Schneeschuhwanderung auf das Hahnl im Passeiertal

Schneeschuhwanderung: Ulfas/Kratzegg – Waalweg – Pfarrer – Hahnl – Ulfaser Alm – Parkplatz Ulfas/Kratzegg

Das Hahnl ist ein Vorberg der Matatzspitze oberhalb des Passeiertals und zählt zum Naturpark Texelgruppe. Die Aussicht auf die Ötztaler und Stubaier Alpen soll vom auf dieser Schneeschuhwanderung hervorragend sein. Oben liegt auch genügend Schnee, während das Tal in diesem bislang schneearmen Winter noch völlig grün ist. Für mich wird es die erste Schneeschuhtour dieses Winters werden.

Großartiges Panorama auf dem Gipfel des Hahnl im Passeiertal in Südtirol

Großartiges Panorama auf dem Gipfel des Hahnl im Passeiertal in Südtirol

Ziemlich genau 500 Höhenmeter erwarten uns. Für eine Wanderung wäre das nicht besonders viel, aber für die erste Schneeschuhwanderung des Winters? Schwer einzuschätzen, mal sehen, was mich erwartet. Zunächst fahren wir zu siebt von unserem Hotel aus im Kleinbus zum Ausgangspunkt. Vom Hotel Jägerhof an der Jaufenpass-Straße fahren wir hinunter nach St. Leonhard in Passeier, wieder hinauf nach Moos und Ulfas zum Parkplatz zwischen den Weilern Rauchegg und Kratzegg. Am Steuer unser Bergführer Michl, dahinter wir sechs Hotelgäste. Neben mir sitzt Ernst, der die Website Almenrausch.at betreibt.

An der Brücke: Hier ziehen auch wir unsere Schneeschuhe an

An der Brücke: Hier ziehen auch wir unsere Schneeschuhe an

Ab dem Parkplatz gehet es zunächst flach zu Fuß über den Weg “2A” bis zu einer Brücke. Hier ziehen wir unsere Schneeschuhe an. Möglich gewesen wäre es schon am Parkplatz, aber die Schneedeke erschien Ernst und mir dort doch noch arg dünn. Direkt hinter der Brücke verlassen wir den Weg “2A” und folgen links dem schmalem Pfad bergauf, der uns tiefer in den Wald führt.

Kurz vor dem Waalweg, noch ist die Steigung recht sanft

Kurz vor dem Waalweg, noch ist die Steigung recht sanft

Rechts der Wald, links der Abhang, dazwischen unser Weg, der teilweise nur gut zwei Schneeschuhe breit ist und noch recht gemütlich bergauf führt. Ein paar kurze steilere Stufen müssen wir überwinden, ein kurzes Wegstück ist mit einem Geländer gesichert. Ein Stück gehen wir nun auf einem Waalweg. Waalwege sind Wege neben schmalen künstlichen Bewässerungskanälen. In Südtirol werden viele dieser alten Wege als Wanderwege genutzt. Da sie dem Wasserlauf folgen, haben sie meist eine recht gleichbleibende, sanfte Steigung.

An diesem Wochenende bin ich gemeinsam mit Ernst von almenrausch.at

An diesem Wochenende bin ich gemeinsam mit Ernst von almenrausch.at

Doch wird gehen nur ein kurzes Stück auf dem Waalweg, als wir diesen verlassen, wird es spürbar steiler. Wir treffen auf eine Forststraße und danach wird es dann noch einmal steiler. Am Waldrand überklettern wir noch einen Weidezaun und stehen in einem Winterwunderland. Eine große, verschneite Almwiese liegt hier und am Rand der Wiese eine Almhütte, wie für uns hingestellt. Rings herum der verschneite Winterwald.

Auf der großen Almwiese kurz vor dem Pfarrer

Auf der großen Almwiese kurz vor dem Pfarrer

Und keine Spuren im Schnee! Wir sind die ersten, die hier hinauf zu Hahnl gehen. An der geschlossenen Almhütte der Kuntner Alm vorbei gehen wir weiter bergauf, wieder ziemlich steil. Langsam sehen wir die ersten Berggipfel des großartigen Panoramas, das uns erwartet. Und dann sehe ich ein Gipfelkreuz. Nicht mehr weit, gleich haben wir es geschafft, denke ich mir. Der letzte Aufstieg hat doch einiges an Kraft gekostet.

Fotomotive ohne Ende am Wetterkreuz am Pfarrer

Fotomotive ohne Ende am Wetterkreuz am Pfarrer

Doch wir sind erst auf dem “Pfarrer”, einem langgezogenen Bergrücken. Un das Gipfelkreuz ist auch kein Gipfelkreuz, es hat zwei Querbalken, ist also ein Wetterkreuz. Und nun warten auf uns noch einmal gute 150 Höhenmeter, bis wir auf dem Hahnl stehen werden. Aber zunächst geniessen wir das Panorama und blicken auf die Ketter der mächtigen Alpengipfel gegnüber.

Da geht's auffi: Noch keine Fußspuren auf unserem Aufsteigsweg zum Hahnl

Da geht’s auffi: Noch keine Fußspuren auf unserem Aufsteigsweg zum Hahnl

Eine kurze Verschnaufpause, dann geht es weiter bergauf. Das Hahnl ist ein Wiesenberg, sein Gipfel eine sanft gerundete Kuppe. Jetzt ist alles verschneit, und auch dieser Schnee ist noch völlig unberührt. Anfangs gehen wir geradeaus hinauf durch den Schnee, als es noch steiler wird, in Serpentinen.

Perfekte Winterlandschaft auf dem Hahnl

Perfekte Winterlandschaft auf dem Hahnl

Mittlerweile ist es ziemlich anstrengend, aber die Belohnung ist grandios. Wir stehen auf dem Gipfel des Hahnl auf 1999 Metern Höhe im Schnee und sehen uns im alle Richtungen um.

Das Spiel von Licht und Schatten am verschneiten Hang

Das Spiel von Licht und Schatten am verschneiten Hang

Die Matatzspitze liegt fast vor uns, allerdings ist sie mit 2179 Metern noch ein Stück höher. Wir sehen über das Passeiertal, einem für die tiroler Historie bedeutsamen Tal. Bei St. Leonhard in Passeier, am Sandhof, wurde der Tiroler Freiheitsheld Andreas Hofer geboren und hat dort gelebt. Später wurde er an der Pfandleralm oberhalb des benachbarten St. Martin in Passeier, auf der er sich versteckt hielt, gefangengenommen.

Wie genissen das Panorama und schauen zurück auf unseren Aufstiegsweg zum Hahnl

Wie genissen das Panorama und schauen zurück auf unseren Aufstiegsweg zum Hahnl

Aber für uns bleibt das Panorama die Hauptsache. Wir blicken über das Halbrund der verschneiten Berge. Wer kann mir Bergnamen auf den Fotos hier nennen? Immer her damit. Wir fotografieren und staunen im Wechsel nebenbei essen wir unsere aus dem Hotel mitgebrachte Brotzeit und die selbstgemachten Müsliriegel.

Unsere Schneeschuh-Wandergruppe im Abstieg vom Hahnl

Unsere Schneeschuh-Wandergruppe im Abstieg vom Hahnl

Mehr oder weniger auf unserem Aufstiegsweg gehen wir wieder zurück. Wieder zum Pfarrer mit dem Wetterkreuz, wieder zur Alm. Was auf dem Hinweg ein kraftraubender steiler Aufstieg war, wird nun zum leichten Lauf bergab.

Nur eine Aufstiegsspur auf das Hahnl ist zu sehen. Die von unserer Schneeschuh-Wandergruppe

Nur eine Aufstiegsspur auf das Hahnl ist zu sehen. Die von unserer Schneeschuh-Wandergruppe

Ja, mit Schneeschuhen kann man auch ziemlich schnell rennen! Oder an besonders steilen Stellen, einfach “laufen lassen” und hinunter schlittern. Es kostet ein wenig Überwindung, aber beim ersten Sturz in den Schnee merkt man, dass der Fall sehr weich ist. Also kann man gleich nochmal etwas schneller runterlaufen.

Der gesicherte Wegabschnitt im unteren Teil des Abstiegs

Der gesicherte Wegabschnitt im unteren Teil des Abstiegs

Einen längeren Schlenker weg vom Aufstiegsweg machen wir, als wir wieder den Waalweg erreicht haben. Wir steigen nicht direkt zur Brücke ab, sondern wandern noch weiter auf dem Waalweg bis zur Ulfaser Alm, an der wir ein weiteres Wetterkreuz entdecken.

Das Wetterkreuz an der Ulfaser Alm

Das Wetterkreuz an der Ulfaser Alm

Auf der verschneiten Zufahrtsstraße zur Ulfaser Alm gehen wir dann wieder zurück zum Parkplatz. Ein großartiger Tag auf Schneeschuhen geht zu Ende. Schon etwas anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Ich bin aber froh, dass wir nicht schon in Christl losgegangen sind, denn dann hätten wir noch einmal 400 weitere Höhenmeter gehabt. Ob wir dann noch bis zum Gipfel gekommen wären?

An der Ulfaser Alm

An der Ulfaser Alm

Dauer und Schwierigkeit:
Für den Aufstieg vom Parkplatz bis zum Gipfel des Hahnl haben wir gute zwei Stunden benötigt. Etwa 15 Minuten auf der Fahrstraße bis zur Brücke, dann eine halbe Stunde durch den Wald bis zur Straße. Von dort aus 20 Minuten bis zur Almhütte und noch einmal 20 Minuten bis zum Pfarrer. Der Aufstieg bis zum Gipfel des Hahnl dauert weitere 45 Minuten. Zurück geht es wesentlich schneller. Zwar haben wir wieder zwei Stunden gebraucht, aber wir ahben auch eine Extraschleife zur Ulfaser Alm hinzugefügt. Vom Hahnl zum Pfarrer sind es nur noch 20 Minuten. Und schon 30 Minuten später sind wir wieder auf dem Waalweg. Eineinviertel Stunden nach dem Gipfel sind wir an der Ulfaser Alm und weitere 45 Minuten später stehen wir wieder am Auto.
Diese Schneeschuhwanderung ist im unteren Teil leicht, weiter oben wird es steiler und somit konditionell fordernder. Technische Schwierigkeiten hatten wir auf dieser Tour keine. Für den oberen Abschnitt auf Lawinenhinweise und die Informationen des Bergführers achten.

Der verschneite Abstiegsweg von der Ulfaser Alm

Der verschneite Abstiegsweg von der Ulfaser Alm

Höhenangaben:
Rauchegg (Parkplatz): ca. 1480 Meter
Kuntner Alm: 1747 Meter
Kitzbichl: 1780 Meter
Pfarrer: 1825 Meter
Hahnl: 1999 Meter
Ulfaser Alm: 1601 Meter

Essen und Trinken:
Auf dieser Wanderung gibt es im Winter keine Einkehrmöglichkeit.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Im Aufstieg hinter der Brücke fällt neben dem Weg der Hang schon recht steil ab, dort muss man achtsam gehen. Ein Teil des Weges ist mit einem Geländer gesichert, andere nicht. Vorsicht vor allem, wenn viel Schnee liegt oder es vereiste Stellen geben sollte. Im Abschnitt von der Alm über den Pfarrer bis zum Hahnl-Gipfel führt der Weg über freies Wiesengelände. Weiter unten durch Wald. Bei viel Schnee sollte man nicht bis auf den Gipfel gehen. Wie immer bei Winterwanderungen gilt es Schneelage und Lawinenhinweise zu beachten, hier besonders im oberen Abschnitt von Pfarrer und Hahnl-Gipfel.

Wie komme ich hin?
Mit dem Auto: Von St. Leonhard in Passeier aus fährt man nach Moos in Passeier, Platt und Ulfas zum Parkplatz. St. Leonhard erreicht man von Sterzing aus über den Jaufenpass. Im Winter Straßenverhältnisse beachten. Der Jaufenpass ist im Winter von 18-8 Uhr gesperrt. Alternative ohne Passüberquerung: Von Bozen nach Meran, von dort aus St. Leonhard fahren.
Bis Meran kann man per Bahn anreisen. Von dort aus fahren Busse nach St. Leonhard und weiter nach Moos bzw.in Richtung Walten und Jaufenpass.

Eine kleine Schneespitze auf dem Hahnl

Eine kleine Schneespitze auf dem Hahnl

Links:
Die Schneeschuhwanderung auf das Hahnl bei almenrausch.at
Unser Hotel: Jägerhof in Walten im Passeiertal
Artikel über unseren Bergführer Michl.
Ein Interview mit Michael Tschöll – Leidenschaftlicher Bergführer und Outdoor-Fan

Buchtipps und Wanderkarte:

Hinweis: Zu dem Wochenende im Passeiertal hat mich das Geniesser- und Wanderhotel Jägerhof eingeladen, das auch unseren Bergführer Michl gestellt hat.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wow- das ist wirklich ein wahres Winterwunderland. Genau solche Bilder und Berichte machen Lust die Couch zu verlassen und raus in die Natur zu gehen.

    Falls du bzw. deine Leser auf der Suche nach passenden Schneeschuhtouren seid, dann schau gerne mal auf unserem Portal vorbei. Wir haben ganz neu Schneeschuhtouren des Rother Bergverlags in den Chiemgauer Alpen, den Bayrischen Bergen und in Südtirol Ost bei uns (www.enziano.com) online. Jede Tour kann ganz einfach einzeln gekauft werden, ohne dass ihr euch gleich den kompletten Führer zulegen müsst.

    Ich hoffe, dieser Kommentar ist hier willkommen 🙂
    LG Steffi

  2. Hübsche Tour!

    In meinen Breiten lässt der Schnee leider noch auf sich warten und so stehen Schneeschuhe und Tourenski diesen Winter noch unbenutzt im Keller…

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