Die E.O.F.T. 19/20

European Outdoor Film Tour: Die besten Outdoorsport- und Abenteuerfilme

Die besten Outdoorsport- und Abenteuerfilme des Jahres zu zeigen, das ist der Anspruch der EOFT, der European Outdoor Film Tour, die jedes Jahr im Herbst startet. Entsprechend groß ist wieder einmal meine Vorfreude, denn ich werde bei der Premiere der Tour in München dabei sein. Welche Filme werden gezeigt, auf welche freue ich mich besonders?

Das Titelgesicht der EOFT 19/20: Eliott Schonfeld - Foto: Eliott Schonfeld, EOFT

Das Titelgesicht der EOFT 19/20: Eliott Schonfeld – Foto: Eliott Schonfeld, EOFT

Los geht es am 9. Oktober 2019 in der alten Kongresshalle auf der Theresienhöhe in München. Gleich neben der Theresienwiese, auf der noch drei Tage zuvor das größte Volksfest der Welt gefeiert wurde. Vom Festzelt in die Jurte? Vielleicht, denn ein Film spielt tatsächlich in der Mongolei. Oder vom Autoscooter in den Wald oder vom Kettenkarussell in den Zeppelin? Diverse Assoziationen sind möglich. Aber ganz sicher werden die meisten Filme in recht einsame und menschenleere Regioen führen, welch Kontrast zu Wiesn.

Das alles und noch viel mehr gibt es in den diesjährigen EOFT Filmen. Die Anzahl und Auswahl der Filme kann je nach Veranstaltungsort leicht abweichend sein. Ich habe mir die Beschreibungen zu den auf der Homepage eoft.eu und, soweit vorhanden, die Trailer angesehen. Und das sind meine ganz persönlichen Erwartungen an die Filme der aktuellen EOFT-Tour:

Nina Williams: Highly Illogical

Bisher kannte ich weder den Begriff „Highball-Bouldern“, noch die Boulderin Nina Williams. In diesem Film bouldert sie in Höhen von bis zu 15 Metern. Das geht doch leicht über das hinaus, was ich für mich „Absprunghöhe“ nennen würde. Das Foto zum Film finde ich spannend: Nina Williams inmitten der hohen, senkrechten und wie abgeschnitten aussehenden Felswand. Und im Trailer sieht man sie dann schon in Bewegung: Nach unten! Ein Film, auf den ich mich freue.

Nina Williams am Fels - Foto: ReelRock 14/Brett Lowell

Nina Williams am Fels – Foto: ReelRock 14/Brett Lowell

Contraddiction

Die Snowboard- und Skifilme sind meist nicht meine Favoriten, zu diesen Sportarten fehlt mir etwas der Bezug. „Contraddiction“ wird mit großen Worten angekündigt: „Wie können wir schützen, was wir lieben? CONTRADDICTION ist beides – ein kluger Film über die Widersprüche unserer Passion und eine Ode an das Leben mit den Bergen.“ Mich interessiert hier, wie die Balance zwischen sicher großartigen Bildern und dem kritischem Blick auf den eigenen Sport ausfällt.

Der Trailer der E.O.F.T. 19/20

Return to Earth

Mountainbiking darf nicht fehlen bei der EOFT. Spektakulär ist es immer anzusehen, wie die Biker durch Wälder und Berge hinab fahren, springen, fliegen und fallen. Mal sehen, ob sich der Film von den Biker-Filmen vergangener Jahre abhebt.

Africa Riding: Karim

Solche Filme mag ich: Ungewöhnliche Einblicke, abseits der üblichen Sportarten und Locations. Filme, die das Überraschende zeigen: Abdul Karim Habyarimana ist Rollerskater. Soweit, so normal. Ungewöhnlich ist, das er Rollerskater in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda ist, wo sein Sport noch völlig unbekannt ist. Auf diesen Film bin ich sehr gespannt.

Le Minimaliste – An Himalayan Adventure

Erscheitn es mir nur so, oder sind es immer wieder Franzosen, die es alleine in menschenleere Gegenden wie abgelegene Himalaya-Täler oder auf einsame Inseln zieht? Eliott Schonfeld durchquert den Himalaja von West nach Ost, von Ladahk nach Nepal, nur begleitet von seinem Pferd. Dazu ist er extrem minimalistisch im Hochgebirge unterwegs: Ohne Zelt, Schlafsack und auch ohne Feuerzeug. Daa wär nichts für mich, aber auf den Film freue ich mich. Wegen sicher großartiger Landschaftaufnahmen und weil es eine spannende Grenzerfahrung sein wird.

Eliott Schonfeld auf der Himalaja-Durchquerung - Foto: Eliott Schonfeld

Eliott Schonfeld auf der Himalaja-Durchquerung – Foto: Eliott Schonfeld

The Movement

Laufen. Die urspümngslichste aller Fortbewegungsarten. In „The eMovement“ wird wohl gezeigt, wie unterschiedlich dieses Laufen gelebt wird. Das kann sehr interessant sein. Ich bin gespannt, wie es filmisch umgesetzt wird.

The Movement - Foto: Camp4Collective/Jaybird

The Movement – Foto: Camp4Collective/Jaybird

The Longest Hole

Ein paar Leute, eine völlig bekloppte Idee und ein selbstgebautes Gefährt. Auch solche Filme gibt es immer bei den Filmfestivals wie der EOFT. Und so auch diesmal. In „The Longest Hole“ ziehen Adam Rolston und Ron Rutland golfspielend durch das Mongolische Hochland. Warum sie auch immer auf diese Idee gekommen sind, die Bilder im Trailer sind großartig. Ein Film, der mir jetzt schon gefällt. Ach ja, ein Hund wird auch zum Hauptdarsteller!

The Longest Hole: Golfspielend durch die Mongolei - Foto: The Longest Hole Media Co.

The Longest Hole: Golfspielend durch die Mongolei – Foto: The Longest Hole Media Co.

Zeppelin Skiing

Der Skifilm, hier ist er. Abfahrten durch unverspurten Tiefschnee, an schwindelerregend steilen Hängen. Ungewöhnlich ist diesmal die Anreise: Im Zeppelin, mit Abseilen auf den Gipfel, von dem aus die Abfahrt startet. Der Trailer verspricht opulente Bilder, weshalb ich mich auch auf diesen Skifilm freue.

Veranstaltungsorte und Tickets

Welch große Veranstaltung die EOFT über die Jahre geworden ist, zeigt sich an der Liste der Veranstaltungsorte: Durch 13 europäische Länder führt die Tour mittlerweile, natürlich auch durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Alleine für Deutschland sind 210 Veranstaltungen aufgelistet. In den großen Städten sind es meistens mehrere Termine, aber auch in mittelgroßen und kleineren Orten werdet Ihr fündig. Die Liste aller Termine und Ort findet Ihr auf https://de.eoft.eu/de/tickets/

So haben mir die Filme gefallen

Ich habe die Premiere auf der Münchner Theresienhöhe besucht, da ist einiges anders als bei den normalen Vorstellungen. Viele Hauptdarsteller der Filme sind da und werden auf der Bühne interviewt, was dazu geführt hat, dass die Veranstaltung sich fast der Mitternacht näherte. So wurden dann mehrere Filme nicht gezeigt, um den Rahmen der Veranstaltung nicht vollends zu sprengen.

„Return to Earth“, „The Movement“ und „Africa Riding: Karim“ fehlten auf der Premiere, was ich besonders in den letzten beiden Fällen schade fand, da mich die Filme interessiert hätten. Dennoch blieb die Auswahl der Filme spannend und vielfältig. Und so haben mir die Filme gefallen.

Le Minimaliste – An Himalayan Adventure: Der längste Film des Abends hat mir sehr gut gefallen. Eine schöne Geschichte über die minimalistische Reise von Eliott Schonfeld mit seinem Pferd, die Treffen mit Einheimischen und die Vermeidung von Zusammentreffen mit den Grenzsoldaten. Gefilmt in der unglaublich schönen Landschaft des Himalaya. Ein großer Tipp!

Contraddiction: Diesen Film solltet Ihr Euch wegen des Intros ansehen, das ist großartig! Schwarzweiß und Langzeitbelichtungen, die die Bilder unwirklich-verwischt aussehen lassen. Sehr toll, auch wenn er sich diesen Effekt beim Skateboard-Film abgeschaut hat, wie Elias Elhardt im Interview auf der Premiere sagte. Der kritische Blick auf die Widersprüche des Sports blieb mir jedoch auch etwas vage. Es kam mir wie der Ausdruck eines diffus schlechten Gewissens vor, dass das alles nicht so ganz richtig ist, ohne aber eine Idee zu haben, was genau man wie ändern könnte oder wollte. Aber dieses Intro …!

Lhotse: Unmittelbar vor der Premiere der EOFT wurde der Film „Lhotse“ mit Hilaree Nelson und Jim Morrison fertiggestellt und ist schnell noch ins Programm aufgenommen worden. Die beiden besteigen den 8516 Meter hohen Lhotse und fahren dann auf Skieren ab. Großartige Bilder einer ungewöhnlichen Partnerschaft und eines wirklich extremen Abenteuers.

The Longest Hole: Ähnlich wie Le Minimaliste ist auch The Longest Hole einer der längeren Filme und ebenfalls einer, der mich schon durch die Landschaftsaufnahmen begeistert. Dazu ist die Beziehung der beiden sehr verschiedenen Hauptdarsteller auf ihrer langen Reise interessant anzusehen. Diee wird auch durch den Hund, der ihnen zuläuft, stark beeinflusst. Ebenfalls eine große Empfehlung.

Nina Williams: Highly Illogical: Ein interessanter Film, bei dem ich wirklich mitgefiebert habe, ob Nina Williams diesen extremen Boulder schafft. Viel Geschichte drum herum gibt’s nicht, hier wird geklettert und gut ist. Was mich gewundert hat: Diesen irren freien Fall, den man im Teaser sieht, gibt es im fertigen Film nicht. Den hätte ich wirklich gern auf der großen Leinwqand gesehen.

Zeppelin Skiing: Ein sehr schöner, aber leider sehr kurzer Film. Für mich hätte er ruhig etwas länger sein können. Etwas mehr Informationen zur Vorbereitung der aufwändigen Aktion und vor allem längere Aufnahmen des Zeppelins vor den verscheiten Alpengipfeln hätte ich mir hier gewünscht.

Zudem wurde auf der Premiere der neu gestiftete Preis 21st Century Adventurer Awards vergeben. Erste Preisträgerin ist Sarah McNair-Landry, die EOFT-Fans aus der Dokumentation über ihre Grönland-Durchquerung Into Twin Galaxies kennen, die im Programm der EOFT 16/17 gezeigt wurde. Dazu wurde Freedom to roam, ein Portrait der Ausnahmeathletin aus Baffin Island, gezeigt.

Insgesamt war es ein langer, aber wirklich runder Abend in der Alten Kongresshalle in München. Eine schöne Auswahl an Filmen wurde gezeigt, dazu gab es die Interviews mit den vielen Sportlern, die bei der Premiere dabei waren. Das ist auch ein spezielles Gefühl, wenn man den Leuten überlebensgroß auf der Leinwand zusieht, wie sie in knapp 8000 Metern Höhe im Zelt sitzen, zum Gipfel aufsteigen und dann mit den Skiern von einem der höchsten Berge der Welt abfahren. Und zwei Minuten später stehen sie in der Reihe vor mir auf und gehen auf die Bühne. Da kann ich auch gut damit leben, dass ein paar Filme fehlten, die mich interessiert hötten.

EOFT DVD und Blu-ray:

Hinweis: Der Veranstalter der E.O.F.T, Moving Adventures, hat mich zur Premiere der EOFT in die Münchner Kongresshalle eingeladen. Vielen Dank hierfür!

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