Mit Mundraub freies Obst finden

mundraub.org – Freies Obst für freie Bürger

mundraub.org, so nennt sich eine Website, auf die ich in den letzten Jahren immer mal wieder gestoßen bin. Als wir vor kurzem bei uns in der Nähe am Eggelburger See in Ebersberg waren, sind uns die vielen Apfelbäume entlang der Wege aufgefallen. Wir haben dann gleich ein paar Fallobst-Äpfel gegessen. Sehr lecker, leicht süß, gleichzeitig aber auch angenehm säuerlich. Leider weiß ich nicht, welche Apfelsorte es war.

Lecker, ein Apfel direkt vom Apfelbaum

Lecker, ein Apfel direkt vom Apfelbaum

In dem Zusammenhang ist mir dann wieder einmal die Website www.mundraub.org eingefallen. Und auch, dass ich vor Kurzem gelesen habe, dass es in den Supermärkten nur noch einige, immer gleiche, Apfelsorten gibt. Man hat also beim Einkauf viel weniger Auswahl als noch vor 10 oder 20 Jahren. Das bedingt, dass natürlich auch vor allem diese typischen Supermarkt-Apfelsorten angebaut werden, die Artenvielfalt also deutlich zurückgeht. Bei anderen Obstsorten ist es genauso.

Aber zurück zu Mundraub, einem Web-Projekt, das fünf Berliner ins Leben gerufen haben. Auf mundraub.org kann man auf einer Google Maps Karte Stellen markieren, an denen man Obstbäume, Beerensträucher, Kräuter oder Nüsse entdeckt hat, die frei zugänglich und nutzbar sind.

Damit wollen die Macher die Vielzahl an Obst- und Fruchtsorten aufzeigen und dafür sorgen, dass die Früchte genutzt werden, statt sie nur am Straßenrand vergammeln zu lassen. Oder wie es auf der Seite steht: „mundraub.org ist eine Plattform für Obstallmende. Sie verfolgt das Ziel, in Vergessenheit geratene Früchte der Kulturlandschaft im öffentlichen Raum wieder in die Wahrnehmung zu rücken und in Wert zu setzen, um sie als Teil unserer Kulturlandschaft und der Biodiversität dauerhaft zu erhalten.“

Auch lecker: Kirschen - Das Foto stammt von mundraub.org

Auch lecker: Kirschen - Das Foto stammt von mundraub.org

Dass auf mundraub.org der Begriff der Allmende genutzt wird, gefällt mir sehr gut. Allmende bezeichnet eine vor allem früher in Dorfgemeinschaften verbreitete Form von gemeinschaftlichem Eigentum, häufig beispielsweise Weideflächen. Dieses Eigentum kann von allen Mitgliedern der Gemeinschaft genutzt werden. Das bedingt natürlich, dass man es nicht zu stark benutzt, sonst leidet das gemeinschaftliche Eigentum.

Die englische Entsprechung zu „Allmende“ ist übrigens „Commons“, die im Internet durch den Begriff der „Creative Commons“ geläufig ist. Es ist also kein veraltetes Konzept, auch wenn der deutsche Begriff doch nach längst vergangenen Zeiten klingt.

Es sollte natürlich selbstverständlich sein, dass man die Pflanzen schützt und nicht etwa Äste abknickt, nur um an einen Apfel zu kommen. Dass man nur solche Früchte nutzt, die wirklich frei zugänglich, also „Allmende“, sind sind oder vom Eigentümer freigegeben wurden. Und dass man nur für den normalen Eigenbedarf und nicht aus wirtschaftlichen Interessen erntet. Eben so, wie man mit einem gemeinschaftlichen Eigentum umgehen sollte, um es zu nutzen und für die Zukunft zu erhalten. Die Mundraub-Macher haben das in ihren „Räuberregeln“ beschrieben,

Seht Euch mal auf www.mundraub.org um, es ist wirklich ein sehr interessantes Projekt. Wo kann man sonst Naturschutz und Genuss so gut verbinden, dazu noch völlig kostenlos!

Vielleicht findet Ihr ja auch Orte bei Euch in der Nähe, an denen Ihr selbst Obst pflücken könnt. Oder Ihr kennt neue Fundstellen, die Ihr eintragen könnt.

Über visionbakery hat Mundraub im November 2011 insgesamt 169 Unterstützer gewonnen, die für das Mundraub Handbuch gespendet haben. Das Buch kann jetzt produziert werden! Ich freue mich schon auf mein Exemplar. Weitere Hinweise dazu findet Ihr dann auch auf www.mundraub.org.

Informationen zu den Begriffen Allmende und Mundraub findet Ihr in der Wikipedia.

Gleich weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar