Wanderung, leicht, 650 Hm: Spitzingsattel – Schönfeldhütte – Jägerkamp und zurück
Der Jägerkamp ist ein hervorragender und beliebter Aussichtsberg oberhalb des Spitzingsees, der einen Panoramablick weit in die tiroler Alpen und einen schönen Blick hinunter auf den Schliersee bietet. Der Gipfel ist über einen einfachen, aber sehr abwechslungsreichen Weg erreichbar. Auf halber Wegstrecke liegt die Schönfeldhütte als Einkehrmöglichkeit. Diese Wanderung ist für Familien und auch für Hunde geeignet und leicht mit Bus und Bahn erreichbar.
Der hier beschriebene Weg vom Spitzingsattel über die Schönfeldhütte ist im Aufstieg deutlich einfacher als der vom Spitzingsattel über die Jägerbauernalm. Den Abstiegsweg teilen sich dann beide Wandertouren.
Vom Spitzingsattel zur Schönfeldhütte
Egal, ob man mit dem Auto oder per Bahn und Bus anreist, am Spitzingsattel geht es los. Am Ende des Parkplatzes führt der Weg über eine Wiese, dann in kurzen Serpentinen ansteigend bis zum Waldrand.
Im Wald wird der Weg etwas flacher, aber sehr felsig und wurzeldurchsetzt. Ich mag das ja, ein schön wilder Weg, der aber nie wirklich schwierig wird und meistens angenehm breit ist.
Die Steigung ist eher moderat, so dass wir flott über die Felsen gehen können.
- Zunächst wandern wir im Schatten auf dem felsigen und wurzeldurchsetzten Steig
- Zum ersten Mal sehen wir die Sonne. Bisher verlief der Aufstieg im Schatten
- Auf dem Weg vom Spitzingsattel zur Schönfeldhütte
Ab und zu können wir zwischen den Bäumen hindurch den Spitzingsee erkennen, der schon ein ganzes Stück tiefer liegt. An besonders hohen Stufen kann man manchmal den Fels in die Hand nehmen oder sich an einem Baum festhalten, aber grundsätzlich ist der Weg leicht zu gehen.
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Morgens liegt er noch schön im Schatten, erst ab der Mitte wandern wir der Sonne entgegen.
Wenn man die langen Holzbretter überwunden hat, die über eine besonders morastige Stelle führen, ist der Wald auch schon fast durchquert.
Unmittelbar, nachdem wir den Wald verlassen haben, teilt sich der Weg. Der untere Weg führt in Richtung Taubenstein, Rotwand und Hochmiesing.
Wir nehmen den Weg, der am Wiesenhang ansteigt. Der Wegweiser zeigt 20 Minuten bis zur Schönfeldhütte an und 1,25 Stunden bis zum Gipfel des Jägerkamp.
Auf dem ebefalls steinigen, aber nun deutlich einfacheren Weg hinauf zur Hütte lohnt es sich, sich einmal umzudrehen. Unter uns blicken wir direkt auf den Spitzingsee und in Richtung der Firstalmen.
- Am Abzweig. Wir gehen auf den etwas schmaleren Steig bergauf
- Umdrehen lohnt sich, hier haben wir einen schönen Blick auf den Spitzingsee
- Da ist die Schönfeldhütte auch schon fast erreicht
Der Weg führt um eine Kurve, wird flacher und damit haben wir auch schon fast die Schönfeldhütte erreicht. Für eine lange Rast ist es noch zu früh, aber ein Morgenkaffee passt schon.
Von der Schönfeldhütte zum Jägerkamp-Gipfel
Hinter der Hütte führt der Weg nun zunächst ziemlich flach unter dem Gipfel des „Wilden Fräulein“ entlang zu den Schönfeldalmen und an den drei Almhütten vorbei. Im Winter ist dieser Wegabschnitt lawinengefährdet.
- Blick zurück zur Schönfeldhütte
- Der Weg führt am Gipfel der Wilden Fräulein vorbei
- An den Schönfeldalmen
Hinter den Schönfeldalmen wird der Weg dann deutlich steiler. In vielen Serpentinen führt der Weg nun hinauf Richtung Schnittlauchmoosalm.
Am Wegweiser und der Karte mit den Wildschutzgebieten folgen wir dem Wegweiser nach links zum Jägerkamp. Ein paar letzte steilere Meter, dann wird der Weg deutlich flacher.
- Auch dieser Weg hat ein paar schöne Wurzelstufen, ist aber leichter als der Weg durch den Wald
- Steiler bergauf zum Abzweig zum Jägerkamp
- Großartiges Alpenpanorama vom Aufstiegsweg
- Auf dem Weg zum Jägerkamp. Der Gipfel ist in der Bildmitte zu sehen
- Auf breitem Weg zum Plateau
- Ein Blick ins Leitzachtal und zu Breitenstein und Wendelstein
Über den Weg 642 erreichen wir ein Plateau, von dem aus wir einen schönen Blick ins Leitzachtal und hinüber zum Breitenstein und Wendelstein haben.
Durch ein paar Latschen geht erreichen wir dann in zwei Minuten den Gipfel des Jägerkamps mit dem großen Gipfelkreuz.
Hier haben wir einen großartigen Rundumblick. Weit in die vergletscherten hohen Gipfel der tiroler Alpen hinein können wir sehen, auch Großglockner und Großvenediger sind zu erkennen.
- Jägerkamp-Panorama, erster Teil: Über den Schinder mit Schinderkar in der Bildmitte schauen wir weit hinein in die tiroler Alpen
- Jägerkamp-Panorama, zweiter Teil: Mit Risserkogel und Zugspitze
- Jägerkamp-Panorama, dritter Teil: Breitenstein, Wendelstein und Aiplspitz
Natürlich sind auch viel der näheren Berge in den bayerischen Alpen zu sehen. Der Schinder mit seinen zwei Gipfeln und dem markanten Schinderkar, der von hier aus bogenförmig aussehende Risserkogel oder auch die Zugspitze.
Nach Westen hin schauen wir direkt auf den Brecherspitz. Unterhalb sehen wir auch den Schliersee, weiter nach Osten dann Breitenstein und Wendelstein.
Unter uns, in nördlicher Richtung, sehen wir das Gebiet der Jägerbauernalm. Und es gibt auch ein paar wenige Punkte, von denen aus man, über die Latschen hinweg, einen Blick auf das Almgebäude hat.
Der Aufstiegsweg ist gut zu erkennen, ebenso der Weg vom Gipfel in Richtung Wilde-Fräulein-Gipfel.
Der felsige, rundum von Latschen und kleinen Wiesenstücken umgebene Gipfelbereich bietet zahlreiche Sitzgelegenheiten für ein paar Dutzend Wanderer. Alleine wird man hier auf dem Jägerkamp kaum je sein, aber das ist ja auch ganz in Ordnung so.
Wildschutzgebiete im Rotwandgebiet
Im Rotwandgebiet gibt es einige Wildschutzgebiete und und Wald-Wild-Schongebiete für Wildtiere, um zum Beispiel die vom Aussterben bedrohten Birkhühner in der Brutzeit zu schützen.
Für diese Bereiche gelten mehrmonatige Betretungsverbote. Die Mißachtung kann Strafen bis zu 5000 Euro nach sich ziehen.
Bitte beachtet die Schutzzonen, bleibt auf den Wegen und vermeidet dort auch unnötigen Lärm, um die Tiere nicht zu stören.
Der hier beschriebene Weg und auch der Weg von der Jägerbauernalm zum Gipfel sind von den Betretungsverboten ausgenommen. Wenn Ihr auf den Wegen bleibt, macht Ihr alles richtig.
Abstiegswege vom Jägerkamp zum Spitzingsattel
Wir haben den Aufstiegsweg auch für den Abstieg genutzt, mit einer Pause auf der Schönfeldhütte, die am Nachnmittag sehr gut besucht war.
Wer Höhenmeter bergab sparen möchte, kann auch zur Bergstation der Taubensteinbahn hinüber gehen und dann per Bahn abfahren. Dafür geht man zunächst auf dem Aufstiegsweg zurück, biegt dann aber an der Schnittlauchmoosalm nicht rechts ab auf den steilen Weg hinab zur Schönfeldhütte, sondern geht geradeaus weiter über den Rauhkopf zur Bergstation der Taubensteinbahn.
Ebenfalls möglich ist der Abstieg über die Jägerbauernalm zurück zum Spitzingsattel. Dann ist die Wanderung aber nicht mehr leicht, sondern mittelschwer bis schwer. Dieser Weg ist im Aufstieg besser zu gehen als im Abstieg.
Häufig wird der Jägerkamp auch mit dem nebenan liegenden Aiplspitz zusammen begangen. Der Weg auf den Aiplspitz führt allerdings über einen felsigen und teils seilversicherten Grat, der als schwarzer (schwerer) Weg ausgezeichnet ist.
Auf dem hier beschriebenen Weg ist die Wanderung auf den Jägerkamp eine schöne, familiengerechte Wanderung. Nicht ganz leicht, aber noch leicht genug für einen blauen Punkt auf den Wegweisern. Ein bissl Kondition und Trittsicherheit solltet Ihr aber schon mitbringen.
Dauer und Schwierigkeit:
Die Wanderung ist als leichte Tour ausgeschildert. Von den Gefahren her passt das, finde ich. Man muss aber beachten, dass immerhin 650 Höhenmeter überwunden werden müssen und der Weg vor allem im unteren Bereich sehr felsig und wurzelig ist. Bei Nässe kann das schon teils unangenehm werden.
Der Aufstieg vom Spitzingsattel auf den Jägerkamp ist mit insgesamt zwei Stunden angegeben. Nach einer Stunde ist die Schönfeldhütte erreicht, eine weitere Stunde für den Gipfelaufstieg. Der Abstieg auf demselben Weg ist etwas kürzer, gut eineinhalb Stunden Gehzeit kann man hierfür einplanen.
Höhenangaben:
Spitzingsattel: 1127 Meter
Schönfeldhütte: 1410 Meter
Jägerkamp Gipfel: 1746 Meter
(Rauhkopf: 1689 Meter)
(Bergstation Taubensteinbahn: 1613 Meter)
Buchtipps und Wanderkarte:
Rother Wanderführer Tegernseer und Schlierseer Berge
Kompass Wanderführer Tegernsee, Schliersee
100 Bergtouren für Langschläfer Bayerische Voralpen
Kompass Wanderkarte 008 Bayrischzell
Kompass Wanderkarte 8 Tegernsee, Schliersee, Wendelstein
DAV Wanderkarte BY15 Mangfallgebirge Mitte
Essen und Trinken:
Auf der Schönfeldhütte gibt es ein breites Angebot an warmen, auch vegetarischen, Gerichten, Kuchen und natürlich Getränken. Bei viel Andrang muss man allerdings mit längeren Wartezeiten rechnen.
Wo muss ich besonders aufpassen:
Der Weg ist leicht zu gehen, trotzdem sollte man auf dem felsigen und wurzeligen Stück durch den Wald trittsicher sein. Hier verläuft der Weg direkt am Hang, durch die Bäume erscheint er aber nicht ausgesetzt. Dennoch muss man hier auf Kinder und Hunde achtgeben. Ebenso wie im Steilstück und dem darauf folgenden Gipfelbereich. Oberhalb des Waldstücks ist die Wanderung sehr der Sonne und teils auch dem Wind ausgesetzt.
Wandern mit Hund:
Die Wanderung zur Schönfeldhütte und auf den Jägerkamp ist auch bei Wanderern mit Hund beliebt. Im Sommer sind sowohl die Wiesen um den Spitzingsattel als auch das Gebiet der Schöönfeldalmen Weidegebiet. Man kann also auf Weidevieh treffen. Nehmt zu Trinken für den Hund mit, außerhalb der Schönfeldhütte gibt es kaum Trinkmöglichkeiten, oberhalb gar keine mehr.
Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit der Bayerischen Regiobahn fährt man in gut einer Stunde von München aus Richtung Bayrischzell bis Schliersee. Dort startet der Bus zum Spitzingsee. An der Haltestelle Spitzingsattel beginnt die Wanderung.
Mit dem Auto: Mit dem Auto fährt man über die A8 bis zur Ausfahrt Weyarn, dann auf der Landstraße über Miesbach und Hausham nach Schliersee. Parken auf dem privaten, kostenpflichtigen Parkplatz am Spitzingsattel.
Startpunkt der Wanderung:
Spitzingsattel, Parkplatz und Bushaltestelle
Google Maps: 47.67231, 11.88653
Openstreetmap: 47.67231, 11.88653
What3Words: ///lehrerin.donner.erdbeere
Links:
Die Homepage der Schönfeldhütte
Homepage der Taubensteinbahn
GPX-Track:
Maximale Höhe: 1747 m
Minimale Höhe: 1120 m
Gesamtanstieg: 730 m
Gesamtabstieg: -739 m




































