Von der Amberger Hütte zum Sulztalferner

Wanderung: Amberger Hütte – Sulz – Sulztalferner

Die Amberger Hütte ist Ausgangpunkt für einige anspruchsvolle Touren auf Dreitausender, Fast-Dreitausender oder für Überschreitungen zu anderen Hütten, wie etwa der Hildesheimer oder Dresdner Hütte. Für ambitionierte Wanderer ist sie ein hervorragender Ausgangpunkt. Bei unserem Hüttenwochenende wollten wir es aber eher ruhig angehen lassen. Daher haben wir eine Wanderung zum Sulztalferner geplant.

Der Sulztalferner - hier soll es heute hingehen

Der Sulztalferner – hier soll es heute hingehen

Von unserem Zimmerfenster der Amberger Hütte konnten wir die gesamte Almfläche der „Sulz“ überblicken und ganz hinten leuchtete der Suztalferner strahlend weiß. In Bayern und Österreich ist „Ferner“ eine übliche Bezeichnung für Gletscher, teilweise fanden wir aber auch die Bezeichnung „Sulztalgletscher“, das sieht man nicht so eng.

Dort hinten sieht man ihn, den Sulztalferner

Dort hinten sieht man ihn, den Sulztalferner

Der Ansporn ist groß, wenn man das Ziel der Wanderung schon sieht, also machen wir uns auf den Weg. Die Durchquerung der Almwiesen der Sulz ist eine ganz entspannte, ebene Wanderung. Nach zwanzig Minuten erreichen wir einen Wegweiser, der rechts zur Kuhscheibe weist. wer denkt sich so einen Namen für einen Berg aus?

Der Abzweig zur Kuhscheibe

Der Abzweig zur Kuhscheibe

Ein Dreitausender, der recht leicht zu bestigen sein soll, wie ich in einem Artikel auf Hirk.org gelesen habe. Beim nächsten Mal, denn heute geht’s ja zum Gletscher.

Wir gehen weiter die Sulz entlang, überqueren noch einige Mini-Bäche und dann beginnt der erste Anstieg. Auf einem schmalen Steig geht es, teilweise über kleinere Felsen, recht steil bergauf. Schon nach kurzer Zeit befinden wir uns deutlich oberhalb der Sulz. Über die gesamte Almfläche blicken wir zurück auf die Amberger Hütte, die nur noch sehr klein zu sehen ist.

Kleine Brücke über einen kleinen Bach

Kleine Brücke über einen kleinen Bach

Hier am Fels befindet sich auch die üppigste Vegetation auf der Wanderung, Bergblumen in vielen Farben wachsen überall, auch zwischen den Felsritzen. Nur ein Edelweiß haben wir nicht gesehen. Dafür hören wir die Pfiffe der Murmeltiere und sehen sogar welche, leider sind sie aber weit entfernt.

Nur ein Ausschnitt aus der Blumenpracht

Nur ein Ausschnitt aus der Blumenpracht

Nach ziemlich genau einer Stunde stehen wir am zweiten und letzten Wegweiser der heutigen Tour. Nach links geht es zum Sulztalgletscher, nach rechts auf die „Wilde Leck“, noch ein Dreitausender mit eienm merkwürdigen Namen. Wer zur Dresdner Hütte oder zur Hildesheimer Hütte wandern möchte, muss sich hier entscheiden. Diese Hütten sind in beide Richtungen ausgeschildert.

Nach Links zum Sulztalgletscher

Nach Links zum Sulztalgletscher

Wir gehen also nach links, wiederum fast eben, um den großen Fels herum. Der Weg ist in der Karte als Steig eingezeichnet, der andere als etwas größerer Fußweg.

Hier ist der Wanderweg noch gut erkennbar und durch eine rote Stage markiert

Hier ist der Wanderweg noch gut erkennbar und durch eine rote Stage markiert

Links unter uns wird der Sulzbach immer lauter, bald sehen wir auch Gischt aufsteigen. Der Bach hat sich hier einige Meter tief in den Fels gegraben, über viele Felsstufen schießt er hier durch seine kleine Klamm hinunter in Richtung der Sulz.

Der wilde Sulzbach

Der wilde Sulzbach

Wenige Meter weiter sind wir um den Felsen herum und nun sehen wir eine weitere Hochebene. Nur leicht ansteigend zum Gletscher hin, aber völlig anders als die Sulz. Hier dominieren Stein, Fels, Geröll und Wasser. Nicht nur der Sulzbach fließt hier, sondern auch einige kleinere Seitenbäche, die wir überqueren werden. Wiese und Planzen gibt es hier auch noch, aber deutlich spärlicher als unten in der Sulz.

Steine, Felsen, Geröll - die Landschaft vor dem Sulztalferner

Steine, Felsen, Geröll – die Landschaft vor dem Sulztalferner

Dafür gibt es hier Felsen, die sich für eine kurze Pause anbieten. Große Felsen mit einer flachen Oberseite, auf die man gut klettern kann, um sich draufzulegen oder die Beine baumeln zu lassen. So blicken wir recht begeistert in die Runde. Links und rechts ragen dunkle Felsberge auf, vor uns der Sulztalferner, aus dem ein Wasserfall fließt, der den Sulzbach bildet.

Unser Steinmanndl

Unser Steinmanndl

Und, in so einer Umgebung muss das einfach sein, wir bauen natürlich auch ein Steinmanndl. Die flachen Steinplatten sind dafür ideal geeignet, Baumaterial finden wir hier genug.

Und wir sind ganz alleine hier. Nur auf dem Grat rechts oben sehen wir manchmal Wandergruppen, die sich scharf gegen den Himmel abheben. Die sind dann wohl am Wegweiser nach rechts abgebogen.

weit oben führt der andere Wanderweg entlang

weit oben führt der andere Wanderweg entlang

Teilweise ist der Weg nun gut erkennbar, teilweise müssen wir uns an den zahlreichen Farbmarkierungen orientieren. Eine schöne Beschäftigung für Kinder, wer findet die nächste Markierung? Manchmal führt der Weg sogar mitten durch ein flaches Bachbett.

Auf dem Weg in Richtung Gletscher

Auf dem Weg in Richtung Gletscher

Trotzdem ist irgendwann die Luft raus. Der Gletscher scheint nicht näherzukommen, auch nach dem nächsten Anstieg nicht. Es ist schwer einzuschätzen, ob es nur noch ein kurzes Stück ist oder ob sich der Weg doch noch länger zieht.

Am Sulzbach, den Sulztalferner im Blick

Am Sulzbach, den Sulztalferner im Blick

Und das Wetter ist etwas kräftezehrend, selbst hier in der Höhe auf knapp 2500 Metern ist es an diesem Wochenende ziemlich heiß und drückend. So geben wir dann unseren Plan, bis zum Rand des Gletschers zu gehen, auf. Stattdessen gehen wir ein paar Meter hinab zum Sulzbach, der hier ziemlich breit ist und mehrere kleine Inseln bildet.

Sogar auf dem Foto sieht das Wasser des Sulzbachs eiskalt aus

Sogar auf dem Foto sieht das Wasser des Sulzbachs eiskalt aus

Im eiskalten Wasser kühlen wir uns ab, legen uns auf die Felsen nebenan, bauen Staumauern und suchen Stellen, wo wir auf die nächste Insel gelangen können. Und natürlich auf das gegenüberliegende Ufer, denn da liegen noch ein paar Schneeflecken. So können wir bei heißem Sommerwetter auch ohne Gletscher noch eine Schneeballschlacht machen!

Ausgiebige Pause am Sulzbach

Ausgiebige Pause am Sulzbach

Zurück geht es dann auf dem Hinweg. Jetzt kommen uns auch die ersten anderen Wanderer entgegen. Offenbar sind sie aus dem Tal aufgestiegen, denn am Abend zuvor auf der Hütte sind sie uns nicht aufgefallen.

Auf dem Rückweg zur Amberger Hütte

Auf dem Rückweg zur Amberger Hütte

Wieder um den Fels herum gehen wir bergab. Am Wegweiser machen wir noch eine Pause, dann geht’s schnell durch die Sulz zurück auf die Hüttenterrasse zu Frittatensuppe, einem „gspritzten“ Apfelsaft und einem Radler.

Auf der Terrasse der Hütte

Auf der Terrasse der Hütte

Sechs Stunden sind wir insgesamt unterwegs gewesen, haben dabei nicht zu knapp Pausen gemacht. Wir haben keinen Gipfel erklommen, den Gletscher nicht erreicht, aber jetzt sitzen ein großer und ein kleiner Wanderer total zufrieden und entspannt auf der Terrasse der Amberger Hütte in der Sonne und genießen den Augenblick.

Unser Basislager - die Amberger Hütte

Unser Basislager – die Amberger Hütte

Links:
Homepage der Amberger Hütte
10 Tipps für Übernachtungen auf Alpenvereinshütten
Mit Kindern auf Hütten

Buchtipp und Wanderkarte:

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