Wanderung von Samerberg auf den Heuberg

Wanderung: Parkplatz Schweibern am Samerberg – Daffnerwaldalm – Laglerhütte – Deindlalm – Heuberg

Der Heuberg ist ein leichter Wanderberg, auch wenn der zweite Teil der Wanderung über einen felsigen und steilen Waldpfad führt. Belohnt wird man mit einer Aussicht, wie man sie auf einem Berg mit nur 1338 Metern Höhe kaum erwarten würde. Und auf halber Strecke locken gleich mehrere Almen.

Der Alpenblick vom Heuberg - Herbstsomme Ende Dezember

Der Alpenblick vom Heuberg – Herbstsomme Ende Dezember

Ganz am Rand der Chiemgauer Alpen liegt der Heuberg, direkt über dem Inntal. Wir fahren am Inntaldreieck aber weiter geradeaus, bis zur Ausfahrt Achenmühle. Über die kurvige Straße geht es dann den Samerberg hinauf, vorbei am Duftbräu und dem Parkplatz Spatenau, von dem aus es zur Hochries geht. Der recht große Parkplatz zum Heuberg liegt ganz am Anfang des Waldes.

Dank des extrem milden Winters mache ich am 27. Dezember diese kleine Herbstwanderung. Mit dabei ist der Berghund Mikki. Von Schnee ist weit und breit nichts zu sehen, es ist seit Wochen trocken und für den Mittag ist Sonnenschein angesagt. So machen wir uns auf den ersten Teil unserer Tour, zu den Daffneralmen. Auf dem breiten Fahrweg führt der Weg unspektakulär durch den Wald. Mikki trabt noch etwas unmotiviert hinter mir her.

Auf dem Fosrtweg geht es unspektakulär hinauf zu den Daffnerwaldalmen

Auf dem Fosrtweg geht es unspektakulär hinauf zu den Daffnerwaldalmen

Der schönere Weg hinauf zu den Daffnerwaldalmen ist sicher der vom Gasthaus Duftbräu, der am Wildbach und über kleinere Pfade durch den Wald führt.

Beim Schlappen durch den Wald treffen wir auf diese Schlappen am Baum

Beim Schlappen durch den Wald treffen wir auf diese Schlappen am Baum

Highlight auf dem Weg sind ein Paar „Betula“ Hausschlappen in blau. Wer hat die wohl weshalb an den Baum gehängt? Falls Du sie vermisst und jetzt wiedererkannt hast, vielleicht hängen sie ja noch dort. Ansonsten ist auf dem im Schatten gelegenen Weg nicht so viel los, dafür sind wir schon nach einer Dreiviertelstunde auf der weiten Fläche der Daffnerwadalmen angelangt.

An den Daffnerwaldalm. Jetzt gibt es erst einmal einen Morgenkaffee

An den Daffnerwaldalm. Jetzt gibt es erst einmal einen Morgenkaffee

Für den Morgenkaffee entscheiden wir uns für die Laglerhütte, sitzen in der Sonne und geniessen die Aussicht. Aber nur kurz, denn wir wollen ja noch auf den Gipfel. Über die Wiese hinter den Häusern folgen wir dem Weg leicht nach rechts. An einem Abzweig führt der Weg dann in den Wald und wird sofort anspruchsvoller.

Über die Almwiesen hinter den Daffnerwaldalm geht es zum Weg hinauf auf den Heuberg

Über die Almwiesen hinter den Daffnerwaldalm geht es zum Weg hinauf auf den Heuberg

Jetzt führt der Weg schmal am Hang entlang, es geht über große Wurzeln, kleine und größere Felsen. Manchmal verzweigt er sich, manchmal ist die Orientierung nicht ganz leicht. Dann heißt es, nach der nächsten Markierung am Baum oder an einem Felsbrocken Ausschau zu halten. Aber an diesem schönen Tag sind sowieso viele Wanderer auf dem Weg hinauf zum Heuberg oder zur Wasserwand nebenan, so dass man eigentlich immer auf andere Wanderer trifft.

Blick zurück zu den Daffnerwaldalmen

Blick zurück zu den Daffnerwaldalmen

Jetzt ist auch Mikki in seinem Element. Er läuft voraus, findet immer den besten Weg zwischen den Wurzeln und auf die nächsen Felsen. An manchen großen Stufen muss er sich aber schon anstrengen, mit einem beherzten Sprung hinaufzukommen. Auch als Mensch muss man manchmal den besten Tritt über die Felsen und großem Wurzeln sichen. In diesem trockenen Zustand ist es ein richtig schön zu gehender Bergsteig, nach Regenfällen ist er aber sicher unangenehm rutschig.

Am Wegweiser und Abzweig zur Wasserwand

Am Wegweiser und Abzweig zur Wasserwand

Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Sattel zwischen Heuberg und Wasserwand. Rechts von uns steht ein mächtiger Felsblock, die Wasserwand. Deren Gipfel ist in einer Viertelstunde über einen Klettersteig zu erreichen. Das sieht schon sehr reizvoll aus, aber mit dem Hund ist er nicht zu gehen. Links wartet ja auch schon der Heuberg-Gipfel auf uns.

Schattenspiele am Heuberg-Gipfel

Schattenspiele am Heuberg-Gipfel

Ein letzter steiler, aber kurzer Anstieg und keine fünf Minuten später stehen wir auf dem Grasgipfel des Heubergs. Hinter uns das Gipfelkreuz mit einem großen Edelweiss in der Mitte, rechts steht die Wasserwand. Ein mächtiger Felsklotz mit einigen einzelnen Bäumen und dem Gipfelkreuz, neben dem wir einige Wanderer bei der Brotzeit sehen.

Das schöne Gipfelkreuz des Heubergs mit dem Edelweiss

Das schöne Gipfelkreuz des Heubergs mit dem Edelweiss

Tief unter uns liegt das Inntal mit dem leuchtend grünen Inn und der Autobahn. Dahinter sehen wir genau auf die weiße Kirche auf dem Petersbergl und die Hohen Asten, daneben, etwas zurück ist der Wendelstein gut zu erkennen. Über den Großen Traithen und den Brünnstein schweift der Blick über zig andere Gipfel über das Inntal nach Süden, bleibt am markanten Pendling hängen. Darunter ist noch ein Stückchen von Kufstein zu erkennen, der Rest wird vom Kranzhorn verdeckt, das direkt im Blick liegt.

Das inntal, gegenüber liegen Wildbarren , Asten, Brünnstein und der Große Traithen

Das inntal, gegenüber liegen Wildbarren , Asten, Brünnstein und der Große Traithen

Und nach Süden dürften es einige hundert Gipfel sein, die man sieht. Neben mir zählt ein Wanderer gefühlt die Hälfte davon auf. Natürlich ist der Großvenediger auch zu sehen, den man angeblich von jedem anderen Berggipfel aus sehen kann. Da ist schon was dran. Ganz nah liegt natürlich das Kaisergebirge, die Zillertaler sind auch nicht viel weiter und hinten reicht der Blick zum Alpenhauptkamm.

Gradioser Blick in die Alpen- Vorne links der Felszack des Kranzhorn-Gipfels

Gradioser Blick in die Alpen- Vorne links der Felszack des Kranzhorn-Gipfels

Der Heuberg ist einer der ersten Berge der Voralpen. Entsprechend weit geht der Blick ins oberbayerische Flachland hinein. Ich glaube, einige der höheren Gebäude von München zu erkennen, aber die verschwinden langsam im Dunst.

Der Blick auf den Wendelstein und die nördlichen Ausläufer des inntals

Der Blick auf den Wendelstein und die nördlichen Ausläufer des inntals

Es ist also wirklich eine ganz großartige Fernsicht hier auf diesem doch eher kleinen Berg, die wir zusammen mit gut einem Dutzend anderer Wanderer haben. Wir liegen in der Sonne, geniessen die Aussicht und unsere Brotzeit. Mikki lässt seinen Charme spielen, setzt seinen treuherzigen Blick auf und wird auch prompt von anderen Wanderern mit Wienerle gefüttert.

Sonnenbad auf dem Heuberg-Gipfel. Mikki geniesst die Wärme

Sonnenbad auf dem Heuberg-Gipfel. Mikki geniesst die Wärme

Gut eine Stunde belieben wir oben auf dem Gipfel. Vier Tage vor Silvester auf dem Berg in der Sonne zu liegen ist schon etwas besonderes. Das wollen wir lange auskosten. Aber dann müssen wir doch wieder hinunter, immerhin wird die Sonne bald untergehen.

Der Blick hinüber zur Wasserwand

Der Blick hinüber zur Wasserwand

Auf dem Hinweg gehen wir wieder hinunter zu den Daffneralmen. Teilweise ist der Weg durch den Wald doch ganz schön steil, beim Abstieg merkt man es erst richtig. Die Almen liegen jetzt schon im Schatten und damit wird es auch gleich kalt. Aber wir gönnen uns noch eine kurze Pause und eine Suppe auf der Deindlalm. Der Gastraum der Alm ist gesteckt voll mit Wanderern und Mountainbikern, so dass wir nur noch draussen Platz finden. Jetzt weht auch noch ein scharfer Wind, der mir immer wieder einen Teil meiner Suppe vom Löffel weht.

Am Nachmittag liegen die Daffnerwaldalmen schon im Schatten. Immerhi ist es Ende Dezember und bald geht die Sonne unter

Am Nachmittag liegen die Daffnerwaldalmen schon im Schatten. Immerhin ist es Ende Dezember und bald geht die Sonne unter

Auch von den Daffnerwaldalmen wandern wir wieder auf unseren Hinweg zurück. Möglich wäre auch, einen Umweg über das Duftbräu zu nehmen, aber das heben wir uns lieber für den Sommer auf. So gehen wir schnell wieder den Fahrweg hinunter. Zwischendurch nehmen wir eine kleine Abkürzung und wechseln wir auf einen Weg, der durch eine Rinne steiler bergab führt. Kurz vor dem Parkplatz führt er wieder auf den Hauptweg.

Wegmarkierung und das Zeichen des Alpen-Salz-Steigs

Wegmarkierung und das Zeichen des Alpen-Salz-Steigs

Der Heuberg ist ein idealer Berg für eine eher kurze, aber trotzdem abwechslungsreiche Wanderung und auch als Familienwanderung mit kleineren Kindern sehr beliebt. Nach dem leichten, aber wenig aufregenden Weg auf die Daffnerwaldalmen macht der Steig auf den Heuberg dann richtig Spaß. Und die Aussicht oben ist ein wenig Anstrengung sowieso wert.

Wer noch auf die Wasserwand mächte, sollte sein Klettersteigset mitnehmen, der seilversicherte Weg wird als relativ leichter Klettersteig beschrieben. Mehr Infos dazu findet Ihr bei via-ferata und Bergfex.

Dauer und Schwierigkeit:
Vom Parkplatz Schweibern aus gelangt man in einer dreiviertel Stunde über den breiten und einfachen Waldfahrweg zur Deindlalm und Laglerhütte. Von dort auf den Gipfel des Heubergs kann man etwa eine Stunde einplanen. Der Weg ist hier überweigend ein schmaler Bergsteig, der teils steil, felsig und mit Wurzeln durchsetzt ist. Für einen „blauen“ Wanderweg ist er recht anspruchsvoll, aber trotzdem auch für Kinder gut zu gehen.

Höhenangaben:
Parkplatz Schweibern: ca. 760 Meter
Laglerhütte: 1050 Meter
Deindlalm: 1050 Meter
Heuberg: 1338 Meter
Wasserwand: 1367 Meter

Essen und Trinken:
Auf der Deindlalm und der Laglerhütte gibt es almtypische kalte und warme Mahlzeiten und Getränke. Auf dem Weg zum Parkplatz fährt man direktam Duftbräu vorbei, das ebenfalls eine Einkehr lohnt.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Der Anstieg von den Almen auf den Heuberggipfel ist mit einem blauen Punkt als leichter „blauer“ Wanderweg gekennzeichnet. Trotzdem ist es ein schmaler Weg, der auch schon ein wenig Trittsicherheit erfordert. Bei Nässe ist er sicher unangenehm zu gehen. Am Gipfel muss man ein wenig auf kleinere Kinder oder Hunde achtgeben, besonders zum Inntal hin ist der Grashang ziemlich steil und wird bei Nässe sicher schnell glatt.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit Bahn und Bus gibt es am Wochenende offenbar keine passenden Verbindungen. Da könnte Bayern sich mal ein Beispiel an den Kollegen in Tirol nehmen. Im Sommer fahren Wanderbusse der RVO zur Hochriesbahn, Verbindungen Richtung Schweibern habe ich allerdings nicht gefunden.
Mit dem Auto: Von München aus auf der A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Achenmühle. Dort nach links, dann im Ort Achenmühle nach rechts Richtung Grainbach. Dort nicht zur Hochriesbahn fahren, sondern in Richtung „Duft“. Weiter den Wegweisern nach „Duft“ folgen. An einer Stelle geht es schräg nach links in den Wald. Am Wanderparkplatz Spatenau und am Gasthaus Duftbräu vorbeifahren. Kurz hinter dem Duftbräu nach links, am Bauernhof vorbei zum Wanderparkplatz Schweibern fahren.

Links:
Homepage der Deindlalm
Die Laglerhütte hat keine Homepage
Homepage des Duftbräu

Buchtipps und Wanderkarte:

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