Tag- und Nachtrodeln auf der Gerlosstein-Rodelbahn

Eine lange und leichte Rodelbahn am Gerlosstein im Zillertal

Das Zillertal ist im Winter fest in der Hand der Skifahrer, die sich auf die vielen riesigen Skigebiete verteilen. Aber auch für Rodler gibt es eine Bahn, die zwar nicht allzu herausfordernd, aber richtig lang ist: Die sieben Kilometer lange Rodelbahn am Gerlosstein bei Hainzenberg. Hinauf geht es bequem in der Gondelbahn und nach knapp der Hälfte der Strecke locken Sonnalm und Schlittenstadl. Und auch Nachtrodeln ist am Gerlosstein möglich.

Prächtiger Ausblick über das Zillertal von der Bergstation der Gerlossteinbahn

Prächtiger Ausblick über das Zillertal von der Bergstation der Gerlossteinbahn

Und in der Nacht sind wir auch zunächst gerodelt. Die Fotos sind allerdings vom Tag, Fotos vom Nachtrodeln habe ich leider keine gemacht.

Die Auffahrt mit der Gerlossteinbahn war etwas verwirrend, denn wir haben nur auf schwarzen Wald heruntergesehen. Ist die Bahn etwa nicht beleuchtet? Sollten wir in völliger Dunkelheit fahren müssen? Wo hab ich nur meine Stirnlampe? Doch die Verwirrung hat sich schnell aufgelöst: Die Rodelbahn führt an der anderen Seite des Berges entlang und natürlich ist sie auch mit großen Lampen beleuchtet.

Am Start der Gerlosstein-Rodelbahn

Am Start der Gerlosstein-Rodelbahn

Direkt von der Bergstation aus führt ein Weg bergab zum Berghotel, den wir schon hinabrodeln können, auch wenn er noch nicht zur Rodelbahn gehört. Unmittelbar vor dem Hotel biegt der Weg scharf links ab und ein paar Meter weiter kreuzen wir zum ersten Mal die Skipiste. Wenige Meter dahinter liegt dann der offizielle Start der Rodelbahn.

Die Rodelbahn ist durchgehend etwa vier bis fünf Meter breit und hat ein fast immer gleichbleibend leichtes Gefälle. Nur an einer Stelle im oberen Bereich gibt es ein wenige Meter kurzes Steilstück. Dazu ein paar Serpentinenkurven, das ist alles gut machbar. Der talseitige Rand ist an manchen Stellen mit Bretterwänden oder Netzen gesichert, meistens aber frei. Bei der breiten Bahn sollte das aber eigentlich kein Problem darstellen.

Sicherungssnetze und Bretterwand an einer engen Serpentinenkurve

Sicherungssnetze und Bretterwand an einer engen Serpentinenkurve

Also rauf und den Schlitten und rein in die Nacht. Die Bahn ist gut ausgeleuchtet und an manchen Stellen haben wir einen Blick hinunter ins Zillertal. Unter den tiefhängenden Wolken leuchten die Lichter von Zell. Das hat was.

Und schon erreichen wir den Schlittenstadl, der rechts neben der Piste liegt. Knapp die Hälfte der Strecke haben wir also schon geschafft. Auf den Übersichtskarten ist nur die Sonnalm eingezeichnet, der Schlittenstadl liegt direkt daneben.

Der Schlittenstadl steht direkt neben der Rodelbahn

Der Schlittenstadl steht direkt neben der Rodelbahn

Der Schlittenstadl bietet sich für eine Stärkung an, hier gibt es mächtige Portionen und es schmeckt wirklich gut. Statt eines Verdauungsspaziergangs geht es nun auf die zweite Häfte der Rodelbahn. Kurz hinter den Häusern der Sonnalm gibt es noch einen wenige Meter kurzen Ziehweg, dann geht es in den Wald. Das untere Stück der Rodelbahn führt dann auch fast komplett durch den Wald.

Auf dem unteren Teil der Gerlosstein-Rodelbahn

Auf dem unteren Teil der Gerlosstein-Rodelbahn

Wieder sind einige scharfe Kurven zu meistern, aber zwischendurch gibt es auch wieder lange Gleitstücke, auf denen man gut Geschwindigkeit bekommt. Und schon zeigen Schilder das Ende der Rodelbahn an. Nur noch ein paar Meter, dann sind wir wieder an der Talstation der Gerlossteinbahn und am Rodelverleih.

Das Schlußstück der Gerlosstein-Rodelbahn, hier war die Schneedecke schon arg dünn

Das Schlußstück der Gerlosstein-Rodelbahn, hier war die Schneedecke schon arg dünn

Ich habe die Bahn dann tagsüber noch einmal ausprobiert, zu der Zeit teilen sich Gruppen von Erwachsenen und Familien mit Kindern die Bahn. Voll war es trotzdem nicht. Die beschränkte Kapazität der Gerlossteinbahn sorgt dafür, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig starten.

Blick von der Rodelbahn auf Hainzenberg und das im Nebel liegende Zillertal

Blick von der Rodelbahn auf Hainzenberg und das im Nebel liegende Zillertal

Und tagsüber hat man einen großartigen Ausblick auf das Zillertal, hinunter nach Zell und auf die schneebedeckten Berge. Die Terrasse des Schlittenstadl liegt in der Sonne und auch im unteren Abschnitt der Rodelbahn gibt es nun ein paar Ausblicke aus dem Wald.

Ausblick auf die Rodelbahn und das Tal von der Terrasse des Schlittenstadl

Ausblick auf die Rodelbahn und das Tal von der Terrasse des Schlittenstadl

Der Winter 2013/2014 ist bisher auch im Zillertal schneearm. Die Bahn war aber, mit Ausnahme des Auslaufs, in einem recht guten Zustand. Im oberen Bereich war sie sehr gut zu fahren, unten gab es einzelne schneefreie Stellen. Die aktuellen Öffnungszeiten von Gondelbahn und Rodelbahn und den Zustand der Rodelbahn könnt Ihr auf den Homepages des Hotels Gerlosstein und des Schlittensstadls einsehen.

Die Doppelgondeln der Gerlossteinbahn

Die Doppelgondeln der Gerlossteinbahn

Bei den Leihrodeln habe ich sowohl den Komfortrodel als auch einen Alurodel ausprobiert. Der Holz-Komfortrodel war schon gut zu fahren, der Aufpreis für den Alurodel lohnt sich aber, da sich dieser leichter lenken lässt und auch etwas schneller wird.

Höhenangaben:
Talstation Gerlossteinbahn: 935 Meter
Bergstation Gerlossteinbahn: 1650 Meter
Schlittenstadl, Sonnalm: 1360 Meter

Rodelbahn:
Länge: 7 Kilometer
Höhendifferenz: 715 Meter
Fahrtdauer: Knapp 30 Minuten

Essen und Trinken:
Im Berghotel wenige Meter unterhalb der Bergstation und im Schlittenstadl, nach etwa der Hälfte der Rodelbahnstrecke. In Hainzenberg gibt es weitere Restaurants.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Rodeln ist grundsätzlich keine ungefährliche Sportart, man muss also immer aufpassen. Die Rodelbahn am Gerlosstein ist als “leicht” eingestuft und hat das Rodelbahngütesiegel des Landes Tirol erhalten. Ich würde sie aufgrund des Steilstücks, der teils scharfen Kurven und der ungesicherten Abschnitte als mittelschwer einstufen. Besonders aufpassen muss man an ein paar Stellen im oberen Teil, an denen die Rodelbahn die Skipiste kreuzt. Diese Stellen werden durch Schilder angekündigt. Und man sollte natürlich nicht an der Talseite von der Strecke abkommen. Besonders kritische Abschnitte sind hier aber mit Brettern oder Netzen gesichert.

Ideal: Anreise mit der Zillertalbahn nach Zell und dann per Bus nach Hainzenberg

Ideal: Anreise mit der Zillertalbahn nach Zell und dann per Bus nach Hainzenberg

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus über Rosenheim und Kufstein bis Jenbach, von dort aus mit der Zillertalbahn bis Zell am Ziller. Von dort gibt es eine Anschluß-Busverbindung nach Gerlos, die über Hainzenberg führt. Der Bus hält direkt an der Talstation der Gerlossteinbahn.
Mit dem Auto: Von München aus über die Autobahn A8 zum Inntaldreieck, weiter über die A93 und die A12 (Österreich: Mautpflichtig) bis zur Ausfahrt Wiesing/Zillertal. Alternativ geht es mautfrei über Tegernsee und den Achenpass ins Zillertal. Weiter über die Zillertalstraße nach Zell am Ziller, dort den Schildern “Gerlossteinbahn” folgen, In Hainzenberg gibt es Parkplätze direkt an und gegenüber der Talstation der Gerlossteinbahn.

Links:
Gerlossteinbahn
Schlittenstadl, Sonnalm und Rodelverleih
Rodelcenter Hainzenberg
Berghotel Gerlosstein
Tiroler Rodelbahngütesiegel

Buchtipp und Wanderkarte:

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank dafür das du meine tollen Erinnerungen aus dem letzten Jahr wachgerüttelt hast! Wir waren letztes Jahr mit der Famlie dort und fanden es sehr schön! ach welch Erinnerungen da wach werden *g* Tolle Fotos!

    vielleicht schaffen wir es dieses Jahr noch auf dem Heimweg vorbei zu schauen!

    bis zum nächsten mal!

    Claudia

  2. Gibt es auch Bilder vom Nchtrodeln ? Würde zu gerne wissen wie es bei euch war 🙂 Hier war es auf jeden fall spaß gemacht 😛

  3. Leider habe ich vom Nachtrodeln keine Fotos, ich hatte den Fotoapparat im Hotel vergessen. Peinlich. Und die Handykamera war nicht gut genug für Nachtfotos.

  4. Schade, mich hätte die Fotos vom Nacht-Rodeln auch interessiert. Aber auch die Fotos die du tagsüber gemacht hast machen Freude auf die kommende Rodelsaison. Gruß

  5. Also ich (Mutter mit Kleinkind) kann vor dieser Rodelbahn nur warnen. Es sind zahlreiche Buckelpisten drin und man kommt sehr oft auf eine ganz enorme Geschwindigkeit, die teilweise mit den Füssen kaum zu bremsen ist. Es geht an der Seite sehr oft ganz steil runter und zwar an zahlreichen Stellen ohne Schutzwand oder Netze!
    Hochgefährlich. Wenn jemand von der Bahn abkommt, wie soll das bemerkt werden? Zumal wenn man in dem Moment auch bei recht regem Fahrbetrieb doch öfters ohne Blickkontakt zu anderen Personen ist.

  6. Hallo Tina,
    vielen Dank für Deinen Kommentar! Rodeln hängt immer sehr von den aktuellen Verhältnissen ab und ist auch sehr subjektiv.
    Ich bin auf der Bahn an verschiedenen Tagen gefahren und fand sie jedesmal gut zu beherrschen, auch wenn ich vor dem Steilstück erst mal bis zum Stand gebremst habe. Das Bremsen kann an vereisten Stellen natürlich schon sehr viel schwieriger sein.
    Für kleine Kinder ist die Bahn auch schon sehr lang. Allerdings waren bei unseren Besuchen auch jeweils Familien mit kleineren Kindern dort.
    Viele Grüße,
    Uli

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