Winterwanderung von Mühlau zum Brünnsteinhaus

Winterwanderung: Mühlau – Rechenau – Brünnsteinhaus und zurück – mit Rodelbahn

Von Mühlau zwischen Oberaudorf und Kiefersfelden führt eine leichte Winterwanderung nach zweieinhalb Stunden Aufstieg zum Brünnsteinhaus, das am Gipfelfels des Brünnsteins zu kleben scheint. Von hier aus hat man dann einen Blick direkt auf das nahe Kaisergebirge und weit in die Alpen hinein. Und wer mag, kann per Rodel zurück ins Tal fahren. Den Brünnstein-Gipfel lassen wir heute aus, es bleibt ein entspannter Winterwandertag.

Das Brünnsteinhaus kurz unterhalb des Brünnsteingipfels

Das Brünnsteinhaus kurz unterhalb des Brünnsteingipfels

Die Wanderung startet am Wanderparkplatz „Mühlau-Brünnstein“, den sich Brünnstein-Wanderer mit Langläufern teilen, denn hier führt auch eine Loipe entlang. Verfehlen kann man den Weg eigentlich nicht, denn er ist sehr gut ausgeschildert und verläuft zudem bis zum Haus auf der Rodelbahn. Verlaufen ist da kaum möglich.

Der Beginn des Wanderwegs in Mühlau

Der Beginn des Wanderwegs in Mühlau

Der Großteil des Weges wandern wir durch den Wald, zunächst zum Weiler Rechenau. Nach etwa einer halben Stunde Wanderung kommen wir an eine große Wiese. Jetzt sind schon die Häuser von Rechenau zu sehen und der felsige Gipfel des Brünnsteins zeigt sich zum ersten Mal.

Rechenau und der Gipfel des Brünnsteins im Hintergrund

Rechenau und der Gipfel des Brünnsteins im Hintergrund

An der Abzweigung gehen wir nach links, weiter bergauf. Zehn Minuten später erreichen wir Rechenau, wo wir nach rechts auf die Straße wechseln, nur um wenige Meter weiter links zu den Garagen abzubiegen. Hier ist auch das Ende der Rodelbahn vom Brünnsteinhaus. Wer sich einen Leihrodel genommen hat, lässt ihn nach der Abfahrt hier stehen.

Nun geht es weiter über die Rodelbahn bergauf, immer durch den Wald. Die Rodelbahn ist immer schön breit, an manchen Stellen aber auch ziemlich steil und mit mehreren scharfen Kurven ausgestattet, so dass sie mit „mittel“ oder auch „schwer“ bewertet wird.

Aufstieg durch den Wald auf der Rodelbahn

Aufstieg durch den Wald auf der Rodelbahn

Viele Wegmarken gibt es hier im Wald nicht mehr. Der Holzplatz auf 870 Metern Höhe und der Obere Holzplatz auf 1020 Metern Höhe, von dem aus man auch etwas Aussicht auf die gegenüberliegenden, ebenfalls bewaldeten, Bergflanken hat. Kurz darüber treffen wir auf ein Wegkreuz. Von hier aus ist es noch gut eine halbe Stunde Aufstieg zum Brünnsteinhaus.

Das Wegkreuz im Wald auf dem Weg zum Brünnsteinhaus

Das Wegkreuz im Wald auf dem Weg zum Brünnsteinhaus

Weitere zehn Minuten später erreichen wir einen großen Antennenmast. Hier verlassen wir auch den Wald und ab jetzt wird das Bergpanorama mit jedem weiteren Meter beeindruckender. Auch ein Blick zurück lohnt sich.

Blick hinüber zum Trainsjoch

Blick hinüber zum Trainsjoch

Neben dem Kaisergebirge ist es vor allem das mächtige Trainsjoch, das von hier aus deutlich größer aussieht als seine 1708 Meter. Zwei nahe beieinander stehende Berge, der Große Traithen und das Steilner Joch, bilden einen schönen Doppelkegel.

Der Große Traithen und das Steilner Joch

Der Große Traithen und das Steilner Joch

So wandern wir dem Brünnsteinhaus entgegen durch eine Landschaft aus Schneedünen. Kurz nach der tief verschneiten Bergwachthütte zweigt der Weg zum Brünnsteinhaus ab, das wir in einem letzten Rechtsschwung erreichen.

Auf den letzten Metern zum Brünnsteinhaus

Auf den letzten Metern zum Brünnsteinhaus

Das Brünnsteinhaus ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Rosenheim und fast das ganze Jahr über geöffnet. Im Sommer ist es auf der Terrasse mit Kaiserblick am schönsten, im Winter bietet das „Salettl“ mit seiner fast komplett verglasten Front den besten Blick auf den „Koasa“ und die dahinter liegenden Bergketten.

Rodelparkplatz und Kaiserblick am Brünnsteinhaus

Rodelparkplatz und Kaiserblick am Brünnsteinhaus

Runter geht es dann auf dem Hinweg. Jetzt gilt es, sich zu entscheiden. Rodeln oder laufen? Wer seinen Rodel hochgezogen hat, fährt eh ab. Aber auch, wer ohne Rodel aufgestiegen ist, kann schnellentschlossen auf dem Brünnsteinhaus einen Leihrodel mieten und bis Rechenau abfahren.

Die Rodelbahn ist etwa fünf Kilometer lang und gilt als mittelschwer, manchmal wird sie auch als schwer bezeichnet. Allerdings sind bei unserem Besuch auch einige Kinder auf der Bahn abgefahren.

Blick zurück zum Brünnsteinhaus. Unten ist die Bergwachthütte zu sehen

Blick zurück zum Brünnsteinhaus. Unten ist die Bergwachthütte zu sehen

Da ich Mikki dabei habe, wähle ich die Zu-Fuß-Variante. Ihn auf dem Rodel mitzunehmen oder um meinem Rodel herumspringen zu lassen, erscheint mir zu gefährlich auf dieser Bahn. So wandern wir wieder hinunter und sind gut eindreiviertel Stunden später wieder am Wanderparkplatz angelangt.

Robelbahn mit Blick auf das Kaisergebirge

Robelbahn mit Blick auf das Kaisergebirge

Insgesamt ist die Tour von Mühlau zum Brünnsteinhaus eine schöne Wanderung mit Rodelmöglichkeit. Der Aufstieg durch den Wald ist leicht und eher unspektakulär, aber man wandert shön vor sich hin durch den verschneiten Wald. Oberhalb des Waldes wird die Aussicht dann richtig spektakulär. Und das Brünnsteinhaus ist sowieso immer einen Besuch wert.

Abzweig zum Großen Traithen und Trainsjoch, kurz vor dem Brünnsteinhaus

Abzweig zum Großen Traithen und Trainsjoch, kurz vor dem Brünnsteinhaus

Dauer und Schwierigkeit:
Für den Aufstieg kann man etwa zweieinhalb Stunden rechnen, der Absteig zu Fuß ist mit etwa 1:45 Stunden etwas kürzer. Der Weg ist immer breit und leicht zu gehen, einige steilere Abschnitte sind aber dabei. Grödel können sehr hilfreich sein.

Höhenangaben:
Parkplatz Mühlau: 612 Meter
Holzplatz: 870 Meter
Oberer Holzplatz 1020 Meter
Brünnsteinhaus: 1360 Meter
Gipfel Brünnstein: 1634 Meter

Essen und Trinken:
Auf dem Brünnsteinhaus gibt es warme Küche und Kuchen, Getränke natürlich sowieso. Am Ende der Wanderung kann man im Cafe Dörfl einkehren, das gleich gegenüber der Langlaufloipe in Fußwegentfernung zum Parkplatz steht.

Das Cafe Dörfl, nur wenige Minuten vom Parkplatz entfernt

Das Cafe Dörfl, nur wenige Minuten vom Parkplatz entfernt

Wo muss ich besonders aufpassen:
Der Weg ist einfach zu gehen und sollte bei normalen Verhältnissen auch kaum lawinengefährdet sein. Wie immer im Winter gilt es aber, den Lawinenlagebericht und ggf. auch die Website und die Facebookseite der Hütte zu prüfen. Im Winter 2019 musste das Brünnsteinhaus auch wegen zu großer Schneemengen kurzzeitig schließen.
Da der Weg über die Rodelbahn führt, muss man immer mit Rodlern rechnen und entsprechend vorsichtig, möglichst am Rand des Weges, wandern.

Wandern mit Hund:
Auf dem Weg gibt es keine Trinkmöglichkeit. Auf dem Brünnsteinhaus stehen Trinknäpfe bereit. Die Hinweise zum Rodelverkehr auf dem Weg gelten natürlich besonders auch für Hunde. Es bietet sich an, den Hund den kompletten Weg über an die Leine zu nehmen.

Berghund Mikki auf dem Weg bergauf zur Hütte

Berghund Mikki auf dem Weg bergauf zur Hütte

Wie komme ich hin?
Mit Bus und Bahn: Von München fährt man mit dem Meridian Richtung Kufstein in etwa einer Stunde bis Oberaudorf. Um zum Wanderparkplatz zu gelangen, muss man aber noch eine gute zusätzliche Stunde Gehzeit einplanen oder Trampen.
Mit dem Auto: Von München aus auf der A8 bis zum Inntaldreieck, dort auf die A93 Richtung Kufstein/Innsbruck wechseln und bis zur Ausfahrt Oberaudorf fahren. Nach Oberaudorf und dort in Richtung Kiefersfelden fahren. Nachdem man durch das Burgtor gefahren ist, rechts in die Seestraße oder die Franz-Huber-Straße abbiegen. Beide führen auf die Mühlauer Straße. An der Abzweigung vor der Loipe steht ein hölzernes Bushäuschen mit vielen Wanderwegweisern. Dort rechts fahren. Nach ca 100 Metern endet die Straße am Wanderparkplatz.

Links:
Homepage und Facebookseite des Brünnsteinhauses.
Brünnsteinhaus in der DAV-Hüttensuche
Homepage vom Cafe Dörfl
Informationen zur Rodelbahn bei Roberge.de und rodelfuehrer.de

Buchtipps und Wanderkarte:

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