Karwendel-Durchquerung, Tag 3: Vom Karwendelhaus nach Scharnitz

Hüttenwanderung: Karwendelhaus – Karwendelsteg – Karwendelbach-Wasserfall – Wiesenhof – Scharnitz

Die dritte Etappe auf unserer Karwendel-Durchquerung von der Gramai-Alm im Falzturntal hinter Pertisau über die Lamsenjochhütte und das Karwendelhaus wird uns zum Zielort Scharnitz bringen. Ein langer, aber leichter Weg bergab durch das Karwendeltal. Kurz bevor wir Scharnitz erreichen, biegen wir noch ab, um die Wasserfälle des Karwendelbachs zu besuchen. Dann geht es weiter zum Abschlußessen der Wanderung auf dem Wiesenhof, bevor wir weiter zum Bahnhof in Scharnitz wandern.

Die Lochalm und das Karwendelhaus vor den Ödkarspitzen

Die Lochalm und das Karwendelhaus vor den Ödkarspitzen

Karwendel-Durchquerung von Pertisau nach Scharnitz

Diese Durchquerung des Karwendelgebirges von Pertisau nach Scharnitz verläuft nahezu ausschließlich auf breiten Wegen. Bei guten Wetter- und Wegverhältnissen bietet sie auch weniger erfahrenen Wanderern eine hervorragende Möglichkeit einer Mehrtagestour in einer beeindruckenden Bergwelt.

Die Wege sind überwiegend als mittelschwer (rote Markierung) eingestuft. Zu Beginn und am Ende der Wanderung ist es eher leicht (blau). Lediglich im Bereich des westlichen Lamsenjochs wird der Weg kurz schmaler und auf einem kurzen Stück leicht ausgesetzt, aber auch dieser Teil als mittelschwer (rot) ausgezeichnet.

Wir sind den Weg in drei Etappen gegangen, mit Übernachtungen auf der Lamsenjochhütte und dem Karwendelhaus. Dadurch wird die Mitteletappe ziemlich lang. Wer mag, kann eine weitere Übernachtung auf der Falkenhütte einplanen. In der Eng (Großer Ahornboden), die am zweiten Tag erreicht wird, besteht die Möglichkeit, die Tour bei Bedarf abzubrechen. Im Sommer fährt von dort der Bergsteigerbus nach Lenggries.

Insgesamt ist die Wanderung etwa 50 Kilometer lang, wobei gut 2000 Meter im Auf- und Abstieg zu überwinden sind.
Der Startort Pertisau und der Zielort Scharnitz sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Tag 1: Pertisau – Lamsenjochütte
Tag 2: Lamsenjochhütte – Karwendelhaus
Tag 3: Karwendelhaus – Scharnitz

Vom Karwendelhaus durch das Karwendeltal

Nach dem Frühstück auf dem Karwendelhaus packen wir zum letzten Mal unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg hinab nach Scharnitz. Schon nach fünf Minuten erreichen wir die mitten auf den Almwiesen gelegene Lochalm mit ihrer kleinen Kapelle.

Weiter geht es über die Almfläche und dann deutlich steiler hinab durch ein Waldstück, auf denen es auch ein paar Steige als Ablkürzung gibt. Auf den Abschnitten, auf denen wir über den Zufahrtsweg laufen, treffen wir auf die ersten Mountainbiker, die sich die letzten Meter zum Karwendelhaus hinaufkämpfen.

Ein paar Serpentinen später sind wir am Fuß des Schlauchkargrabens angelagt. Wir erreichen den Talboden und nun wird die Wanderung vollends zur Genußtour. Es geht einfach immer nur leicht abfallend auf dem breiten Zufahrtsweg zum Karwendelhaus geradeaus durch das Karwendeltal. Zwischen Wiesen und kleineren Waldstücken hindurch folgt der Weg nun dem Lauf des Karwendelbachs. Teils fließt dieser direkt neben unserem Weg.

Links und rechts erheben sich die Felsberge des Karwendels. Wir passieren unter anderem die östliche und westliche Karwendelspitze, den Wörner, Hochkar- und Tiefkarspitze und die Pleisenspitze. Die einzigen Gebäude, an denen wir vorbeikommen, gehören zur Angeralm. Ansonsten ist das Karwendeltal Natur pur, nur von unserem Wanderweg durchzogen.

Immer mehr Radfahrer kommen uns entgegen. Der Weg hoch zum Karwendelhaus ist eine ideale Strecke für Mountainbiker, egal ob mit oder ohne Elektrounterstützung.

Wir treffen auf einen Radler, der schon deutlich im Rentenalter sein dürfte. Sein Fahrrad stammt wohl aus den Siebzigern. Mit seinem Stahlrahmen dürfte es doppelt so schwer sein wie die Hochleistungsbikes der anderen Radsportler. Damit fährt er zum Karwendelhaus hoch, immerhin 800 Höhenmeter ab Scharnitz, das verdient Respekt!

Immer weiter wandern wir so vor uns hin, genießen das Bergpanorama und kommen an eine Stelle, wo der Karwendelbach fast direkt neben dem Weg verläuft. Gegenüber fließt ein Bach in einem kleinen Wasserfall in de Karwendelbach. Eine Kiesbank mit einigen größeren Steinen und Felsen bietet sich als Pausenplatz ein.

Abstecher zum Wasserfall und zurm Wiesenhof

Nach einer ausgiebigen Pause wandern wir weiter Richtung Scharnitz. Doch wir nehmen nicht den direkten Weg, sondern folgen dem Wegweiser „Pleisenhütte / Karwendelsteg / Gh. Wiesenhof“ nach links in den Wald.

Über einen schönen, schmalen Waldsteig kommen wir zu einer Brücke über den Karwendelback, der hier in einem Wasserfall spektakulär ein paar Meter tiefer über die Felsen fällt. Wir sind genau zur richtigen Zeit hier, die Sonne steht so hoch, dass das Wasser des Bachs auf den sandfarbenen Felsen blau und weiß strahlt. Wir sind beeindruckt, damit hatten wir nicht mehr gerechnet, so nah am Ausgang des Karwendels.

Wir gehen weiter, der Weg wird breiter und dann sehen wir durch die Bäume unser Zwischenziel, den Gasthof Wiesenhof. Endlich gibt es Schnitzel für alle, nachdem wir es auf der Falkenhütte versäumt haben und es auf dem Karwendelhaus keines gab. Und das in Österreich! Schnell noch einen Espresso bestellen, denn hier unter den Sonnenschirmen sitzt es sich wirklich gut. Und so könenn wir das Ende der Wanderung noch etwas hinauszögern.

Aber es hilft alles nichts. Entlang der Isar, die nur ein paar Kilometer weiter östlich im Karwendel entspringt, wandern wir nun endgültig nach Scharnitz und dort zum Bahnhof, von dem aus uns der Zug direkt zurück nach München bringt.

Höhenangaben:
Karwendelhaus: 1771 Meter
Wiesenhof: 1036 Meter
Scharnitz: 964 Meter

Links:
Lamsenjochhütte
Binsalm
Falkenhütte
Karwendelhaus
Der Tiroler Adlerweg
Das Almdorf Eng
Homepage der Alpenwelt Karwendel

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Wanderkarten:

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