Limonaie – die Zitronen-Gewächshäuser in Limone

Ausflug: Limonaia del Castel in Limone sul Garda

Das Museum „Limonaia del Castel“, das sich in einem alten Zitronengewächshaus im kleinen Ort Limone am Gardasee befindet, ist diesmal das Ziel. Eine Wanderung ist damit nicht verbunden, nur ein Spaziergang durch die Altstadt von Limone.

Limonen in der Limonaia in Limone

Limonen in der Limonaia in Limone

Über winzige, teils sehr steile, Gassen, in denen nur ab und zu Vespas oder deren Dreirad-Ableger Ape fahren, gelangen wir zur Limonaia del Castel. Das ist eines der alten Zitronengewächshäuser, von denen man einige, die direkt am Ufer des Gardasses liegen, auch schon vom Schiff aus sehen kann.

Besonders am nördlichen Ortsrand von Limone sind die charakteristischen eckigen Steinpfeiler der alten, heute nicht mehr genutzten, Gewächshäuser noch in großer Zahl vorhanden.

Historische Zitronen-Gewächshäuser, die Limonaie, direkt am Gardasee

Historische Zitronen-Gewächshäuser, die Limonaie, direkt am Gardasee

Der Weg vom Hafen zur Limonaia del Castel ist ausgeschildert. Diese wurde vor wenigen Jahren renoviert, wieder mit vielen verschiedenen Zitrusgewächsen und Blumen bepflanzt und in ein Freilichtmuseum umgewandelt.

Seit 2004 kann es gegen einen geringen Eintritt (2009: 1 Euro) besucht werden. Neben den auf mehreren langen Terrassen angeordneten Zitronen- und Orangenbäumen sind auch die steinernen Bewässerungskanäle, die das Areal durchziehen, besonders interessant.

Orangen in der Limonaia

Orangen in der Limonaia

In der Mitte der Limonaia wurde ein Museumsgebäude errichtet, in dem alte Werkzeuge ausgestellt werden und die Nutzung der Gewächshäuser erläutert wird. Die Limonaie wurden früher im Winter durch große Holzfenster abgedeckt, um die Pflanzen vor Frost zu schützen.

Die Dachkonstruktion der Limonaia, auf der im Winter die Fenster lagen

Die Dachkonstruktion der Limonaia, auf der im Winter die Fenster lagen

Die tragenden Balken hierfür wurden im Museum ebenfalls wieder aufgebaut, so dass man einen guten Eindruck vom früheren Zustand gewinnt.

In der Limonaia

In der Limonaia

Insgesamt ist es ein sehr schönes, ruhiges Museum, das nebenbei auch wunderbare Ausblicke auf den Ort Limone, den Gardasee und die Berge des Monte Baldo bietet. Nehmt ein Taschenmesser mit, im Musuemsgebäude kann man Orangen und Zitronen kaufen. Und was wäre schöner, als sie gleich an Ort und Stelle zu essen!

Blick über die Dächer von Limone und den Gardasee bis zum Monte Baldo

Blick über die Dächer von Limone und den Gardasee bis zum Monte Baldo

Auch wenn die Kacheln mit den Zitronen (Limonen) inzwischen an etwa jedem zweiten Haus angebracht sind und in fast jedem Geschäft verkauft werden, stammt der Name des Ortes vom römischen Limes. Hier verlief früher die Grenze zwischen Italien und Österreich, heute die zwischen der Lombardei, zu der Limone gehört, und dem Trentino.

Limone sul Garda - im Ort sieht man die Pfeiler der Limonaie

Limone sul Garda – im Ort sieht man die Pfeiler der Limonaie

In vielen Reiseführern ist zu lesen, wie touristisch und überlaufen Limone ist. Stimmt, das ist es auch an der Hafenpromenade und in einigen wenigen weiteren Straßen sowie oben an der Gardesana. Aber in der Altstadt finden sich auch viele alte Gassen ohne Geschäfte, in denen man kaum einen Touristen sieht. Dann ist Limone wieder ein kleines, uraltes italienisches Dorf mit steilen Wegen und alten Häusern.

Die Gardasee-Uferstraße verläuft oberhalb der Altstadt, dort befinden sich auch die großen Hotels. Der alte Ortskern am Gardasee-Ufer ist dadurch weitgehend erhalten geblieben.

Mein Tipp: Ganz ruhig ist es um die Pfarrkirche San Benedetto in der Mitte der Altstadt. Da diese etwas erhöht steht, ist der Ausblick von dort aus über den Ort und den See ebenfalls extrem schön.

Wie komme ich hin?
Der kleine Ort Limone mit nur gut 1000 Einwohnern, häufig aber deutlich mehr Besuchern, liegt etwa 10 Kilometer von Riva del Garda entfernt am Westufer des Gardasees, direkt an den Berghängen. Mit dem Auto kommt man schnell über die Gardesana Occidentale, die westliche Uferstraße nach Limone, wobei man einige neue und alte Tunnel durchfährt. An der Kreuzung im Zentrum kann man rechts in einem großen Parkhaus parken.
Schöner ist’s aber, mit dem Schiff der Navigazione Lago die Garda von Riva, Torbole oder Malcesine nach Limone zu fahren. Der Schiffsanleger ist direkt in der Altstadt, von dort aus gelangt man in einer Minute zum malerischen Bootshafen und in wenigen weiteren Minuten am Rathaus vorbei an die Uferpromenade, den Lungolago.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wie schön… Da abonniere ich diesen Blog und endlich mal ein Bericht in einem Ort, an dem ich schon war (seit dem ich es abonniere).
    Vielen Dank für die nette Erinnerung!
    Ich fand die Promenade auch etwas… naja… touristisch. Hier gab es an dem kleinen Laden sogar Weinflaschen mit Hitler, Mussolini, Che Guevara, etc. (Das muss ja nicht sein).
    Aber an sich war es hier wirklich schön.

  2. Hallo Lutz,
    danke für Deine Nachricht. Ich werde noch ein paar Seiten zum letzten Urlaub am Gardasee schreiben, Ausflüge und Wanderungen, vielleicht ist ja noch etwas dabei, das Du auch schon kennst!
    Dinge, die man wirklich nicht braucht, gibt es leider auch dort, und einiges, das einen nur noch ratlos zurücklässt, aber das sind glücklicherweise wenige Ausnahmen.

  3. Pingback: Gardasee – 17.-22.03.2015 | Jürgens Reisen

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