Wanderung zur Ruine der Burg Hohenwaldeck über dem Schliersee

Wanderung, leicht, 300 Hm: Schliersee – Ruine Burg Hohenwaldeck – Fischhausen – Schliersee

Eine kurze, kleine Wanderung, die man dank sonnenintensiver Ausrichtung und geringer Höhe auch schon früh im Jahr machen kann. Einen Gipfel erreichen wir diesmal nicht, ein Kreuz mit viel Aussicht gibt es trotzdem. Wir besuchen die Ruine der Burg Hohenwaldeck oberhalb des Schliersees. Da von der Burg infolge eines Felssturzes nur noch wenige Mauern stehen, die dazu noch vom Wald umgeben sind, ist die Ruine vom Schliersee aus kaum erkennbar. Umgekehrt ist der Ausblick von Hohenwaldeck aus auf den Schliersee aber hervorragend.

In der Burgruine Hohenwaldeck über dem Schliersee

In der Burgruine Hohenwaldeck über dem Schliersee

Die Wanderung beginnt am Bahnhof von Schliersee. Von hier aus gehen wir an der „Vitalwelt“ mit dem Hallenbad vorbei und stehen schon nach zwei Minuten am Ufer des Schliersees.

Hier sehen wir auch schon die bis zum Gipfel bewaldeten Leitner Nasen und der Hirschgeröhkopf, an deren Hängen die Burgruine Hohenwaldeck liegt.

Ein erster Blick auf den Berg, an dem wir wandern. Der bewaldete Berg links ist es

Ein erster Blick auf den Berg, an dem wir wandern. Der bewaldete Berg links ist es

Durch Schliersee zum Wanderweg

Auf dem stattlichen Wanderwegweiser sind einige Ziele angegeben, ein Hinweis auf die Burgruine Hohenwaldeck fehlt aber. Wir gehen nach links und wandern am Ufer entlang, so dass wir die Hauptstraße teilweise meiden können.

Wir passieren die große Liegewiese mit schönem Spielplatz und erreichen die Pfarrkirche St. Sixtus. Zwischen dem Gebäude und der Terrasse vom Hofhaus am See gehen wir dann doch zur Hauptstraße, wo wir nach rechts abbiegen.

Ziele gibt es hier mehr als genug, aber wo geht's zur Burg Hohenwaldeck?

Ziele gibt es hier mehr als genug, aber wo geht’s zur Burg Hohenwaldeck?

Entlang der Straße geht es zum Hotel Schlierseer Hof, ab dort dann durch die langgezogene Grünanalge am Seeufer entlang in Richtung Freibad. Dort überqueren wir die Hauptstraße an der Ampel und gehen gegenüber wenige Meter zurück, um dann in die Staße „Unterleiten“ abzubiegen.

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Ein Blick zurück auf den Ort Schliersee

Ein Blick zurück auf den Ort Schliersee

Hier ist auch der Wanderweg 674 zur Ruine Hohenwaldeck ausgeschildert. Eine Stunde Gehzeit, blauer Punkt, das passt.

An der Straße liegt auch der Parkplatz P8. Wer mit dem Auto angereist ist, kann, statt am Bahnhof, auch hier kostenpflichtig parken.

Erfolglose Suche nach einer Jodquelle

Am Parkplatz sehen wir auch ein dickes Rohr aus dem Boden ragen. Eine Tafel nebenan erklärt dessen BEdeutung. Hier wurde in den Jahren 1924-28 eine Probebohrung durchgeführt, mit der man auf eine jodhaltige Heilwasserquelle stoßen wollte. Allerdings ist diese Bohrung gescheitert.

Hier wurde vor 100 Jahren erfolglos nach Jobwasser gebohrt

Hier wurde vor 100 Jahren erfolglos nach Jobwasser gebohrt

Auf dem Wanderwewg zur Burg

An der folgenden Linkskurve ist der Wanderweg der Straße folgend ausgeschildert. Schöner ist aber der Weg über die Privatstraße, die durch die Bergwiesen zum Hof Oberleiten führt. Wichtig: In der schrfen Linkskurve nicht geradeaus auf den Wiesenweg wechseln, sondern weiter der Straße folgen!

Auf der Privatstraße hinauf zum Bauernhof Oberleiten

Auf der Privatstraße hinauf zum Bauernhof Oberleiten

Kurz darauf führen von links Treppenstufen steil zur Straße hinauf. Da kommt dann hoch, wer unter weiter der Beschilderung gefolgt ist. Die Straße führt dann unterhalb des Bauernhofes entlang.

Der Hof Oberleiten

Der Hof Oberleiten

An einer kleinen Baumgruppe unterhalb des Hofes biegt rechts ein schmaler, eingezäunter Weg ab. Zunächst führt er am Zaun entlang mit schönen Ausblicken auf den Schliersee und den gleichnamigen Ort. Nach einer Linkskurve wird er zum Wiesenweg, der leicht ansteigend auf den Wald zuführt.

Im Wald geht es zunächst auf einem breiten Weg weiter. Die Wurzeln der Bäume entlang des Weges sehen schon ziemlich spektakulär aus! Im Sommer kann man auf dem ersten Stück des Waldwegs auch schon mal auf Kühe treffen.

In einer scharfen Linkskurve führt geradeaus ein deutlich schmalerer Steig weiter. An einem Baum ist deutlich ein roter Punkt erkennbar. An dieser Stelle sind beide Varianten möglich. Auf dem breiten Weg bleiben oder den schmalen Steig nehmen. Auf dem schmalen Steig zu wandern ist natürlich viel schöner, deshalb nehmen wir diesen Weg.

Der Steig führt direkt am Hang entlang und dann gewinnen wir über ein paar kurze Serpentinen schnell an Höhe, bevor der Steig wieder auf den breiten Weg trifft.

Wieder können wir entscheiden: Rechts auf dem breiten Weg oder geradeaus weiter den roten Punkten folgen. Es ist eigentlich egal, denn 50 Meter weiter vereinigen sich beide Wege wieder.

Der Weg wird wieder schmaler, bleibt aber gut zu gehen. An einer Bank haben wir noch einmal eine schöne Aussicht auf den nördlichen Schliersee.

Ein schön wurzeliger Abschnitt des Weges

Ein schön wurzeliger Abschnitt des Weges

Etwas wurzeliger führt der Weg nun zu einem Abzweig und kurz darauf haben wir den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Zur Burgruine Hohenwaldeck werden wir von hier an nur noch bergab laufen.

Wir passieren eine Gedenktafel für einen 1927 hier verstorbenen Jäger und stehen wenige Minuten später vor der Burgruine, von der wir allerdings noch nichts sehen können.

Aber Schilder und ein Transparent weisen auf die Burg hin, die wir über eine Treppe aus Wurzeln erreichen.

Die Burgruine Hohenwaldeck

Die Burg Hohenwaldeck ist schon viele Jahrhunderte lang nur noch eine Ruine. Errichtet wurde sie im Hochmittelalter um das Jahr 1200 herum vom Adelsgeschlecht der Waldecker. Wie sie genau ausgesehen hat, lässt sich heute nicht mehr sagen, aber es sind noch einige Grundmauern erhalten. So weiß man auch, dass die Burg Hohenwaldeck einen Turm, den Bergfried, hatte.

Der Eingang zur Ruine Hohenwaldeck

Der Eingang zur Ruine Hohenwaldeck

Noch bevor die Waldecker mangels männlicher Nachkommen im Jahr 1483 ausstarben, hatten sie die Burg aber schon verlassen. Die Gründe liegen vermutlich in der schwierigen Versorgung der Burg, die nur über schmale Steige erreicht werden konnte.

Dazu kommt die Steinschlaggefahr. Im Jahr 1480 löste sich etwa 200 Meter oberhalb der Burganlage Felsgestein. Der hierdurch ausgelöste Felssturz zerstörte Teile der Burg, der Turm blieb aber beschädigt erhalten. Ein zweiter Felssturz im Jahr 1646 brachte ihn dann zum Einsturz.

Ein dritter Felssturz ereignete sich im Jahr 1841. Die Felsen sind auch heute noch im Wald zu sehen. Sowohl vor der Burg als auch im Abstieg sieht man sie neben dem Weg liegen, schön pittoresk mit Moos bewachsen.

In den Jahrhunderten nach dem Verlassen und den Bergstürzen wurde die Burganlage von der Natur zurückerobert. In der heutigen Zeit war sie ein beliebtes Ausflugsziel, bis sie im Jahr 2020 aber gesperrt werden musste, da Mauern einzustürzen drohten.

In den Jahren 2023 und 2024 wurde die Ruine der Burganlage dann von den Bayerischen Staatsforsten denkmalgerecht instand gesetzt. Zudem wurden einige Bäume gefällt, um die Mauern zu schützen und den ehemaligen Zustand wieder etwas herzustellen.

Die Geschichte der Burg, soweit sie bekannt ist, sowie Informationen zur Sanierung werden auf Infotafeln dargestellt, die überdas Burgareal verteilt sind.

Innerhalb der Burganlage sind keine Wege vorgegeben, so dass man sie frei erkunden kann. An absturzgefährdeten Stellen sind ein paar Drahtseilgeländer angebracht, insgesamt muss man aber schon achtgeben, wo man langläuft. Und besonders auf Kinder oder Hunde aufpassen.

Das Gipfelkreuz auf dem Felssporn

Das Gipfelkreuz auf dem Felssporn

Etwas unterhalb der großen Mauern liegt der Gipfelsporn mit einem Gipfelkreuz. Von dieser Aussichtskanzel haben wir einen Blick über den gesamten Schliersee, den man von einer der beiden Bänke aus genießen kann, die um das Gipfelkreuz stehen.

Die zahlreichen Schlösser, die an den Drahtseilen hängen lassen vermuten, dass sich in den Hängen unterhalb einige „Schlüsselstellen“ befinden.

Abstieg nach Fischhausen

Der Abstieg von Hohenwaldeck durch den Bergwald nach Fischhausen-Neuhaus ist eher kurz, aber recht steil. Über viele große, flache Felsen, einige Wurzeln und ein paar Felstreppen nähern wir uns schnell wieder der Seehöhe.

Ein letzter Blick hinauf zur großen Mauer der Ruine Hohenwaldeck

Ein letzter Blick hinauf zur großen Mauer der Ruine Hohenwaldeck

An einer Wegkreuzung mit einem grünen Schild „Burgruine Hohenwaldeck“ gehen wir nach links und verlassen den Wald. Jetzt sind es nur noch wenige Minuten und wir erreichen die B307, fast auf der Höhe vom Schnapperwirt und dem Autohaus in Fischhausen.

Zurück an der Straße. Wer kann die Ruine von hier aus im Wald erkennen?

Zurück an der Straße. Wer kann die Ruine von hier aus im Wald erkennen?

Wer mag, kann an der Bundesstraße nach links abbiegen und das Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen, das nur wenige Gehminuten entfernt am Ortanfang von Neuhaus liegt. Dort ist auch der Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.

Zurück nach Schliersee

Zurück nach Schliersee führt der Weg nach rechts. Wer nicht mehr laufen mag, kann von der Bushaltestelle beim Schnapperwirt mit dem Bus zurück zu Bahnhof Schliersee fahren.

Der Schnapperwirt mit der Bushaltestelle Richtung Schliersee

Der Schnapperwirt mit der Bushaltestelle Richtung Schliersee

Wer noch weiter laufen möchte, kann den Uferweg entlang der Straße nehmen. Der Weg ist immer ein breiter, kombinierter Fuß- und Radweg, über den wir in etwa 45 Minuten zurück zum Bahnhof in Schliersee kommen.

Die Wanderung zur Burgruine Hohenwaldeck ist eine leichte Tour mit nur rund 300 Höhenmetern. Die Ruine ist sehr sehenswert und bietet einen tollen Ausblick auf den Schliersee. Eine schöne, familiengerechte Wanderung.

Dauer und Schwierigkeit
Vom Bahnhof Schliersee aus bis Oberleiten wandert man etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Von dort in weiteren 45 Minuten zur Burgruine. Für den Weg durch den Wald hinunter nach Fischhausen kann man wieder 30-45 Minuten rechnen. Von dort etwa 45-60 Minuten zu Fuß zurück zum Bahnhof Schliersee. Zum Bahnhof Fischhausen/Neuhaus ist es deutlich näher. Alle Wege sind, bei trockenen Verhältnissen, gut zu gehen. Die Einstufung als blauer, leichter Weg, passt. Auch wenn er auf kurzen Abschnitten schmal am Hang verläuft und kurze steilere Wegabschnitte hat.

Höhenangaben:
Schliersee: 777 Meter
Oberleiten: 911 Meter
Burgruine Hohenwaldeck: 980 Meter

Essen und Trinken:
Nur in den Orten Schliersee und Fischhausen. Auf der Wanderung durch Wiesen und den Wald gibt es keine Gasthäuser oder bewirtete Almen.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf dem letzten Stück durch den Wald vor der Burgruine gibt es ein paar steilere „Schluchten“. An der Burgruine selbst sollte man vorsichtig sein, hier kann Absturzgefahr bestehen, wenn man nicht aufpasst. Sonst ist der gefährlichste Teil der Wanderung die Querung der Uferstraße.

Wandern mit Hund:
Die Wanderung ist auch für Hunde gut geeignet. Im Sommer muss im Bereich des Hofes Oberleiten bis in den Wald hinein mit Weidekühen gerechnet werden.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit der Bayerischen Regiobahn fährt man von München ziemlich genau eine Stunde bis Schliersee, wo die Wanderung am Bahnhof beginnt. Zwischen Fischhausen und Schliersee verkehren die Bahn und Busse. In Fischhausen/Neuhaus befindet sich ein weiterer Bahnhof.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Weyarn. Dann über Miesbach auf der B 307 bis Schliersee und einen der Parkplätze nehmen. Die Straße Unterleiten befindet sich nahe des Ortszentrums, direkt gegenüber vom Freibad. Hier ist der Parkplatz P8.

Links:
Informationen zur Burg Hohenwaldeck auf den Seiten der Bayerischen Staatsforsten
Die Burgruine Hohenwaldeck auf Burgenseite.de

GPX-Track:

Gesamtstrecke: 9517 m
Maximale Höhe: 1047 m
Minimale Höhe: 773 m
Gesamtanstieg: 436 m
Gesamtabstieg: -445 m
Download file: schliersee-hohenwaldeck.gpx

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