Wanderung zum Pürschlinghaus und auf den Teufelsstättkopf

Wanderung: Unterammergau – Schleifmühlenklamm – Kuhalm – Teufelsstättkopf – Pürschlinghaus (August-Schuster-Haus) – Unterammergau

Eine schöne Klamm, eine leicht ausgesetzte Gratwanderung, ein wenig Felsklettern, grandiose Aussicht und dazu eine schöne Hütte, das bietet die Tour auf den Teufelsstättkopf und zum Pürschlinghaus in den Ammergauer Alpen. Zwischen Klamm und den Ausblicken und im Abstieg warten aber auch längere Fahrweg-Passagen.

Der Gipfelbereich des Teufelsstättkopfs, der Hauptgipfel schaut hinter dem Vorgipfel hervor

Der Gipfelbereich des Teufelsstättkopfs, der Hauptgipfel schaut hinter dem Vorgipfel hervor

Zum Pürschlinghaus kann man ganz einfach gelangen: Vom Parkplatz an der Schleifmühlenklamm über den Fahrweg, am Abzweig nach links abbiegen auf den steilen Weg entlang des Bachs, dann an der Langtalalm links abbiegen. Weiter über den Almfahrweg erreicht man nach etwa zwei Stunden die große Terrasse der Hütte. Nachdem man Aussicht und Weißbier gennossen hat, geht es dann auf den Hinweg wieder runter. Und schon ist der Artikel zu Ende.

Aber halt: So einfach wollen wir es uns aber nicht machen und außerdem wollen wir auf dem Weg noch etwas erleben, mehr Aussicht und weitere Höhenmeter haben. Darum machen wir eine Rundwanderung, bei der wir erst den 1758 Meter hohen Teufelsstättkopf besteigen, um von dort zum Pürschlinghaus abzusteigen.

Ein Wasserfall in der Schleifmühlenklamm

Ein Wasserfall in der Schleifmühlenklamm

Wir starten in Unterammergau am großen Parkplatz vor der Schleifmühlenklamm. Die Klamm ist dann auch gleich der erste Höhepunkt der Wanderung. Besonders wenn man mit Kindern unterwegs ist, passt sie auch als eigenständiges Ziel, dann muss man gar nicht weitergehen.

Wer sich den Klammweg sparen möchte, kann auch auf dem breiten Fahrweg aufsteigen. Am Ende der Klamm treffen beide Wege aufeinander und wir gehen nun für einige Zeit weiter auf dem breiten Fahrweg, der hinauf zur Kuhalm führt.

Am Abzweig zum Pürschling halten wir uns rechts Richtung Teufelsstättkopf

Am Abzweig zum Pürschling halten wir uns rechts Richtung Teufelsstättkopf

Nach wenigen Minuten zweigt der direkte Weg zum Pürschlinghaus links ab, wir halten uns rechts und gehen in weiten Kehren durch den Wald und stetig leicht bergauf.

Am Speichersee Kurztal

Am Speichersee Kurztal

Kurz nach einem künstlichen Speichersee zweigt der Weg zur Kuhalm rechts ab. Wieder wandern wir durch den Wald, der geschwungene Weg bleibt breit und als wir den Wald verlassen, haben wir zum ersten Mal einen schönen Bergblick mit Gipfelkreuz.

EIn breiter Fahrweg führt hinauf zur Kuhalm

EIn breiter Fahrweg führt hinauf zur Kuhalm

Zu diesem Kreuz, das „Auf dem Stein“ heißt, werden wir aber nicht aufsteigen, sondern es in einem weiten Bogen umrunden. Der Weg führt weiter, bis die Gebäude der unbewirtschafteten Kuhlm rechts sichtbar werden.

An der unbewirtschafteten Kuhalm

An der unbewirtschafteten Kuhalm

Nun zweigt links ein unbeschildeter, aber gut sichtbarer Wiesenpfad ab und der Charakter der Wanderung ändert sich komplett.

An der Kuhalm wechseln wir auf den schmalen Pfad links

An der Kuhalm wechseln wir auf den schmalen Pfad links

Schmal und steil führt der Weg durch den Wald. Etwas unangenehm, denn am Vortag hatte es geregnet, so dass sich auf den weißen Kalksteinen ein etwas glitschiger Schmierfilm aus Erde gebildet hatte.

Ein Blick zurück auf die Ammergauer Alpen

Ein Blick zurück auf die Ammergauer Alpen

Der Weg führt direkt zu einem Felsen, vor dem sich der Weg teilt. Wir gehen nach rechts, wo der Gratweg beginnt. Die, wie ich fand, anspruchsvollste Stelle der Wanderung liegt direkt am Beginn des Gratwegs. Etwas abschüssiger Fels muss entlang der Wand gequert werden. Die Stelle ist nur wenige Meter lang, aber ungesichert.

Der Beginn des Gratwegs zum Teufelsstättkopf

Der Beginn des Gratwegs zum Teufelsstättkopf

Die etwas anspruchsvolle Stelle zu Beginn des Gratwegs

Die etwas anspruchsvolle Stelle zu Beginn des Gratwegs

Danach führt der Gratweg gut wanderbar mit einigen Stufen und immer leicht ansteigend zum Gipfelmassiv des Teufelsstättkopfs. Optisch erscheint der Weg meistens wenig ausgesetzt, da links und rechts Latschen wachsen, die optischen Halt bieten.

Auf dem Gratweg durch die Latschen

Auf dem Gratweg durch die Latschen

Die Aussicht ist schon großartig, so dass es sich lohnt, ab und zu stehenzubleiben, um die Aussicht auf die Ammergauer Alpen zu genießen.

Ein Blick zur Zugspitze

Ein Blick zur Zugspitze

Auf den letzten Metern vor dem Teufelsstättkopf

Auf den letzten Metern vor dem Teufelsstättkopf

Direkt vor dem massiven Gipfelfelsen führt der Weg über einen kleinen Fels und hinunter auf einen geräumigen Platz.

EIn beeindruckender Felsgipfel: Der Teufelsstättkopf

EIn beeindruckender Felsgipfel: Der Teufelsstättkopf

Zum Gipfel geht es über den blanken und teils ziemlich speckigen Fels. Ein dickes Drahtseil hilft, diese wenigen letzten Meter zum Teufelsstättkopf-Gipfelkreuz zu überwinden. Berghund Mikki durfte auf einem Wiesenstück unten ausruhen, was ihm wichtiger war als der Besuch des Gipfelkreuzes.

Ein kurzer, drahtseilgesicherter Aufstieg führt über den Fels zum Gipfelkreuz

Ein kurzer, drahtseilgesicherter Aufstieg führt über den Fels zum Gipfelkreuz

Die Aussicht von hier oben ist großartig. Ein Panoramafoto auf alpen-panoramen.de listet gut Gipfel auf, die vom Teufelsstättkopf zu sehen sind.

Der Nachbar des Teufelsstättkopfs: Das Laubeneck

Der Nachbar des Teufelsstättkopfs: Das Laubeneck

Die Ammergauer Alpen, das Estergebirge und das Wettersteingebirge mit der Zugspitze als Höhepunkt sind die nächstgelegenen Gebirgsgruppen.

Das Gipfelkreuz des Teufelsstättkopfs

Das Gipfelkreuz des Teufelsstättkopfs

Der Abstieg vom Gipfel erfolgt wieder über die seilversicherten Felsen. Dann führt ein teils ziemlich steiler, von manchen Felsen und Wurzeln durchsetzter, Weg hinab in Richtung Pürschlinghaus.

Im Abstieg zum Pürschlinghaus

Im Abstieg zum Pürschlinghaus

Nach etwa einer halben Stunde Abstieg haben wir das August-Schuster-Haus, das unter dem Namen Pürschlinghaus bekannter ist, erreicht.

Kurz vor dem Pürschlinghaus

Kurz vor dem Pürschlinghaus

Das Pürschlinghaus ist eine ehemalige Jagdhütte von König Ludwig II. Ein Schild an der Essensausgabe weist darauf hin, dass man als königliches Haus keine „kaiserlichen Schmarren“ anbietet. Aber die Suppen, Fleischgerichte und Kuchen bieten ausreichend Ersatz.

Auf der Terrasse des Püschlinghauses

Auf der Terrasse des Püschlinghauses

Nachdem wir usn gestärkt und ausgeruht haben, machen wir uns an den Abstieg, der zunächst wieder über einen breiten Fahrweg erfolgt. Eine Plakette am Fels weist noch einmal auf den Kini hin.

Schöner Ausblick beim Abstieg vom Pürschlinghaus

Schöner Ausblick beim Abstieg vom Pürschlinghaus

Eine kleine Kapelle direkt neben dem Abstiegsweg

Eine kleine Kapelle direkt neben dem Abstiegsweg

Dann geht es mit schöner Aussicht auf die Ammergauer Alpen hinab zur kleinen Josephskapelle, die an die in den Bergen verunglückten erinnert. Kurz darauf erreichen wir die Langtalalm.

Am Wochenende eine weitere Einkehrmöglichkeit: Die LangtalalmAm Wochenende eine weitere Einkehrmöglichkeit: Die Langtalalm

Am Wochenende eine weitere Einkehrmöglichkeit: Die Langtalalm

Dort biegen wir nach rechts ab und an der folgenden Verzeigung nehmen wir den mittleren Weg, der über eine Wiese in den Wald führt. Der weitere Abstieg wird nun recht steil und etwas steinig.

Die Bank unter dem Fels: Jesu Rast

Die Bank unter dem Fels: Jesu Rast

Wir passieren „Jesu Rast“, eine Rastbank, die gefährlich aussehend direkt unter einem überhängenden Felsblock steht. Aber keine Sorge, der in den Fels eingemeißelte Jesus wacht über den müden Wanderer.

Kurz darauf errichen wir den Abzweig, an dem wir im Aufsteig zum Teufelsstättkopf abgebogen sind. Wenige Minuten später können wir dann nochmal durch die Schleifmühlenklamm gehen oder auf dem Fahrweg bleiben und schnell zum Wanderparkplatz und Gasthaus Schleifmühle gehen.

Dauer und Schwierigkeit:
Für den Aufstieg zum Gipfel haben wir etwa drei Stunden Gehzeit benötigt, etwas länger als angegeben. Vom Gipfel zum Pürschlinghaus geht es in etwa einer halben Stunde. Von dort zurück nach Unterammergau kann man eineinhalb Stunden einplanen.
Die Wanderung wird üblicherweise als mittelschwer („rot“) eingestuft. Über weite Strecken ist sie einfach und führt über breite Fahrwege. Den Gratweg sollte man aber nicht unterschätzen. Direkt am Beginn ist die Schlüsselstelle. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf dem Gratweg und am Gipfel wichtig, im Abstieg zum Pürschlinghaus Trittsicherheit. Der Abstieg unterhalb der Langtalalm ist auch noch einmal recht steil.

Höhenangaben:
Gasthaus Schleifmühle: ca. 870 Meter
Oberer Klammausgang: ca. 970 Meter
Teufelsstättkopf: 1758 Meter
Pürschlinghaus (August-Schuster-Haus): 1564 Meter
Gipfel Pürschling: 1566 Meter

Essen und Trinken:
Auf der Wanderung ist das Pürschlinghaus die wichtigste Einkehr. Hier gibt es hüttentypisches Essen und Getränke zu angenehmen Preisen. Die Langtalalm ist Samstags und Sonntags geöffnet. Direkt vor dem Wanderparkplatz liegt der Gasthof Schleifmühle, etwas weiter unter die Steckenberg Alm.

Wo muss ich besonders aufpassen:
In der Klamm sollte man besonders auf Kinder achten. Ein kurzer seilversicherter Abschnitt ist problemlos zu gehen. Auf dem Gratweg ist der schwierigste, kurze, Abschnitt gleich am Beginn. Auf dem gesamten Gratweg ist Trittsicherheit wichtig, auch Schwindelfreiheit schadet nicht, auch wenn die Latschen optisch die Ausgesetztheit mindern. Grundsätzlich besteht auf Gratwegen Absturzgefahr. Im Abstieg zum Pürschlinghaus ist wieder Trittsicherheit erforderlich.

Wandern mit Hund:
In der Klamm sind einige Treppen und Brücken mit Gitterstufen zu überwinden. Für den Gratweg zum Gipfel und den Abstieg ist auch für Hunde Trittsicherheit wichtig. Über drei größere Stufen im Gipfelbereich mussten wir Mikki heben, den letzten Gipfelaufstieg durfte er auslassen. Trinken finden Hunde bis zur Kuhalm an vielen Stellen entlang des Weges, weiter oben nicht mehr, dann erst wieder am Pürschlinghaus.

Nicht für jeden Hund geeignet: Die Gitterwege in der Schleifmühlenklamm

Nicht für jeden Hund geeignet: Die Gitterwege in der Schleifmühlenklamm

Wie komme ich hin?
Mit dem Zug: Von München mit dem Zug in Richtung Garmisch-Partenkirchen bis Murnau. Dort umsteigen nach Unterammergau. Von dort gelangt man Über die Dorfstraße zum Liftweg am südwestlichen Ortsrand und zum Wanderparkplatz.
Mit dem Auto: Von München über die A95 und die B2 nach Oberau fahren. Dort rechts auf die B23 Richtung Augsburg/Oberammergau abbiegen. Direkt am Ortseingang Unterammergau nach links in den Liftweg abbiegen und den Schildern „Erlebnisberg Steckenberg“ folgen. Hinter dem Gasthof Schleifmühle ist der große, gebührenpflichtige Wanderparkplatz (2018: 3 Euro).

Links:
Erlebnisberg Steckenberg Unterammergau
Steckenberg-Alm
Schleifmühlen-Klamm bei Allgäu-Ausflüge
Homepage August-Schuster-Haus (Pürschlinghaus)

Buchtipps und Wanderkarte:

Gleich weiterlesen:

Schreibe einen Kommentar