Wanderung auf die Hochries, über die Käseralm

Wanderung, leicht, 870 Hm: Talstation Hochriesbahn – Mittelstation – Käseralm – Ebersberger Alm – Hochries Plateau – Hochries

Die Hochries ist ein bekannter und beliebter Aussichtsberg mit einer Alpenvereinshütte auf dem Gipfel. Das Gipfelpanorama reicht von den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen über das nahe Kaisergebirge bis zu den Gletschern des Zillertals und des Großglockners. Nach Norden hin sieht man in das flache Voralpenland mit der Stadt Rosenheim und den beiden großen Chiemgauer Seen, Simssee und Chiemsee. Trotz des Trubels auf dem Gipfel ist dieser Aufstiegsweg ruhig und nicht überlaufen.

Der Gipfel der Hochries, von der Mittelstation der Hochriesbahn aus gesehen.

Der Gipfel der Hochries, von der Mittelstation der Hochriesbahn aus gesehen.

Ein Hinweis: Dieser Aufstieg von Grainbach aus ist länger und hat etwas mehr Höhenmeter als der klassische Aufstieg vom Wanderparkplatz Spatenau über die Seitenalmen, den ihr in den meisten Beschreibungen finden werdet. Der Vorteil dieser Tour ist, dass man knieschonend mit der Seilbahn herunterfahren kann und dass sie auch mit dem Linienbus erreichbar ist. Wenn auch mit nur wenigen Fahrten an Wochenenden.

Von der Talstation zur Käseralm

Wir starten direkt an der Talstation des Sessellifts in Grainbach. Am großen Parkplatz vorbei gehen wir zunächst zurück in Richtung Ort und biegen an der nächsten Straße rechts ab, wo gleich ein Wegweiser steht: „Hochries 3h, blauer Punkt“. Also eine eher einfache Wanderung, auf der wir aber immerhin knapp 900 Höhenmeter überwinden.

Die Straße führt nun mit vielen Kurven und Windungen durch den Wald und zwischen Weiden hindurch. Hier treffen wir auch gleich auf die ersten freilaufenden Rinder, also Obacht, wenn Ihr mit Hunden unterwegs seid.

Blick zurück zum Start der Wanderung an der Talstation des Sessellifts

Blick zurück zum Start der Wanderung an der Talstation des Sessellifts

Im Wald sehen wir auch immer wieder die Trails des Bikepark Samerberg mit vielen Steilkurven, Sprüngen und Bohlenwegen. Schon unten an der Talstation haben wir die ersten Trails und mehr Biker als Wanderer gesehen. Bis zur Mittelstation zieht sich der Bikepark und wir treffen immer wieder auf Mountainbiker.

Nach einer scharfen Kurve im Wald führt der Weg unterhalb der Mittelstation der Hochriesbahn entlang und kurz darauf erreichen wir einen Abzweig. Nach rechts geht es zur Mittelstation und weiter zur Hochries über den Moserboden, auf dem Weg 216b.

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Genau wie unser Weg über die Ebersberger Alm sind zweieinviertel Stunden Gehzeit angegeben, allerdings mit einem roten Punkt, also mittelschwer. Unser Weg bleibt mit blauem Punkt, leicht, ausgeschildert. Ab jetzt wandern wir auch nicht mehr auf Asphalt.

Die Käseralm

Wir gehen geradeaus auf dem Weg 216a „Hochries über Ebersberger Alm“ und erreichen nach wenigen Metern die Käseralm. Für uns noch etwas zu früh für eine Pause, für Familien mit kleineren Kindern ist die Käseralm aber ein tolles Ziel.

An der Käseralm. Ein schönes Ziel, besonders für Familien mit kleineren Kindern

An der Käseralm. Ein schönes Ziel, besonders für Familien mit kleineren Kindern

Direkt am Außenbereich ist ein großer Spielplatz, der komplett aus Holz und Fels gebaut wurde. Da würde ich ja auch gerne mal rumklettern, aber das sähe wohl etwas merkwürdig aus.

Der schöne Spielplatz an der Käseralm

Der schöne Spielplatz an der Käseralm

Direkt vor der Käseralm ist ein Bike-Spielplatz für kleine Mountainbiker, für den man aber auch ein Bikepark-Ticket braucht.

Aufstieg zur Ebersberger Alm

Wir passieren die Käseralm und gehen über eine weitere Rinderweide geradeaus auf den Wald zu. Im Wald wird der Weg schnell deutlich steiler und sehr steinig. Wir kommen an einen Abzweig, an dem rechts ein schmalerer Weg abzweigt. Geradeaus führt der steinige Weg noch etwas steiler bergauf.

Der Weg von der Käseral führt auch über eine Weide

Der Weg von der Käseral führt auch über eine Weide

Der Wegweiser zeigt nach rechts. Anders als erwartet ist es aber nicht der Weg „73, 76“, der in der Kompass-Karte rot gestrichelt eingezeichnet ist, sondern der schwarz eingezeichnete Weg, der in vielen Schwüngen bergauf führt.

Nach ein paar Metern steht ein altes „Sackgasse“-Schild am Wegrand. Das steht aber offenbar nur zur Verwirrung der Wanderer dort. Gar nicht beachten, das ist der richtige Weg.

Wir passieren eine eindrucksvolle Felswand im Wald

Wir passieren eine eindrucksvolle Felswand im Wald

Der Weg erweist sich aber als gut zu gehen. In sehr angenehmer Steigung führt er letztendlich doch auf den rot gestrichelten Weg, auf den wir nach rechts einbiegen.

Ein wurzeliger Weg führt zur Ebersberger Alm

Ein wurzeliger Weg führt zur Ebersberger Alm

Es wird wieder steiler und felsiger, aber schon nach zwei Kehren verlassen wir den Wald und befinden uns auf dem Gebiet der Ebersberger Alm. Schnell erreichen wir auch das Almgebäude, kurz davor knickt der Weg nach links ab. Die Alm ist Privatbesitz und unbewirtschaftet.

Die unbewirtschaftete Ebersberger Alm

Die unbewirtschaftete Ebersberger Alm

Über den Ostgrat auf die Hochries

Wir erreichen einen weiteren Abzweig. Nach links und rechts führen die Wege in eineinhalb Stunden auf die Hochries. Rechts erst ein Stück bergab, dann über die Seitenalmen, die wir schon sehen können, bergauf. Nach links über den Ostgrat und das Riesen-Plateau bergauf. Wir nehmen den Weg nach links.

Am Abzweig zum Riesen-Plateau

Am Abzweig zum Riesen-Plateau

Lasst Euch nicht vom Namen Ostgrat beeindrucken: Der Weg ist immer gut zu gehen und hat nichts von einem Gratweg, der nach beiden Seiten hin steil abfällt.

Ein schöner Steig zieht sich den Wiesenhang hinauf, anfangs mit einigen Holzstufen versehen, bis wir den Wald erreichen. Jetzt wird der Steig etwas stufiger, wilder, felsiger, bleibt aber gut zu gehen. Nach kurzer Zeit wird er aber wieder deutlich steiler, wieder mit einigen Trittstufen.

Von links kommt ein Weg herauf, an der Stelle steht ein Wegweiser „Riesen-Plateau 5 Min“. Weiter geradeaus, bis wir auf eine Abzweigung treffen. Dort gehen wir nach links oben und erreichen nach wenigen Metern eine offene Wiesenfläche, das Riesen-Plateau.

Nach schräg links führt diese zur Riesenhütte, die leider seit vielen Jahren geschlossen ist. Wir gehen nach rechts, auf einem relativ breiten Wiesenweg, der schnell sehr steinig wird.

Oberhalb einer weiten Kurve haben wir nach rechts plötzlich zwischen den Bäumen hindurch einen schönen Blick auf den Riesenberg, die Riesenalm und die Riesenhütte. Wenige Meter weiter bergauf blicken wir dann auf das Voralpenland mit Simssee und Chiemsee.

Ausblick auf den Riesenberg, die Riesenalm und die Riesenhütte, die hinten im Schatten liegt

Ausblick auf den Riesenberg, die Riesenalm und die Riesenhütte, die hinten im Schatten liegt

Alles voller Riesen hier

Riesenberg, Riesenhütte, Hochries. Ganz in der Nähe, auf der anderen Seite des Inns, liegt sogar der Große Riesenkopf. All diese Namen haben aber weder mit Riesen aus alten Sagen zu tun, noch mit besonders großer Gipfelhöhe. So hoch sind die Gipfel hier alle nicht.

Die Namen, die „Riese“ beinhalten, deuten auf alte Holzwirtschaft hin, wie sie vor dem Einsatz schwerer Maschinen üblich war. Als Riese oder Holzriese wurde eine hölzerne Rutsche bezeichnet, auf der die geschlagenen Bäume im steilen Gelände talwärts rutschten.

Der Weg führt weiter bergauf und langsam tauchen links das Kaisergebirge und vor uns die Hochrieshütte auf. Ein Stück zieht sich der Weg aber noch, obwohl die Hütte schon sehr nah erscheint. Ein paar Meter geht es noch bergauf.

Ein erster Blick zur Riesenhütte

Ein erster Blick zur Riesenhütte

Am Abzweig zur Bergstation der Hochriesbahn steht links des Weges ein ertses großes Kreuz, etwas vesteckt hinter Buschwerk. Ein Gipfelkreuz ist es nicht, denn es steht deutlich unterhalb des Gipfels.

Von der provisorischen Bank am Kreuz haben wir eine schöne Aussicht in die Berge, vor allem hinüber zur Kampenwand. Und hier ist es viel ruhiger als am eigentlichen Gipfelkreuz!

Jetzt sind es aber nur noch ein paar Meter bis zur Hochrieshütte und dem Gipfel.

Hochries und Hochrieshütte

Die Hochrieshütte steht direkt auf dem Gipfel der Hochries, nur wenige Meter vom hölzernen Gipfelkreuz entfernt. Die erste Hütte wurde 1913 erbaut, nach mehreren Umbauten, Neubauten und Erweiterungen steht dort oben nun eine moderne, aber gemütliche Hütte, die auch für größere Besucherzahlen ausgelegt ist. Durch die 1973 eingeweihte Hochriesbahn ist sie auch ohne kräfteraubenden Anstieg schnell zu erreichen.

Die Hochrieshütte steht direkt auf dem Gipfel der Hochries in 1569 Metern Höhe

Die Hochrieshütte steht direkt auf dem Gipfel der Hochries in 1569 Metern Höhe

In elf Mehrbettzimmern können insgesamt 35 Gäste auf der Hütte übernachten. Uns interessiert jetzt aber nur die Küche und die ist wirklich gut. Ich empfehle das Bauerngröstl, das wenige Meter weiter südlich Tiroler Gröstl heißen würde. Auch der Kaiserschmarrn wurde sehr gelobt. Aber das Wichtigste ist sowieso die Aussicht.

Das Gipfelkreuz der Hochries

Das Gipfelkreuz der Hochries

Die benachbarten Berge der Chiemgauer Alpen liegen natürlch ganz nah, ob Geigelstein, Hörndlwand und Gurnwandkopf oder natürlich die markante Kampenwand.

Nach Süden hin liegt das Kaisergebirge vor uns, daneben sehen wir Kufstein und den Pendling. Weiter nach Tirol hinein sehen wir auf die verschneiten und vergletscherten Zillertaler Alpen und sogar die Glocknergruppe mit dem Großglockner ist zu erkennen.

Nach Westen sehen wir das Inntal mit dem Karkopf, dem Heuberg, Wendelstein.

Und nach Norden hin blicken wir über das weite Alpenvorland mit der Stadt Rosenheim sowie Sims- und Chiemsee. Und wenn die Fernsicht besonders gut ist, soll man auch die Zugspitze und den Bayerische Wald sehen können. Wenn nicht, können wir noch die Paraglider beobachten, die direkt neben der Hütte beim Gipfelkreuz von den Bergwiesen starten.

Abstieg zu Fuß oder per Bahn

Wir haben uns für den Abstieg per Bahn entschieden. Alternativ kann man auf dem Aufstiegsweg oder über die Seitenalmen absteigen. Ein weiterer, schwerer Abstiegsweg führt über den Karkopf.

Wir gehen einfach ein paar Meter auf unserem Aufstiegsweg zurück und folgen beim unteren Gipfelkreuz der Ausschilderung nach links. Wenige Meter weiter ist dann die Bergstation der Hochriesbahn erreicht.

Kaffeepause auf der Mittelstation mit Seilbahnblick

Kaffeepause auf der Mittelstation mit Seilbahnblick

Zwischen Bergstation und Mittelstation verkehrt eine Kabinenbahn. In der Mittelstation steigen wir dann um in einen Einer-Sessellift, der uns zur Talstation bringt.

Insgesamt ist der Aufstieg auf die Hochries eine einfache „blaue“ Wanderung, die aber etwas Kondition erfordert. Bis zur Mittelstation ist etwas mehr los, oberhalb ist dieser Aufstiegsweg angenehm ruhig. Er ist deutlich weniger begangen als der von Spatenau aus. Eine schöne Tour mit einer tollen Hütte und grandiosem Panoramablick auf dem Gipfel.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Aufstieg ist mit drei Stunden Länge angegeben, was auch ganz gut passt. Der Abstieg fällt diesmal aus, da wir mit der Bahn heruntergefahren sind. Die Wanderung ist als leichte Tour (blauer Punkt) eingestuft, das passt auch für die Schwierigkeit. Die Wege sind teils sehr breit, teils schmal, aber nie zu schmal. Wichtig ist aber, genug Kondition für mehr als 800 Höhenmeter mit teilweise steilen Anstiegen mitzubringen.

Höhenangaben:
Talstation Hochriesbahn: 715 Meter
Mittelstation Hochriesbahn: 916 Meter
Käser-Alm: 905 Meter
Ebersberger Alm: 1157 Meter
Riesen-Plateau: 1356 Meter
Bergstation Hochriesbahn: 1542 Meter
Gipfel und Hochrieshütte: 1569 Meter

Essen und Trinken:
An der Talstation und der Mittelstation der Hochriesbahn bei der „Kräuterhexe“ bekommt Ihr Kaffee, Kuchen, kleinere deftige Speisen und natürlich Getränke. Die Käser-Alm ist ebenfalls bewirtschaftet (und hat einen tollen Kinderspielplatz!). Die Ebersberger Alm ist nicht bewirtschaftet, sie ist für uns nur ein Wegpunkt, keine Einkehr!
Und am Gipfel wartet die Hochrieshütte mit Speisen und Getränken aller Art.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Die Wanderung ist als leicht eingestuft, daher gibt es wenige Punkte, wo man besonders aufpassen muss. Im unteren Bereich der Wanderung, bis zur Mittelstation, muss man vereinzelt mit Autoverkehr rechnen, ebenso mit Mountainbikern. Die für Mountainbiker reservierten Trails sollte man auf keinen Fall als Fußgänger betreten und besonders auf Kinder oder Hunde achtgeben, dass sie die Trails nicht betreten.
Die Wanderung verläuft über mehrere Almgelände mit freilaufenden Rindern.

Wandern mit Hund:
Wenn Ihr mit einem Hund unterwegs seid, achtet besonders auf Rinder auf den Almweiden sowie auf Mountainbiker. Es gibt fast keine Trinkmöglichkeiten auf dem Weg.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus mit der BRB in einer guten halben Stunde bis Rosenheim. Von dort fährt der Bus 493 bis Grainbach, teilweise auch bis zum Abzweig Hochriesbahn. Wichtig: Es gibt täglich nur eine sinnvolle Möglichkeit der Hinfahrt und die letzte Rückfahrt ist auch am frühen Nachmittag, so dass man entweder ein sehr schneller Wanderer sein sollte oder Auf- und Abstieg per Seilbahn bewältigt. Alternative im Sommer: Der Wanderbus Samerberg, der nur an Samstagen, Sonn- und Feiertagen mit wenigen Fahrten verkehrt. Wer mit Bahn und Bus anreist, muss die Fahrten genau planen!
Mit dem Auto: Von München aus auf der A8 bis zur Ausfahrt Achenmühle fahren, dort nach links. In Achenmühle nach rechts Richtung Samerberg fahren und dem Wegweiser zur Hochriesbahn folgen. Nach der Auffahrt über mehrere Serpentinen auf den Samerberg muss man schräg links nach Grainbach abzweigen, durch den Ort fahren und am Ortsende nach rechts zur Hochriesbahn abbiegen. Am Ortsausgang liegt die Talstation mit großen Parkplätzen. Parkgebühr: 5 Euro/Tag (2026)

Startpunkt der Wanderung:
Talstation Hochriesbahn

Google Maps: 47.769919,12.235875
Openstreetmap: 47.769919,12.235875
What3Words: ///verbunden.dachte.darum

Links:
Homepages der Hochries-Bahn und der Hochrieshütte
Homepage der Käser-Alm
Wenn Ihr den Bikepark nutzen wollt, findet Ihr auf www.bikepark-samerberg.de alle Informationen.

GPX-Track:

Gesamtstrecke: 7641 m
Maximale Höhe: 1569 m
Minimale Höhe: 708 m
Gesamtanstieg: 969 m
Gesamtabstieg: -142 m
Download file: hochries-kaeseralm.gpx

Hinweise: * = Affiliate-Link zu Hugendubel

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