Wanderung auf der Ponalestraße vom Ledrotal zum Gardasee

Wanderung: Ledrotal (bei Biacesa) – Ponaleschlucht – Riva del Garda (Gardasee)

Die Wanderung auf der alten Ponalestraße vom Ledrotal hinab nach Riva del Garda bietet auf fast der gesamten Strecke einen fantastischen Blick über den nördlichen Gardasee. Da wir nur bergab wandern ist es auch wirklich eine leichte Strecke, auf der es einige Ruinen, die Berge des Gardasees und einige Höhlen und Tunnel zu bewundern gibt.

Die alte Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda

Die alte Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda

Direkt am oberen Ende des etwa fünf Kilometer langen Tunnels, der das Ledrotal mit Riva del Garda verbindet, zweigt die mehr als 150 Jahre alte Ponalestraße ab. Sie war die erste Straßenverbindung zwischen dem bis dahin abgeschiedenen Ledrotal und dem Gardasee. Der Kaufmann Giacomo Cis aus Bezzecca im Ledrotal machte es sich zur Aufgabe, die Straße zu bauen. Von 1848 bis 1851 dauerten die Bauarbeiten. Kurz nach dem Tod von Cis konnte die Ponalestraße eröffnet werden.

Seitdem der Straßentunnel zwischen Riva und dem Ledrotal eröffnet wurde, ist der untere Teil der Ponalestraße für Autos gesperrt. Außerhalb der Tunnel wurde der Fahrbahnbelag entfernt, der Weg ist nun sandig und mit vielen Steinen durchsetzt. Seit 2004 ist dieser Weg, der sich entlang de steilen Felskante vom Ledrotal hinab nach Riva zieht, als Wander- und Fahrradweg freigegeben.

Der Verlauf der Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda ist gut als Streifen am Fels erkennbar

Der Verlauf der Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda ist gut als Streifen am Fels erkennbar

Nachdem ein weiterer Autotunnel vom Ledrotal in den höher gelegenen Ort Pregasina eröffnet wurde, wurde auch der obere Teil der Ponalestraße für den Autoverkehr gesperrt. Auf diesem Teil der serpentinenreichen Straße ist der alte Asphaltbelag noch vorhanden.

Wir beginnen unsere Wanderung am Anfang des Ledrotals. Kurz nach der Ausfahrt aus dem Tunnel von Riva del Garda ins Ledrotal befindet sich die Abzweigung nach Pregasina, 200 Meter weiter links ein kleiner Parkplatz. Dort gehen wir los.

Wenige Meter weiter beginnt der Wanderweg. Links neben dem Tunnel nach Pregasina gehen wir unter dem gemauerten Bogen hindurch auf dem breiten Weg. Schon nach ein paar Minuten sieht man links zwischen den Bäumen eine große Hausruine.

Ein alter Kalkofen

Ein alter Kalkofen

Kurz darauf steht direkt am Weg ein gemauerter alter Kalkofen, der wie ein großer Brunnen mit Tor aussieht. Von hier aus führt links ein Stichweg zur Ruine, die wir vorher gesehen haben. Es ist das Gebäude des ehemaligen Wasserkraftwerks „Rovereto“.

Der Weg dauert keine fünf Minuten, es lohnt sich, das eindrucksvolle Gebäude zu besuchen. Zurück auf dem selben Weg wieder zum Kalkofen.

Die Ruine des Wasserkraftwerks Rovereto im Ponaletal

Die Ruine des Wasserkraftwerks Rovereto im Ponaletal

Dort wandern wir weiter auf dem ursprünglichen Weg, der nun als steiniger Weg bald deutlich steiler bergab bis zu einer Straße führt. Diese ist für Autos gesperrt. Rechts geht es nach Pregasina, geradeaus den alten Ponaleweg hinunter zum ehemaligen Ponalehafen, links zur Ponalestraße, die uns nach Riva del Garda zum Ziel der Wanderung führen wird.

In der Ponaleschlucht

In der Ponaleschlucht

Der Stichweg hinab zum Ponalehafen lohnt sich, aber der Weg ist steil und sehr steinig und teilweise mit Geröll durchsetzt. Aber es ist ein interessanter Weg durch einen sehr grünen Taleinschnitt. Hinab bis zum Gardasee und wieder hinauf bis zur Straße sind wir in etwa einer Stunde gegangen.

Dieser Weg ist der alte Weg, den die Bewohner des Ledrotals nehmen mussten, wenn Sie vor der Eröffnung der Ponalestraße im Jahr 1851 vom Ledrotal zum Gardasee gelangen wollten.

Der Weg führt an kleinen Wasserfällen und einer zweiten Kraftwerksruine vorbei. Die Ruine des Wasserkraftwerks „Riva“ ist allerdings weit weniger interessant als zuvor die „Rovereto“-Ruine.

Kurz darauf steht man unvermittelt direkt an der Gardesana Occidentale, der westlichen Uferstraße des Gardasees von Riva del Garda nach Limone und weiter in Richtung Süden.

Ein altes Hinweisschild auf das ehemalige Hotel an der Gardesana Occidentale

Ein altes Hinweisschild auf das ehemalige Hotel an der Gardesana Occidentale

Der alte Ponalehafen ist kaum mehr zu erkennen, unter der Brücke hindurch führt aber ein verwilderter Weg direkt bis zum Ufer des Gardasees. Dieses Gelände kann zum ehemaligen Hotel gehören, ganz klar wird ist es nicht erkennbar.

Wieder zurück an der Straße geht es nach rechts, also nicht in Richtung Pregasina. Wenige Meter später treffen wir auf die Ponalestraße, die sich in vielen Serpentinen den Berghang hinuntergeschraubt hat.

So sah das Ponale Alto Belvedere 2008 aus

So sah das Ponale Alto Belvedere 2008 aus

Bei unserem ersten Besuch standen hier zwei weitere Ruinen, die eines Wohnhauses und des Ausflugslokals „Ristorante Belvedere“. Das Ristorante wurde im Jahr 1900 eröffnet, weil man von hier aus einen beeindruckenden Blick auf den Gardasee und die Wasserfälle der Ponaleschlucht hatte.

So sieht das Restaurant Ponale Alto Belvedere heute aus

So sieht das Restaurant Ponale Alto Belvedere heute aus

Zwischenzeitlich wurde es aufgegeben. Im Jahr 2014 erfolgte dann die Wiedereröffnung des restaurierten Belvedere. Seitdem ist das Ponale Alto Belvedere ein Treffpunkt für alle Wanderer und Mountainbiker auf der Ponalestraße.

Auf den großen Terrassen, eine davon befindet sich auf dem Dach des Hauses, hat man wie früher einen schönen Blick auf den Ponale-Wasserfall an der gegenüber liegenden Felswand sowie auf den Gardasee.

Ein Blick nach oben, auf den oberen Teil der Ponalestrasse nach Pregasina

Ein Blick nach oben, auf den oberen Teil der Ponalestrasse nach Pregasina

Nun geht es aber auf den Hauptteil der Wanderung! Direkt nach dem Alto Ponale Belvedere passieren wir eine Schranke, danach geht es um eine Linkskurve und es beginnt der unbefestigte Teil der Ponalestraße.

Der Weg ist mal schmaler, mal breiter, aber sehr gut zu gehen. Links ragen die felsigen Berghänge steil auf, rechts sieht man tief unter sich den Gardasee, ein großartiger Anblick!

Am Beginn der Ponalestraße vom Ledrotal hinunter nach Riva

Am Beginn der Ponalestraße vom Ledrotal hinunter nach Riva

Immer führt der Weg leicht bergab und führt auch durch mehrere alte Straßentunnel. Gut, dass hier keine Autos mehr fahren dürfen, mit Mountainbikern muss man aber immer rechnen.

In den Tunneln, aber auch in den Felsen gibt es immer wieder Höhlen, Kammern oder auch nur Löcher, die teils von Bauarbeiten stammen, aber oftmals auch militärischen Ursprungs sind.

Die in den steilen Fels gehauene Ponalestraße, hoch über dem Gardasee

Die in den steilen Fels gehauene Ponalestraße, hoch über dem Gardasee

Der nördliche Gardasee war früher die Grenze zwischen Österreich und Italien und hart umkämpft. Die Tunnel- und Befestigungsanlagen sind die Reste hiervon. In manchen Kammern sieht man aber auch nur Baumaterial und Baumaschinen. Es lohnt sich auf jeden Fall, eine Taschenlampe mitzunehmen!

Blick von der Ponalestraße  auf Riva del Garda und den Monte Brione

Blick von der Ponalestraße auf Riva del Garda und den Monte Brione

Der Weg endet in Riva del Garda an der Einfahrt zum neuen Tunnel der Gardesana Occidentale, kurz hinter dem Wasserkraftwerk.

Dauer und Schwierigkeit:
Den direkten Weg vom Parkplatz an der Straße nach Pregasina bis hinunter nach Riva del Garda kann man gut in zwei bis zweieinhalb Stunden gehen. Er ist leicht bis sehr leicht. Der Abstecher über den alten Ponaleweg und wieder hinauf kostet etwa eine Stunde extra, ist aber mit kleinen Kindern nicht notwendig, da dieser schon schwieriger zu gehen ist. Für größere Kinder ist er sicher sehr interessant.
Wer den Weg bergab und wieder hinauf gehen will, muss mit mindestens vier Stunden rechnen, eher etwas mehr.

Auf der Ponalestrasse

Auf der Ponalestrasse

Höhenangaben:
Der Startpunkt im Ponaletal liegt in etwa 350 Metern Höhe, Riva del Garda am Gardasee in 75 Metern Höhe.

Essen und Trinken:
An der Stelle, wo die Ponalestraße zum Gardaseeufer abbiegt, befindet sich das Selbstbedienungsrestaurant „Ponale Alto Belvedere“. Im Ledrotal findet man in den Dörfern der Umgebung Gaststätten und Supermärkte. Im Zielpunkt Riva del Garda gibt es Restauration jeder Art.

Wo muss ich besonders aufpassen?
An sich ist der Weg nicht gefährlich, er ist gut ausgebaut und breit genug. Allerdings muss man beachten, dass er teilweise hoch über dem Gardasee entlang führt und die Geländer oder Sicherungen, soweit sie vorhanden sind, auch von Kindern leicht überwunden werden können. Achten muss man auch auf Mountainbiker, die teilweise mit recht hohem Tempo den Berg hinabfahren.

Wie komme ich hin?
Von Riva del Garda aus mit dem Auto in Richtung „Valle di Ledro“ fahren, durch die zwei langen Tunnel bergauf. Etwa 500 Meter nach dem Tunnel links die Abzweigung anch Pregasina nehmen, dann auf den kleinen Parkplatz links. Er bietet Platz für maximal 8-10 Autos, notfalls muss man in Richtung Biacesa fahren und dort parken.
Wer aber oben parkt, mus hin- und zurück laufen.
Alternative: Den Bus Linie 214 von Riva del Garda nach Storo nehmen. Kurz nach dem Tunnelausgang sowie in Biacesa befinden sich Bushaltestellen.

Google Maps Karte:

Links:
Restaurant Ponale Alto Belvedere
http://srvtt.pegasus.it/ (Trentino Trasporti Bus – italienisch)

Wanderkarte:

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9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das es keine Verpflegung auf dem Weg gibt stimmt nicht mehr das alte Rasthaus ist seit 2014 als Selbstbedienungsgaststätte mit aussichtsterasse zum 100 Jährigen Bestehen wieder eröffnet worden.

  2. Hallo Ruth,
    vielen Dank für Deinen Hinweis! Das freut mich sehr, dass es dort wieder ein Restaurant gibt, ich hatte mir damals schon gedacht, dass man das wiederbeleben sollte. An dieser wunderbaren Stelle!
    Danke, ich habe den Artikel gleich aktualisiert.
    Viele Grüße,
    Uli

  3. Toller Artikel über einen tollen Weg. Starte in einer halben Stunde von Torbole über Riva nach Pregasina und danke dir für die (aktualisierten) Informationen. Beim letzten Mal war das Ponale Alto Belvedere noch nicht wiedereröffnet. Bin ja mal gespannt.

  4. Hallo Uli,
    danke für den schönen Bericht nebst schönen Fotos. Auch wenn es schon einige Jahre her ist, trotzdem möchte ich mich als Rollstuhlfahrerin melden und einmal an alle netten Wander-Berichterstatter die Bitte äußern: Wenn ihr schon einen Wanderweg beschreibt, dann achtet doch bitte ein wenig dabei auf Rollstuhltauglichkeit und gebt dazu Informationen. Z.B. auf welchem Abschnitt der Wanderweg auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Also lange Treppen oder ein sehr steiniger Weg wäre nicht so geeignet, aber es darf ruhig etwas holprig sein, weil entweder nette, kräftige Begleiter dabei sind, oder man heutzutage Hilfsmotoren hat.
    In dem Sinne wünsche ich noch viele weitere schöne Wanderungen und hoffe, dass viele Wanderer meiner Bitte nachkommen.
    Xono

  5. Hallo Xono,
    vielen Dank für Deine Nachricht! Schön, dass Dir der Artikel und die Fotos gefallen, solche Rückmeldungen freuen mich als Blogger natürlich sehr.

    Bei der Mehrzahl meiner Wanderungen gehe ich davon aus, dass sie für Rollstuhlfahrer nicht geeignet sind. Aber ich habe sicher auch schon einige Touren gemacht, die rollstuhltauglich sein können. Ich habe mich aber bewusst dafür entschieden, dazu keine Empfehlungen zu geben, da ich es meiner Ansicht nach nicht ausreichend beurteilen kann.

    Bei einigen unserer früheren Touren habe ich geschrieben, ob ich diese für kinderwagentauglich halte. Damals war unser Sohn im Kinderwagenalter und wir haben ein paar leichtere Wanderungen mit Kinderwagen gemacht. Ich konnte also aus eigener Erfahrung berichten. Ich habe dann für mich festgestellt, dass selbst leichte Wanderungen mit Kinderwagen schon durch einen wurzeligen Weg oder steilere Abschnitte deutlich anstrengender und auch unangenehmer wurden als wenn ich ohne Kinderwagen unterwegs gewesen wäre. Daher habe ich dann eher die Kraxe genutzt und für mich selbst immer weniger Wanderungen als kinderwagengeeignet angesehen. Für uns war das damals eher Frage des Komforts, wie wir unseren Sohn auf den Berg transportieren.

    Diese Wahl hat man nicht, wenn man im Rollstuhl sitzt. Und mir fehlt da einfach die Erfahrung, eine Strecke qualifiziert als rollstuhlgeeignet zu beschreiben. Ich kann nicht einschätzen, welches Hindernis eine Steigung, eine Stufe oder ein Weiderost auf dem Weg für jemanden darstellt, der im Sport- oder Elektrorollstuhl oder einer anderen Art von Rollstuhl darauf trifft. Oder welche Art von Schotter vielleicht für Räder bestimmter Rollstuhltypen noch befahrbar ist oder eben nicht mehr. Ich gehe auch davon aus, dass die Bandbreite der motorischen Einschränkungen, von Ausdauer und Fitness bei Rollstuhlfahrern weit größer ist als bei zu Fuß gehenden Wanderern. Hier traue ich mir zu, eine „durchschnittliche Fitness“ beurteilen zu können, weil ich mich da selbst als eher durchschnittlich fit ansehe.

    Letztendlich bin ich also der Ansicht, dass ich wirklich beurteilen kann, ob eine Strecke rollstuhlgeeignet ist. Daher möchte ich auch nicht den Anschein erwecken, in dieser Hinsicht Wissen oder Erfahrung zu haben. Und natürlich möchte ich auf keinen Fall, dass jemand dann wegen einem Hindernis, das mir vielleicht gar nicht aufgefallen ist oder machbar erscheint, eine Tour abbrechen muss oder gar am Berg in eine gefährliche Situation gerät.

    Als erste Anlaufstelle kann ich Dir die Seiten „Bergsport mit Behinderung“ des Alpenvereins empfehlen. Auf der Seite „Mit Rollstuhl am Berg“ sind PDF-Broschüren über rollstuhlgeeignete Wanderungen und Hütten verlinkt:
    https://www.alpenverein.de/bergsport/inklusion/bergsport-mit-behinderung/mit-rollstuhl-am-berg_aid_29309.html
    Dort findest Du Informationen zur Klassifizierung der Alpenvereine zur Rollstuhleignung von Wegen und Hütten.
    Beschreibungen von Rollstuhlwanderungen bietet auch das Tourenportal des Alpenvereins. Ich habe hierzu zunnächst nur nach dem Stichwort „Rollstuhl“ gesucht und schon einige Touren gefunden. https://www.alpenvereinaktiv.com/de/suche/?q=rollstuhl
    Auch einige Tourismusregionen bieten im Web schon Informationen zu geeigneten Wanderungen an. Sonst würde ich generell die jeweiligen Touristinformationen und auch Bergbahnen der Region ansprechen.

    Ich werde mir auch die Touren beim Alpenverein ansehen und wenn ich welche finde, die zu meinen Wanderugen passen, gerne darauf verlinken. Und ich überlege, ob ich genug Informationen finde, die ich in einem eigenen Artikel zusammenfassen kann.

    Viele Grüße
    Uli

  6. Hallo Uli,
    1000 Dank für diese tolle Wanderbeschreibung! Wir sind diese Tour im Juni 2019 zu zweit gegangen und waren absolut begeistert, vor allem vom Abstecher zum Ponalehafen. Diesen sollte man sich wirklich auf keinen Fall entgehen lassen, so man halbwegs trittsicher ist und, wie Du total treffend schreibst, keine ganz kleinen Kinder dabei hat – aber der Weg und das Päuschen unten am Wasser waren einfach traumhaft. Super waren auch die Informationen zur Anfahrt mit dem Bus und zum Abstecher zum Wasserwerk. Herzlichen Dank noch mal 🙂
    Viele Grüße
    Vera

  7. Hallo Vera,
    vielen Dank für den Kommentar! Freut mich, dass es Euch gefallen hat. Den alten Ponalehafen fand ich auch klasse. Schade, dass man das alte Hotel nicht besichtigen kann. Ein echter „lost place“.
    Viele Grüße
    Uli

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