Wanderung vom Achenpass auf die Hochalm

Wanderung: Stuben – Hölleialm – Mitterhütte – Hochalm – Stuben

Von dieser Wanderung habe ich mir eigentlich gar nicht so viel versprochen, wurde aber sehr angenehm überrascht. Die kurze und recht einsame Tour auf die mit 1428 Metern recht niedrige Hochalm ist richtig abwechslungsreich und kommt fast ganz ohne Forststraßen aus. Und oben hat man einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge und ins Karwendel. wenn nicht … aber dazu später.

Gipfelkreuz, glückliche Kühe und dahinter ein Bergpanorama - auf der Hochalm

Gipfelkreuz, glückliche Kühe und dahinter ein Bergpanorama – auf der Hochalm

Wir starten bei der kleinen Siedlung Stuben, die kurz hinter Glashütte liegt, wenn man vom Tegernsee kommt. Direkt nach Stuben führt die Straße dann zum Achenpass und hinunter zum Achensee und Sylvensteinsee. Der Wanderparkplatz liegt links von der Straße. Wir verlassen den Parkplatz am Südende, also entgegengesetzt der Einfahrt und queren die Bundesstraße 307. Das war die wohl gefährlichste Stelle der Wanderung. Interessanterweise gab es hier mehrere Wanderwegweiser, aber keinen zur Hochalm.

Zwischen den wenigen Häusern von Stuben hindurch führt der Weg an einer Schranke vorbei an einer Pferdekoppel entlang. Die Pferde waren weit genug weg, so dass mein Begleiter, Berghund Mikki, ganz unbeeindruckt blieb. Als der Weg, ein breiter Fahrweg, in den Wald einbiegt, mache ich mich auf einen eher langweiligen Hatscher über Forststraßen gefasst.

Durch diese Schranke sind wir gerade gegangen

Durch diese Schranke sind wir gerade gegangen

Doch weit gefehlt! Schon an der nächsten scharfen Linkskurve zeigt ein gelbes Wanderwegschild auf einen kaum dreißig Zentimeter breiten Pfad, der links und rechts von sattgrünem Gestrüpp umgeben ist. Nichts wie rein in den Wald! Eindreiviertel Stunden bis zur Hochalm, sagt das Schild.

Schon nach wenigen Minuten biegt der Weg auf diesen schönen Bergpfad ab

Schon nach wenigen Minuten biegt der Weg auf diesen schönen Bergpfad ab

Dieser Pfad ist so richtig nach unserem Geschmack. Durch den Wald folgt er einem kleinen Bach, mal quert er ihn, mal führt der Weg auch durch den Bach. Nur an einer Stelle gibt es eine kleine Holzbrücke, sonst ist es ein wilder Pfad, der aber dennoch gut zu gehen ist. Was für ein toller Weg!

Schöner Wildbach und schmaler Bergpfad

Schöner Wildbach und schmaler Bergpfad

Nach einer Viertelstunde treffen wir wieder auf den Fahrweg. Jetzt geht’s nach rechts und dann nur eine Minute später zweigt der Pfad wieder nach rechts vom Weg ab. Glück gehabt! Wieder führt der schmale Bergpfad durch den Wald, zunächst ohne Höhengewinn.

Jetzt wird es etwas batzig, denn in den Tagen zuvor hatte es teils heftig geregnet. Die Pfützen und Matschlöcher sind immer genau so groß, dass ich mit einem Fuß hineintreten muss. Gut, dass ich die hohen Bergschuhe anhabe!

Interessante Wegmarkierung

Interessante Wegmarkierung

Wir queren wieder einige Wasserläufe und ich freue mich immer noch über den schönen und leichten Weg. Dann treffen wir ein zweites Mal auf die Forststraße. Doch wieder führt der Weg nach wenigen Metern wieder nach rechts von der Straße weg.

Jetzt geht es deutlich steiler durch den Wald bergauf, allerdings nicht besonders lang. Oben angekommen, verlassen wir den Wald und haben zum ersten Mal richtigen Bergblick nach Süden, in Richtung der Blauberge und zum Karwendel. Und sogar einen Zipfel vom Sylvensteinsee sehen wir.

Zum ersten Mal Bergblick. Und einen Zipfel vom Sylvenstein sehen wir auch

Zum ersten Mal Bergblick. Und einen Zipfel vom Sylvenstein sehen wir auch

Am Hang entlang führt der Weg nun über eine steile Wiese. Wenn Ihr mit Kindern unterwegs seid, ist das wohl die entscheidende Stelle der Tour. Der Pfad ist wieder so schmal, dass man nur hintereinander gehen kann. Und nach links fällt die Wiese wirklich steil ab. Aber das ist auch nur eine Strecke von vielleicht hundert Metern.

Ein schmaler Pfad über die steile Bergwiese

Ein schmaler Pfad über die steile Bergwiese

Kurz darauf ewrreichen wir die mit einem Weidezaun eingezäunte Fläche der Hölleialm. Wir lassen die Almhütte links liegen und gehen über die Wiese wieder einige Meter bergab. An der Hölleialm treffen wir auch auf die Wanderer, die den Aufstieg vom Sylvensteinsee aus genommen haben.

An der Hölleialm

An der Hölleialm

Der Weg bekommt jetzt noch einmal einen ganz anderen Charakter, jetzt müssen wir einige Male kleine Felsstufen überwinden. Mikki findet mit seinen kurzen Beinen sicher jeweils den besten Weg. Auch als Zweibeiner kann man diese Stellen gut überwinden, notfalls nimmt man mal eine Hand zum Abstützen, es geht aber auch ohne.

Felsige Aufstiege auf diesem Teil des Weges

Felsige Aufstiege auf diesem Teil des Weges

Eine knappe halbe Stunde später stehen wir leicht oberhalb der Mitterhütte. Hier befindet sich eine Abzweigung: Links hoch geht es in 25 Minuten zur Hochalm, rechts bergab in einer Stunde zurück nach Stuben. Wir gehen natürlich, nach einer kurzen Pause, weiter nach oben.

Die Mitterhütte

Die Mitterhütte

Der Felsanteil am Weg wird nun noch etwas höher, es bleibt auch weiter eher steil, der Weg bleibt aber recht gut zu gehen. Wo keine der großen, furchigen Felsen liegen, wandern wir meist über große Baumwurzeln.

Wieder ein felsiger Aufstieg. Da ist es sehr praktisch, wenn man Vierfußantrieb hat

Wieder ein felsiger Aufstieg. Da ist es sehr praktisch, wenn man Vierfußantrieb hat

Schließlich erreichen wir die Wiesenkuppe der Hochalm. Vorbei an den Grundmauern der schon seit neunzig Jahren verfallenen Alm gehen wir in Richtung Gipfelkreuz. Von dort aus soll man einen tollen Blick über das Karwendel haben. Nicht jedoch für uns.

Um das Gipfelkreuz herum hat sich, neben einigen Wandereren, locker eine Kuhherde gruppiert. Den Kühen sind wir herzlich egal, Mikki erinnert sich jedoch daran, dass er Huftiere nicht mag und will die Rinder verbellen. Nicht seine beste Idee, obwohl ihn die Kühe nicht weiter beachten.

Am Hochalm Gipfel, das Panorama ist zumindest zu erahnen. Aber Kühe und Mikki sind keine gute Kombination

Am Hochalm Gipfel, das Panorama ist zumindest zu erahnen. Aber Kühe und Mikki sind keine gute Kombination

Aber ich habe keine Lust, die Kühe zu reizen, daher suchen wir uns nun einen rindviehfreien Platz, einige Meter unterhalb. Selbst Schuld Mikki, wer bellt, bekommt eben keinen Panoramablick.

Aus den Augen, aus dem Sinn, der Hund ist zufrieden und wir machen Brotzeit. Leider sind Kühe nicht nur stark, sondern auch neugierig. Also kommen sie nun zu uns, um uns zu beschnuppern. Sie sind dabei ganz ruhig, aber Mikki wird wieder unruhig. Also packen wir unsere Sachen, und ziehen uns weiter zurück, bis zum Anfang der großen Wiese.

Auf den Mauern der verfallenen Hochalm kann man gut stzen und Brotzeit machen

Auf den Mauern der verfallenen Hochalm kann man gut stzen und Brotzeit machen

Hier auf den Mauern der alten Hochalm lässt es sich auch gut rasten. Und der Blick in Richtung Tegernseer Berge ist doch auch nicht zu verachten. Besonders den Doppelberg Roßstein und Buchstein habe ich aus dieser Perspektive noch nie gesehen.

Wenn man ganz genau hinschaut, sieht man sogar die winzige Tegernseer Hütte. Nach einer ausgiebigen Rast machen wir uns auf den Rückweg. Zunächst auf dem Aufstiegsweg zur Mitterhütte. Dort wechseln wir dann auf den Weg Richtung Stuben.

Der Blick Richtung Roßstein und Buchstein und über die weiteren Tegernseer Berge

Der Blick Richtung Roßstein und Buchstein und über die weiteren Tegernseer Berge

Auch dieser Weg führt wieder über Stock und Stein durch den Wald, wieder ist es en Bergpfad, der richtig schön zu gehen ist. Wieder queren wir einige Male kleinere Bachläufe, einmal ist es sogar ein kleiner Wasserfall, an dem vorbei wir über Felsplatten den Bachlauf queren.

An mehreren Bachquerungen, diese hier führt über Felsplatten, können Hunde ordentlich trinken

An mehreren Bachquerungen, diese hier führt über Felsplatten, können Hunde ordentlich trinken

Und wieder treffen wir auf eine Forststraße und gehen diese ein paar Meter bergab. Aber wieder kommt nach wenigen Metern rechts ein unbeschilderter Abzweig, der als schmaler Pfad in den Wald führt.

Absteigesweg von der Hochalm Richtung Stuben

Absteigesweg von der Hochalm Richtung Stuben

Nach wenigen Minuten kreuzt der Pfad wieder den Fahrweg. Gegenüber geht es wieder in den Wald und nur kurz darauf stehen wir oberhalb der Wiesen von Stuben. Sogar eine Bank steht hier, von der aus man einen schönen Blick über Stuben in Richtung Achenpass und Blauberge hat. Keine fünf Minuten später stehen wir dann auch schon wieder an der B 307. Diesmal sind wir am Nordende des Parkplatzes angelangt, an der Einfahrt, wo auch die große Wandertafel steht.

Der Blick über Stuben in Richtung Achenpass

Der Blick über Stuben in Richtung Achenpass

Die Tour zur Hochalm ist eine richtig schöne und entspannte Wanderung über schmale Bergpfade, fast ganz ohne Forststraßen. Mit 500 Höhenmetern, die überwiegend leicht ansteigend überwunden werden, ist sie auch nicht besonders anstrengend. Einkehr gibt es keine, nur manchmal soll es auf der Mitteralm kleinere Brotzeiten und Getränke geben.

Dauer und Schwierigkeit:
Vom Parkplatz Stuben in gut fünf Minuten zum Abzweig des Bergpfades, dann in knapp einer Stude zur Hölleialm. in einer weiteren halben Stunde zur Mitterhütte. Von dort aus sind es zwanzig Minuten bis zum Gipfel. Eine Viertelstunde zurück zur Mitterhütte, danach geht es ziemlich genau eine Stunde bergab zurück zum Parkplatz Stuben. Der Weg ist überwiegend schmal, aber gut zu gehen. Im Bereich zwischen Hölleialm und Mitterhütte sowie im Aufstieg zum Gipfelg gibt es einige Stellen, die über Fels bergauf führen. Im Abstieg dann bergab. Richtige Kletterstellen sind es aber nicht, auch wenn man vielleicht mal eine Hand zu Hilfe nimmt.

Höhenangaben:
Stuben: 940 Meter
Hölleialm: 1154 Meter
Mitterhütte: ca. 1300 Meter
Hochalm: 1428 Meter

Eine interessanter Baum nahe der Hölleialm

Eine interessanter Baum nahe der Hölleialm

Essen und Trinken:
Auf der Mitterhütte soll es manchmal kleine Brotzeiten und Getränke geben. Falls ja, nutzt das Angebot! Verlassen würde ich mich darauf aber keinesfalls, also auf jeden Fall eine eigene Brotzeit mitbringen. Am Ende kann man die Wanderung noch mit einem Schlenker nach Glashütte und zur dortigen Gastwirtschaft erweitern. Oder einfach mit dem Auto kurz hinfahren.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Der Weg ist als “roter” Weg gekennzeichnet, also mittelschwer. Die gefährlichste Stelle ist wohldie Querung des Grashangs vor der Hölleialm. Vorsicht mit kleineren Kindern, da man hier nur hintereinander gehen kann und nicht den Grashang hinunterrutschen sollte. Technisch ist der Teil aber einfach, da es ein ebener, aber schmaler, Weg ist.

Der schmale Weg am steilen Berghang

Der schmale Weg am steilen Berghang

Wandern mit Hund:
Direkt am Beginn der Wanderung bei Stuben, im Gebiet der Hölleialm und auf der Wiesenkuppe im Gipfelbereich ist Weidegebiet, wo man (unten) auf Pferde, oben auf Kühe treffen kann. Sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg quert man immer wieder Wasserläufe, wo der Hund trinken kann. Am Beginn der Gipfelwiese steht eine Kuhtränke, die bei unserem Besuch überlief, so dass sich auch dort eine Trinkpfütze gebildet hatte.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Der Bus von Tegernsee in Richtung Achensee hält direkt an der Siedlund Stuben. An allen Tagen sollte man seine Wanderung aber gut und mit Zeitreserven planen, wenn man per Bus anreist, da er nicht besonders häufig fährt. Nach Tegernsee fährt man von München aus in etwa einer Stunde mit der BOB.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann über die B318/B307 über Tegernsee oder Bad Wiessee nach Kreuth, von dort weiter Richtung Achensee bis zum Parkplatz Stuben, kurz hinter Glashütte. Der Parkplatz ist auf der linken Straßenseite.

Links:
Homepage vom Gasthof Glashütte

Buchtipps und Wanderkarte:

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Tanja,

    die Gesamtstrecke sind ziemlich genau zehn Kilometer, bei denen man etwa 600 Höhenmeter geht.

    Viele Grüße,
    Uli

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