Weissbiertouren

Wanderbuch: Weissbiertouren

Was wäre eine Bergtour nur ohne ein Gipfelbier! Das mitgebrachte Bier ist aber selten erfrischend kalt, nachdem es über Stunden im Rucksack getragen und durchgeschüttelt wurde. Und wer Weissbierfreund ist, müsste das Glas auch mit auf die Wanderung nehmen. Es ist also logistisch viel praktischer, als Wanderziel gleich eine Alm anzusteuern, die perfekt gekühltes Weissbier ausschenkt. Und bei so einer Wanderung kann dann sogar schon mal der Gipfel ausfallen.

Im neuen Buch „Weissbier Touren„, das mir der J.Berg Verlag zur Verfügung gestellt hat, werden Wanderungen vorgestellt, deren Ziel nicht ein Gipfelkreuz, sondern eine Hütte oder Alm ist, auf der man nach der Wanderung sein Weissbier genießen kann. Oder eine Halbe oder Apfelschorle oder seinen Almdudler.

Der Untertitel verspricht uns „31 erfrischende Wanderungen in den Bayerischen Alpen„. Bayern ist hierbei aber geographisch recht weit ausgelegt. Die Dafalzalm oberhalb des Achensees, die Wiener-Neustädter-Hütte an der Zugspitze und die Coburger Hütte sind echt tirolerisch. Aber was soll’s, Grenzkontrollen wie früher gibt’s eh nicht mehr, das sind also Detailfragen. Und schnell erreichbar sind die Hütten und Almen von München aus sowieso alle.

Die Dafalzalm oberhalb vom Achensee

Die Dafalzalm oberhalb vom Achensee

Vier Autoren haben die Wanderungen ausgesucht und beschrieben. Und wer nun meint, in einem Buch mit „Weissbier-Touren“ wären nur Wanderungen zu finden, die man auch mit einem kräftigen Bierbauch schnell hinter sich bringt, der täuscht sich. Von der leichten 30-Minuten Tour über gerade einmal 200 Höhenmeter (übrigens zum Sillberghaus, das ich gerade erst besucht habe) bis zur Neun-Stunden-Tour auf die Reintalangerhütte ist alles vertreten.

Auch die Schwierigkeitsgrade reichen von leichten Touren bis zur technisch schwierigen Bergwanderung auf die Wiener-Neustädter-Hütte mit 1200 Höhenmetern. Da sollte man nach dem Weissbier besser auf der Hütte übernachten, anstatt gleich wieder abzusteigen. Was zudem noch den Vorteil hätte, dass noch ein zweites oder drittes Bier zum Sonnenuntergang drin wäre.

Ein Klassiker: Die Steinlingalm unterhalb der Kampenwand-Felszacken

Ein Klassiker: Die Steinlingalm unterhalb der Kampenwand-Felszacken

Jede Wanderung wird anschaulich beschrieben und bebildert, so dass ich die Wanderstiefel schon wieder anziehen will. Ich fand es auch erstaunlich, wie viele der Almen ich noch nicht einmal vom Namen her kannte. Bekannte Hütten wie die Gufferthütte, das Schachenhaus oder natürlich die Tegernseer Hütte und das Herzogstandhaus sind natürlich auch dabei.

Neben der Beschreibung gibt es den bekannten Infokasten mit Dauer und Schwierigkeit der Wanderung, Höhenmetern, Anfahrtsbeschreibung und mehr. Dazu einen kurzen Hüttensteckbrief und kleine Infokästen zu Hütte und Tour oder mit einer Anekdote. Und ein Rezept für „Älplermakronen“ gibt’s auch noch. Klingt lecker.

Die Tegernseer Hütte zwischen Roß- und Buchstein

Die Tegernseer Hütte zwischen Roß- und Buchstein

Einzig die früher übliche Einteilung nach den Wanderregionen und den blauen, roten oder schwarzen Punkt gleich im Inhaltsverzeichnis gibt’s nicht mehr. Für den ersten Überblick fand ich das immer ganz gut.

Das Buch macht auf jeden Fall Lust auf neue Touren, ob mit oder ohne Weissbier. Mit der Auswahl von langen und kurzen, leichten und schweren Touren sollte jeder einige Wanderziele für den eigenen Geschmack finden können. Bei einigen längeren Wanderungen sollte man die Übernachtung auf jeden Fall einplanen. Denn besser geht’s ja kaum, als einen Tag am Berg zusammen mit Freunden und einem Glas gut gekühltem Bier langsam ausklingen zu lassen.

Und wer weiß, wo die Kletterroute „Via Weissbier“ direkt zur Hütte führt? Im Buch wird’s verraten.

Weissbiertouren
Verschiedene Autoren
144 Seiten
23,4 x 16,4 x 1,2cm
J. Berg Verlag
ISBN 978-3-8624-6209-4
17,99 €

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Via Weißbier führt auf die Hüttenterrasse der Tegernseer Hütte – habs mal irgendwo gelesen und fand den Routennamen so klasse, dass ichs mir gemerkt habe 🙂

    Liebe Grüße

    Rebecca

  2. Ja, genau! Ich habe es erst durch das Buch erfahren, obwohl ich schonmal dort oben war. Allerdings über die „Normalroute“, mit dem kurzen seilversicherten Teil

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