Vom großen Ahornboden auf die Binsalm

Wanderung: Großer Ahornboden – Alpengasthof Eng – Engalmen – Binsalm und zurück

Der große Ahornboden im Karwendel ist auch im Sommer ein wunderbares Ausflugsziel, im Herbst, wenn die Bäume bunt werden, aber ganz besonders. Er steht am Anfang und am Ende der einfachen Wanderung, die in nur etwa einer Stunde zur Binsalm hinaufführt. Je nach Zeit kann man noch einen Panoramaweg gehen oder ausgiebig durch den Ahornboden spazieren.

Am großen Ahornboden

Am großen Ahornboden

Die Wanderung beginnt am Ende des Engtales. Hier, nachdem man schon mit dem Bus oder dem Auto den großen Ahornboden durchquert hat, befinden sich der Alpengasthof Eng und auch der große Wanderparkplatz. Von hier aus geht es zunächst eben zu den Engalmen, einer Ansammlung von etwa 20 Häusern, darunter auch ein Laden und eine Wirtschaft mit Biergarten und Spielplatz.

Die Engalmen

Die Engalmen

Direkt am Biergarten steht ein Wegweiser zur Binsalm, dem wir folgen. Weiter geht es eben auf den Wald zu. Wir überqueren einen kleinen Bach, der im Frühjahr sicher reißend ist, im Herbst aber kaum mehr als ein Rinnsal ist, und schon wandern wir für den Rest der Wanderung auf dem Fahrweg zur Alm immer bergauf. Zunächst durch den Wald, dann am Waldrand, mit dauerndem Blick in den Abgrund auf der linken Seite und natürlich die Berge gegenüber.

Blick vom Wanderweg auf den großen Ahornboden

Blick vom Wanderweg auf den großen Ahornboden

An einem kleinen Häuschen (ein Trafo- oder Wasserhäuschen) geht es scharf rechts, darauf wieder scharf links und nachdem Anstieg geschafft ist, sehen wir schon die Binsalm. Nur noch ein paar kurze Serpentinen und wir sind da.

Die Binsalm mit ihrer Sonnenterrasse auf 1500 Meter Höhe

Die Binsalm mit ihrer Sonnenterrasse auf 1500 Meter Höhe

Von der Binsalm mit ihrer Sonnenterrasse aus hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Berge und in Richtung Gamsjoch, allerdings keinen richtigen Fernblick, da die Hütte etwa auf halber Höhe am Hang liegt. Wenn es kälter wird, bietet sich der gemütliche Gastraum der Hütte mit einem offenen Feuer an.

Blick zum Gamsjoch von der Terrasse der Binsalm aus

Blick zum Gamsjoch von der Terrasse der Binsalm aus

Die Wanderung führt eigentlich nun noch weiter hoch zur Drijaggenalm und über den Panoramaweg zurück zu den Engalmen, aber aus Zeitgründen sind wir den kürzeren Aufstiegsweg wieder hinabgegangen. Der Abstieg geht dabei naturgemäß schneller als der Aufstieg, für den man etwa eine Stunde rechnen kann.

Die Herbstsonne lässt den Schnee auf den Bergen schmelzen

Die Herbstsonne lässt den Schnee auf den Bergen schmelzen

Wieder im Tal angekommen sollte man auf jeden Fall den Ahornboden noch einmal genießen, er bietet sich sowohl für Spaziergänge an als auch als Fotomotiv. Und zum Toben ist für Kinder dort auf jeden Fall genug Platz, genau wie an den Engalmen, wo Kinder auf den großen Almwiesen spielen können.

Dauer und Schwierigkeit:
Für den Hinweg kann man mit einer Stunde Gehzeit rechnen, für den Rückweg mit etwa 45 Minuten. Zeit sollte man auf jeden Fall noch für den Aufenthalt bei den Engalmen, der Binsalm natürlich und im großen Ahornboden einplanen. Die Wanderung ist recht einfach und mit nur 300 Höhenmetern auch für Ungeübte gut zu gehen.

Höhenangaben:
Alpengasthof Eng: 1203 m
Engalmen: 1225 m
Binsalm: 1500 m

Essen und Trinken:
Sowohl der Alpengasthof Eng, als auch die Engalmen und die Binsalm sind bis Ende Oktober bewirtschaftet. Im Spätherbst am Besten über die unten angegebenen Webseiten informieren, ob noch etwas geöffnet hat.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Der Wanderweg ist eine breite Fahrstraße, die allerdings zur Talseite ohne Sicherung steil ins Tal abfällt. Da der Weg in einem engen Taleinschnitt liegt, ist er recht schattig und hatte auch Anfang Oktober schon einige eisige Stellen. Stöcke sind hier hilfreich.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Man kann den Weg mit Kinderwagen gehen, als wir da waren, waren auch einige Familien mit Kinderwagen dort. Der Weg ist allerdings mit Kinderwagen schon knackig steil und recht uneben, da es sich um einen festen Schotterweg handelt. Nur einige Wegabschnitte im Tal sind asphaltiert, diese sind auch für Buggys und ähnliche Kinderwagen mit Minirädern geeignet. Der Bergweg sollte nur mit geländegängigen Modellen genutzt werden.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries, von dort fährt der Bergsteigerbus Richtung “Eng” bis zum Gatshof Eng. Vorsicht: Der Bus fährt nicht oft und nicht das ganze Jahr über, vorher unbedingt informieren!
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann über Bad Tölz Richtung Lenggries, an Lenggries vorbei zum Sylvensteinsee. Über Vorderriß (Bayern) nach Hinterriß (Tirol). Auf der Mautstraße durch das Rißbachtal (Maut 2008: 3,50 Euro pro PKW) und durch den großen Ahornboden bis zum großen Wanderparkplatz am Gasthaus Eng.
Die Mautstraße ist nicht ganzjährig befahrbar. Mit dem Wintereinbruch wird sie geschlossen. Wenn Ihr sie im Herbst oder Frühjahr nutzen wollt, solltet Ihr Euch auch hier zuvor informieren, ob sie noch geöffnet ist.

Google Maps Karte:

Links:
Alpengasthof Eng: http://www.eng.at
Binsalm: http://www.binsalm.at/
Alpenwelt Karwendel: http://www.karwendel.org/
Panoramabild der Eng bei Schnee

Buchtipp und Wanderkarten:

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für diesen sehr nützlichen Blog, Uli, der ist gleich in meinen Feedreader gewandert, als ich ihn vorgestern entdeckt habe. Wir haben das herrliche Wetter am Sonntag gleich genützt und sind auf die Binsalm gelaufen, bei (wenn die Bilder vom letzten Wochenende waren) besseren Verhältnissen als ihr anscheinend hattet. Allerdings haben wir (zwei Erwachsene, Tochter/8 und Sohn/5), zwei Sachen anders gemacht:

    – beim Aufstieg sind wir hinter dem Alpengasthof den Abkürzer hinaufgestiegen, der sehr schön und wildromantisch war (mit Kinderwagen natürlich unmöglich)

    – beim Abstieg, weil wir als brave Münchner schon um 7 Uhr losgefahren sind und deshalb Zeit hatten, haben wir den Panoramaweg gewählt. Der ist direkt nach der Alm erst mal knackig steil, sobald man aber um die zweite Ecke biegt, kommt hochalpines Glücksgefühl aus, und wir haben in der Tat alle laut gejubelt, weil es so wunderwunderschön war da oben. Der Abstieg nach der Drijaggenalm stellte für den 5-jährigen ein gewisses Problem dar, da es sehr steil durch den Wald hinab über glitschige Wurzeln ging. Wie gut, dass der heldenhafte Vater die Hand hielt!

    Wenn man den Panoramaweg wählt, empfehle ich dringend, zuerst zur Alm zu gehen, da der Aufstieg über den Panoramaweg sicher ein Motivationskiller ist, auch wenn er sehr schön ist. Unsere Kinder haben die Tour einwandfrei geschafft. Vielen Dank nochmal!

  2. Hallo Sabine,

    um 7 Uhr losfahren, das schaffen wir selten! Respekt! Aber im nächsten Jahr schaffen wir den Panoramaweg bestimmt auch noch, im Sommer ist es ja auch länger hell …
    Vielen Dank für die Tipps!
    Uli

  3. Jaha, wir waren schlau (und gebrannte Kinder, denn am Wochenende vorher haben wir in Hinterriß entnervt aufgegeben) und haben am Abend vorher den Rucksack fertig gepackt, in die kalte Garage gestellt, damit die Brotzeit nicht vermodert, die Kinder in der früh schlaftrunken angezogen und in Lenggries ein kleines Frühstück eingenommen (wobei die Möglichkeiten da beschränkt sind).

    Ach ja, und DER Hörtipp zur Bergtour: „Kasperl und die Germknödel“ von Doctor Döblingers Geschmackvollem Kasperltheater. Da gibt’s ein pfenningguades Gipfelerlebnis! Unser kleiner Bub hat auf der Hütte über seinem Germknödel selig geseufzt: „Hier ist ja alles wie beim Kaschperl, sogar eine Musi gibt’s!“ (Man lernt jetzt Bayrisch unter kleinen Buben).

  4. Empfehlenswert für alle Wanderer.Von der Binsalm zur Drijagenalm . Man wandert hoch und ist gespannt ,und auf einmal hat mann das Paradies der Berge vor sich . Es ist nicht zu beschreiben ,so schön !

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