Wandern mit Hund – Bayerische Alpen

Buch: Wandern mit Hund – Bayerische Alpen mit Alpenvorland

Für viele Bergfreunde wird die Saison 2021 die erste sein, bei der ein vierbeiniges Familienmitglied mitwandert. Aber welche Touren sind passend für Hunde? Welche Ausrüstung muss ich mitnehmen und was kann ich meinem Hund eigentlich zutrauen? Bei all desen Fragen soll ein neues Buch helfen, das ganz auf Wanderungen mit Hunden in den Bayerischen Alpen ausgerichtet ist.

Martin R. Locher, Thomas Rettstatt: Wandern mit Hund - Bayerische Alpen

Martin R. Locher, Thomas Rettstatt: Wandern mit Hund – Bayerische Alpen

Aus eigener Erfahrung von diversen Wanderungen mit Hunden kann ich sagen, dass viele Hunde, die ich kenne, Berge lieben und begeistert mitwandern. Aber natürlich sind ihre Anforderungen für eine Wanderung schon etwas anders als die von uns Menschen.

Das Alpenpanorama mit Blick auf Kaisergebirge, Großglockner oder Ortler wird einen Hund kaum beeindrucken, dafür können ein Schneefeld, in dem man sich wälzen kann, ein Busch oder auch ein Kuhfladen extrem interessant sein. Statt auf’s Weißbier auf der Alm freut sich der Hund über einen Bach am Wegesrand, in dem er, die Füße kühlend, ausgiebig trinken kann.

Die Autoren Martin R. Locher und Thomas Rettstatt stellen im Buch Wandern mit Hund – Bayerische Alpen mit Alpenvorland* 46 Wanderungen vor, die im bayerischen Alpenraum zwischen Lech undd Isar liegen. Damit sind Allgäu, Ammergauer Alpen, Wettersteingebirge, Isarwinkel und die Tegernseer Berge mit dem Mangfallgebirge abgedeckt.

Für die weiter östlich liegende Chiemgauer Alpen und das Berchtesgadener Land gibt es das Buch Wandern mit Hund – Chiemgau und Berchtesgaden* von Andrea Oberle.

Im Wald riecht es überall interessant

Im Wald riecht es überall interessant

Der Aufbau der Beschreibungen der Wanderungen im Buch entsprechen denen, die man aus anderen Wanderführern kennt, mit einem beschreibenden Text, verschiedenen Kurzinfos, Fotos und einem Wanderkartenausschnitt.

Das Besondere bei diesem Buch: Es beschreibt die Touren nicht nur für den menschlichen Wanderer, sondern bewertet sie auch aus „Hundesicht“. Gibt es Felsstufen oder ausgesetzte, vielleicht sogar seilversicherte Stellen, die für Hunde problematisch sein können? Müssen wir Almwiesen überqueren, auf denen wir auf Weidevieh treffen können? Gibt es auf der Tour Bäche oder Seen, aus denen man trinken kann?

Auch die bekannte schnelle Einteilung der Touren in leicht (blau), mittel (rot) und schwer (schwarz) ist in diesem Buch geteilt. So werden beispielsweise die Wanderungen auf den Brecherspitz oder auf den Latschenkopf mit einem roten Fuß und einer schwarzen Pfote gekennzeichnet. Also mittelschwer für menschliche Wanderer, für Hunde sind sie aber schwere Touren.

Die Wanderung auf den Seebergkopf bei Bayrischzell ist für Menschen leicht, für Hunde, vor allem wegen der Almkühe, mittelschwer. Umgekehrt ist es bei der Tour auf den Rauchenberg, die für Hunde leicht, für den Menschen, der sich bei fehlenden Markierungen selber orientieren muss, aber mittelschwer ist.

Hat er doch ein Auge für das Panorama? Hundeblick über das nördliche Inntal

Hat er doch ein Auge für das Panorama? Hundeblick über das nördliche Inntal

Die 46 im Buch beschriebenen Wanderungen sind allesamt Tagestouren, es sind also keine Wanderungen mit Hüttenübernachtung dabei. Der Schwierigkeitsgrad ist gut gemischt, von leichten bis schweren Wanderungen ist alles dabei. Zehn Touren sind sowohl für Mensch, als auch für Hund leicht, darunter die Eibsee-Umrundung oder die Wanderung auf den Hohen Kranzberg.

21 sind für beide mittelschwer, sieben werden für beide als schwer eingestuft. Hierzu zählen etwa der Zugspitzabstieg oder die Wanderung auf den Rossstein und die Tegrnseer Hütte. Die restlichen acht Wanderungen habe eine gemischte Einstufung.

Auch im einleitenden Teil des Buches werden nicht nur die Wandergebiete vorgesetellt und Tipps zu Ausrüstung, Anfahrt und Gehzeitenberechnung gegeben. Das Kapitel „Mit dem Hund unterwegs“ wird besonders für Wanderer, die noch nicht oft mit Hund in den Bergen waren, hilfreich sein. Tipps zu Aurüstung und Futter, Verhalten bei Weidevieh oder an Seen und Tränken gibt es, dazu auch rechtliche Regelungen und die Frage, was man mit den organischen Hinterlassenschaften des Waldis macht.

Die aufklappbare vordere Umschlagseite gibt eine Kurzübersicht über alle Wanderungnen mit Dauer und Länge, sowie Höhenmetern in Auf- und Abstieg. Im Hinteren Umschlag zeigt eine Wanderkarte, wo sich die Touren zwischen Allgäu und Mangfallgebirge verteilen.

Ein Hundeleben: Ausruhen in den Wiesen auf der Rampoldplatte

Ein Hundeleben: Ausruhen in den Wiesen auf der Rampoldplatte

Auch Wanderer ohne Hund finden in dem Buch neben altbekannten Wanderklassikern einige unbekanntere Touren, aber hauptsächlich ist „Wandern mit Hund – Bayerische Alpen“ natürlich auf Wanderer mit vierbeinigem Begleiter ausgerichtet. Für diese kann ich das Buch sehr gut empfehlen. Und in Kombination mit Wandern mit Hund – Chiemgau und Berchtesgaden* hat man den gesamten Bayerischen Alpenraum abgedeckt.

Wandern mit Hund – Bayerische Alpen

Hinweise: * = Amazon-Affiliate-Link
Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar vom Rother Bergverlag erhalten

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