für Buggys und ähnliche Kinderwagen mit Minirädern geeignet. Der Bergweg sollte nur mit geländegängigen Modellen genutzt werden. Der Panoramaweg ist für Kinderwagen nicht geeignet.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries, von dort fährt der Bergsteigerbus Richtung “Eng” bis zum Alpengasthof Eng. Vorsicht: Der Bus fährt nicht oft und nicht das ganze Jahr über, beachtet unbedingt den Fahrplan!
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann über Holzkirchen und Bad Tölz Richtung Lenggries. An Lenggries vorbei zum Sylvensteinsee. Über Vorderriß (Bayern) nach Hinterriß (Tirol). Auf der Mautstraße durch das Rißbachtal (Maut 2015: 3,50 Euro pro PKW) und durch den großen Ahornboden bis zum großen Wanderparkplatz am Alpenhasthof Eng.
Die Mautstraße ist nicht ganzjährig befahrbar. Mit dem Wintereinbruch wird sie geschlossen. Wenn Ihr sie im Herbst oder Frühjahr nutzen wollt, solltet Ihr Euch auch hier zuvor informieren, ob sie noch geöffnet ist.

Flickr:
Das Flickr-Abum “Großer Ahornboden” mit Fotos vom 5.10.2008 (mit Schnee) und vom 10.10.2015 (kein Schnee)

Links:
Alpengasthof Eng: www.eng.at
Binsalm: www.binsalm.at/
Almdorf Eng: www.engalm.at
Alpenwelt Karwendel: www.karwendel.org/
Themenweg Eng
Panoramabild der Eng bei Schnee

Webcam:
Webcam des Alpengasthofs Eng

Buchtipp und Wanderkarten:

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Rund um die Eng war ich auch schon mehrfach toll wandern. Immer wieder schön.
    Danke für die herbstlichen Bilder! Ich kenn es nur im Hochsommer.

  2. Hallo Charis,
    in den nächsten Tagen möchte ich noch einige andere Fotos vond er Wanderung auf Flickr stellen. Einige Fotos sind dort schon, von 2008. Damals waren wir eine Woche früher dort, aber es hatte schon leicht geschneit: https://flic.kr/s/aHskizUqF3
    Viele Grüße,
    Uli

  3. Sehr schön, die Tour hab ich auch mal vor ein paar Jahren gemacht, gerade die Engalmen fand ich sehr interessant und der Käse einfach lecker!

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