Regen am Gardasee – was machen wir nun?

Tipps für Aktivitäten, wenn es am Gardasee regnet

Sommer, Sonne, Dolce Vita: Lässig am Hafen sitzen, mit einem hervorragenden Eis oder einem Glas Spritz in der Hand. Auf die Berge wandern, Surfen, mit dem Mountainbike oder auf der Vespa über die Gardasana brausen. So stellt man sich den Gardasee-Urlaub vor. Aber was ist, wenn es regnet und donnert? Wenn sich die Sonne nicht zeigt und das T-Shirt unter der Fleecejacke verschwindet? Wir haben ein paar Tipps gesammelt, wie wir Regentage am Gardasee verbracht haben.

Regen am Gardasee? Besonders in den Oster- und Pfingstferien sollte man auch mit Regentagen rechnen.

Regen am Gardasee? Besonders in den Oster- und Pfingstferien sollte man auch mit Regentagen rechnen.

Meistens scheint die Sonne, wenn wir am Gardasee sind. Im Sommer haben wir bisher nur extrem gutes, teilweise sehr heisses Wetter gehabt. Der Sommer 2014 war aber auch am Gardasee ziemlich regnerisch, was eher ungewöhnlich ist. In den Oster- und Pfingstferien, wenn die erste große Reisewelle aus Bayern an den Lago rollt, sollte man einplanen, dass es auch Regenperioden geben kann. Die Monate April bis Juni haben die meisten Regentage am Gardasee, etwa jeweils zehn Tage. Aber was macht man nun, wenn es wirklich regnet? Hier sind unsere Tipps:

1. Ruhe bewahren, Regen kommt, Regen geht

Meistens dauert der Regen am Gardasee nicht besonders lange. Ein paar Stunden später war üblicherweise schon wieder T-Shirt-Wetter. Den typischen Landregen wir man ihn aus Deutschland kennt, der sich tagelang hält, haben wir dort am See nie gehabt. Den haben wir aber in den Bergen, zum Beispiel am Ledrosee, durchaus auch erlebt, was uns gleich zum zweiten Tipp führt:

In den Bergen hinter Riva tobt ein Gewitter, oberhalb des Sees wandere ich im Trockenen.

In den Bergen hinter Riva tobt ein Gewitter, oberhalb des Sees wandere ich im Trockenen.

2. Raus aus den Bergen, ab in den Süden

Am Ledrosee, der deutlich höher in den Bergen liegt als der Gardasee, haben wir einmal tagelange Regenfälle erlebt. Aber schon in Riva war das Wetter deutlich besser. Wenn es am gesamten nördlichen Gardasee aber regnerisch ist, lohnt sich ein Blick auf den Wetterbericht. Im Norden können sich die Wolken zwischen den Bergen sammeln und dort abregnen. Der südliche Teil des Gardasees liegt schon im Bereich der flachen und weitläufigen Poebene. Bei einem Besuch von Peschiera, Sirmione oder vielleicht auch Verona könnt Ihr einem Regentag häufig ausweichen.

Die Scaliger-Burg in Malcesine

Die Scaliger-Burg in Malcesine

3. Die Scaliger-Burg in Malcesine

Bei Regenwetter ist die Scaliger-Burg in Malcesine mit dem Burgmuseum immer einen Besuch wert. Die Aussenbereiche sind bei Sonnenschein natürlich schöner, aber im Museum in der Burg kann man schon ein paar Stunden verbringen, ohne dass es langweilig wird. Im Keller ist gleich der Eingangsbereich interessant: Man scheint sich im Gardasee zu befinden. Über die Entstehung und Geschichte des Sees, seine Flora und Fauna und das Leben der Bewohner in den Orten rund um den See erfährt man viel Interessantes. Die Ausstellung ist sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene konzipiert.

Im Museum in der Burg von Malcesine

Im Museum in der Burg von Malcesine

In einem Nebenhaus, der Pulverkammer, ist ein kleines Goethe-Museum untergebracht. Im Jahr 1786 hat der Dichter auf seiner Italienischen Reise kurz Malcesine besucht. Unfreiwillig, der Wind zwang ihn, den Hafen anzulaufen:

Das Betrachten und Beschauen dieser angenehmen Gegenstände ward durch eine langsame Fahrt begünstigt, und so waren wir schon an Malcesine vorbei, als der Wind sich völlig umkehrte, seinen gewöhnlichen Tagweg nahm und nach Norden zog. Das Rudern half wenig gegen die übermächtige Gewalt, und so mußten wir im Hafen von Malcesine landen. Es ist der erste venezianische Ort an der Morgenseite des Sees.
Quelle: goethezeitportal.de

Neben der festen Ausstellung finden in einem großen Raum am Fuß des Burgturms Kunst- und Fotoausstellungen statt. Bei unserem Besuch wurden gerade Sportfotos rund um den Gardasee und den Monte Baldo von Angela Trawoeger, einer Fotografin aus Malcesine, ausgestellt.

Auch der Aufstieg auf den Turm lohnt sich bei schlechtem Wetter. Der Wind pfeift einem schon im Turm um die Ohren und von oben blickt man direkt auf die Altstadt und den Gardasee.

360gardalife.com
Besuch der Burg Malcesine bei Familienschnack

Die Burg am Hafen von Riva del Garda, in der das MAG untergebracht ist.

Die Burg am Hafen von Riva del Garda, in der das MAG untergebracht ist.

4. Das Museo Alto Garda (MAG) in Riva del Garda

Auch das Museo Alto Garda (MAG) ist ein gutes Ziel für einen Regentag. Auch dieses Museum ist in einer Burg untergebracht, der alten Rocca di Riva, die direkt am See zwischen Hafen und Yachthafen liegt. Das Museum ist noch deutlich größer als das in Malcesine.

Im MAG werden verschiedene permanente Ausstellungen gezeigt. Eine Pinakothek, eine archäologische und eine historische Ausstellung bilden den Kern des Museums.

Ein großer Teil der Ausstellungsfläche im Obergeschoß befasst sich mit der neueren Geschichte. Von der Habsburgerzeit, als Arco Urlaubsziel des österreichischen Adels war, bis zu den Wirren des ersten und zweiten Weltkriegs. Viele Dokumente, Fotos, Gemälde und Gegenstände bringen den Besuchern diese Zeiten näher.

Zu diesen permanenten Austellungen gibt es weitere wechselnde Ausstellungen. Bei einem unserer Besuche konnten wir Fotos von den Gardasee-Orten aus dem 19. Jahrhundert sehen und mit den heutigen Ansichten vergleichen.

Für Kinder gibt es zeitweise Workshops oder Basteltage. Im Innenhof des Museums finden Konzerte statt.

museoaltogarda.it/de

Das Reptiland, direkt gegenüber der Burg in Riva

Das Reptiland, direkt gegenüber der Burg in Riva

5. Reptiland in Riva

Direkt gegenüber der Burg von Riva del Garda befindet sich das Reptiland in einem alten Stadthaus. Lebende Spinnen, Schlangen und andere exotische Reptilien kann man hier sehen, dazu gibt es eine umfangreiche Sammlung an Käfern und Schmetterlingen aus aller Welt. Eine Mischung aus Naturkunde und Grusel über die teils riesigen Insekten und Spinnen überkommt einen hier. Wir fanden es bei unserem Besuch etwas zwiespältig, vor allem, weil die Schlangen in recht kleinen Terrarien untergebracht sind. Aber wer sich hierfür interessiert, sollte es besuchen.

www.reptiland.it

6. Einkaufen in Arco: Outdoor-Kleidung und Kletterausrüstung

Arco hat natürlich auch eine Burg, diese möchte ich Euch für Regentage aber nicht empfehlen. Besucht sie, aber wenn die Sonne scheint. Es lohnt sich, schon wegen des Aufstiegswegs und der Aussicht! Wenn es regnet, bleibt unten in der Stadt. Und wenn Ihr Outdoor-Fan oder sogar Kletterer seid, nehmt Zeit und Eure EC-Karte mit! Denn mein Tipp ist: Parkt auf dem Parkplatz unterhalb der Burg an der Sarca-Brücke und geht dann durch die Via Giovanni Segantini zum Caffé Trentino an der Piazza III Novembre 10.

Das Ausrüstungsparadies für Kletterer: Arco. Hier in einem der vielen Outdoorshops

Das Ausrüstungsparadies für Kletterer: Arco. Hier in einem der vielen Outdoorshops

Auf dem Weg werdet Ihr zwar etwas nass, aber gefühlt alle zehn Meter werdet Ihr in einen der unzähligen Outdoor-Shops einbiegen, die links und rechts der Gasse liegen. Markenshops von Salewa, The North Face oder La Sportiva und viele Outdoor- und Klettershops wie Gobbisport, Red Point, Verticalsports oder Rock & Ice.

Und wenn Ihr dann mit Rucksäcken, Shirts, Karabinern, Schuhen und Seilen schwer bepackt die Piazza mit der Kirche erreicht, kehrt Ihr ins Caffé Trentino ein, dort sitzen sowieso alle Outdoorer auf einen Cappucino oder ein, zwei, drei Gläser Wein.

www.caffetrentino.com

7. Ölmühlen und Weinprobe

Immer eine Möglichkeit, einen halben Tag gut zu verbringen, ist der Besuch eines Ölmuseums oder der Cantina eines Weingutes. Hier erfährt man viel über den Olivenanbau, der Gardasee gilt als das nördlichste Olivenanbaugebiet. Man kann alte Geräte und mächtige Mahlsteine der Ölmühlen besichtigen und natürlich Olivenöl kosten und kaufen. Dazu erfährt man vieles über die Qualitätsunterschiede bei Olivenölen und was die einzelnen Bezeichnungen aussagen.

Besichtigung einer Ölmühle

Besichtigung einer Ölmühle

Wir haben die Ölmühle Turri in Cavaion Veronese, etwas abseits des Gardasees bei Bardolino, besucht. Aber auch in vielen weiteren Orten, direkt an der Gardesana-Straße, gibt es weitere Ölmuseen.

www.turri.com

Neben dem Olivenöl ist der Gardasee für den Weinanbau bekannt. Im nördlichen Bereich dominieren die Rotweine des Trentino. Sorten wie der Marzemino oder der Teroldego sind hier meine Favoriten. Recht fruchtige, aber auch schwere Rotweine. Auch der Lagrein, den man hauptsächlich aus Südtirol kennt, wächst im Trentino in der Gardasee-Region.

Eine Weinprobe in einer Cantina - ideal für einen Regentag

Eine Weinprobe in einer Cantina – ideal für einen Regentag

Weiter südlich liegt das Weinanbaugebiet Bardolino, von hier kommt der gleichnamige leichte Wein. Übrigens dürfen sich nur Weine aus einem geografisch genau abgegrenzten, recht kleinen Gebiet, Bardolino nennen. Wir haben die Kellerei (Cantina) Lamberti in Calmasino besucht.

www.cantinelamberti.de

Aus diesen Trauben wird einmal der berühmte Bardolino gekeltert

Aus diesen Trauben wird einmal der berühmte Bardolino gekeltert

Eine große Weinauswahl in allen Preislagen, viele aber auch zu sehr vernünftigen Preisen, dazu Spirituosen wir Grappa, Trentiner Spezialitäten, Olivenholzprodukte und viele andere lokale Erzeugnisse, findet Ihr in der Agraria Riva del Garda, direkt in Riva an der Straße Richtung Arco.

Die gut sortierten Weinregale der Agraria Riva del Garda. Im Vordergrund teurere Tropfen

Die gut sortierten Weinregale der Agraria Riva del Garda. Im Vordergrund teurere Tropfen

In dem großzügigen modernen Bau kann man schon die eine oder andere Stunde nach Spezialitäten suchen und manches auch probieren. Für mich immer wieder der Knaller: Die Wein-Zapfsäulen. Da wird so mancher “Vino della casa” herkommen, den man abends trinkt 😉

Agraria Riva del Garda

Die Wein-Zapfsäulen in der Agraria Riva del Garda

Die Wein-Zapfsäulen in der Agraria Riva del Garda

Weitere Ideen für Regentage am Gardasee

Es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten, schlechtem Wetter am Gardasee zu trotzen, die wir aber noch nicht ausprobiert haben. Natürlich gibt es noch viel mehr Museen, auch in Rovereto, Brescia, Verona oder Trento, die alle nicht weit vom Gardasee entfernt liegen.

Das 2013 neu eröffnete MUSE, Museum delle Scienze in Trento ist ein modernes Museum für Wissenschaft, Natur und Technik, das auch besonders als Mitmachmuseum für Kinder und Jugendliche konzipiert wurde. Das Gebäude, das von der Formgebung her an die Bergwelt des Trentino erinnert, wurde von Renzo Piano entworfen.

Das MART, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst von Trient und Rovereto hat Ausstellungsflächen in beiden Städten. Wie auch das MUSE bietet das MART eine spektakuläre Architektur, wie Ihr auf diesen Fotos auf Flickr sehen könnt.

In Villafranca di Verona, südlich des Gardasees, liegt das Museo Nicolis, in dem hunderte historische Autos, Motorräder und Fahrräder, aber auch weitere technische Produkte, ausgestellt sind.

Was wir bisher nicht getestet haben:

Das Schwimmbad Gardaacqua, das neu in Garda eröffnet hat, das Sealife Aquarium im Gardaland bei Lazise und die King-Rock Kletterhalle in Verona.

Habt Ihr noch Tipps für Regentage am Gardasee? Dann schreibt sie mir doch als Kommentar! Vielleicht können wir sie ja bald ausprobieren. Aber eigentlich ist das Wetter am Gardasee ja doch fast immer toll. Darum fahren wir ja immer wieder dort hin!

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