Der Schleierwasserfall im Wilden Kaiser

Wanderung: Going Hüttling – Hüttlmoos – Schleierwasserfälle – Graspoint-Niederalm – Going Hüttling

Der wilde Kaiser ist voller schöner Plätze, aber einer der schönsten ist sicher hier oben, wenn man auf den von der Sonne gewärmten Felsen an den Schleierwasserfällen sitzt und ins Tal und in Richtung Kitzbüheler Horn und Rettenberg schaut. Wer Glück hat, kann die Kletterer an einer der vielen Routen am Felsendom beobachten. Zum Abschluss der Wanderung gibt es dann noch Panoramablick und Brotzeit auf der schönen Graspoint-Niederalm.

Hinter dem Schleierwasserfall im Wilden Kaiser sitzen und als Aussicht die Kitzbüheler Alpen

Hinter dem Schleierwasserfall im Wilden Kaiser sitzen und als Aussicht die Kitzbüheler Alpen

Wir starten am Wanderparkplatz Hüttling, passieren die kleine Holzkapelle und gehen die breite Forststraße am Bach entlang bergauf. An der Kreuzung Wasserfall Graspoint nehmen wir nicht den kürzeren Weg 818, sondern folgen zunächst weiter dem „Moor & More“ Weg. Wir wandern nun auf der Forststraße 818a, die um das Hüttlmoos herumführt.

Nach der nächsten Kurve treffen wir auf einen riesigen Sonnentau. Ich fühle mich an Mario Kart erinnert, wo die fleischfressenden Pflanzen ähnliche Ausmaße haben und nach den Spielern schnappen. Diese hier ist aber aus Metall und steht dort, weil sie, in normaler Größe, auch im Hüttlmoos wächst.

Gut, das dieser Sonnentau nicht zuschnappt

Gut, das dieser Sonnentau nicht zuschnappt

An der nächsten großen Abzweigung biegen wir vom „Moor & More“-Weg ab (wer denkt sich solche Namen aus?) und verlieren nun wieder ein paar Höhenmeter. Kurz darauf haben wir einen hervorragenden Blick auf die Maukspitze und die beiden großen Schleierwasserfälle, die, weit entfernt, aber in gerader Linie vor uns aus dem Fels stürzen.

Der Blick vom Hüttlmoos hinauf zur Maukspitze

Der Blick vom Hüttlmoos hinauf zur Maukspitze

Die beiden Schleierwasserfälle vom Hüttlmoos aus gesehen

Die beiden Schleierwasserfälle vom Hüttlmoos aus gesehen

Wenige Meter weiter steht eine kleine Aussichtsplattform, von der aus wir über das Hüttlmoos blicken. Im Schatten liegen jetzt, Ende April, noch größere Schneeflecken, auf den sonnenbeschienenen Flächen blühen die ersten kleinen Blumen gelb und rosa.

Letzte Schneereste im Hüttlmoos

Letzte Schneereste im Hüttlmoos

Wir umrunden das Hüttlmoos weiter, jetzt wieder bergauf und gelangen an den Abzweig zur Graspoint-Niederalm und ein Stück später an einen kleinen Breitau-Wasserfall, der eher eine Stromschnelle im Bach ist.

Ein Hinweis auf den wegen eines Felssturzes gesperrten Weg

Ein Hinweis auf den wegen eines Felssturzes gesperrten Weg

Wenige Meter weiter bergauf zweigt dann links der Steig zu den Schleierwasserfällen ab. Ein schöner und wurzeliger Bergsteig, der aber schon nach ein paar Minuten an zwei Bachquerungen endet. Mit beherzten Schritten auf die Steine lassen sich die Bäche schnell queren, Angst vor nassen Füssen sollte man aber nicht haben.

Der Abzweig zum Schleierwasserfall

Der Abzweig zum Schleierwasserfall

Im Sommer wird das Wasser wohl weniger wild sein, aber jetzt sind die Wasserfälle und ihre beiden Abflüsse von der Schnee noch wasserreich.

Die Bachquerungen. Nicht schwer, aber sie können nass werden

Die Bachquerungen. Nicht schwer, aber sie können nass werden

Auf den folgenden Metern steigen wir steil über die von den Wasserfällen nassen Felsstufen auf. Immer wieder wehen Wasserschwaden hinüber. Ganz trocken bleibt hier niemand, aber es ist ein schöner Aufstieg.

Aufstieg über die Felsen fast direkt neben dem Wasserfall

Aufstieg über die Felsen fast direkt neben dem Wasserfall

Zwischen Felswand und Wasserfall bleibt genug Platz für einige Wanderer

Zwischen Felswand und Wasserfall bleibt genug Platz für einige Wanderer

Oben stehen wir im Felsendom auf einem breiten Plateau unterhalb der gelben, ockerfarbenen und grauen Felsen, in denen es über 150, vorwiegend anspruchsvolle Routen gibt.

Ein passender Name für eine Kletterroute direkt am Wasserfall

Ein passender Name für eine Kletterroute direkt am Wasserfall

Auf der Bank oder einem der viele Felsen sitzend kann man nun von hinten die Wasserfälle beobachten, die einige Meter vom Wandfuß entfernt in die Tiefe fallen. Kitzbühel und die Kitzbüheler Alpen im Hintergrund bilden das Panorama. Und da wir direkt nach Süden schauen, wir es hier an den Felsen auch richtig warm. Ein wirklich grandioser Platz im Wilden Kaiser ist das hier.

Am Schleierwasserfall

Am Schleierwasserfall

Der linke Schleierwasserfall

Der linke Schleierwasserfall

Der Schleierwasserfall und die Felswand mit den Kletterrouten

Der Schleierwasserfall und die Felswand mit den Kletterrouten

Da kommt er her, der Schleierfall

Da kommt er her, der Schleierfall

Eine kleine Gruppe Kletterer sehen wir auch, die aber in einer Route neben dem Dom klettert. Die Mehrzahl der Besucher sind heute aber Wanderer, Familien mit Kindern und viele Hunde. Neben Mikki sind noch drei weitere Hunde hier oben.

Zwickts mi: Eine Zwickstelle gibt es hier oben auch

Zwickts mi: Eine Zwickstelle gibt es hier oben auch

Eigentlich könnte man hier den ganzen Tag sitezn bleiben, aber wir steigen nach einer Zeit wieder über die Felsstufen ab und gehen zunächst den Aufstiegsweg wieder zurück.

Blick zurück auf die zwei Wasserfälle

Blick zurück auf die zwei Wasserfälle

Jetzt nehmen wir aber den Weg zur Graspoint-Niederalm. Der schmale Almweg, oft nur trampelpfadbreit, führt über eine Almwiese, auf der jetzt aber noch keine Rinder stehen. An einigen Stellen führt der Weg über Bretter, er wird also auch mal matschig sein.

Auf dem Weg zur Graspoint-Niederalm

Auf dem Weg zur Graspoint-Niederalm

Kraut und Weg

Kraut und Weg

Nach wenigen Minuten erreichen wir die kleine Jausenstation unterhalb der Ackerlspitze, eines der Felsberge des Wilden Kaisers. Die Terrasse ist auch nach Süden ausgerichtet, so dass wir wieder einen hervorragenden Blick auf die Kitzbüheler Alpen haben.

Die Jausenstation Graspoint-Niederalm vor den Felsbergen des Kaisers

Die Jausenstation Graspoint-Niederalm vor den Felsbergen des Kaisers

Aussicht auf das Kitzbüheler Horn von der Terrasse

Aussicht auf das Kitzbüheler Horn von der Terrasse

Von der Alm aus sind es dann nur noch wenige Minuten Abstieg, bis wir wieder auf den Aufstiegsweg treffen. Nach weiteren fünf Minuten sind wir dann wieder am Parkplatz angelangt.

Die kleine Kapelle am Beginn des Weges

Die kleine Kapelle am Beginn des Weges

Die Wanderung zu den Schleierwasserfällen im Wilden Kaiser kann ich nur empfehlen. Oben bei den Wasserfällen ist ein großartiger Platz mit schönen Wasserfällen und einem tollen Panoramablick auf die Kitzbüheler Alpen. Und vielleicht trefft Ihr ja auch die Huberbuam dort, die am Schleierfall einige der schwersten Routen erklettert haben. Und zum Ende der Wanderung gibt es auf der gemütlichen Graspoint-Niederalm die verdiente Brotzeit.

Dauer und Schwierigkeit:
Etwa eineinhalb gemütliche Stunden sind wir auf der etwas weiteren Runde um das Hüttlmoos herum gewandert. Der direkte Weg 818 ist etwas kürzer. Von oben bis zur Graspoint-Niederalm etwa eine dreiviertel Stunde. Von dort aus sind es gute zwanzig Minuten bis zum Parkplatz. Der Weg ist leicht, bis auf den kurzen Abschnitt direkt am Wasserfall. Dieser Abschnitt ist als mittelschwer „rot“ bewertet.

Höhenangaben:
Wanderparkplatz Hüttling: 820 Meter
Graspoint-Niederalm: 980 Meter
Schleierwasserfall: 1158 Meter

Essen und Trinken:
Auf der kleinen Graspoint-Niederalm mit ihrer Aussichtsterrasse gibt es Suppen, Brotzeiten und natürlich Getränke.

Die Jausenstation Graspoint-Niederalm

Die Jausenstation Graspoint-Niederalm

Wo muss ich besonders aufpassen:
Nur auf den letzten Metern unmittelbar unterhalb der Wasserfälle wird die leichte Wanderung zum Aufstieg über glitschige Felsen. Zwei kurze, aber wasserreiche Bachquerungen stehen vor dem finalen Aufstieg. Ansonsten ist es eine leichte Wanderung.

Die Wasserfälle erzeugen viel Gischt, die dann bis auf den Aufstiegsweg weht

Die Wasserfälle erzeugen viel Gischt, die dann bis auf den Aufstiegsweg weht

Wandern mit Hund:
Hunde können an einigen Stellen der Wanderung an Bächen trinken. Auf dem kurzen Stück vor dem Wasserfall sollten sie ausreichend Geschicklichkeit und Sprungkraft für die Felsstufen haben. Auf dem Weg zur Graspoint-Niederalm quert man Almgelände.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München mit dem Zug bis Wörgl, wobei man ggf. in Rosenheim oder Kufstein umsteigen muss. Von dort mit dem Bus 4060 bis Going Stanglwirt. Von dort aus zum Parkplatz wandern.
Informationen zum Busverkehr gibt es bei wilderkaiser.info
Mit dem Auto: Über die A8 und die Inntalautobahn A93/A12 bis Kufstein Süd (Mautpflicht!) fahren. Dort über die 173/178 Richtung St. Johann fahren. Going passieren und am Stanglwirt links abbiegen. Dann leicht rechts halten und den Aschauer Weg zum Parkplatz Hüttling fahren.

Links:
Informationen zur Graspoint-Niederalm
Wenn Ihr Euch für die Kletterrouten am Schleierfall interessiert und Kletterfotos sehen wollt, schaut bei stadler-markus.de und bei climbers-paradise.com vorbei.

Hinweis (2018): Der „mittlere Höhenweg“ 822 ist zwischen dem Schleierwasserfall und dem Stiegenbach Wasserfall aufgrund eines schweren Felssturzes und Steinschlaggefahr gesperrt. Aktuelle Informationen hierzu auf wilderkaiser.info. Diese Sperre betrifft nicht die hier beschriebene Wanderung.

Buchtipps und Wanderkarte:

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