Wanderung auf die Falkenhütte im Karwendel

Wanderung: Eng im Karwendel – Engalmen – Adlerweg – Hohljoch – Falkenhütte und zurück

Eine der beliebtesten Wanderungen im Karwendel führt vom Großen Ahornboden und den Engalmen über ein Teilstück des Adlerwegs zur Falkenhütte. Wie im Karwendel üblich, sind auch diesmal wieder großartige Bergblicke garantiert. Dazu kommen die Laliderer Wände, an deren Fuß der Weg entlang führt, sowie die Falkenhütte, die durch Ihre günstige Lage ebenfalls eine tolle Weitsicht bietet.

Die Falkenhütte im Karwendel

Die Falkenhütte im Karwendel

Am Ende des großen Ahornbodens, der alleine schon einen Ausflug wert ist, steht der Alpengasthof Eng. Hier befinden sich der letzte Parkplatz und auch die Bushaltestelle des Wanderbusses, der von Lenggries aus ins Karwendel fährt.

Blick aus der Eng zur Spritzkarspitze

Blick aus der Eng zur Spritzkarspitze

Der erste, noch völlig flache Abschnitt der Wanderung führt uns zu den Engalmen. Das Almdorf besteht aus etwa zwanzig Häusern, einige davon sehr alt, andere, wie das Restaurant mit großem Gastgarten, sind erst in den letzten Jahren dazugekommen.

Die Engalmen am Ende des großen Ahornbodens

Die Engalmen am Ende des großen Ahornbodens

Im Almdorf gibt es auch eine Schaukäserei und einen Laden, in dem man den Käse, Schinken, Schnäpse und Andenken kaufen kann. Kinder freuen sich über die Ziegen im Streichelzoo und den großen Spielplatz, der direkt neben dem Restaurant liegt.

Die Wanderung findet auf einem Teilstück des Adlerwegs statt

Die Wanderung findet auf einem Teilstück des Adlerwegs statt

Neben dem Restaurant zeigt der Wegweiser „Hohljoch – Falkenhütte 2 1/2 Std“ den Weg zur Falkenhütte. Auf den ersten Metern ist der Weg noch eben, dann zieht rechts der Schotterweg über die Almweiden bergauf.

Zu Beginn ist der Falkenweg hier ein bequemer Wiesenweg

Zu Beginn ist der Falkenweg hier ein bequemer Wiesenweg

Erst führt der Weg moderat aufwärts, steigt dann aber nach einem Gatter deutlich steiler an. Beim Abstieg auf dem Rückweg zeigt sich dann erst, wie steil dieses Wegstück tatsächlich ist.

Wir wandern auf Grubenkarspitze und Dreizinkenspitze zu

Wir wandern auf Grubenkarspitze und Dreizinkenspitze zu

Ganz angenehm führt der Weg durch einen lichten Wald, der genug Ausblicke auf die Berge und den Beginn der Lalidererwände zulässt.

Bergblick aus dem Wald heraus

Bergblick aus dem Wald heraus

Nach etwa einer Stunde, wir sind jetzt schon wieder aus dem Wald heraus, queren wir zwei kleine Bäche. An einem kleinen Tor angekommen, haben wir schon einen großartigen Blick auf die Lalidererwände.

Das Gatter vor den Felsbergen

Das Gatter vor den Felsbergen

Die imposanten, fast senkrechten Wände sind bis zu 900 Meter hoch. Auf dem gesamten weiteren Weg stehen sie nun im Süden, in Gehrichtung links, von uns. Einige anspruchsvolle Kletterrouten befinden sich an den Lalidererwänden, die aber nur noch selten begangen werden, da der Fels sehr brüchig ist.

Auf dem Weg zum Hohljoch

Auf dem Weg zum Hohljoch

Unser Weg führt nun wieder leichter ansteigend über weite Almflächen und ist angenehm unanstrengend zu gehen. Rechts von uns liegen die Lalidereralm-Hochleger.

Etwa eineinhalb Stunden nach Beginn der Wanderung sind wir am Hohljoch angelangt. Nach einem weiteren Weidegatter können wir schon, auf fast gleicher Höhe, sehr klein die Falkenhütte erkennen, die auf einem grünen Wiesenberg liegt.

Am Hohljoch auf 1794 Metern Höhe

Am Hohljoch auf 1794 Metern Höhe

Wir sehen auch den weiteren Wegverlauf und damit, dass wir nun einen guten Teil des schönen Höhengewinns bald wieder verlieren werden.

Der Weg unterhalb der Lalidererwände ist gut zu sehen. Im Bild rechts ist sehr klein die Falkenhütte zu sehen

Der Weg unterhalb der Lalidererwände ist gut zu sehen. Im Bild rechts ist sehr klein die Falkenhütte zu sehen

Denn nun führt uns der Weg wieder ein gutes Stück nach unten, zum Fuß der Laliderer Wände. Die Landschaft ist hier wieder völlig verändert. Statt satter Almwiesen wandern wir, recht eben, an mittleren bis großen Felsblöcken vorbei durch eine Gerölllandschaft.

Auf dem Geröllweg unterhalb der Lalidererwände

Auf dem Geröllweg unterhalb der Lalidererwände

Wo das alles herkommt, zeigt der Blick nach links oben. Besser nicht darüber nachdenken und einfach weitergehen. Der große Vorteil der Wände: An heißen Tagen spenden sie zur Mittagszeit lange Schatten.

Ein Blick ins Laliderertal mit der Lalidereralm-Niederleger

Ein Blick ins Laliderertal mit der Lalidereralm-Niederleger

Nach rechts können wir ins Laliderertal mit der Ladidereralm-Niederleger sehen. Fast direkt unterhalb der Laliderer Spitze biegen wir nach rechts ab und wandern ein kurzes Stück hoch auf das Spielissjoch und von dort die letzten 80 Höhenmeter zur Falkenhütte.

Die Falkenhütten steht auf einer Anhöhe inmitten von Wiesen vor der Laliderer-Felswand

Die Falkenhütten steht auf einer Anhöhe inmitten von Wiesen vor der Laliderer-Felswand

Die schöne Falkenhütte steht auf einer grünen Bergkuppe den Laliderer Wänden gegenüber. Weit genug entfernt, um nicht mehr im Schatten zu liegen, aber nah genug, um diese wirklich großen Felswände genießen zu können. Die in den Jahren 1921 bis 1923 gebaute und bis 2020 generalsanierte Schutzhütte steht seit 2016 unter Denkmalschutz.

Jause auf der Falkenhütte mit Blick auf die mächtigen Felswände

Jause auf der Falkenhütte mit Blick auf die mächtigen Felswände

Nach Osten können wir unsere Hinweg noch einmal gut nachverfolgen. Der weiteste Blick geht nach Westen, während im Norden das Ladizköpfl recht nah steht.

Nach Westen führt der Falkenweg weiter zum Karwendelhaus

Nach Westen führt der Falkenweg weiter zum Karwendelhaus

Wer mag, kann noch auf den dahinter liegenden Mahnkopf (2094m) oder den Steinfalk (2347m) aufsteigen. Das machen wir heute nicht, es soll eine Genusstour bleiben.

Das berühmte Fahrrad, das neben der Falkenhütte in der Luft hängt

Das berühmte Fahrrad, das neben der Falkenhütte in der Luft hängt

Auf dem Hinweg wandern wir wieder zurück zur Eng. Wer mit dem Bus angereist ist, bekommt zur Belohnung noch zwei weitere Alternativen. Statt zurück zu den Engalmen zu gehen, kann man auch auf leichten Wegen durch das Johannistal oder das Laliderertal hinab zum Rißbachtal wandern und von dort aus den Bus zurück nach Lenggries nehmen.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Weg zur Falkenhütte dauert zweieinhalb bis drei Stunden, für den Rückweg sollten man gute zwei Stunden Gehzeit einplanen. Schwierig ist der Weg nicht, teilweise etwas steil, aber wir sind ja auch in den Bergen. Der Weg ist Teil des Adlerweges, eines Fernwanderwegs, der sich durch ganz Tirol zieht. Die Beschilderung und Markierung ist sehr gut, verlaufen kann man sich eigentlich kaum.

Höhenangaben:
Alpengasthof Eng: 1203 Meter
Engalmen: 1225 Meter
Hohljoch: 1794 Meter
Spielissjoch: 1773 Meter
Falkenhütte: 1848 Meter

Essen und Trinken:
Die Falkenhütte ist bewirtschaftet und hat einen schönen großen Außenbereich, mit Bierbänken, Liegewiese und sogar mit Liegestühlen. Im Gasthof Eng und auf den Engalmen kann man ebenfalls Essen und Trinken, bei den Engalmen und am Gasthof gibt es auch kleine Läden.
Hinweis: Bis August 2020 ist die Falkenhütte wegen Renovierung geschlossen. Den genauen Termin der Neueröffnung findet Ihr auf den Seiten des Alpenvereins.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut. Etwas aufpassen sollte man, je nach Wasserstand, gegebenenfalls bei den Bachquerungen. Wenn man sich im Bach erfrischen will, nicht zur Talseite hin gehen, das fällt es teils steil und glatt ab.

Wandern mit Hund
Die Wanderung ist auch für Hunde gut zu gehen. Allerdings muss man sowohl im Bereich der Engalmen als auch am Hohljoch mit freilaufenden Rindern rechnen. An den Bachquerungen können Hunde trinken, sonst nur auf der Engalm und der Falkenhütte.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries, von dort fährt der Bergsteigerbus Richtung „Eng“ bis zum Gasthof Eng.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann über Bad Tölz in Richtung Lenggries, an Lenggries vorbei zum Sylvensteinsee. Über Vorderriß (Bayern) nach Hinterriß (Tirol). Auf der Mautstraße durch das Rißbachtal (Maut 2020: 4,50 Euro pro PKW) und durch den großen Ahornboden bis zum großen Parkplatz am Gasthaus Eng.

Links:
Alpengasthof Eng: www.eng.at
Die Engalmen: www.engalm.at
Homepage der Falkenhütte
Panoramabild der Eng bei Schnee

Wanderkarten:

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