Auf unmarkierten Wegen auf den Friedenrath

Wanderung: Hochplattenbahn – Staffn Alm – Hochplattenalm – Friedenrath – Staffn Alm – Hochplattenbahn

Ein markanter Felsgipfel mit einem weithin sichtbaren Gipfelkreuz und großartiger Aussicht auf den Chiemsee. Den Friedenrath sieht man sogar von der Autobahn aus, eine Seilbahn verkürzt den Aufstieg, mehrere Almen liegen auf dem Weg. Und dennoch findet man den Weg zum Gipfel auf keinem Wanderwegweiser ausgeschildert.

Blick vom Friedenrath auf den Chiemsee

Blick vom Friedenrath auf den Chiemsee

Auch unsere Wanderkarte verzeichnet natürlich den Gipfel auf wenig beeindruckenden 1432 Metern Höhe und zeichnet einige Höhenlinien drum herum, verzichtet aber auf eingezeichnete Wege oder Steige.

Wir halbieren unseren Aufstiegsweg, indem wir von Marquartstein aus starten und die Hochplattenbahn hinauf zur Staffn-Alm nehmen. Gleich zwei gute Gründe gibt es dafür: Der etwa einstündige Aufstieg auf breiten Forstfahrwegen durch den Wald zieht sich schon arg und nach der Bergtour soll der Tag noch am Chiemsee ausklingen.

Fast direkt an der Bergstation liegt die Staffn-Alm

Fast direkt an der Bergstation liegt die Staffn-Alm

Schon vom Parkplatz aus sehen wir das heutige Tagesziel: Aus dem komplett bewaldeten Berg ragt seitlich der felsige Gipfel heraus und überragt den Wald leicht.

Bequem fahren wir mit der Hochplattenbahn im Zweier-Sessellift 400 Höhenmeter berauf. Wir gehen zur nahen Staffn-Alm und biegen von dort, am Spielplatz vorbei, nach links ab. Am Waldrand führt der Weg dann rechts bergauf.

Der erste Blick auf den Chiemsee, kurz vor der Hochplattenbahn

Der erste Blick auf den Chiemsee, kurz vor der Hochplattenbahn

Der breite Forstfahrweg führt nun stetig durch den Wald bergauf. Kurz nachdem wir den Wald verlassen haben, können wir auch den Chiemsee zum ersten Mal sehen. Und hinter der nächsten Kurve liegt die kleine Hochplattenalm.

An der Hochplattenalm, ideal für eine erste Schorle

An der Hochplattenalm, ideal für eine erste Schorle

Eine winzige, gemütliche Alm mit einem sehr entspannten, urbayerischen Almwirt. Ideal für eine erste kurze Rast an einer der wenigen Bänke.

An der Hochplattenalm

An der Hochplattenalm

Von der Alm aus können wir den Friedenrath sehen. Unser Weg hat zunächst am Berg vorbeigeführt, so dass er hinter uns liegt. Von der Hochplattenalm können wir über einen Wiesenweg gehen oder auf dem breiten Fahrweg bleiben. Da wir mit unserem Hund unterwegs sind, bleiben wir lieber auf dem Fahrweg. Der ist zwar nicht so interessant und etwas länger, dafür treffen wir aber nicht auf Kühe.

Der Blick hinüber zur Kampenwand und zur nahen Piesenhauser Hochalm

Der Blick hinüber zur Kampenwand und zur nahen Piesenhauser Hochalm

Am höchsten Punkt unserer Wanderung zweigt links der Weg zur Hochplatte ab. Man kann die Hochplatte und den Friedenrath gut zusammen auf einer Wanderung besuchen, heute wird es aber beim Friedenrath bleiben.

Am Abzweig zum, nicht ausgeschilderten, Friedenrath

Am Abzweig zum, nicht ausgeschilderten, Friedenrath

So gehen wir nun ein kurzes Stück bergab, bis an eine Kurve rechts ein Wanderpfad Richtung Staffn-Alm Marquartstein, Rottau und Grassau abzweigt. Wer mag, kann noch ein kurzes Stück zur schon sichtbaren Piesenhauser Hochalm weitergehen. Dann muss man aber wieder hier zum Abzweig zurückgehen. Wir verzichten auf die Alm und biegen gleich ab.

Endlich ein Wanderweg

Endlich ein Wanderweg

Endlich ein schöner, kleiner Wanderweg! Der Weg führt durch Wiesen und dann steinig durch ein Waldstück bergab. Nach einem Drehkreuz kommen wir auf eine Wiese, von der wir schon einen Trampfelpfad abzweigen sehen. Das ist der Weg zum Friedenrath. Einen Wegweiser gibt es auch hier nicht, nur ein weiteres Drehkreuz.

Von dieser Wiese zweigt der Pfad zum Friedenrath ab. In der Bildmitte ist er zu sehen

Von dieser Wiese zweigt der Pfad zum Friedenrath ab. In der Bildmitte ist er zu sehen

Der Weg hinauf zum Friedenrath beginnt als Waldweg, der über einige Wurzeln bergan führt. Schnell werden die Stufen größer, der Weg schmaler, der Abhang steiler.

Durch den Wald zum Gipfel des Friedenrath

Durch den Wald zum Gipfel des Friedenrath

Dann geht es noch ein Stück auf einem schmalen Pfad zwischen den Latschen hindurch, bis wir an den Fels kommen. Zum ersten Mal müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen, um die große Felsstufe zu überwinden.

Auf dem Vorgipfel des Friedenrath. Chiemsee-Blick? Top! Aber wo ist das Kreuz?

Auf dem Vorgipfel des Friedenrath. Chiemsee-Blick? Top! Aber wo ist das Kreuz?

Oben angekommen ist der Blick auf den Chiemsee großartig. Aber wo ist das Gipfelkreuz? Hatten wir es nicht von unten noch gesehen? Jetzt ist es weg.

Chiemseeblick vom Friedenrath

Chiemseeblick vom Friedenrath

EIne Felsstufe bergab führt weiter Richtung Gipfel

EIne Felsstufe bergab führt weiter Richtung Gipfel

Natürlich ist es nicht weg. Wir haben nur noch nicht den eigentliche Gipfel erreicht. Einige Meter weiter sehen wir das Gipfelkreuz dann. Also schnell runter vom Fels, auf dem Weg noch eine Felsstufe nach unten und weiter durch die Latschen.

Da ist er, der felsige Friedenrath-Gipfel. Und da steht auch das Gipfelkreuz

Da ist er, der felsige Friedenrath-Gipfel. Und da steht auch das Gipfelkreuz

Nach wenigen Metern steht dann auch der Felsaufbau, den man vom Tal und der Staffn-Alm so gut sehen kann, direkt vor uns. Noch einmal kurz Fels in die Hand nehmen, ein paar beherzte Schritte und das Gipfelkreuz des Friedenrath ist erreicht.

Am Friedenrath-Gipfelkreuz

Am Friedenrath-Gipfelkreuz

Da sind sie, die Kampenwand, die Gedererwand und direkt vorne liegt der Chiemsee. Ein toller Ausblick von so einem kleinen Felsgipfel.

Vom Gipfel geht es auf dem Hinweg wieder zurück zur Wiese

Vom Gipfel geht es auf dem Hinweg wieder zurück zur Wiese

Der Rückweg führt zunächst zurück zur Wiese. Dann gehen wir aber nicht zurück in Richtung Hochplatte, sondern gehen weiter bergab. Der Weg ist erst schmal und leicht felsig, wird dann aber schnell wieder breiter.

An der nächsten Abzweigung gehen wir nach rechts und halten uns dann links und gelangen so wieder auf den Aufstiegsweg zurück, der uns dann zurück zur Staffn-Alm und zur Bergstation der Hochplattenbahn führt.

Der berühmte Bulldog auf dem Spielplatz der Staffn-Alm. Im Hintergrund ist der felsige Gipfel des Friedenrath zu sehen

Der berühmte Bulldog auf dem Spielplatz der Staffn-Alm. Im Hintergrund ist der felsige Gipfel des Friedenrath zu sehen

Im Nachhinein wäre es vermutlich schöner gewesen, geradeaus über die Almwiese zur Niederbaueralm und von dort zur Staffn-Alm zu gehen. Dann hätten wir aber auch wieder auf Almvieh treffen können, was mit Hund besser vermieden werden sollte.

Insgesamt eine schöne, recht kurze Wanderung mit wenig anstrengenden etwa 500 Höhenmetern. Der Großteil des Weges sind breite Forstwege, nur rund um den Friederath selbst gehen wir auf schmalen Wanderpfaden und Steigen.

Durch die Latschen geht es zum Gipfel

Durch die Latschen geht es zum Gipfel

Wir haben die Tour aus dem Buch Panoramablick auf Watzmann, Zugspitze & Co* übernommen. Dort wird zum Abschluß noch die Schleife über den Staffn-Rundweg genommen, wodurch sich der Weg etwas verlängert.

Dauer und Schwierigkeit:
In etwa einer Dreiviertelstunde erreicht man von der Bergstation aus die Hochplattenalm. Weiter in etwa 20 Minuten zum Abzweig Richtung Hochplatte und kurz darauf zum Friedenrath. Zehn Minuten später ist die Wiese erreicht. Der Weg zum Gipfel dauert etwas mehr als zwanzig Minuten. Zurück zur Wiese wieder zwanzig Minuten und dann eine Dreiviertelstunde zurück zur Staffn-Alm und zur Bergstation der Hochplattenbahn. Insgesamt also etwa anderthalb Stunden im Aufstieg und dann eine gute Stunde Abstieg.

Der erste Teil der Wanderung findet auf leichten, breiten Fahrwegen statt. Im zweiten Teil und im Abstieg geht es über schmalere Wanderpfdade. Trittsicherheit und eine gewisse Schwindelfreiheit sind im letzetn Teilstück zum Friedenrath-Gipfel angebracht. Hier sind auch die einzigen Wegstücke mit Absturzgefahr. Im Gipfelbereich muss man auch mal die Hände an den Fels nehmen und kurz und leicht klettern.

Höhenangaben:
Parkplatz und Talstation Hochplattenbahn: 619 Meter
Bergstation Hochplattenbahn: 1040 Meter
Staffn-Alm: 1050 Meter
Hochplattenalm: 1320 Meter
Gipfel Friedenrath: 1432 Meter
(Piesenhauser Hochalm: 1320 Meter)
(Gipfel Hochplatte: 1587 Meter)

Essen und Trinken:
Die Staffn-Alm direk an der Bergstation der Hochplattenbahn ist ein Bergwirtshaus und bietet eine entsprechend umfangreiche Karte. Auf der Hochplattenalm gibt es Getränke und kleine Brotzeiten, ebenso auf der Piesenhauser Hochalm. Diese liegt nur wenige Gehminuten vom Weg entfernt.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Im Gipflebereich des Friedenrath sollte man über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen. Hier besteht an einigen Stellen Absturzgefahr. Bei Nässe würde ich das letzte Stück meiden.

Wandern mit Hund:
Am Vorgipfel mussten wir unseren Hund an den Kletterstellen heben, zum Hauptgipfel haben wir ihn dann nicht mehr mitgenommen, sondern uns aufgeteilt. Besonders im Bereich um die Staffn-Alm, Hochplattenalm und Niederbaueralm kann man auf Almkühe treffen. Bis zur Hochplattenalm gibt es ein paar Trinkmöglichkeiten, auf dem weiteren Weg nicht mehr. Also genug Wasser für den Hund mitnehmen.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München mit dem Zug nach Prien oder Übersee, von dort aus fährt der Bus nach Marquartstein, wofür man gut zwei Stunden rechnen muss. Von Marquartstein wandert man nach Niedernfels zur Talstation der Hochplattenbahn.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 bis Ausfahrt Bernau, dann die B305 über Grassau in Richtung Marquartstein fahren. An einer kleinen Kapelle rechts den Hinweisschildern zur Hochplattenbahn in Niedernfels folgen. Direkt an der Talstation ist ein großer Parkplatz.

Links:
Hochplattenbahn
Staffn-Alm

Buchtipps und Wanderkarte:

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Eine tolle Aussicht! Das Bild mit dem Chiemseeblick ist sehr gelungen. Ich liebe es! Ich hätte gerne in dieser Landschaft meinen Holiday Chalet. Das ist pures Glück auf Erden. Danke für das Teilen dieses Erlebnisses. Liebe Grüße

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