Wanderung von Marquartstein auf die Hochplatte

Wanderung: Marquartstein-Niedernfels – Hochplattenbahn (Sessellift) – Staffn-Alm – Plattenalm – (Piesenhauser Hochalm) – Gipfel Hochplatte und zurück

Heute geht’s zur Hochplatte, einem Nachbarberg der berühmten Kampenwand im Chiemgau. Die Hochplatte ist hoch genug, dass man einen tollen Blick weit in die Tiroler Alpen hat und auch hinüber zur Kampenwand und zum Chiemsee eine gute Aussicht hat. Und sie niedrig genug, dass man sie mit oder ohne Nutzung des Sessellifts gut erklimmen kann.

Hoch mit der Hochplattenbahn

Hoch mit der Hochplattenbahn

Der Start der Wanderung ist die Talstation der Hochplattenbahn. Es bietet sich an, die Bahn zu nutzen, denn der Weg zwischen Talstation und Bergstation zieht sich doch etwas. Ziemlich genau eine Stunde lang geht es auf der erst breiten Forststraße, dann auf einem etwas schmaleren, aber immer noch befahrbaren Forstweg durch den Wald bergauf.

Einfach den Wegweisern „Hochplatte / Kampenwand (4)“ folgen. Nach etwa 15 Minuten muss man am Wegweiser links abbiegen, das war’s schon, dann geht es weiter bergauf. Highlights sind einige kleinere Bachüberquerungen (auf der Brücke, nicht durch den Bach) mit kleinen Wasserfällen. Da sollte man, wenn man nicht grundsätzlich Sessellifte meidet, das Geld investieren und in 15 Minuten mit der Bahn hochfahren. Besonders, wenn man die Wanderung mit Kindern macht, ist es gut, den recht langweiligen ersten Teil mit der Bergbahn zu überwinden.

Startrampe der Paraglider

Startrampe der Paraglider

Direkt an der Bergstation der Hochplattenbahn befindet sich eine Startrampe für Drachenflieger und Paraglider, denen man beim Start zusehen kann. Sehr interessant und für nicht-Flieger atemberaubend, wie die sich in die Tiefe stürzen!

Vom Bereich der Startrampe hat man auch einen schönen Ausblick in Richtung Grassau und auf den Chiemsee.

Die Staffn-Alm

Die Staffn-Alm

Nur eine Minute oberhalb der Bergstation befindet sich auch die Staffn-Alm. Mit Terrasse und Spielwiese, auf der sogar ein alter Traktor als Spielgerät steht, ist sie das erste Highlight einer Sommerwanderung und auch gleich die erste Pausenstation. Selbst wenn man bisher nicht mehr geleistet hat, als sich in und aus dem Sessellift zu wuchten.

Spiel-Traktor für Kinder auf der Staffn-Alm

Spiel-Traktor für Kinder auf der Staffn-Alm

Hinter der Spielwiese der Staffn-Alm führt an einem Drehkreuz ein schmaler Weg wieder Richtung Hochplatte und Kampenwand. Der Weg führt gleich wieder auf den breiteren Fahrweg. Er ist ein Teil des Fernwanderweges E4 (Maximiliansweg), der von Lindau nach Berchtesgaden führt.

Auf diesem Weg geht es jetzt stetig in einer guten Steigung bergauf. In Richtung Hochplatte geht es immer weiter geradeaus auf dem breiten Fahrweg hoch.

Etwa eine dreiviertel Stunde nach der Staffn-Alm führt der Weg aus dem Wald heraus. Kurz dahinter sieht man dann die kleine Hochplatten-Alm. Hier gibt es in der Saison ganz einfache Brotzeiten und Getränke. Einen Biergarten wird man hier nicht finden. Zwei, drei Bänke reichen. Sehr einfach, aber wirklich nett.

An der Hochplattenalm

An der Hochplattenalm

Weiter geht es auf dem Weg, der nach einer Serpentine zunächst noch einen Blick auf die Hochplattenalm bietet, um dann gerade auf das letzte Teilstück zum Sattel zu führen, dass etwa 30 Minuten nach der Hochplattenalm und eine gute Stunde nach der Staffn-Alm erreicht ist.

Am Sattel mit Blick auf die Kampenwand

Am Sattel mit Blick auf die Kampenwand

Hier lohnt es sich schon wieder, eine Pause zu machen. Zum Einen gibt es hier eine große Wiese, auf der Kinder laufen können, zum Anderen kann man hier den Ausblick genießen. Nach vorne sieht man auf die Kampenwand. Rechts, auf der Wiese, steht ein Gedenkkreuz, neben dem man noch einmal eine Brotzeit machen kann und zum ersten Mal auf die Tiroler Berge blicken kann. Links führt der Weg zur Hochplatte ab.

Wer mag, kann dann auf dem Weg weiter in Richtung Kampenwand wandern, was sich für Autofahrer aber nicht anbietet, da der Rückweg zum Parkplatz der Hochplattenbahn sehr weit wäre. Die Piesenhauser Hochalm, auf der man auch einkehren kann, ist schon zu sehen und in wenigen Minuten erreichbar.

Aber heute führt die Wanderung auf die Hochplatte, also am Sattel nach links, den kleinen Bergsteig hoch, der nach wenigen Metern zwischen den Kiefern verschwindet. Dieses ist der schönste Teil der Wanderung. Knappe 30 Minuten lang geht es auf einem schmalen Steig über einige Stufen und, weiter oben, felsige Steine hoch zum Gipfel, meistens zwischen den Latschenkiefern, aber auch immer wieder mit schönen Ausblicken auf die Kampenwand und den im Rücken liegenden Chiemsee.

Felsiger Weg zum Gipfel

Felsiger Weg zum Gipfel

Direkt auf dem Gipfel befindet sich ein kleines Plateau rund um das Gipfelkreuz, von dem aus man weit bis nach Österreich im Süden, zur Kampenwand im Westen, zum Chiemsee im Norden und in Richtung Hochgern nach Osten sehen kann. Ein großartiger Ausblick von einem Berg, der so hoch gar nicht ist!

Gipfelkreuz der Hochplatte

Gipfelkreuz der Hochplatte

Der Rückweg ist gleich dem Hinweg und in etwas mehr als einer Stunde zur Bergstation an der Staffn-Alm bzw. knapp zwei Stunden zur Talstation, gut zu schaffen.

Alpenblick vom Gipfel der Hochplatte

Alpenblick vom Gipfel der Hochplatte

Wer die Wanderung auf die Hochplatte noch etwas verlängern will und einen fantastischen Chiemsee-Blick vo Gipfel haben möchte, kann die Tour um einen Abstecher auf den Friedenrath erweitern.

Für Familien interessant: In Niedernfels befindet sich auch der Märchen-Erlebnispark Marquartstein.

Dauer und Schwierigkeit:
Von der Talstation zur Bergstation und der Staffn-Alm wandert man in gut einer Stunde. Von der Staffn-Alm zur Hochplattenalm etwa 45 Minuten, von dort zum Sattel eine knappe halbe Stunde. Von dort zum Gipfel ebenfalls knapp 30 Minuten. Insgesamt kann man für den Aufstieg also rund drei Stunden Gehzeit rechnen. Mit Kindern, wie immer, eher mehr.
Für den Abstieg kann man eine Stunde zur Bergstation oder knapp zwei Stunden zur Talstation einrechnen.

Höhenangaben:
Parkplatz und Talstation Hochplattenbahn: 619 Meter
Bergstation Hochplattenbahn: 1040 Meter
Staffn-Alm: 1050 Meter
Hochplattenalm: 1320 Meter
Piesenhauser Hochalm: 1320 Meter
Gipfel Hochplatte: 1587 Meter

Essen und Trinken:
Die Staffn-Alm ist ein richtiges Berggasthaus mit umfangreicher Karte. Auf der Hochplattenalm gibt es sehr einfaches Essen (hauptsächlich Brote) und die Pisenhauser Hochalm bietet ebenfalls einfaches Essen und natürlich Getränke.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Die Wege sind, bis auf das letzte Teilstück, breit und gut begehbar. Talseitig geht es teilweise ein paar Meter steiler bergab, aber alles im normalen Rahmen. Das letzte Teilstück ist felsiger, aber ebenfalls gut zu gehen. Da die gesamte Wanderung eher nordseitig ausgerichtet ist, kann es länger feucht sein. Im Sessellift muss man auf Kinder natürlich immer aufpassen.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Bis zum Sattel kann man theoretisch mit einem geländegängigen Kinderwagen kommen, da die Wanderung über Fahrwege führt. Aufgrund der Länge des Weges und der Steigung sollte man aber schon sehr ausdauernd sein.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München mit dem Zug nach Prien oder Übersee, von dort aus mit dem Bus nach Marquartstein. Die Fahrzeit beträgt meist um etwa zwei Stunden. Von Marquartstein ist dann noch ein Fußweg nach Niedernfels und zur Talstation notwendig.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 bis Ausfahrt Bernau, dann über die B305 nach Grassau und in Richtung Marquartstein. Dann den Hinweisschildern zur Hochplattenbahn folgen.

Links:
Hochplattenbahn
Staffn-Alm
Märchen-Erlebnispark Marquartstein

Buchtipps und Wanderkarte:

Gleich weiterlesen:

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich muss berichtigen, den wenn man am Haberspitz(Sattel) steht
    sieht man vorne die Kampenwand. Aber wie auf dem Bild beschrieben
    sieht man die Hochplatte nicht. Und hier wurde geschrieben links
    sei die Hochplatte. Das ist falsch.

    Gruß Dietmar

  2. Hallo Dietmar,

    an der Stelle, kurz vor der Piesenhauser Hochalm, zweigt links der Weg ab, der zur Hochplatte führt. Auf dem Foto ist die Hochplatte nicht zu sehen, das meinte ich auch gar nicht. Das war vielleicht etwas missverständlich formuliert, das schreibe ich dann nochmal klarer!

    Viele Grüße,
    Uli

Schreibe einen Kommentar