Wandern mit Rückentrage – Kind in der Kraxe

Wandern mit dem Kind in der Kraxe

Mit einem Baby oder Kleinkind zu wandern, ist gar nicht so leicht. Laufen können die Kleinen noch nicht, zumindest keine weiten Strecken. Kinderwagen sind zwar heutzutage oft geländegängig oder sie erwecken zumindest den Eindruck, so wie sie auf ihren grobstolligen Reifen dastehen. In Wirklichkeit verdirbt einem aber ein wurzeliger Waldweg oft schon den Spaß, bei größeren Steigungen ist dann das vorzeitige Ende der Wanderung nah. Da greift man gerne zur Kraxe, wie die Kinder-Rückentrage hier in Bayern auch gern genannt wird. Wir hatten natürlich auch eine Kraxe und haben damit Wanderungen mit Baby und Kleinkind unternommen. Hier ein paar, natürlich subjektive, Tipps aus unserer Praxis.

Was ist eine Kraxe / Rückentrage?

Eine Kinder-Rückentrage oder Kraxe ist ein Rohrgestell mit Sitz, in dem ein Kleinkind transportiert werden kann. Das Kind wird mit Gurten, ähnlich wie im Auto-Kindersitz, gesichert, der Träger setzt die Trage wie einen Rucksack auf. Die Kraxe sollte sich durch einen Klappbügel hinstellen lassen. Ein Sonnendach und Staufächer sollte sie ebenfalls serienmässig oder zumindest als Extra haben.

Die Kraxe vor dem Kauf anprobieren

So viele verschiedene Modelle von Rückentragen zum Wandern gibt es gar nicht, da sollte man vor dem Kauf ordentlich probieren und sich auch möglichst beraten lassen. Modelle der bekannten Hersteller von Rucksäcken, Deuter und Vaude, findet man eigentlich immer. Andere Rucksack-Hersteller bieten ebenfalls Rückentragen an. Probiert die Trage ausgiebig, ob sie passt und bequem ist, ob Ihr sie auch mit Kind leicht absetzen könnt, ohne dass der Nachwuchs gleich kopfüber im Gurt hängt. Wie auch bei einem Rucksack sollte sich das Gewicht, in diesem Fall das Kind, nah am Rücken des Trägers befinden. Sehr gut ist es, wenn die Trage ein Dach hat, das sowohl gegen Sonne als auch leichten Regen schützt. Bei manchen Tragen ist das Dach nicht enthalten, sondern muss als Zubehör extra bezahlt werden.

Gebrauchte Rückentragen sind oft kaum benutzt

Kraxen sind teuer, mehr als 150 Euro bis fast 300 Euro muss man für eine neue Kindertrage meist anlegen. Da lohnt sich die Nachfrage in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis. Länger als zwei Jahre sitzt kaum ein Kind in der Rückentrage. Oft geht man auch viel seltener in die Berge als geplant, so dass viele Kraxen noch recht neu und in sehr gutem Zustand günstig verkauft werden.

Ab wann kann das Kind in der Kraxe getragen werden?

Wanderungen mit dem Baby in der Rückentrage sollte man erst dann machen, wenn das Kind selbstständig sitzen und den Kopf selbst halten kann.

Nicht zu lange Touren wählen

Das Wandern mit Kraxe ist recht anstrengend, für den Träger, aber auch für das Kind. In der Trage sitzt es und kann sich nur sehr wenig bewegen, diese wenigen Bewegungen muss der Träger jedoch ausgleichen. Daher sollte man zunächst Wanderungen wählen, die nicht allzu lang sind. Schließlich lässt man das Kind ja auch nicht stundenlang im Hochstuhl sitzen. Nehmt Euch am Besten für die ersten Wandertouren mit Kind und Kraxe leichte Wanderungen ohne große Höhenunterschiede vor.

Klettern mit Kraxe

Das mag ich nicht empfehlen, aber ich habe auch schon Eltern mit Kraxe auf Kletterpassagen gesehen. Wenn Ihr das machen möchtet oder es sich nicht vermeiden lässt, denkt daran, dass die Beine des Kindes seitlich „überhängen“ und so Quetschgefahr an Felsen besteht.

Öfter mal Pausen machen

Eine Pause tut Eltern und Kindern gut. Die Kinder freuen sich, wenn sie sich außerhalb der Kraxe bewegen können. Eine Wiese zum Picknik und zum Krabbeln am Ziel der Wanderung oder unterwegs ist da Gold wert. Wenn man sich auch nicht zu lange Strecken für die Wanderung vorgenommen hat, ist die Zeit für ausgiebige Pausen auch sicher vorhanden.

Bei welchen Temperaturen kann das Kind in die Rückentrage?

Achtet darauf, dass Babys und Kleinkinder sich schneller erhitzen, aber auch schneller auskühlen als große Kinder und Erwachsene. Sehr heiße Sommertage oder kalte Herbst-Wintertage sollte man daher meiden. Auch deshalb sollten die Touren nicht zu lang sein und man sollte auf genügend lange Pausen achten, um dem Kind Zeit zum Liegen, Krabbeln oder Laufen zu geben.

Möglichst zu zweit wandern

Einer trägt das Kind in der Kraxe, der andere einen Rucksack. Gute Kindertragen haben zwar auch Staufächer, die reichen aber eigentlich nie für die gesamte Ausrüstung aus. Alleine schon Windeluntensilien und die Kinder-Wechselkleidung füllen mindestens den gesamten weiteren Stauraum der Kraxe. Elternwäsche, Verpflegung und alles weitere Gepäck muss dann in den zweiten Rucksack. Außerdem ist es immer gut, wenn der Partner nach dem Kind sehen kann und man sich um das Kind kümmern kann, ohne dass man die Kraxe jedesmal absetzen muss.

Kinder in der Rückentrage anschnallen

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein: Das Kind sollte in der Kraxe immer angeschnallt werden. Ein Sturz aus ein Meter fünfzig Höhe oder mehr auf den Boden kann schwere Folgen haben. Daher das Anschnallen nie vergessen.

Vorsicht, Hindernis!

Das Kind sitzt in der Trage höher. Beim Gehen unter Ästen, Felsüberhängen oder durch die Tür der Almhütte muss man daran denken, sonst haut’s dem Nachwuchs den Ast oder den Türbalken ins Gesicht.

Kraxen kaufen

In der Rucksackabteilung gut sortierter Outdoorhändler findet man Kraxen der großen Hersteller, die man auch aus dem Rucksackbereich kennt. Bei No-Name Produkten, die nicht aus dem Fachhandel stammen, wäre ich generell vorsichtig, da Sicherheit und Komfort bei Kindertragen besonders wichtig sind.

Auch die großen Online-Outdooranbieter haben Kraxen im Angebot, z.B. Bergfreunde.de*. Und natürlich findet man Kraxen auch bei amazon.de*.

Links:

Einen Praxistest der Kindertrage „Deuter Kid Comfort III“ gibt es im Freiluft-Blog.
Weitere Tipps zum Kraxenkauf und zum Wandern mit Kraxe gibt es hier:
mit-kind-und-kegel.de
Outdoormitkids

Hinweis: * = Amazon- bzw. Bergfreunde-Affiliate-Link

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