Auf’s Petersbergl: Wanderung zu Kirche und Gasthaus Petersberg bei Flintsbach

Wanderung: Flintsbach – Burgruine Falkenstein – Petersberg Kirche und Gasthaus und zurück

Kirche und Gasthaus scheinen im ländlichen Bayern eine nahezu untrennbare Einheit zu bilden. Aber selten wird das so deutlich wie auf dem Petersberg bei Flintsbach, wo beide direkt nebeneinander stehen und sich den Gipfel des Kleinen Madron, wie der Petersberg auch heißt, teilen. Die kurze Wanderung dorthin ist gut geeignet als Eingehtour im Frühling. Und wer mag, kann sie auch gleich noch zu den Bauernhöfen und zum Gasthaus Hohen Asten verlängern.

Das Ziel der Wanderung: Die Kirche auf dem Petersberg - und das Gasthaus nebenan

Das Ziel der Wanderung: Die Kirche auf dem Petersberg – und das Gasthaus nebenan

Gefühlte einhundert Mal sind wir auf der Inntalautobahn nach Süden gefahren. Und jedes Mal haben wir kurz hinter Brannenburg rechts, auf halber Höhe, eine strahlend weiße Kirche auf einem Felsen gesehen. Also müssen wir da auch mal hin, schließlich ist die Wanderung auf’s Petersbergl einer der Familienklassiker der Münchner Hausberge. Und wer mag, kann die Tour auch verlängern und noch zu den Hohen Asten gehen. Die sind nicht nur die höchsten ganzjährig bewohnten Bauernhöfe Deutschlands, sondern auch eine weitere Einkehrmöglichkeit.

Gleich vorweg: Der Weg hinauf zum Petersbergl ist nicht besonders anspruchsvoll: Fast auf der gesamten Strecke geht es über eine breite Forststrasse hinauf, für einen Fahrweg ist es allerdings ganz schön steil. Der Weg ist also diesmal nicht das Ziel. Allerdings gibt es entlang des Weges einiges zu sehen.

Wir starten am Wanderparkplatz am Fuß des Berges. Ein paar Meter zurück zur Kreuzung sehen wir schon den Weg, der bergauf in den Wald führt. Nach wenigen Metern stehen ein Kruzifix und Infotafeln der Gasthäuser Petersberg und Hohe Asten fast direkt nebeneinander: Kirche und Gasthaus, das sind sie wieder beisammen. Laut Tafel dauert die Wanderung bis zum Petersberg eine Stunde.

Der weit sichtbare Bergfried der Burgruine Falkenstein

Der weit sichtbare Bergfried der Burgruine Falkenstein

Bereits nach wenigen Minuten Gehzeit durch den Wald erreichen wir die Burgruine Falkenstein. Das Gelände ist ziemlich weitläufig und zumindest der tiefer gelegene Teil der Vorburg ist frei zugänglich. Von der Vorburg sind einige Mauern erhalten. Von der Hauptburg ist vor allem der mächtige Bergfried, der weithin sichtbare Turm, erhalten. Dieser ist bis heute bewohnt und befindet sich in Privatbesitz.

Blick aus der Vorburg der Burg Falkenstein auf Flintsbach

Blick aus der Vorburg der Burg Falkenstein auf Flintsbach

Wir wandern weiter über den Fahrweg hinauf zum Petersberg. Der Weg bleibt unspektakulär, aber es geht schön durch den wilden Wald, an steilen Wänden entlang. Mehrere Wasserfälle sehen wir, zwei kleine Kapellen und einen großen, gespaltenen Felsen. So groß, dass Kinder ein Stück weit durch den Spalt gehen können, als wären sie in einer Höhle.

Einer von mehreren Wasserfällen, die wir auf der Wanderung sehen

Einer von mehreren Wasserfällen, die wir auf der Wanderung sehen

Nach einer weiten Linkskurve sind es nur noch hundert Meter, bis links der Weg zum Petersberg abzweigt. Anstelle des Kreuzwegs früherer Jahrhunderte ist dieser Weg jetzt als Apostelweg gestaltet.

Links ab zum Petersberg - nur noch zehn Minuten bergauf

Links ab zum Petersberg – nur noch zehn Minuten bergauf

Mehrere Steinsäulen mit Abbildungen der Apostel stehen entlang des Weges. Am Beginn des Weges erläutert eine Tafel die Geschichte des Petersbergs.

Ein gespaltener Felsen auf dem Weg zum Petersberg

Ein gespaltener Felsen auf dem Weg zum Petersberg

Nach insgesamt einer dreiviertel Stunde Wanderung sind wir schon auf dem Petersberg angekommen. Direkt vor der Kirche stehen Bänke, von denen aus wir das Inntal nach Norden hin überblicken können. Die bekannten „Golfbälle“, der ehemaligen Radarstation bei Bad Aibling, sind gut zu sehen, die Inntalautobahn und die A8 und natürlich der Inn selbst.

Wäre das Wetter nicht so diesig gewesen, wir hätten noch viel weiter in die Voralpenlandschaft sehen können. Gegenüber, am anderen Ufer des Inn, ragt der Heuberg auf, weiter nach Süden das Kranzhorn mit seinen zwei Gipfelkreuzen.

Geschafft: Das Ende des Apostelwegs, direkt an der Kirche auf dem Petersberg

Geschafft: Das Ende des Apostelwegs, direkt an der Kirche auf dem Petersberg

Oben angekommen kann man die Kirche besuchen und natürlich im Gasthaus Petersberg einkehren. Der Biergarten liegt genau zwischen dem Gasthaus und dem Kircheneingang und bietet auch wieder einen schönen Blick ins Voralpenland. Für Kinder gibt es auch einen kleinen Spielplatz direkt neben dem Wirtsgarten.

Das Berggasthaus Petersberg

Das Berggasthaus Petersberg

Damit wir nicht genau denselben Weg zurückgehen und noch ein wenig mehr „Bergfeeling“ bekommen, gehen wir am Wirtshaus vorbei auf die Wiese. Dort führt ein Wiesenweg bergab, erst leicht, dann steiler. Noch ist der Weg kaum ausgetreten und daher teilweise fast nicht zu erkennen.

Nach einem kurzen steilen Stück teilt sich der Weg. Wir gehen nach links, denn nach einer Kurve geht der Weg nun in einen kurzen, aber schönen Bergpfad über. An einer Felskante entlang führt der schmale Weg nun über viele Felsen bergab. Sogar eine Seilsicherung ist angebracht.

Ein wenig Bergsteigfeeling: der kurze, aber seilversicherte, Steig hinter dem Petersberg

Ein wenig Bergsteigfeeling: der kurze, aber seilversicherte, Steig hinter dem Petersberg

Der Steig ist kurz und auch nicht gerade schwierig, aber schön zu gehen. Er mündet auf einer Wiese, auf der Fundamente und Steinplatten langsam überwuchert werden. Stand hier ein Haus? Ist es eine Bunkeranlage oder ein Wasserspeicher? Wir wissen es nicht. Auf der anderen Seite der Wiese gelangen wir wieder auf den Fahrweg, der nach rechts bergab zurück ins Tal führt.

Bauer am Berg - ein Bauernhof mit über 300jähriger Tradition

Bauer am Berg – ein Bauernhof mit über 300jähriger Tradition

Nach links geht es weiter bergauf zu den Höfen der Hohen Asten, die man nach einer weiteren Stunde Wanderung erreichen kann. Da wollen wir heute aber nicht mehr hin. Besonders die Aussicht auf eine weitere Stunde wandern über die breiten Forstwege macht heute keinen Spaß. Aber wir gehen noch um eine langgezogene Kurve bergauf zum Bauern am Berg.

Das ist nicht nur ein schönes, altes Bauernhaus mit einer Geschichte bis ins 17. Jahrhundert, sondern es gibt dort auch noch eine riesige Wiese, auf der wir noch ein wenig sitzen und die Frühlingssonne genießen, bevor es dann wieder auf dem breiten Weg zurück zum Parkplatz geht.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Weg vom Parkplatz zum Petersberg ist mit einer Stunde angegeben. Das ist schon großzügig gerechnet. Mit Kindern dauert’s naturgemäss aber doch wieder länger. Für den Weg bergab kann man mit weiteren 45-60 Minuten rechnen. Wer weiter zu den Hohen Asten wandern möchte, sollte je eine weitere Stunde für den Aufstieg und Abstieg (da gibt’s einen schönen Waldpfad) einrechnen. Der breite Weg ist sehr gut zu gehen, allerdings ist er für einen Fahrweg ziemlich steil. Den seilgesicherten Pfad am Fels entlang kann man auslassen, wenn man ihn nicht gehen kann oder will. Dann geht man komplett auf dem Aufstiegsweg zurück.

Höhenangaben:
Flintsbach: ca. 480 Meter
Burgruine Falkenstein: 536 Meter
Petersberg (Kleiner Madron): 847 Meter
Hohe Asten: ca. 1105 Meter

Schön ist es dort oben: Auf dem Petersbergl

Schön ist es dort oben: Auf dem Petersbergl

Essen und Trinken:
Das Ziel unserer Wanderung heute waren Kirche und Gasthaus. Das Berggasthaus Petersberg bietet typische bayerische Kost. Wer weiter hinauf geht, kann auch im Berggasthaus Hohe Asten einkehren. Weitere Infos, auch zu Ruhetagen und Betriebsferien: Berggasthaus Petersberg, Berggasthaus Hohe Asten.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Der Fahrweg, über den man bergauf und bergab wandert, ist sehr breit und problemlos zu gehen. Allerdings geht es an mehreren Stellen neben dem Weg steil bergab, so dass man besonders auf kleinere Kinder achtgeben sollte. Der Felsweg kann bei Nässe etwas rutschig sein.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Wenn man sich nicht daran stört, dass der Weg steil ist, kann man ihn mit einem geländegängigen Kinderwagen benutzen.

Wie komme ich hin?
Mit dem Zug: Von München aus kann man in gut einer Stunde nach Rosenheim und mit dem Regionalzug Richtung Kufstein bis Flintsbach fahren. Durch den Ort geht es dann bis zum Wanderparkplatz am Waldrand.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 zum Inntaldreieck, weiter über die A93 Richtung Innsbruck bis zur Ausfahrt Brannenburg. Nach Brannenburg fahren, dort nach links nach Flintsbach. In Flintsbach auf den Wegweiser „Petersberg“ achten. Nach rechts in den Astenweg fahren, bis zum Wanderparkplatz.

Links:
Berggasthaus Petersberg
Berggasthaus Hohe Asten

Buchtipps und Wanderkarte:

Gleich weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar