Wanderung von Going auf den Astberg und zum Astbergsee

Wanderung: Going am Wilden Kaiser – Hollenauer Kreuz – Astbergsee / Blattlalm

Eine kurze und leichte Wanderung führt von Going auf den 1267 Meter hohen Astberg. Wobei wir diesmal gar nicht bis zum Gipfel gehen, denn unser Ziel ist der Astbergsee, der auch „Der Spiegel des Kaisers“ genannt wird. Eine einfache Wanderung, ein Dilemma und eine Mitfahrgelegenheit später sitzen wir in Ellmau im Gasthaus und freuen uns, dass wir diese kleine Sonnenuntergangstour noch schnellentschlossen gemacht haben.

Der gesamte Wilde Kaiser spiegelt sich im Astbergsee

Der gesamte Wilde Kaiser spiegelt sich im Astbergsee

Die Wettervorhersage für den folgenden Tag ist ziemlich schlecht. Also wollen wir schnell noch eine Wanderung bei gutem Wetter machen, um das Licht des Sonnenuntergangs für ein paar schöne Fotos vom „Koasa“ zu nutzen.

Der Wilde Kaiser mit all seinen Gipfeln liegt direkt gegenüber

Der Wilde Kaiser mit all seinen Gipfeln liegt direkt gegenüber

Wir starten in Going, direkt an der Talstation der schon geschlossenen Astbergbahn und folgen den Schildern zum „Hollenauer Kreuz/Astberg“. Zunächst geht es ein Stück nach Osten bis zum Kassenhäuschen des Brandlfeld-Übungslifts. Dort weiter über einen Schotterweg auf den Berg und den Wald zu.

Neben dem Übungslift wandern wir zum Berg

Neben dem Übungslift wandern wir zum Berg

Langsam wandern wir bergauf in den Wald hinein, wo wir auch gleich auf eine Ansammlung von Steinmännchen stoßen.

Steinmännchen im Wald

Steinmännchen im Wald

Mal queren wir Wiesen, wandern vorbei an grasenden Kühen. Dann geht es wieder in den Wald, bis wir am anderen Ende einer Wiese, etwas oberhalb unsers Standorts, zwei Häuser sehen.

Rinder auf den Wiesen am Weg

Rinder auf den Wiesen am Weg

Jetzt müssen wir nur noch über die Wiese bergauf zum stattlichen Berghof gehen, dann haben wir unser erstes Ziel erreicht, das Hollenauer Kreuz mit der gleichnamigen Jausenstation. Wobei ich mir unter einer Jausenstation immer eher etwas kleines vorstelle, das Gasthaus am Hollenauer Kreuz sieht aber schon sehr stattlich aus.

An der Jausenstation Hollenauer Kreuz

An der Jausenstation Hollenauer Kreuz

Hier, auf gut 1000 Metern Höhe, haben wir einen tollen Ausblick auf den Wilden Kaiser, der nun in seiner ganzen Breite vor uns steht. Über Going hinweg blicken wir auf die Goinger Halt und das westlich, für uns links, davon gelegene Ellmauer Tor, den markanten U-förmigen Einschnitt im Kaisergebirge.

Das Hollenauer Kreuz auf 1020 Metern Höhe oberhalb von Going

Das Hollenauer Kreuz auf 1020 Metern Höhe oberhalb von Going

Ein wirklich großartiger Blick, den wir hier haben. Doch es soll noch besser werden. Dafür müssen wir noch weitere 250 Höhenmeter aufsteigen.

Im Tal liegt Going, gegenüber Der Kaiser mit dem gut erkennbaren Ellmauer Tor

Im Tal liegt Going, gegenüber Der Kaiser mit dem gut erkennbaren Ellmauer Tor

Hinter dem Hofgebäude und einem Wohnhaus biegen wir rechts auf den Fahrweg ein, der wieder in den Wald führt. Diesem breiten Weg folgen wir um mehrere Kurven immer weiter bergauf. Erst in angenehm gleichbleibender Steigung, dann zieht der Weg nach einer Kurve spürbar steiler an.

Im Abendlicht durch den Wald

Im Abendlicht durch den Wald

Und dann ist der Fahrweg auch schon fast zu Ende, als ein Wanderwegweiser nach rechts auf einen Bergsteig zeigt. Noch zehn Minuten bis zum Astberg und zur Blattlalm.

Auf den letzten Metern wandern wir noch kurz über einen schönen Bergsteig

Auf den letzten Metern wandern wir noch kurz über einen schönen Bergsteig

Ein kurzes Stück steigen wir nun endlich noch einmal auf einem schmalen, wurzeligen Steig mit einigen Stufen steil bergauf. Die allerletzten Meter laufen wir wieder auf einem breiten Weg, mit dem Blick hinunter nach Kitzbühel und auf das Kitzbüheler Horn. Dann stehen wir am Astbergsee.

Und hier haben wir dann einen fantastischen Ausblick, der den Aufstieg wirklich gelohnt hat. Wir stehen am Ufer des Astbergsees und schauen, wie im Westen die Sonne orangeleuchtend versinkt. Vor uns liegt der gesamte Wilde Kaiser, der sich im glatten Wasser des Sees spiegelt. Was für ein grandioses Panorama!

Und hier ist auch mein Dilemma, das ich auch gleich an die Ö3-Sendung „Frag das ganze Land“ schicken könnte: Kann man etwas, das man eigentlich ablehnt, ausnahmsweise doch empfehlen, weil es dann doch gerade jetzt ziemlich toll ausschaut? In diesem Fall Beschneiungsteiche, die für die Pistenpräparierung mit Schneekanonen im Winter künstlich am Berg angelegt werden?

Denn der Astbergsee ist kein natürlicher See. Er ist einer dieser künstlich angelegten Beschneiungsteiche für das Skigebiet hier am Astberg. Direkt nebenan stehen die Bergstation des Astberglifts, die Blattlalm und diverse Technikgebäude. Also eigentlich das völlige Gegenteil dessen, was ich als Bergwanderer suche.

Zu dieser späten Stunde liegen sie alle einsam und verlassen da, der Lift fährt nicht mehr, die Alm ist geschlossen, alles ist dunkel. So lassen sich die Bauten des Skigebiets erstaunlich leicht ausblenden, weil man ja das Kaisergebirge im Blick hat, das sich so wunderbar im Wasser spiegelt. Und der schnöde Beschneiungsteich wird gleich wieder zum herrlich funkelnden See, in dem sich die Berge spiegeln.

Außer uns sind nur eine handvoll weiterer Wanderer hier oben, die Mehrzahl von ihnen mit großen Kameras, auf die eindrucksvolle Objektive geschraubt sind. Für Fotografen ist das hier ein echter Hotspot, da lohnt es sich, das ganz große Besteck mitzubringen!

Mittlerweile ist die Sonne weg, es wird schnell dunkler und spürbar kälter und wir machen uns an den Abstieg. Neben dem Skilift führt ein breiter Weg in knapp zehn Minuten zur Brenner Alm. Von dort kann man nun in einigen Serpentinen im Wald über den Rodelweg nach Ellmau absteigen. Gut, dass wir unsere Stirnlampen dabei haben.

Ein Blick zur gegenüber liegenden Seite. Im Tal liegt Kitzbühel, links im Bild das Kitzbüheler Horn

Ein Blick zur gegenüber liegenden Seite. Im Tal liegt Kitzbühel, links im Bild das Kitzbüheler Horn

Noch besser, dass an der Brenner Alm die zwei Bergfreundinnen, die wir kurz zuvor oben getroffen haben, ihr Auto geparkt haben. Toll, dass sie uns mitnehmen (Vielen Dank noch einmal!), so dass wir schon ein paar Minuten später wieder unten in Ellmau sind, über das Dorffest laufen können und noch ein warmes Abendessen bekommen. Von Ellmau geht es dann in wenigen Minuten zu Fuß zurück nach Going zur Talstation des Astberglifts.

Eine spontane Tour, die sich wirklich gelohnt hat! Hier stand nicht so sehr die Wanderung im Vordergrund, sondern vor allem der zweifache Panoramablick auf den Wilden Kaiser. Es lohnt sich, zum Sonnenuntergang herzukommen (zum Sonnenaufgang vermutlich auch).

Wer vor allem zum Fotografieren kommt, kann bis zur Brenneralm mit dem Auto fahren, dort parken und ein paar Minuten bergauf gehen. Für Wanderer ist der leichte Weg, den wir gegangen sind, empfehlenswert, den kann man auch gut wieder zurück gehen. Oder man steigt eben über den Rodelweg ab.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Aufstieg ist mit 45 Minuten bis zum Hollenauer Kreuz und eindreiviertel Stunden bis zum Astberg/Blattlalm angegeben. Das kann man durchaus unterbieten, die Zeiten sind recht großzügig angegeben. Der Aufstiegsweg ist leicht zu gehen und führt über breite Wege. Nur der letzte Aufstieg erfolgt auf einem einfachen Bergsteig. Es gibt aber auch noch einen weiteren Weg, der nördlich des Sees zur Blattlalm führt und wohl noch leichter ist. Wer gar nicht laufen mag, nimmt die Astbergbahn, die direkt nebenan endet. Für den Abstieg sollte man wohl knapp eineinhalb Stunden einplanen, wenn man nicht wie wir das Glück hat, mitgenommen zu werden.

Höhenangaben:
Going / Astbergbahn Talstation: 800 Meter
Hollenauer Kreuz: 1020 Meter
Astbergbahn Bergstation: 1255 Meter
Astbergsee: 1250 Meter
Astberg: 1267 Meter

Essen und Trinken:
Wir sind zum Sonnenuntergang gewandert, da waren ale Gaststätten auf dem Weg schon geschlossen. Wer tagsüber wandert, kann ind er Jausenstation Hollenauer Kreuz, oben auf der Blattlalm und, etwas unterhalb des Sees, auf der Brenner Alm einkehren.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Der breite Weg ist leicht zu gehen, auch der kurze Bergsteig ist noch leicht machbar.

Wandern mit Hund:
Auch für Hunde ist der Aufstieg gut zu gehen. Vorsicht vor dem Weidevieh, auf das man auf dem Weg treffen kann. Am Hollenauer Kreuz gibt es dazu Ziegen und Hasen, oben an der Blattlam auch Ponys.

Wie komme ich hin?
Mit Bahn und Bus: Von München aus fahrt die BRB bis Kufstein. Von dort mit dem Bus 4902 bis Söll und weiter mit dem Bus nach Ellmau oder Going.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 bis zum Inntaldreieck, weiter über die A93/A12 (mautfrei) nach Kufstein-Süd. Von dort über die Bundesstraßen 173 und 178 nach Ellmau oder Going bzw. zum Astberglift, dessen Talstation zwischen beiden Orten liegt.

Startpunkt:
Google Maps: 47.51312,12.31841
Openstreetmap: 47.51312,12.31841
What3Words: ///heimweh.stumm.erinnerungen

Links:
Die Jausenstation Hollenauer Kreuz und die Blattlalm bei Wilderkaiser.info.
Homepage der Blattlalm
Informationen zur Astbergbahn bei tirol.at und Wilderkaiser.info

GPX-Track:

Gesamtstrecke: 5953 m
Maximale Höhe: 1252 m
Minimale Höhe: 783 m
Gesamtanstieg: 518 m
Gesamtabstieg: -100 m
Download file: going-astbergsee.gpx

Buchtipps und Wanderkarte:

Hinweis: Diese Wanderung habe ich zusammen mit Andreas Gruhle von Gipfelfieber auf Einladung von Wilder Kaiser und Kaipara gemacht.

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