Auf der Sonnenseite des Wank

Einfache/mittelschwere Wanderung, 1000 Hm: Partenkirchen – Josefibichl – Tannenhütte – Wank – Sonnenhütte – Wankhaus und zurück

Der 1780 Meter hohe Wank ist als der Panoramaberg von Garmisch-Partenkirchen bekannt. Und dieser Name passt wirklich gut. Die Aussicht von oben ist grandios, vom Karwendel über das Wettersteingebirge, ein Stück nach Tirol hinein bis zum Kramer und Estergebirge ist alles dabei. Aber auch schon auf dem Weg kommen wir immer wieder an hervorragende Aussichtspunkte. Und wenn die Wankbahn Winterpause hat, ist auf dem Gipfel auch nicht mehr so viel los. Dann bietet sich der sonnenverwöhnte Aufstieg über die bewirtschaftete Tannenhütte und die Eckenalm an. 1000 Höhenmeter sind zu überwinden, da muss man schon planen, wenn die Sonne früh wieder untergeht.

Der Blick vom Wank auf die Zugspitze, Garmisch, den Kramer und Tiroler Berge mit dem Daniel

Der Blick vom Wank auf die Zugspitze, Garmisch, den Kramer und Tiroler Berge mit dem Daniel

Wieder war es eine Winterwanderung, die so gar nichts winterliches hatte, sich also wie eine Herbstwanderung anfühlte, ganz ohne Schnee. Und wenn dann noch die Sonne scheint, kann man auf der Südseite über die Tannenhütte und die Eckenalm aufsteigen und hat den ganzen Tag Sonne.

Im Sommer mag diese Tour schnell zu heiß werden, für Herbst- oder Frühlingstage ist sie bestens geeignet. Oder eben schneefreie Wintertage, so wie hier bei dieser Wanderung.

Auf dem Wankweg, direkt oberhalb von Partenkirchen

Auf dem Wankweg, direkt oberhalb von Partenkirchen

Wir starten direkt an der historischen Ludwigstraße in Partenkirchen, Ecke Sonnenbergstraße. Da hält der Stadtbus, das ist doch ein guter Startpunkt. Von dort gehen wir über die Sonnenbergstraße und die Prof-Michael-Sachs-Straße in den Wankweg, der in den Wald führt.

Wir nehmen den ersten Abzweig nach rechts auf einen Fußweg, der uns über Josefibichl zur Tannenhütte und auf den Wank führen soll.

Kurz oberhalb des Ortsendes erreichen wir die Lichtung Josefibichl

Kurz oberhalb des Ortsendes erreichen wir die Lichtung Josefibichl

Abonniere jetzt den aufdenbergde Whatsapp Channel für alle Infos zu neuen Wanderungen und Fotos.

Zwei Kurven weiter stehen wir schon auf der Lichtung „Josefibichl“, auf der ein großes Wegkreuz mit einer goldenen Jesusfigur steht. Hier stand einst die Josefskapelle, die während der Säkularisation aber abgerissen wurde.

Am Josefibichl

Am Josefibichl

Fall Winter 2021 - 970x250

Vom Josefibichl haben wir einen ersten schönen Ausblick auf das Wettersteingebirge, den Kramer und, über Garmisch-Partenkirchen hinweg, den steil aufragenden Daniel.

Der Zugspitzblick vom Josefibichl

Der Zugspitzblick vom Josefibichl

Wir folgen weiter dem Weg zur Tannenhütte, der nun, nur sehr leicht ansteigend, zum Kesselgraben mit seinem Wasserfall führt. Kurz vor dem Wasserfall führt der Weg auf die andere Seite des Grabens und dann geht es über viele Stufen steil bergauf.

Die Brücke über den Kesselgraben. Jetzt geht es über viele Stufen bergauf

Die Brücke über den Kesselgraben. Jetzt geht es über viele Stufen bergauf

Am oberen Ende der Stufen angelangt sind es nur noch wenige Meter, bis wir die Tannenhütte erreicht haben.

Die Tannenhütte sieht noch ganz neu aus

Die Tannenhütte sieht noch ganz neu aus

Die Tannenhütte steht an einem sonnigen Aussichtsplatz oberhalb von Partenkirchen. Früher stand hier die alte Gamshütte, die aber 2015 abbrannte. Auf einigen Wegweisern ist immer noch die Gamshütte ausgeschildert, lasst Euch nicht verwirren!

Seit 2018 steht hier nun die neue Tannenhütte. Ein moderner, schnörkelloser Holzbau mit großen Panoramafenstern und einem großen Gastraum. Viel beliebter sind aber die verschiedenen Sitzmöglichkeiten im Freien, die einen direkten Blick auf das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, Garmisch und den Kramer bieten.

Von der Tannenhütte aus geht der Blick vom Wettersteingebirge über Garmisch bis zum Kramer

Von der Tannenhütte aus geht der Blick vom Wettersteingebirge über Garmisch bis zum Kramer

Wegen des tollen Ausblicks und des kurzen Zustiegs, der von Partenkirchen aus nur etwa 45 Minuten dauert, ist die Tannenhütte ein beliebtes Ziel auch für Familien.

Gleich neben der Tannenhütte steht die Hacker-Pschorr-Brücke

Gleich neben der Tannenhütte steht die Hacker-Pschorr-Brücke

Gleich neben der Hütte spannt sich die 2011 erbaute Hacker-Pschorr-Brücke (die nach einer Münchner Brauerei benannt ist, die eine größere Summe für den Bau gespendet hat) über die Faukenschlucht. Die stählerne Hängebrücke ist 55 Meter lang und quert die Faukenschlucht in etwa 40 Metern Höhe. Besonders für Kinder ist die Überquerung ein tolles Erlebnis.

Ein wenig wackelt die Hängebrücke und der Tiefblick in die Faukenschlucht ist schon etwas spektakulär

Ein wenig wackelt die Hängebrücke und der Tiefblick in die Faukenschlucht ist schon etwas spektakulär

Wer keine Hängebrücken mag, sei beruhigt: Wir müssen auf dem Weg zum Wank nicht über die Brücke gehen. Der weitere Weg führt gleich vor der Tannenhütte bergauf über den „Sunnaweg“. Und sonnig wird es. In einigen Kehren führt der Weg nun in knapp 20 Minuten zur etwa 130 Meter höher gelegenen Eckenhütte.

An der Eckenhütte. Im Hintergrund sieht man die Antenne auf dem Gipfel des Wank

An der Eckenhütte. Im Hintergrund sieht man die Antenne auf dem Gipfel des Wank

Die Eckenhütte ist eine kleine Privathütte ohne Bewirtschaftung. Sie liegt auf einer großen Wiese mit einigen Bänken und bietet wieder einmal einen hervorragenden Ausblick auf den Wetterstein und die Zugpitze und über den Ort Garmisch-Partenkirchen und den Daniel zum Kramer.

Ein Wegkreuz neben der Eckenhütte

Ein Wegkreuz neben der Eckenhütte

Wer sich seine Brotzeit mitgebracht hat, sollte bis hierhin aufsteigen und den Ausblick von der Wiese aus genießen.

Wieder ein paar Höhenmeter mehr, wieder wird der Blick nach Süden besser

Wieder ein paar Höhenmeter mehr, wieder wird der Blick nach Süden besser

Auf der anderen Seite sehen wir den bewaldeten oberen Teil des Wanks mit der Seilbahntrasse. Ganz oben ragt eine silberfarbene Doppelantenne aus dem Wald. Dort ist der Gipfel des Wank, unser Tagesziel.

Zunächst wandern wir nun über die Wiesen, dann in weiten Serpentinen durch den Wald. Es werden einige Serpentinen, auf denen wir nun zum Gipfel wandern, die sich grob entlang der Wankbahn-Trasse ziehen.

Auf dem Weg von der Eckenhütte auf den Wank

Auf dem Weg von der Eckenhütte auf den Wank

Der Weg ist immer breit genug, manchmal mit Stufen versehen, an wenigen Stellen kurz felsiger. Die Steigung bleibt angenehm, die Serpentinen weit.

Der Weg kreuzt mehrmals die Seilbahntrasse der Wankbahn

Der Weg kreuzt mehrmals die Seilbahntrasse der Wankbahn

Einige Male unterqueren wir die Seilbahntrasse. Den Abzweig zur Mittelstation der Wankbahn nehmen wir nicht, sondern wandern weiter bergauf, immer durch den lichten Wald.

Zugspitzblick vom Aufstiegsweg aus

Zugspitzblick vom Aufstiegsweg aus

Immer wieder mit schönen Ausblicken auf das Wettersteingebirge mit Alp- und Zugspitze, auf die Waxensteine und einem Blick ins Höllental. Unten im Tal blicken wir auf den Ortsteil Garmisch des Doppelortes. Und rechts ragt der große Kramer auf.

Nach einiger Zeit werden die Serpentinen kürzer, der Weg steiler und dann zeigt sich das Karwendelgebirge zum ersten Mal in voller Pracht und dann kommt auch schon die Bergstation der Wankbahn mit der Sonnenalm in Sicht.

Wir sind fast oben, auf dem weiten Gipfelplateau des Wank, auf dem auch schon ein erstes Gipfelkreuz steht.

Gleich ist das Gipfelplateau erreicht. Die Bergstation der Wankbahn mit der Sonnenalm

Gleich ist das Gipfelplateau erreicht. Die Bergstation der Wankbahn mit der Sonnenalm

Der Blick ist gigantisch. Estergebirge, Karwendel, Wetterstein und ein Teil der Ammergauer Alpen liegen vor uns. Noch besser wird die Aussicht nur, wenn wir noch zum Wankhaus aufsteigen, das auf dem Gipfelbuckel über dem Plateau steht.

Die letzten 30 Höhenmeter zum Gipfelkreuz sind schnell überwunden, der Ausblick ist noch einmal etwas besser.

In das Kreuz auf dem Wankplateau ist eine gläserne Scheibe eingearbeitet

In das Kreuz auf dem Wankplateau ist eine gläserne Scheibe eingearbeitet

Ob man im Winter auf der Sonnenalm oder im Wankhaus einkehren kann, sollte man immer aktuell auf der Homepage nachsehen. Als ich oben war, hatte das Wankhaus geöffnet. Die Hauptsaison beider Hütten ist auf jeden Fall der Sommer, wenn die Wankbahn fährt.

Der Winterbetrieb der Wankbahn wurde vor einigen Jahren eingestellt, als der Skibetrieb hier eingestellt wurde. Jetzt gehört der Berg den Skitourengehern, sofern es die Schneeverhältnisse zulassen.

Die Sonne neigt sich schon merklich Richtung Zugpsitz-Gipfel, jetzt wird es Zeit für den Abstieg. Obwohl es viele Abstiegsmöglichkeiten gibt, bleibt es heute beim Aufstiegsweg, um möglichst lange Sonnenlicht zu haben.

Die Sonne versinkt bald hinter der Zugspitze, nix wie runter

Die Sonne versinkt bald hinter der Zugspitze, nix wie runter

Zweieinhalb Stunden bis Partenkirchen sagt der Wegweiser. Das ist schon etwas großzügig gerechnet, man kann durchaus schneller runterkommen.

Ein letzter Blick zum Karwendel

Ein letzter Blick zum Karwendel

Trotzdem wird es jetzt Zeit und die letzten Meter unterhalb der Tannenhütte werden auch schon recht dunkel.

Auf dem Abstiegsweg

Auf dem Abstiegsweg

Aber dafür hat man ja auch immer eine Stirnlampe im Rucksack. Habt Ihr ja auch, oder?

Die Zugspitze im Abendlicht

Die Zugspitze im Abendlicht

Bei sonnigem Winterwetter ohne oder mit wenig Schnee ist die Wanderung über die Tannenhütte auf den Wank eine wunderbare Tour. Man wandert die ganze Zeit auf der Südseite des Wank, also immer in der Sonne. Die Tannenhütte und die Weisen um die Eckenhütte sind wunderbare Aussichtspunkte. Die Tannenhütte lädt zur Einkehr ein. Ob Sonnenalm oder Wankhaus geöffnet sind, sollte man kurz auf den Homepages prüfen oder einfach ausprobieren.

Dauer und Schwierigkeit:
Von der Historischen Ludwigstraße in Partenkirchen aus kann man die Tannenhütte gut in 45 Minuten erreichen. Eine Viertelstunde zur Eckenhütte. Gute zwei bis knapp zweieinhalb Stunden sind es dann noch bis zum Gipfel. Also insgesamt drei bis dreieinhalb Stunden im Aufstieg. Zwei bis zweieinhalb Stunden kann man für den Abstieg einplanen. Für einen Wintertag ist das schon eine lange Wanderung. Ein früher Aufstieg lohnt sich, um nicht in die Dunkelheit zu kommen. Der Weg ist, ohne Schnee, wirklich leicht zu gehen, aber die 1000 Höhenmeter, die zu überwinden sind, sollte man nicht unterschätzen.

Höhenangaben:
Partenkirchen: ca. 715 Meter
Josefibichl: 790 Meter
Tannenhütte: 930 Meter
Eckenhütte: 1060 Meter
Sonnenalm: 1750 Meter
Wankhaus: 1774 Meter
Gipfel Wank: 1780 Meter

Essen und Trinken:
Die Tannenhütte oberhalb von Partenkirchen ist ganzjährig bewirtschaftet und hat einen weitläufigen Außenbereich. ier gibt es warme GErichte, Kuchen und natürlich Getränke aller Art. Auf dem Wankplateau die Sonnenalm und direkt neben dem Gipfel das Wankhaus sind ebenfalls bewirtschaftet. Im Winter aber nicht durchgehend. Achtet auf aktuelle Informationen auf den Homepages oder probiert es einfach aus.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Bei trockenen, schneefreien Wegverhältnissen ist die Wanderung einfach, normale Vorsicht am Berg ist ausreichend. Bei Schnee oder Glätte sollte man Grödel und Stöcke mitnehmen. Wichtig im Winter ist die Zeitplanung, um zu vermeiden, in die Dunkelheit zu kommen. Eine Stirnlampe sollte man zur Sicherheit dabei haben.

Wandern mit Hund:
Die Wanderung ist auch für Hunde gut geeignet. Wasser müsst Ihr aber mitnehmen, außerhalb der Hütten gibt es nur wenige Trinkmöglichkeiten.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus fährt man mit der Regiobahn oder dem Regioexpress in 1:20 bzw. 1:10 Stunden bis Garmisch-Partenkirchen. Vom Bahnhof aus kann man über BAhnhofstraße, Rathausplatz und Ludwigstraße in etwa 20 Minuten zum Startpunkt der Wanderung laufen. Am Sebastianskircherl rechts abbiegen. Oder man fährt mit dem Ortsbus 1 oder 2 bis zur Haltestelle „Historische Ludwigstraße“.
Mit dem Auto: Von München aus über die A95 nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Dann in den Ortsteil Partenkirchen und am besten an der Wankbahn parken. Von dort kann man über St. Anton zum Josefibichl wandern und dort auf die hier vorgestellte Wanderung einschwenken.

Startpunkt:
Google Maps: 47.494449,11.110245
Openstreetmap: 47.494449,11.110245
What3Words: ///statik.allgemeineren.auto

Links:
Homepage der Tannenhütte
Informationen zur Sonnenalm bei zugspitze.de und gapa-tourismus.de
Homepage der Alpenvereinshütte Wankhaus
Informationen zur (im Winter geschlossenen) Wankbahn und zum Panoramaberg Wank auf zugspitze.de

GPX-Track:

Gesamtstrecke: 15031 m
Maximale Höhe: 1824 m
Minimale Höhe: 758 m
Gesamtanstieg: 1145 m
Gesamtabstieg: -1152 m
Download file: wank-tannenhuette.gpx

Buchtipps und Wanderkarte:

Gleich weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert