Wanderung zum Seebensee und zur Coburger Hütte

Wanderung: Ehrwalder Almbahn – Seebenalm – Seebensee – Coburger Hütte und zurück

Der leichteste Aufstieg zur Coburger Hütte, die in der Mieminger Kette hinter der Zugspitze in der Tiroler Zugspitzarena liegt. Von der Bergstation der Ehrwalder Almbahn führt der einfache Weg über die Seebenalm zum traumhaft gelegenen Seebensee, in dem sich die umliegenden Berge spiegeln. Im letzten Abschnitt wird der Weg etwas anspruchsvoller und führt mittelschwer in Serpentinen steil hinauf zur Coburger Hütte.

Seebensee, Drachenkopf und, ganz klein, die Coburger Hütte in der Mieminger Kette

Seebensee, Drachenkopf und, ganz klein, die Coburger Hütte in der Mieminger Kette

Von den verschiedenen Wegen zur Coburger Hütte zu kommen, entscheiden wir uns dieses Mal für die leichte Almwanderung. Die ersten 400 Höhenmeter über breite Forstwege erspart die Ehrwalder Almbahn, die direkt zur Ehrwalder Alm fährt. Hier ist im Winter Skigebiet, entsprechend großzügig sind alle Anlagen von Tirolerhaus und Ehrwalder Alm.

Die Lage ist großartig, nach Norden erheben sich die Südwände des Wettersteingebirges mit der Zugspitze als krönendem Abschluß. Diese hat man nun erst einmal im Rücken. Nach Süden sieht man auf die Mieminger Kette, in der das heutige Tagesziel, die Coburger Hütte liegt.

AUf zur Coburger Hütte. Drei Stunden? Das ist eine großzügige Rechnung

AUf zur Coburger Hütte. Drei Stunden? Das ist eine großzügige Rechnung

Durch den weiten Almboden geht es nun auf dem breiten Almfahrweg am Gasthof Alpenglühen vorbei. Eine Alternative wäre der über die Almwiesen führende „Koatige Weg“, der später ebenfalls auf den Fahrweg trifft.

Blick hinüber zum Wettersteingebirge

Blick hinüber zum Wettersteingebirge

In leichtem auf und ab führt der Weg in weiten Schleifen in den Wald. An einer Kreuzung könnte man einen Abstecher zum kleinen Igelsee machen, aber ich gehe weiter geradeaus.

Der Abzweig zu Steig. Endlich weg vom Almfahrweg

Der Abzweig zu Steig. Endlich weg vom Almfahrweg

Kurz darauf bietet es sich an, den schmaleren Steig links zu gehen. Wie auch der Almfahrweg führt er direkt zur Seebenalm Als leichter Bergsteig ist er aber viel schöner zu gehen. Unmittelbar vor der Seebenalm treffen beide Wege wieder aufeinander.

Am Abzweig zum Tajatörl

Am Abzweig zum Tajatörl

Ein Baumstamm, der als Steinmanndl genutzt wird

Ein Baumstamm, der als Steinmanndl genutzt wird

Auf der Seebenalm bietet es sich an, eine kleine Pause zu machen, denn der Blick aus dem Gastgarten auf die Zugspitze ist schon großartig.

Der erste Blick zur Seebenalm

Der erste Blick zur Seebenalm

In meinem Fall muss es allerdings „wäre großartig“ heißen, denn der Gipfelbereich der Zugspitze liegt unter einer dicken Wolkendecke verborgen. Dennnoch: Ein toller Blick!

An der Seebenalm

An der Seebenalm

Der Blick zum Wetterstein von der Terrasse der Seebenalm

Der Blick zum Wetterstein von der Terrasse der Seebenalm

Von der Seebenalm sind es dann noch knappe hundert Höhenmeter hinauf zum Seebensee, der fantastisch in den Bergen liegt. Bei meinem Besuch ist es stark bewölkt, dennoch spiegeln sich die Berge im glatten türkisfarbenen Wasser des Sees.

Vom Seebensee aus sieht man den Drachenkopf und links daneben schon die Coburger Hütte

Vom Seebensee aus sieht man den Drachenkopf und links daneben schon die Coburger Hütte

Unten liegen der See und die Almwiesen, darüber die bewaldeten Flanken der Berge und im Hintergrund ragen die Kalkberge der Mieminger Kette auf. Und wer genau auf die gegenüberliegende Seite des See schaut, sieht nicht nur den markanten Drachenkopf, sondern auch, ganz klein, die Coburger Hütte links daneben.

Am Seebensee

Am Seebensee

Am Seebensee kann man durchaus eine längere Pause einplanen. Nicht, dass der Weg von der Seebenalm hinauf so anstrengend gewesen wäre, aber es ist einfach außergewöhnlich schön hier oben.

Im Aufstieg zur Coburge Hütte

Im Aufstieg zur Coburge Hütte

Am Ostufer des Sees führt nun der Weg entlang zur Talstation der Materialseilbahn der Coburger Hütte. Hier ist auch für die Mountainbiker Schluß, die letzten Meter hinauf zur Hütte werden zu Fuß bewätigt.

In den Serpentinen zur Coburger Hütte

In den Serpentinen zur Coburger Hütte

Gute 250 Höhenmeter sind es noch, die nun in einigen Serpentinen durch die Latschen erklommen werden. Unten etwas geröllig, im oberen Bereich mit einigen Schritten über größere Felsstufen, bis man direkt an der Coburger Hütte steht.

Die letzten Meter zur Hütte, dem heutigen Tagesziel

Die letzten Meter zur Hütte, dem heutigen Tagesziel

Auch von der Coburger Hütte haben wir wieder einen grandiosen Ausblick. Einige Meter unterhalb der Hütte liegt der Drachensee wie ein blaugrünes Auge in einem kleinen Kessel. Die Berge rund herum spiegeln sich im völlig ruhigen, dunklen Wasser.

Die Coburger Hütte in der Mieminger Kette, 1920 Meter

Die Coburger Hütte in der Mieminger Kette, 1920 Meter

Blick hinunter zum Drachensee

Blick hinunter zum Drachensee

Von der Terrasse aus schauen wir direkt auf den vorderen und hinteren Tajakopf, zwei beeindruckenden Felsbergen und beobachten die Klettersteiggeher auf dem anspruchsvollen Klettersteig. Grünstein, die Griesspitzen, der Drachenkopf und die Sonnenspitze vollenden das Bergpanorama rund um die Coburger Hütte.

Blick hinüber zum vorderen und hinteren Tajakopf

Blick hinüber zum vorderen und hinteren Tajakopf

Und der Blick nach Norden führt dann über den Seebensee wieder direkt zum Wettersteinmassiv, dessen Spitzen sich aber weiterhin in den Wolken versteckt halten.

Coburger Hütte und Tajakopf, im Hintergrund liegt der Wetterstein

Coburger Hütte und Tajakopf, im Hintergrund liegt der Wetterstein

Für den Rückweg gibt es zwei Möglichkeiten: Auf dem Hinweg wieder zurück, evtl. über den anspruchsvolleren Hohen Gang. Oder die weitere Runde über das Tajatörl. Hier umrundet man die Tajaköpfe und gelangt später wieder auf den Ausgangsweg. Ich habe mich diesmal für den Hinweg entschieden, aber der längere Weg über das Tajatörl sah schon interessant aus. Beim nächsten Mal.

Mein neuer Liebslings-Bergname: Wamperter Schrofen. Wer denkt sich solche Namen aus?

Mein neuer Liebslings-Bergname: Wamperter Schrofen. Wer denkt sich solche Namen aus?

Insgesamt ist diese Wanderung, egal auf welchem Weg man nun zur Coburger Hütte geht, eine Tour in einer fantastischen Bergwelt mit großartigen Ausblicken. Dazu gleich zwei Hütten auf dem Weg, die traumhaft gelegen sind und gute Stärkung bieten. Die hier beschriebene Variante ist die leichteste, die bis zum Seebensee auf sehr einfachen Wegen verläuft.

Dauer und Schwierigkeit:
Von der Bergstation der Ehrwalder Almbahnen bis zur Seebenalm bin ich eine gute Stunde gewandert. Zum Seebensee und bis zur Südspitze etwa eine halbe Stunde, eine weitere gute halbe Stunde Aufstieg bin ich von der Talstation der Materialseilbahn zur Coburger Hütte aufgestiegen. Insgesamt waren es etwas mehr als zwei Stunden Aufstieg. Bergab habe ich etwa dieselbe Gehzeit benötigt. Die Gehzeiten auf den Wanderwegweisern geben etwas längere Zeiten an. Wenn man die Bergbahn bergab nehmen möchte, sollte man Zeitreserven einplanen.
Bis zum Ende des Seebensees ist die Wanderung leicht und sogar, sofern man auf der Zufahrtsstraße bleibt, mit geländegängigen Kinderwagen möglich. Auch der Bergweg ist leicht zu gehen. Der finale Aufstieg zur Hütte über die Serpentinen beinhaltet Schotterwege und mehrere Felsstufen und verleiht der gesamten Wanderung die rote, mittelschwere, Bewertung.

Zugspitzblick vom Seebensee aus

Zugspitzblick vom Seebensee aus

Höhenangaben:
Ehrwalder Almbahn Talstation: 1100 Meter
Ehrwalder Almbahn Bergstation: 1510 Meter
Ehrwalder Alm: 1502 Meter
Seebenalm: 1575 Meter
Seebensee: 1657 Meter
Coburger Hütte: 1920 Meter
Drachensee: 1874 Meter

Auf dem Wanderweg

Auf dem Wanderweg

Essen und Trinken:
Mehr als genug. An der Talstation der Bahn befindet sich ein Restaurant. An der Bergstation liegen die Ehrwalder Alm und das Tirolerhaus, wenige Meter weiter der Gasthof Alpenglühen. Später natürlich die Seebenalm und die Coburger Hütte.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Vor allem im Abstieg über die Serpentinen, ansonsten sind diese Wege leicht zu gehen.

Wandern mit Hund:
Auf dem Weg selbst gibt es vereinzelte, durch die Seen und die Gasthöfe und Hütten aber insgesamt recht viele Trinkmöglichkeiten. Auf dem Großteil des Weges, auch im Wald, kann man auf Weidekühe treffen.

Der Seebensee und die Zugspitze, im Aufstieg zur Coburger Hütte

Der Seebensee und die Zugspitze, im Aufstieg zur Coburger Hütte

Wie komme ich hin?
Mit dem Zug: Von München aus über Garmisch-Partenkirchen mit der Außerfenbahn nach Ehrwald. Vom Bahnhof aus fährt ein Linienbus zur Talstation der Ehrwalder Almbahn.
Mit dem Auto: Von München aus über die A95 bis zum Autobahnende, weiter nach Garmisch und auf der B23 nach Ehrwald in Tirol. An der Kreuzung unterhalb der Eisenbahnbrücke nach links in den Ort und dort der Ausschilderung zur Ehrwalder Almbahn folgen. Dort befindet sich ein großer Parkplatz. Die Streckenabschnitte um Garmisch bis zur Autobahn sind sehr stauanfällig.

Almküehe an der Seebenalm

Almküehe an der Seebenalm

Links:
Ehrwalder Almbahn
Tiroler Zugspitzarena
Homepage der Seebenalm und Informationen zur Seebenalm auf Zugspitzarena.com
Homepage der Coburger Hütte und Informationen zur Coburger Hütte beim Alpenverein
Informationen zu den zwei schweren Klettersteigen bei via-ferrata.de: Klettersteig Tajakante und Seebener Wasserfall Klettersteig

Buchtipps und Wanderkarte:

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