Kurze Rundwanderung zum Taubensee und zur Taubenseehütte

Wanderung: Kössen, Parkplatz Schaffler – Taubenseehütte – Taubensee – Kössen, Parkplatz Schaffler

Eine leichte Wanderung führt von Kössen im Kaiserwinkl zum Taubensee und zur Taubenseehütte. Von dort haben wir einen großartigen Ausblick auf Kössen und das Kaisergebirge und bis zu den Leoganger und Loferer Steinbergen. Der Taubensee, durch den die Grenze zwischen Bayern und Tirol verläuft, ist im Herbst besonders schön. Am Ufer entlang führt ein wilder, aber einfach zu gehender Steig zu vielen Fotostellen. Zwei Almen und die Taubenseehütte bieten Einkehrmöglichkeiten. Für den Abstieg können wir zwischen dem Hinweg und einem schmalen Bergsteig wählen, über den die Wanderung zur Rundtour wird.

Das Ziel der Wanderung: Der malerische Taubensee

Das Ziel der Wanderung: Der malerische Taubensee

Wir starten unsere Wanderung zum Taubensee am Parkplatz Schaffler. Ziemlich genau acht Frühaufsteher können sich die Parkgebühr sparen und schon ein paar Meter unterhalb, am kleinen Parkplatz Gugg parken. Alle anderen, so wie wir, fahren weiter bis zum großen Schaffler-Parkplatz.

Oberhalb des Parkplatzes nehmen wir den Weg nach rechts zur Rinderbrachalm

Oberhalb des Parkplatzes nehmen wir den Weg nach rechts zur Rinderbrachalm

Direkt oberhalb des Parkplatzes beginnt der Weg an einer Gabelung. Wir nehmen den rechten Weg, der in den Wald hinein führt. In eineinhalb Stunden soll er uns über die Rinderbrachalm und Frankenalm zu Taubenseehütte führen.

Der Weg führt erst im Wald bergauf …

Der Weg führt erst im Wald bergauf …

… dann fast eben entlang der Almwiesen zur Rinderbrachalm

… dann fast eben entlang der Almwiesen zur Rinderbrachalm

Im Wald steigt der Weg gleich spürbar an, so dass wir schnell einige Höhenmeter gewinnen, doch schon nach zehn Minuten verlassen wir den Wald wieder. Über einen Feldweg gelangen wir nun in wenigen Minuten zur Rinderbrachalm, der ersten Einkehrmöglichkeit auf der Wanderung.

An der Rinderbrachalm

An der Rinderbrachalm

Schon auf dem Weg, und auch auf der Terrasse der Rinderbrachalm, haben wir einen schönen Panoramablick auf Kössen mit dem Unterberghorn, dem Kössener Skiberg, und hinüber zum Kaisergebirge.

Der Blick nach Kössen, zum Unterberghorn und zum Kaisergebirge

Der Blick nach Kössen, zum Unterberghorn und zum Kaisergebirge

Weiter führt der breite Weg, langsam ansteigend, über freies Almgelände. Auf einer schattigen Bank unter den Bäumen lohnt es sich, noch einmal zu rasten, auch wenn wir erst ein eine knappe halbe Stunde unterwegs sind. Aber die Bank ist genau so aufgestellt, dass wir schon wieder einen hervorragenden Blick über Kössen zum Kaisergebirge haben.

Noch einmal schönser ist der Blick von der Bank aus

Noch einmal schönser ist der Blick von der Bank aus

Kurz darauf führt der Weg wieder etwas bergab und wir sehen schon die kleine, urige Frankenalm, die sich in eine Senke duckt. Auch hier kann man wieder einkehren. Die Angebote des Tages sind auf eine Tafel geschrieben. Mikki freut sich schon auf eine Einkehr, aber mich zieht es weiter bergauf.

An der Frankenalm

An der Frankenalm

Wir überqueren den Bach über die schmale Brücke, die mit ihrem verwinkelten Einstieg Kühe vom Betreten abhält. Auf der anderen Seite der Brücke ist es häufig etwas matschig.

Die ungewöhnliche Brücke an der Frankenalm

Die ungewöhnliche Brücke an der Frankenalm

Der Weg führt nun scharf nach links und wieder bergauf in den Wald hinein. Er wird schmaler, felsiger und auch etwas feuchter, da ein kleiner Bach teils direkt über den Weg verläuft.

Hinter der Frankenalm wird der Weg zum Steig

Hinter der Frankenalm wird der Weg zum Steig

Eine Felsstufe auf dem schönen Bergsteig

Eine Felsstufe auf dem schönen Bergsteig

Nachdem wir eine Felsstufe überwunden haben, trifft unser Bergsteig auf einen Fahrweg und zwei Minuten später erreichen wir die unbewirtschaftete Hirzinghütte. Hier beginnt die Schlussetappe zur Taubenseehütte.

An der Hirzinghütte

An der Hirzinghütte

Über einen breiten, aber zum Teil sehr steilen Weg wandern wir durch den Wald direkt zur Taubenseehütte. Die angegebenen 25 Minuten werden die wenigsten brauchen, aber dieser Teil wird der anstrengendste der Wanderung.

Auf den letzten Metern zur Taubenseehütte

Auf den letzten Metern zur Taubenseehütte

An der Taubenseehütte

Als Belohnung wartet dann die Taubenseehütte, eine beliebte Berrgwirtschaft mit einer schönen Aussichtsterrasse.

Die Taubenseehütte

Die Taubenseehütte

Wieder haben wir einen genialen Ausblick auf Kössen, Unterberghorn und den Kaiser. Und diesmal mit einem kühlen Getränk in der Hand und einem leckeren Essen oder einem Kaiserschmarrn auf dem Tisch.

Der Ausblick von der Terrasse der Taubenseehütte

Der Ausblick von der Terrasse der Taubenseehütte

Es lohnt sich auch, den Hügel hinter der Hütte zu besteigen, sofern kein Weidevieh mehr oben ist. Er ist nur gut zehn Meter höher gelegen als die Hütte und über einen Trampelpfad erreichbar. Aber von hier hat man einen Ausblick auf die Loferer und Leoganger Steinberge und bis zu den Berchtesgadener Alpen.

Der Blick vom Hügel oberhalb der Taubenseehütte in Richtung Berchtesgadener Alpen

Der Blick vom Hügel oberhalb der Taubenseehütte in Richtung Berchtesgadener Alpen

Der Blick nach Kössen und zum Kaisergebirge von oberhalb der Taubenseehütte, die rechts im Bild zu sehen ist

Der Blick nach Kössen und zum Kaisergebirge von oberhalb der Taubenseehütte, die rechts im Bild zu sehen ist

Hinter der Taubenseehütte beginnt auch der Weg, über den wir in nur knapp zehn Minuten zum etwa 25 Meter tiefer liegenden Taubensee hinabgehen.

Am Taubensee

Der Taubensee liegt in einer Senke und ist fast komplett von Bergwald umgeben. Nur im Nordosten ist eine kleine Schilf- und Grasfläche und im Südösten, von wo wir den See erreichen, ist eine große Wiese.

Auf dem Weg von der Hütte zum Taubensee

Auf dem Weg von der Hütte zum Taubensee

Bei Sonnenschein ist der Taubensee ein wunderschöner Bergsee, mit vielfätigen Uferabschnitten, Felsen und Baumstämmen, die fotogen nahe des Ufers liegen. Seine dunkelblaue Farbe und die ovale Form haben ihm auch den Beinamen „Auge des Chiemgaus“ eingebracht. Im Winter ist der Taubensee mit einer dicken Eisschicht bedeckt, jetzt im Herbst liegt er inmitten einer grün-gelb-roten Bergwaldlandschaft.

Am Taubensee

Am Taubensee

Ein Schild erläutert die Geschichte des Sees, die sowohl von Handelswegen als auch von den Kriegswirren des Tiroler Erbfolgekrieges gekennzeichnet war. Auf diese weist auch der Kroatensteig hin, der am See beginnt.

Auf der Rückseite der Tafel werden Flora, Fauna und Geologie des Sees erläutert. Der Taubensee ist bis zu 40 Meter tief und beherbergt zahlreiche Fischarten sowie Frösche, Muscheln und Krebse. Diesen Steinkrebsen, den „Daubben“ verdankt er seinen Namen.

Ein Bretterweg führt über die sumpfige Wiese

Ein Bretterweg führt über die sumpfige Wiese

Die Wiesenfläche am Seeufer ist sehr sumpfig, ein langer Bretterweg führt zu einer Bank. Am Ufer, mitten im Gras, sehen wir auch einen Grenzstein. Links liegt Bayern, rechts Tirol. Dir Grenze zwischen den Bundesländern, und damit auch zwischen Deutschland und Österreich, verläuft mitten durch den See. Wer genau schaut, kann am gegenüber liegenden Ufer den nächsten Grenzstein sehen.

Dorthin wollen wir nun gehen, auf der linken, der bayerische Seite. Kurz hinter der Bank beginnt der Ufersteig. Zunächst geht es über einen kleinen Holzsteg, danach wird es ein wilder Steig, der immer direkt am See entlang führt.

Über Wurzeln und zwischen moosbewachsenen Felsbrocken führt dieser Steig zu Felsen am Seeufer, auf die man steigen kann, an Schilf vorbei und schließlich zum Nordostufer des See, wo wir ebenfalls wieder auf einer sumpfigen Wiese ankommen. Ohne nasse Füße würden wir den Grenzstein hier nicht erreichen, aber wir kommen ihm schon recht nahe.

Wir können den Weg nun fortsetzen und über die Stoibenmöseralm und die Sauermöseralm den Taubensee in einer größeren Runde umrunden, doch für heute soll es bei der kleinen Runde bleiben. So gehen wir auf dem Ufersteig wieder zurück zur großen Wiese und von dort wieder zurück zur Taubenseehütte.

Abstieg über die Moosenhütte

Von der Taubenseehütte aus können wir nun auf dem Aufstiegsweg wieder zurück zum Parkplatz Schaffler wandern. Oder, damit es eine Rundwanderung wird, den Weg 22 in Richtung „Schwarzwald“ nehmen.

Unser Abstiegsweg führt über den schmalen Pfad am Hang entlang

Unser Abstiegsweg führt über den schmalen Pfad am Hang entlang

Dieser Weg beginnt deutlich schmaler als der Aufstiegsweg und führt zunächst flach am Hang entlang. Wir haben einen schönen Blick zurück zur Taubenseehütte und erneut auf die Steinberge.

An zwei Stellen führen enge Serpentinen steil bergab. Hier kurz vor der Moosenhütte

An zwei Stellen führen enge Serpentinen steil bergab. Hier kurz vor der Moosenhütte

Dann folgt ein sehr steiler Abschnitt, der in vielen Serpentinen hinab in den Wald und weiter auf die Almfläche der unbewirtschafteten Moosenhütte führt. Dort folgen wir wieder der Ausschilderung zum Parkplatz Schaffler in den Wald hinein.

An der Moosenhütte

An der Moosenhütte

Auf einem breiten, aber steilen Fahrweg, geht es nun bergab durch den Wald. Wir kreuzen einen Bachlauf und gelangen danach auf die Almwiese oberhalb des Parkplatzes, wo wir am Ende wieder die Abzweigung erreichen, die am Beginn der Wanderung stand.

Nach der Moosenhütte führt ein breiter Fahrweg zurück zum Parkplatz

Nach der Moosenhütte führt ein breiter Fahrweg zurück zum Parkplatz

Den Taubensee sollte man auf jeden Fall einmal besucht haben. Verschiedene Wege führen hinauf, dieser dürfte der leichteste und schnellste sein. Mit gefällt der Taubensee im Herbst besonders, wenn die Bäume um ihn herum bunt werden. Mit gleich drei bewitschafteten Hütten und Almen bietet die Wanderung auch kulinarische Abwechslung. Natürlich ist es eine beliebte Tour, für sich alleine wird man See und Hütten kaum haben. Aber es lohnt sich immer wieder.

Dauer und Schwierigkeit:
Der hier beschriebene Aufstiegsweg ist besonders leicht und weist eigentlich keine großen Schwierigkeiten auf, auch wenn er rot, also mittelschwer markiert ist. Der Abstiegsweg über die Moosenhütte ist etwas schwerer, man kann ihn aber auslassen und den Aufstiegsweg zurückgehen. Dann kann man auch noch auf der Frankenalm oder Rinderbrachalm einkehren.
Vom Parkplatz Schaffler erreicht man die Rinderbrachalm in etwa 20 Minuten, die Frankenalm nach insgesamt etwa 35 Minuten. Bis zur Taubenseehütte sind es gemütliche anderthalb Stunden, vermutlich etwas weniger. Der Taubensee ist nur etwa zehn Minuten entfernt. Für den Abstieg kann man etwa eine Stunde einrechnen.
Insgesamt also zweieinhalb Stunden Wanderung plus den Abstecher zum Taubensee und natürlich die Pausen am See und den Almen und der Hütte.

Höhenangaben:
Parkplatz Gugg: 825 Meter
Parkplatz Schaffler: 830 Meter
Rinderbrachalm: 960 Meter
Frankenalm: 990 Meter
Hirzinghütte: 1010 Meter
Taubenseehütte: 1165 Meter
Taubensee: 1140 Meter

Essen und Trinken:
Die Taubenseehütte ist fast ganzjährig geöffnet. Montags ist Ruhetag. Hier bekommt Ihr warme Mahlzeiten und Brotzeiten, Kaiserschmarrn und Kuchen. Der Ausblick von der Terrasse ist großartig, die Hütte ist einen Besuch absolut wert.
Nur im Sommer geöffnet sind die kleineren Almen, die Rnderbrachalm und Frankenalm. Hier geht es noch etwas beschaulicher zu als auf der an schönen Tagen sehr gut besuchten Taubenseehütte.

Wo muss ich besonders aufpassen:
Der Weg ist überwiegend wirklich einfach. Auf dem kurzen Abschnitt nach der Frankenalm durch den Wald schadet Trittsicherheit nicht, schwierig ist es aber auch nicht. Etwas Trittsicherheit ist auch auf dem Hangweg und dem steilen Abstieg notwendig. Nimmt man auf dem Hinweg auch als Rückweg, ist die Wanderung noch einfacher.

Ein schmaler Pfad am Hang entlang im Abstieg

Ein schmaler Pfad am Hang entlang im Abstieg

Wandern mit Hund:
Auch für Hunde ist die Wanderung gut geeignet, allerdings muss man im Sommer mit Weidevieh direkt am Weg rechnen. Daher bietet sich auch der Herbst gut an, wenn man mit dem Hund unterwegs ist. Auf den Almen und der Taubenseehütte können Hunde trinken, auch im Taubensee. Daneben gibt es wenige Trinkmöglichkeiten, besonders an heißen Tagen schadet es nicht, Wasser für den Hund mitzunehmen.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus fährt man mit dem Meridian bis Kufstein in etwa 1:15 Stunden. Von dort aus mit dem Bus (Linie 4030) in 50 Minuten nach Kössen Ortsmitte (Kössen VZ). Oder, ebenfalls mit dem Meridian, von München nach Prien oder Übersee und von dort aus mit den Buslinien 9509 bzw. 9505 und 4000 nach Kössen fahren. Die Fahrt dauert etwa zwei bzw. zweieinhalb Stunden. In beiden Fällen beginnt die Wanderung direkt in Kössen, dauert also deutlich länger als die hier beschriebene Wanderung.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 und die A93 bis zur Ausfahrt Oberaudorf fahren. Dann auf der 172 über Niederndorf und Walchsee nach Kössen fahren. Dort auf der 176 in Richtung Schleching über die Brücke fahren. Am Kreisverkehr im Zentrum nach Ortsmitte/Mühlberg fahren, nach der Rechtskurve links abbiegen nach Mühlberg. Die Straße durch die Siedlung und entlang der Wiesen und den Wald an mehreren Parkplätzen vorbei bis zum Parkplatz Gugg (kostenfrei, sehr klein, in der Kurve) oder weiter bis Parklatz Schaffler (deutlich größer, 3€/Tag (2019)) fahren. Nicht in den Ausweichbuchten parken!
Alternativ kann man auf der A8 bis Bernau fahren und dann über Marquartstein, Unterwössen und Schleching von Norden nach Kössen fahren. Beide Varianten sind mautfrei und dauern jeweils gut eineinhalb Stunden ohne Stau.

Der Parkplatz am Schafflerhof

Der Parkplatz am Schafflerhof

Links:
Homepage der Taubenseehütte
Informationen zur Frankenalm und Rinderbrachalm bei Kaiserwinkl.com

Buchtipps und Wanderkarte:

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