Zugspitzplatt und Zugspitzgipfel

Mit der Bahn auf die Zugspitze: Wie sieht es oben aus?

Auf der Zugspitze treffen sie sich: Erschöpfte, verschwitzte Bergwanderer, aufgeregte Touristen, die aufgrund der Tiefblicke von fast 3000 Meter Höhe erschaudern. Mit klimpernden Klettersteigset und Helm bewehrte aus dem Höllental kommende Bergfexe treffen auf Seilbahnfahrer in T-Shirt, Tracht oder Funktionskleidung. Touristen aus aller Welt besuchen den als „Top of Germany“ beworbenen Gipfel. Alle wollen sie auf diesen besonderen Berg, dessen Gipfel sich Deutschland und Österreich teilen. Aber wie sieht es da oben eigentlich aus? Hier findet Ihr unsere fast sommerlichen Eindrücke vom Zugspitzplatt und dem Gipfelbereich.

Zusammentreffen von moderner und alter Architektur auf der Zugspitze

Zusammentreffen von moderner und alter Architektur auf der Zugspitze

Unerwartete Aktualität

Ich arbeite seit mehreren Abenden an diesem Artikel und bin in den letzten Zügen vor der Veröffentlichung. Der Großteil des Textes ist geschrieben, die Bilder ausgesucht, bearbeitet, hochgeladen und in Galerien gepackt. Buchtipps und weiterführende Links sind gesetzt. Am kommenden Abend soll der Artikel live gehen, der die Fortsetzung des Artikels zur Nostalgiefahrt mit der historischen Zugspitzbahn ist.

Da lese ich am Donnerstag Morgen die Meldung, dass die neue Zugspitz-Seilbahn vom Eibsee zum Gipfel außer Betrieb genommen werden musste. Im Laufe des Tages sehe ich dann das Foto, das den Schaden zeigt: Eine nahezu komplett zerstörte Gondel hängt ein Stück unterhalb der Bergstation am Tragseil. Was war passiert?

Bei einer routinemässigen Bergungsübung außerhalb der Betriebszeit der Seilbahn ist ein Bergewagen von der Bergstation aus mit einer der zwei Gondeln kollidiert und hat diese schwer beschädigt. Glücklicherweise waren beide Gondeln unbesetzt, so dass zwar erheblicher Sachschaden entstanden ist, aber keine Personen zu Schaden gekommen sind.

Die Seilbahn vom Eibsee zur Zugspitze ist auf zunächst unbestimmte Zeit geschlossen. De Zahnradbahn von Garmisch aus und die Tiroler Zugspitzbahn von Ehrwald aus fahren weiterhin auf die Zugspitze. Die meisten Routen auf die Zugspitze sind auch weiterhin nutzbar. Die Bayerische Zugspitzbahn rät aber dringend davon ab, die Kletterroute „Eisenzeit“ über das Bayerische Schneekar zu begehen, bis der Schaden behoben ist.

Weitere Informationen findet Ihr auf der Website des Bayerischen Rundfunks und bei der Bayerischen Zugspitzbahn:
Neue Zugspitz-Seilbahn schwer beschädigt und außer Betrieb
Hoher Schaden nach Gondelunfall bei der Zugspitz-Seilbahn
Die Seilbahn Zugspitze bleibt vorerst geschlossen

Jetzt haben sich die Rahmenbedingungen des Artikels also plötzlich geändert. Aber mein Schwerpunkt lag schon zuvor nicht auf der neuen Seilbahn, sondern darauf, ein paar Impressionen vom Zugpsitzplatt und dem Gipfelbereich zu zeigen, wie wir es im Sommer 2018 im Anschluß an die Zugfahrt erlebt haben. Daher habe ich ihn nun, um diesen Text ergänzt, trotz des Unfalls veröffentlicht.

Die Zugspitze

Hier oben kommen sie alle an. Dank der Seilbahnen vom Eibsee und aus Ehrwald, der Zahnradbahn aus Garmisch kommt man bequem auf die Zugspitze. Oder natürlich „by fair means“ über einen der vielen Aufstiegswege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Dabei gilt der Gipfel der Zugspitze als hoffnungslos verbaut und das ist es auch. Deutschlands höchster Berg gleicht an manchen Stellen eher einem Flughafenterminal als einem Berggipfel. Aber neben mehreren Seilbahnen und hochmoderner Glas- und Stahlarchitektur findet man auf der Zugspitze auch ein über 120 Jahre altes Alpenvereinshaus, hochalpine Wege und sogar ein paar ruhigere Ecken.

Auf dem Zugspitzplatt

Mehr Landschaft als Bauten bietet das Zugspitzplatt, das wir bei unserer Fahrt mit der historischen Zahnradbahn auf die Zugspitze als erstes Ziel erreicht haben.

Hier wurden auch einige Gebäude und weitere Installationen in die Umgebung gebaut, dennoch stehen wir hier in einer beeindruckenden alpinen Landschaft, die vom nördlichen Schneeferner und den umliegenden Gipfeln bestimmt wird. Auch der Schneeferner schrumpft immer weiter und es ist absehbar, dass er bald vollständig verschwinden wird. Noch ist er aber vorhanden.

Im Winter ist das Zugspitzplatt ein Skigebiet, entsprechend großzügig sind die Restaurants und anderen Gastronomiebereiche gestaltet. Direkt unter dem großen Gletscherrestaurant Sonnalpin befindet sich die Endstation der Zahnradbahn. Weitere Gastronomiebetriebe finden sich in unmittelbarer Nähe.

Kapelle, MinispiX, Gams-Steig und das Zwergerl-Brückerl direkt beieinander

Kapelle, MinispiX, Gams-Steig und das Zwergerl-Brückerl direkt beieinander

Etwas weiter Richtung Gletscher steht auf einem Felsen die Kapelle „Maria Heimsuchung“. Kurz davor ragt der „MinispiX“, eine kleine Kopie der Alpspix-Aussichtsplattform vom Osterfelderkopf über den Felsrand. Der MinispiX ist auch für nicht-Schwindelfreie begehbar, der Abgrund ist hier nur wenige Meter tief.

Dorthin kann man eine Treppe oder den „Gams-Steig“ nehmen, einen Drahtseilweg über den Fels. Ich vermute, dass der Gams-Steig mitsamt dem Zwergerl-Brückerl der kürzeste und leichteste Klettersteig der Welt ist.

Weiter auf den Zugspitzgipfel kommt man dann in wenigen Minuten mit der Seilbahn.

Der Gipfelbereich der Zugspitze

Auf dem Gipfelbereich der Zugspitze kann man bei richtig schlechtem Wetter auch mal fast alleine stehen. Bei gutem Wetter, besonders am Wochenende, muss man schon auf dem Münchner Haus übernachten und warten, bis die letzten Bahnen talwärts gefahren sind, bevor es am Gipfel wirklich ruhiger wird.

Die im Zuge des Neubaus der Eibsee-Seilbahn neu- und umgebauten Gebäude haben auch großzügig gestaltete Terrassen, so dass auch große Menschenmengen Aussicht auf die umliegenden Berge und ins Tal haben.

Das Gipfelkreuz: Als wir im Juni 2018 oben auf der Zugspitze waren, haben wir uns den Weg zum Gipfelkreuz gespart. Zunächst führte der Weg durch die Baustelle, dann über ein Gerüst hinunter, ein kleines, aber steiles und vereistes Schneefeld hinauf und dann über den Felsweg weiter.

Das gibt es auf der Zugspitze auch: Eine atemberaubende Bergwelt

Das gibt es auf der Zugspitze auch: Eine atemberaubende Bergwelt

Da natürlich viele Besucher unbedingt zum Kreuz wollen, gab es Schlangen und, besonders am Eisfeld, auch Staus. Das war es uns dann nicht wert, einmal ans goldene Kreuz zu fassen. Das können wir ja später noch nachholen.

Das Münchner Haus: Beim letzten Besuch war ich im Haus. Es ist wirklich sehenswert, weil das denkmalgeschützte Haus seit Jahrzehnten nahezu unverändert dort oben steht und noch die Atmosphäre der alten Berghütten vermittelt. Aber auch hier und auf der Terrasse vor dem Haus ist das Gedränge und Geschiebe extrem.

Ab nach Österreich: So sind wir schnell auf die österreichische Seite gewechselt. Über die Terrasse des Münchner Hauses verläuft der Weg nach Österreich. Eine Tür, schon stehen wir auf der tiroler Seite der Zugspitze. Durch einen Gang geht es zum Restaurant und zur Aussichtsterrasse.

Auf der großen Aussichtsterrasse war nur sehr wenig Betrieb, ebenso wie im Restaurant und auf der kleinen Außenterrasse, so dass wir uns dort einen Platz an den Bierbänken oder im Liegestuhl aussichen konnten. Ein Geheimtipp ist diese Terrasse sicher nicht, aber hier wesentlich ruhiger zu als auf der deutschen Seite.

Eine Treppe führt hinunter auf den Fels. Endlich einmal Fels statt Beton unter den Füßen! Wir haben hier, mitten auf der Geenze stehend, Aussicht satt auf das Zugspitzplatt, die Bwrge rings herum und hinunter nach Ehrwald. Der Verlauf der Grenzsteine lässt sich noch ein Stück weit über den Grat verfolgen. Zur Sicherheit steht hier auch noch ein Grenzschild mit dem Bundesadler.

An dieser Stelle kommen auch die Wanderer auf der Zugspitze an, die die letzten, beschwerlichen, Höhenmeter vom Zugspitzplatt hochgewandert sind.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, auf der Zugspitze zu stehen, das sollte man sich schon einmal gönnen. Der Trubel oben ist aber an schönen Tagen schon enorm, aber das weiß man ja auch schon im Vorhinein.

Wir sind dann mit der neuen Zugspitz-Seilbahn wieder herunter zum Eibsee gefahren und haben uns eine ruhige Bucht gesucht. Ein schöner Abschluss, bevor wir dann mit der Zahnradbahn zurück anch Garmisch gefahren sind.

Links:
Alle Informationen zur Zuspitze, den Bahnen und den Einrichtungen auf deutscher Seite findet Ihr auf zugspitze.de
Die Tiroler Zugspitzbahnen sind unter zugspitze.at zu finden.
Das Münchner Haus hat eine eigenen Homepage und eine Seite beim Alpenverein
Umfangreiche Informationen zur Zugspitze bietet auch die Wikipedia
Homepage der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Buchtipps und Wanderkarten:

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