Zur Plumsjochhütte im Karwendel

Wanderung: Rißbachtal (Eng) Hagelhütte – Plumsjochsattel – Plumsjochhütte – Richtung Kompar – Hagelhütte

Die mächtigen Felsberge im Karwendel bilden den Rahmen für eine Wanderung mit kleinen „Abenteuern“ von der Eng zur Plumsjochhütte, mitten im Alpenpark Karwendel, dem größten Naturschutzgebiet in Österreich. Die hier beschriebene Wanderroute ist von der Schwierigkeit her eher mittel als leicht, aber es gibt ein paar Alternativen, so dass man die Strecke zur Plumsjochhütte auch mit Kindern gut bewältigen kann.

Am Startpunkt in der Eng im Karwendel

Am Startpunkt in der Eng im Karwendel

Die Wanderung beginnt am Parkplatz P8 bzw. der dortigen Bushaltestelle in der Eng, direkt an der Hagelhütte. Von dort geht es an der Materialseilbahn und kleineren Hütten vorbei über die Brücke über den Rißbach. Dann nach rechts gehen und bei der Linkskurve zwischen den Bäumen hindurch über den Zaun. Dahinter quert eine schmale geländerlose Brücke den Bach.

Schmale Brücke auf dem Weg zum Plumsjoch

Schmale Brücke auf dem Weg zum Plumsjoch

Auf der anderen Seite geht es zunächst auf einem schmalen Trampelpfad durch die Sträucher, dann in den Wald hinein. Der Weg ist hier meist schattig und teilweise feucht, da immer wieder Rinnsale über ihn fließen. Es ist nicht unangenehm steil, aber man gewinnt schnell an Höhe. Nach etwa einer halben Stunde erreicht man die unbefestigte Fahrstraße, auf der es nach links weitergeht. Auf diesem Abschnitt teilen wir uns den Weg mit Mountainbikern, die auch zur Plumsjochhütte unterwegs sind. Ab hier gibt es auch auf der gesamten Wanderung nahezu keinen Schatten mehr!

Fast ohne Steigung geht es nun die Bergstraße entlang. Tief unten ist der rauschende Bach zu hören, den wir zu Beginn der Wanderung überquert haben. Nach eine viertel Stunde führt die Straße in einer scharfen Linkskehre bergauf. Zuvor müssen wir allerdings einen Bach queren, der hier über die Straße fließt. Ende Juni war der Wasserstand so, dass Mountainbiker mit hochgezogenen Beinen hindurch fahren konnten, für Wanderer war ein Bett auf die Felsbrocken gelegt. Die Wanderstöcke dienen bei der Querung als Geländerersatz. Wie sieht es hier wohl zur Zeit der Schneeschmelze aus? Ob die Straße dann überhaupt befahrbar ist? Im Sommer kann man hier aber auf den Felsen eine erste, allerdings schattenlose, Rast einlegen.

Ein schmaler Steg führt über den Bergbach

Ein schmaler Steg führt über den Bergbach

In wenigen weiten Serpentinen geht es nun steiler den Berg hinauf. In einer Rechtskurve geht links ein Fußweg Richtung „Plumsjochalm / Plumsjochsattel“ ab. Diesen Weg nehmen wir nun anstelle der Straße Richtung „Plumsjoch“. Hier sehen wir auch zum ersten Mal die Plumsjochhütte, die mitten auf einer Almwiese steht. Der sehr schöne Weg ist recht schmal führt teilweise direkt an Abbruchkanten entlang. Mehrere kleine Bachquerungen, natürlich wieder ohne Brücken oder Stege, machen ihn zusätzlich interessant, aber auch etwas gefährlicher. Mit kleinen Kindern ist es ratsam, auf diesen Teil der Wanderung zu verzichten und doch auf der Straße zu bleiben, die, etwas höher gelegen, ebenfalls zur Hütte führt.

Die Plumsjochhütte auf der Almwiese

Die Plumsjochhütte auf der Almwiese

Nach knapp zweieinhalb Stunden und einem abschließenden Anstieg durch die Latschen ist die Plumsjochhütte erreicht und wir können auf der Sonnenterrasse das Panorama der Karwendelberge genießen. Die Hütte ist auch die einzige Einkehrmöglichkeit auf der Wanderung. Die Karte ist hüttentypisch nicht sehr umfangreich, aber ob man eine Brotzeit, warmes Essen oder eher Kaffee und Kuchen möchte, man findet etwas Leckeres!

Die Plumsjochhütte mit den Karwendelbergen im Hintergrund

Die Plumsjochhütte mit den Karwendelbergen im Hintergrund

Für den Rückweg kann man den Aufstiegsweg zurück nehmen. Mit kleineren Kindern ist das sicher die bessere Variante. Sonst geht es von der Plumsjochhütte der Ausschilderung nach weiter in Richtung „Kompar“. Zunächst führt der Weg einige Minuten lang über die Almwiesen, dann geht er in einen sehr schönen Bergpfad über. Dieser führt immer am Hang entlang über große Steinbrocken und mächtige Wurzeln. Alle paar Meter sind rot-weiß-rote Markierungen auf die Steine gemalt, die auch daran erinnern, dass wir uns in Tirol befinden. Der Weg führt immer wieder einige Meter hinunter und wieder hinauf, ist aber insgesamt leicht ansteigend.

Eine weitere brückenlose Bachquerung taucht unvermittelt auf. Bevor der Bach gequert werden kann, geht es aber in einer Felsrinne einige Meter steil bergab. Hier helfen auch die Stöcke nicht weiter, hier muss man etwas klettern.

Blick auf die Karwendelberge

Blick auf die Karwendelberge

Weiter wandern wir bergan an der Bergflanke entlang, bis sich der Weg zu einer weiteren Almwiese, den Übergang zum direkt vor uns liegenden Kompar, weitet. Da wir bis hier hin aber schon dreieinhalb bis vier Stunden gewandert sind, ersparen wir uns den Aufstieg, auch wenn der Blick von dort umwerfend sein soll.

Auf halbem Weg über die Almwiese zweigt der Weg ins Tal Richtung „Hasentalalm / Hagelhütte“ ab. Über die Almwiesen geht es nun steil bergab, an der Hasentalalm vorbei, an der die Materialseilbahn endet, an deren Talstation unsere Wanderung begonnen hat. Bald darauf kommt auch das Rißbachtal mit der Straße in Sicht. Jetzt sieht man erst, wie weit hinauf die Wanderung geführt hat, so tief unten liegt die Straße.

Ein Wasserfall zum Ende der Wanderung

Ein Wasserfall zum Ende der Wanderung

Der Weg führt nun wieder durch den Wald, ohne aber wirklich schattig zu sein. Am gegenüberliegenden Hang ist ein Wasserfall zu sehen. Einige Serpentinen weiter kommen wir an einer weiteren Hütte vorbei, kurz danach bietet ein kleinerer Wasserfall noch einmal eine Erfrischung, bevor der Weg in weiten Serpentinen zur Hagelhütte zurückführt. Dieser letzte Abschnitt ist etwas langweilig, nur in den ersten Minuten sieht man unterhalb des Weges den Bach in vielen kleinen Wasserfällen fließen.

Dauer und Schwierigkeit:
Der beschriebene Weg ist recht lang und an einigen Stellen an Abbrüchen und Bachquerungen nicht ganz ungefährlich. Mit gut fünf Stunden Gehzeit sollte man rechnen. Alternativen, besonders, wenn man mit Kindern wandern möchte: Den Fußweg, der von der Straße abzweigt, nicht nehmen und auf der Straße bleiben. An der Plumsjochhütte umkehren und über die Fahrstraße zurückgehen. Diese ist für Autos gesperrt. Wer ausschließlich über diese Straße wandern möchte, nutzt, wie die Mountainbiker, als Parkplatz nicht P8, sondern P9.

Höhenangaben:
Hagelhütte: 1077 Meter
Plumsjochhütte: 1630 Meter

Essen und Trinken:
Die einzige Einkehrmöglichkeit auf dieser Wanderung ist die Plumsjochhütte. Alle anderen Hütten sind private, unbewirtschaftete Hütten.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf dem Fußweg, der von der Fahrstraße abgeht, gibt es einige Abbrüche, gerade auch an den Bachquerungen. Diese sind bei höherem Wasserstand sicher auch anspruchsvoller. Auf dem Weg zum Kompar ist besonders an der Felsrinne Vorsicht geboten. Noch einmal der Hinweis: Mit kleineren Kindern bieten sich die leichteren Alternativen an, die beschriebene Hauptstrecke bietet ein paar etwas schwierigere Abschnitte.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus mit der Bayerischen Oberlandbahn bis Lenggries, von dort mit dem Bergsteigerbus Richtung „Eng“ bis zur Hagelhütte. Die Fahrt sollte man vorher gut planen, der Bus fährt nicht häufig!
Mit dem Auto: Obwohl es zu Tirol gehört, ist das Rißbachtal nur von Bayern aus zugänglich, ausser, man steigt über die Berge 😉
Von München aus auf der A8 Richtung Salzburg bis Ausfahrt Holzkirchen, dann entweder über das Tegernseer Tal zum Sylvensteinsee oder über Bad Tölz Richtung Lenggries, an Lenggries vorbei zum Sylvensteinsee. Über Vorderriß (Bayern) nach Hinterriß (Tirol). Die Straße durch das Rißbachtal ist eine Mautstraße (Maut 2008: 3,50 Euro pro PKW). Die Talstraße bis zum Parkplatz P8 bzw. P9, wenn man nur über die Bergstraße wandern möchte, fahren.

Google Maps Karte:

Links:
http://www.karwendel.org – Sehr umfangreiche Website des Alpenpark Karwendel. Mit vielen weiteren Wandertouren.
Homepage der Plumsjochhütte
Panoramabild Eng und Rißbachtal

Buchtipp und Wanderkarten:

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6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. habe am 30.08. diese Wanderung gemacht, war genau so wie hier beschrieben.

    Gruß
    Elisabeth

  2. gleich eine einstimmung fürs wochenende. hoffe das wetter macht mit die hütte hat bis ende oktober offen. liebe grüsse anschi

  3. Hallo Uli,

    eine sehr gute Beschreibung einer schönen Wanderung. Ich hatte die Tour vor einiger Zeit in umgekehrter Richtung gemacht.

    Ward Ihr Anfang Juli unterwegs? Dann hätten wir uns fast gesehen. Ich hatte auf der Plumsjochhütte unter der Woche übernachtet, war der einzige Gast. Kurz nachdem ich an der Hütte angekommen bin, hat es gedonnert, geblitzt und gehagelt … Da hattet Ihr besseres Wetter …

    Gruß,
    Christian

  4. Hallo Christian,

    da hätten wir uns ja wirklich fast getroffen, die Wanderung war am 29. Juni. Da war es ziemlich heiß, wirklich super Wetter, fast schon zu heiß zum Wandern. Aber wesentlich besser als Regen und Hagel!

    Viele Grüße,
    Uli

  5. Habe die Tour Anfang Oktober 2011 gemacht und musste auf dem Weg zur Plumsjochhütte mehrere Hangabrutsche passieren. An einer Stelle war der verbleibende „Weg“ an der Abbruchkante gerade mal genau so breit wie die Sohle meines Wanderschuhs und ungesichert. Also für Kinder (und ich würde sogar sagen auch für Flachlandtiroler wie mich) zumindest im Moment tatsächlich an manchen Stellen gefährlich! Landschaftlich ist die Tour dafür wunderschön.

  6. Hallo Susanne,

    vielen Dank für Deine Hinweise zur aktuellen Situation, die von Dir beschriebenen Hangrutsche waren mir nicht bekannt. Hoffentlich kann es zum Frühjahr wieder behoben werden, weil das wirklich eine ganz wunderbare Tour (und Hütte!) ist!

    Viele Grüße,
    Uli

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