Von Biacesa auf den Nodice über dem Gardasee

Wanderung: Biacesa im Ledrotal – Bocca da Lé – Cima Nodice – Pregasina über dem Gardasee – Biacesa

Diese sehr abwechslungsreiche, etwas längere Wanderung führt uns aus dem Ledrotal auf einen nicht zu hohen Gipfel über dem Gardasee, den Nodice. Direkt im Gipfelbereich befinden sich alte Befestigungsanlagen. Von dort haben wir einen großartigen Blick über den Gardasee. Der Weg führt dann weiter nach Pregasina, einem Dorf hoch über dem Gardasee und über die alte Verbindungsstraße durch das Ponaletal wieder zum Ausgangspunkt.

Oberhalb von Pregasina, Blick zum Monte Baldo. Was heißt eigentlich Steinmandl auf italienisch?

Oberhalb von Pregasina, Blick zum Monte Baldo. Was heißt eigentlich Steinmandl auf italienisch?

Die Wanderung beginnt an der Straße nach Pregasina, kurz hinter der Einmündung von der Ledrotalstraße. Es ist aber nicht der von Mountainbikern genutzte breite Weg, der nach Molina di Ledro führt, sondern ein kleinerer Weg, der einige Meter weiter direkt in den Wald führt. Wir folgen der Beschilderung „429 – Bocca da Lé, Cima Nodice, Pregasina“ in den Wald, nach zwei Minuten den rot-weißen Markierungen schräg rechts hoch.

Der Weg von Pregasina auf den Nodice

Der Weg von Pregasina auf den Nodice

Nach zehn bis 15 Minuten überqueren wir über zwei Eisenbrücken zweimal eine kleine Schlucht, dann geht es immer weiter bergauf über den schmalen, teils steinigen Weg. Je nach Laune freut man sich, dass man schnell an Höhe gewinnt oder stöhnt über den stetig steilen Aufstieg.

Nach etwa einer halben Stunde Wanderung erreichen wir einen gemauerten Graben, den wir aber links liegenlassen, weil wir weiter rechts bergauf dem Weg folgen. Der Weg ist nun weniger steil und weniger steinig. Nach gut einer Stunde zeigt dann ein Schild den „Bocca da Lé – 800m“ an. Weiter geht es über den Weg 429 in Richtung Pregasina. Links führt ein Weg in nur einer Minute zu einem Kriegerdenkmal.

Wieder zurück auf den Weg 429 führt dieser steil bergab, wobei wir durch die Bäume Blicke auf den Gardasee haben. Nach kurzer Zeit kommen wir an eine Wegkreuzung, von der der Wanderführer sagt, dass es eine Beschilderung zur „Scala Santa“ gibt. Diese war aber im Juni 2009 nicht (mehr) vorhanden. Wer schnell nach Pregasina möchte, geht rechts hinab. Wer aber einen großartigen Ausblick sucht und gut zu gehende Wege an steilen Abgründen nicht scheut, sollte nach links gehen, um die Schleife zum Gipfel des Nodice zu gehen.

Felstor auf dem Weg zum Gipfel des Nodice

Felstor auf dem Weg zum Gipfel des Nodice

Der Weg dort wird nach wenigen Metern sehr schmal und führt nach zwei Minuten durch ein hohes Felstor hindurch. Dahinter geht es an einer steil aufragenden Felswand entlang bergauf, teilweise drahtgesichert und über in den Fels gehauene Stufen an zwei Festungsbauten vorbei.

Hier geht's rauf und steil runter - Treppe zum Gipfel

Hier geht's rauf und steil runter - Treppe zum Gipfel

Nach gut eineinhalb Stunden ist dann der Gipfel des Nodice erreicht. Dort befindet sich ein dritter Festungsbau. Oberhalb des in den Fels gehauenen Raumes hat man einen großartigen Ausblick tief hinunter auf den Gardasee und in das Ponaletal hat.

Blick vom Nodice zum Ponale, auf Riva del Garda und den Monte Brione

Blick vom Nodice zum Ponale, auf Riva del Garda und den Monte Brione

Wieder zurück zum Eingang der Befestigung geht der Weg nach rechts oben weiter und führt nun durch Laufgräben immer wieder an Höhlen und weiteren Bauwerken vorbei. Am Ende eines langen, schmalen Grabens geht es eine Steintreppe hinab. Am Ende der Treppe gehen wir nach links und sind nach 30 Metern wieder am Kriegerdenkmal, dass wir vorher schon gesehen haben.

Laufgraben der Befestigungsbauten am Nodice

Laufgraben der Befestigungsbauten am Nodice

Von dort aus wandern wir wieder den steilen Weg 429 hinunter, nun aber an der Abzweigung nach rechts, weiter hinunter. Der steinige Weg ist nun stark der Sonne ausgesetzt. Nach gut 15 Minuten führt der Weg durch eine Art Sandrinne, dort befindet sich ein schöner Aussichtspunkt mit tollem Blick über den Gardasee und auf den Monte Baldo.

Unten liegt Pregasina, gegenüber der Monte Baldo

Unten liegt Pregasina, gegenüber der Monte Baldo

Weiter geht es bergab, erst recht gemütlich, dann steiler über einen Betonplattenweg. Am Abzweig geradeaus gehen bzw. dann links Richtung Pregasina, nicht nach rechts zur Bocca Larici und Malga Palaer.

Nun erreichen wir Pregasina, gehen an Kirche und der Bar/Ristorante vorbei die Hauptstraße bergab. An einer Ecke mit vielen Briefkästen an einer Mauer, etwas unterhalb des Dorfkerns, können wir die Hauptstraße verlassen und über eine Nebenstraße 15 Minuten bergab von Pregasina den Aussichtspunkt mit der „Regina Mundi“ Statue erreichen. Von hier aus hat man wieder einen herrlichen Ausblick auf Riva und das Ponaletal.

Regina Mundi Statue am Aussichtspunkt über dem Ponaletal

Regina Mundi Statue am Aussichtspunkt über dem Ponaletal

Links neben dem Aussichtspunkt, in Richtung Autotunnel, der für Fußgänger gesperrt ist, führen Holzstufen und ein Steinweg zur alten Ponalestraße. Dieser folgen wir nun für gute 20 Minuten in Serpentinen bergab, immer wieder überholt von waghalsigen Mountainbike-Fahrern. Zwischendurch gibt’s wieder prächtige Ausblicke auf den Gardasee.

Bevor die Straße über eine Brücke auf die andere Seite des Ponale wechselt, führt ein Steinweg links hoch nach „Biacesa, 30 Min.“ Diesem Weg, übrigens der erste Teil der „Wanderung vom Ledrotal zum Gardasee“ folgen wir nun für die restlichen gut 20 Minuten.

Der Abzweig von der Ponalestraße Richtung Biacesa

Der Abzweig von der Ponalestraße Richtung Biacesa

Er führt erst steil bergauf, wird aber schnell zu einem flachen, sandigen Wanderweg, der an einem alten Kalkofen vorbeiführt. Die letzten Minuten geht es, kurz hinter dem Tunnelausgang, ohne Bürgersteig an der wenig befahrenen Straße von Pregasina ins Ledrotal weiter zurück zum Parkplatz bzw. zur Bushaltestelle.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Hauptteil des Weges, bergauf zum Bocca da Lé, dann bergab nach Pregasina und zum Ponale, ist einfach zu gehen. Im Aufstieg ist er etwas, aber nicht zu steil. Alles in allem kann man mit etwa viereinhalb Stunden gemütlicher Wanderung rechnen.
Eine Stunde davon kann man für die Gipfelrunde einrechnen. Diese kann aber auch ausgelassen werden. Sie ist anspruchsvoller zu gehen, da sie teilweise direkt am Abgrund entlang bergauf führt. Rechnet aber noch großzügig Pausen ein, die Ausblicke auf den Gardasee sind an vielen Stellen großartig und Höhlen und Festungsbauwerke reizen zur Erkundung. Taschenlampe mitnehmen!

Höhenangaben:
Biacesa: 415 Meter
Bocca da Lé: 800 Meter
Gipfel Nodice: 860 Meter
Pregasina: 530 Meter

Essen und Trinken:
In Biacesa und Pregasina gibt es Ristorante, sonst finden sich auf dem Weg keine Verpflegungsmöglichkeiten.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf der Schleife zwischen Bocca da Lé und im Gipfelbereich des Nodice besteht fast durchgehend Absturzgefahr. Für kleinere Kinder und Personen mit Höhenangst ist dieser Teil des Weges eher nicht geeignet. Man kann ihn allerdings komplett auslassen. Ansonsten gilt: Sobald man einen guten Blick auf den Gardasee hat, geht es steil hinunter, an der Ponalestraße aber meist durch eine Mauer gesichert.

Wie komme ich hin?
Mit dem Auto: Von Riva del Garda aus mit dem Auto der Beschilderung ins „Valle di Ledro“ folgen, durch die zwei langen Tunnel bergauf. Kurz nach den Tunneln befinden sich direkt nach der Abzweigung nach Pregasina und unmittelbar hinter dem Ortseingang von Biacesa auf der linken Seite Parkplätze.
Mit dem Bus: Mit der Buslinie 214 von Riva del Garda nach Storo bis zur ersten Haltestelle nach dem Tunnelausgang oder bis Biacesa fahren.

Links:
Lagodigarda Magazin Busverkehr (deutsch)
http://srvtt.pegasus.it/ (Trentino Trasporti Bus – italienisch)

Buchtipp und Wanderkarte:

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