Nostalgiefahrt auf die Zugspitze

Mit der historischen Zahnradbahn auf die Zugspitze

Wir schauen auf den Eibsee, der fast 600 Meter unter uns liegt. Von hier oben sehen wir das wild zerklüftete Üfer und die sieben Inseln besonders gut. Noch ein kurzer Blick hinauf zur Zugspitze, schon steigen wir wieder ein. Nach diesem letzten Zwischenhalt an der Station Riffelriss führt unsere Fahrt mit der historischen Zugspitz-Zahnradbahn nun durch den mehr als vier Kilometer langen Tunnel bis zum Zugspitzplatt.

Eine Nostalgiefahrt mit der Zugspitzbahn

Eine Nostalgiefahrt mit der Zugspitzbahn

Viele Wege führen auf die Zugspitze. Man kann Deutschlands höchsten Gipfel über Wanderungen und Bergtouren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade besteigen. Mit den Seilbahnen von der deutschen und der österreichischen Seite aus gelangt man in wenigen Minuten auf den Gipfel.

Und seit 1930 fährt die Bayerische Zugspitzbahn von Garmisch-Partenkirchen über Grainau, den Eibsee hinauf auf die Zugspitze.

Das Ziel der heutigen Fahrt: Die Zugspitze, mit 2962 Metern Deutschlands höchster Berg

Das Ziel der heutigen Fahrt: Die Zugspitze, mit 2962 Metern Deutschlands höchster Berg

Genau mit dieser Zahnradbahn fahren wir, aber wir haben uns für eine besondere Fahrt entschieden: Wir fahren nicht mit einem der modernen Triebwagen hinauf auf die Zugspitze, sondern sitzen in einem der historischen Wagen aus den zwanziger Jahren.

Im Sommer bietet die Bayerische Zugspitzbahn an einigen Wochenenden spezielle Nostalgie-Fahrten in den historischen Zügen an.

Obwohl ich doch deutlich jüger bin als die alten Waggons ist es doch eine Fahrt zurück in die Kindheit. So viele Details, die es heute nicht mehr gibt, sehe ich wieder: Richtige Türgriffe, die mit einem kräftigen Ruck die Tür öffnen. Viel Holzverkleidung und Gepäcknetze, die tatsächlich Netze sind.

Kleine Details: Emailleschilder, viel Holz und lederne Fensterriemen"

Kleine Details: Emailleschilder, viel Holz und lederne Fensterriemen“

An den Fenstern kleben kleine „Nicht hinauslehnen“ Schilder. Die sind wohl später hinzugekommen, aber heutzutage auch weitgehend unbekannt. Wo kann man noch ein Zugfenster herunterschieben und sich hinauslehnen, um sich tränenreich und mit wehendem Taschentuch von den auf dem Bahnsteig zurückbleibenden zu verabschieden? Das gibt es doch nur noch im Schwarzweißfilm.

Wir erkennen sogar einen speziellen Eisenbahngeruch nach Schmierfett und Bremsbelag wieder, den unser Sohn gar nicht mehr zuordnen kann. Nur eines gibt es nicht: Dampflokgeruch. Denn die Zugspitzbahn fuhr von Beginn an elektrisch.

Die Tallokomotive der Zugspitzbahn

Die Tallokomotive der Zugspitzbahn

Mit einer Lok und zwei Waggons, die angenehm gefüllt waren, so dass noch Sitzplätze frei geblieben sind, fahren wir dann kurz vor dem ersten regulären Zug vom Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen ab.

Der erste Teil der Strecke führt flach durch die Wiesen über die Bahnhöfe Hausberg, Kreuzeck-/Alpspitzbahn und Hammersbach nach Grainau. Dort haben wir einen längerern Aufenthalt, denn nun steht ein Lokwechsel an.

Über die Wiesen geht es relativ flach bis Grainau

Über die Wiesen geht es relativ flach bis Grainau

Die Tallokomotive, die den Zug bis Grainau gezogen hat, wird abgekoppelt. Auf dem steilen Zahnradabschnitt übernimmt eine kräftige Berglokomotive, die nun den Zug auf die Zugspitze hinauf schieben wird.

Nun ist die Berglokomotive angekoppelt, die die Waggons die Zahnradstrecke hinaufschiebt

Nun ist die Berglokomotive angekoppelt, die die Waggons die Zahnradstrecke hinaufschiebt

Der Umkoppelvorgang dauert seine Zeit und wird natürlich als Fotostopp genutzt. Nur hier sieht man auf der Fahrt sowohl die Tal- als auch die Berglokomotive.

Von Grainau zum Eibsee führt die Strecke, nun schon deutlich ansteigend, in weiten Kurven durch den Wald hinauf zum Eibsee.

Im Bahnhof Eibsee haben wir erneut einen längeren Aufenthalt, denn nun überholt einer der modernen Triebwagenzüge, die die komplette Strecke ohne Lokwechsel befahren.

Einer der modernen Triebwagen der Zugspitzbahn

Einer der modernen Triebwagen der Zugspitzbahn

Wieder haben wir Zeit für einige Fotos und den Blick hinauf zur Zugspitze und zur Bergstation der neuen Zugspitz-Seilbahn.

Die Zusgspitz-Seilbahn. Wie wird das Wetter oben sein? Haben wir Nebel oder Fernsicht?

Die Zusgspitz-Seilbahn. Wie wird das Wetter oben sein? Haben wir Nebel oder Fernsicht?

Nun schiebt die Lok die zwei alten Waggons unseres Zuges steil bergauf durch den Wald. Wir blicken auf die Wanderwege, sehen auf den Eibsee hinab und die steilen Felsflanken des Wettersteins hinauf. Immer im Blick haben wir auch die Wolken, die sich stetig bilden und wieder auflösen. Werden wir oben im Nebel stehen oder doch etwas Aussicht haben?

Bei meinem letzten Besuch auf der Zugspitze stand ich im Nebel und konnt kaum bis zum Gipfelkreuz sehen. Letztendlich werden wir Glück haben. Richtige Fernsicht wird es nicht geben, aber ein Bergpanorama bekommen wir an diesem Tag dennoch.

Der Blick hinunter auf den Eibsee von der Station Riffelriß

Der Blick hinunter auf den Eibsee von der Station Riffelriß

Schon auf 1640 Metern Höhe befinden wir uns, als der Zugan der Station Riffelriss den letzten Fotostopp einlegt. Diese Station befindet sich unmittelbar am Beginn des Tunnels, der zur Bergstation führt. Wir sind nun schon inmitten der Felsflanken des Wettersteins, mit Ausblick auf den Eibsee, der gut 650 Meter unterhalb liegt. Es sind die letzten Blicke auf die Landschaft, denn unmittelbar nach dem Riffelriß beginnt der Tunnel hinauf zum Zuspitzplatt.

Früher war die letzte Station das Schneefernerhaus, seit 1987 fährt die Bahn durch den (nach der Skirennläuferin Rosi Mittermaier benannten) Rosi-Tunnel zum Zugspitzplatt.

Im eingleisigen Tunnel, der gerade ausreichend breit ist, dass die Züge hindurchfahren können, sind diverse Schilder an den Wänden angebracht. Diese zeigen an, dass wir uns nun gerade auf der Höhe eines bekannten Bergortes oder auch „2000 Meter über Leipzig“ befinden. Immer wieder tauchen die Schilder für wenige Sekunden am Fenster auf und sind auch gleich wieder verschwunden.

Schließlich erreichen wir den schmucklosen Bergbahnhof auf dem Zugspitzplatt. Wir sind nun im Zugspitz-Skigebiet, direkt unterhalb des großen Restaurants und der Ski-Alm. Vom Zugspitzplatt führt auch eine Seilbahn direkt zum großen, extrem verbauten, Gipfelbereich, wo auch die beiden Talseilbahnen vom Eibsee und von Ehrwald aus enden.

Wir bleiben zunächst auf dem Zugspitzplatt. Denn als nächsten und letzten Prgrammpunkt der Nostalgiefahrt gibt es noch ein reichhaltiges und sehr gutes Buffet im Restaurant.

Damit ist der organisierte Teil des Programms beendet. Unsere Fahrkarten gelten natürlich noch für die Fahrten hinauf zum Zugspitzgipfel und für die Talfahrt mit der Seilbahn zum Eibsee oder wieder mit der Zahnradbahn hinunter. Bilder vom Zugspitzplatt und dem Gipfelbereich gibt es dann später im zweiten Teil.

Die Zahnschiene der Zugspitzbahn

Die Zahnschiene der Zugspitzbahn

Nostalgiefahrt mit der historischen Zugspitzbahn

Die Nostalgiefahrten der Bayerischen Zugspitzbahn werden an einigen Terminen im Sommer angeboten und sind meist recht schnell ausgebucht. Das Ticket beinhaltet die Fahrt in den historischen Waggons vom Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen, die Weiterfahrt mit der Seilbahn vom Zugspitzplatt zum Gipfel und die Rückfahrt mit Seilbahn oder Zahnradbahn.

Dazu gibt es ein Mittagsbuffet im Restaurant Sonnalpin auf dem Zugspitzplatt und eine umfangreiche Broschüre über die historische Bahn. Unser, eher kleiner, Hund Mikki konnte übrigens ebenfalls mitfahren.

Der Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen liegt direkt neben dem Bahnhof. Durch einen kurzen Tunnel sind die beiden Bahnhöfe miteinander verbunden. Gebührenpflichtige Parkplätze gibt es sowohl wenige Meter vor dem Bahnhof als auch am Zugspitzbahnhof.

Links:
Alle Infos zur Nostalgiefahrt findet Ihr auf der Website der Zugspitzbahn zugspitze.de.
Umfangreiche historische und technische Informationen zur Bayerischen Zugspitzbahn sowie viele Fotos bietet die Wikipedia.

Buchtipps und Wanderkarten:

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