Winterwanderung um den Eibsee

Winterwanderung: Garmisch-Partenkirchen – Zugspitzbahn – Eibsee – Eibsee-Wanderweg und zurück

Einer der ganz bekannten leichten Wanderwege ist der Eibsee-Wanderweg direkt unterhalb der Zugspitze, auf die man von vielen Stellen aus einen großartigen Blick hat. Der Weg ist mit gut sieben Kilometern nicht zu lang und so leicht und gut angelegt, dass man ihn auch mit dem Kinderwagen gut gehen kann. Dazu bietet es sich an, mit der Zugspitzbahn anzureisen, da hat man schon bei der Anreise mehr Landschaft als bei der Anfahrt mit dem Auto.

Blick von der Eibsee-Brücke auf die Zugspitze

Blick von der Eibsee-Brücke auf die Zugspitze

Wenn man die Fahrt mit der Bayerischen Zugspitzbahn schon dazurechnet, beginnt die Wanderung um den Eibsee schon am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich der Bahnhof der Zugspitzbahn, die einmal stündlich in Richtung Zugspitze fährt. Recht gemächlich fährt die Bahn die Skigebiete am Hausberg und am Kreuzeck / Alpspitze an, um dann über Hammersbach (wo es im Sommer ins Höllental geht) nach Grainau zu fahren. Dort steigt man dann in die Zahnradbahn um. Diese fährt dann ebenso gemächlich, aber deutlich lauter, hinauf zum Bahnhof Eibsee. Dort führt der Weg dann in wenigen Minuten an der Talstation der Zugspitz-Seilbahn vorbei zum Hotel Eibsee.

Zugspitzbahn im Bahnhof Eibsee

Zugspitzbahn im Bahnhof Eibsee

Der Wanderweg um den Eibsee herum ist ein gut ausgebauter, breiter Kiesweg. Im Winter wird er geräumt, so dass er perfekt für eine einfache Winterwanderung ist. Der Weg ist dann weiterhin schneebedeckt, aber sehr gut zu gehen. Dadurch kann man den Weg sowohl mit Kinderwagen als auch mit Kinderschlitten nutzen. Viele Bänke sind entlang des Weges aufgestellt, bevorzugt natürlich an Stellen mit einem schönen Blick. Der Weg gleicht fast schon mehr einem Spazierweg als einem Wanderweg, wenn man von der Umgebung und der Länge des Weges absieht.

Schilderwald vor der Eibsee-Brücke

Schilderwald vor der Eibsee-Brücke

Nun beginnt der eigentliche Wanderweg. Hier wandern wir zunächst über das Nordufer, an der bergabgewandten Sonnenseite. Der Eibsee hat einen Umfang von etwa 8,8 Kilometern, aber der Wanderweg, der eigentlich sehr ufernah verläuft, ist nur etwa sieben Kilometer lang. Einmal wird der langgezogene „Untersee“ durch eine Brücke abgeschnitten, dann werden eine größere und eine kleine Landzunge abgekürzt.

Auf dem Wanderweg um den Eibsee

Auf dem Wanderweg um den Eibsee

Da der Weg sonst immer am Ufer entlangführt, hat man so gut wie überall einen direkten Blick auf den Eibsee und seine sieben Inseln. Zumindest ein paar von Ihnen sieht man praktisch immer. Vom Nordufer aus hat man einen tollen Blick auf das Wettersteinmassiv mit den Waxensteinen, der Alpsitze und natürlich der Zugspitze.

Der Eibsee liegt auf knapp 1000 Metern Höhe, ist recht schneesicher und im Winter häufig zugefroren. Allerdings warnen Schilder ausdrücklich vor dem Betreten des Eises. Zwar sollen früher im Winter sogar Flugzeuge auf dem gefrorenen See gelandet sein, aber ich glaube lieber den Schildern.

Die Eibsee-Brücke

Die Eibsee-Brücke

>Der Wanderweg führt fast immer durch lichten Wald, zunächst etwa zehn Minuten lang bergab zur Brücke hin, auf der man die schmale Verbindung zwischen Eibsee und Untersee überquert. Am Ende der Brücke hat man direkten Zugang zum See. Hier gibt es eine große flache, von kleinen und großen Felsbrocken durchsetzte Fläche direkt am Wasser, bzw. im Winter am Eis. Diese bietet sich ideal für eine erste Pause an, zum Spielen, Schauen oder Fotografieren.

Weiter führt der Weg entlang des Nordufers nach Westen, erst leicht ansteigend, dann wieder Richtung See abfallend. Zwischendurch entfernt sich der Weg dann vom Ufer, um eine größere und eine kleinere Halbinsel abzukürzen.

Blick von einem Unterstand über den Eibsee mit Inseln auf den Wetterstein

Blick von einem Unterstand über den Eibsee mit Inseln auf den Wetterstein

Am westlichen Seeende gibt es zwei Bänke, die in kleinen Holzhütten stehen, das freut den Winterwanderer, der die Bänke sonst immer erst vom Schnee befreien muss. Auch diese Bänke stehen natürlich so, dass man einen schönen Blick über den See auf das Wettersteingebirge hat.

Der Blick von Westufer über den zugefrorenen See zum Hotel

Der Blick von Westufer über den zugefrorenen See zum Hotel

Im Sommer kann man von der westlichen Eibsee-Spitze auch mit dem Motorboot „Reserl“ wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren. Im Winter hat Reserl aber Ruh, schließlich hat sie keine Kufen und ist offenbar auch nicht als Eisbrecher geboren.

Heute wird man nicht mit Reserl fahren können

Heute wird man nicht mit Reserl fahren können

Also geht es zu Fuß weiter. Jetzt am Südufer, also im Schatten der Berge. Dadurch liegen weite Teile des Weges im Schatten, so dass es deutlich kühler wird als am Nordufer. Eine lange, aber leichte Steigung wird dann gleich vom Gefälle abgelöst, so dass man wieder direkt auf Seehöhe an einem schönen Aussichtspunkt landet. Hier hat an jetzt einen schönen Blick auf die nördlich gelegenen Berge wie das Rauheck oder den Hohen Ziegspitz.

Blick nach Norden vom Eibsee-Südufer

Blick nach Norden vom Eibsee-Südufer

Jetzt sind es nur noch wenige Minuten zu gehen, erst am großen Bootshaus vorbei, dann zum Biergarten und Kiosk des Hotels. Beide sind im Winter aber, ebenso wie ein Bootsverleih nebenan, geschlossen.

Wartet auf den Sommer: Der Biergarten am Eibsee-Hotel

Wartet auf den Sommer: Der Biergarten am Eibsee-Hotel

Dauer und Schwierigkeit
Angegeben ist die Wanderung rund um den See mit zwei Stunden. In dieser Zeit, plus Pausen, kann man den Eibsee auch als Winterwanderung gut in bequemem Tempo umrunden. Der Weg ist technisch völlig einfach und weist nur geringe Höhenunterschiede und leichte Steigungen auf. Laut dem unten angegebenen „Wanderführer Garmisch-Partenkirchen“ beträgt die Gesamtsteigung auf dem etwa sieben Kilometer langen Weg nur 147 Meter.

Höhenangaben:
Bahnhof Eibsee: ca. 1000 Meter
Eibsee: ca. 970 Meter

Essen und Trinken:
Im Hotel Eibsee am Ostufer, dem Start- und Zielpunkt der Wanderung. Im Sommer gibt es noch einen Biergarten und einen Kiosk direkt am Hotel, auf dem Weg selbst ist Brotzeit-Selbstversorgung angesagt.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Wer es schafft, auf dem breiten Weg zu bleiben und nicht von der Brücke fällt, sollte keine Probleme bekommen. Mit sehr kleinen Kindern muss man allerdings im Bereich der Brücke aufpassen, dass Sie nicht ins Wasser fallen können. Immer extreme Vorsicht ist geboten, wenn man zugefrorene Seen betritt. Hier gilt immer: Im Zweifel am Ufer bleiben!

Ist der Weg auch für Kinderwagen geeignet?
Ja, der Weg ist auch mit Kinderwagen nutzbar. Da er geräumt wird, kann man sogar im Winter mit Kinderwagen, aber auch mit Kinderschlitten, über den platten Schnee fahren. Zu einfach sollte der Wagen aber nicht sein, wie immer gilt: Je geländegängiger der Kinderwagen ist, desto besser.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Mit dem Regionalzug kann man in etwa eineinhalb Stunden von München nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Der Bahnhof der Bayerischen Zugspitzbahn liegt direkt nebenan. Mit der Zugspitzbahn fährt man dann noch einmal eine halbe Stunde lang bis zum Bahnhof Eibsee. In Grainau wechselt man in die Zahnradbahn Richtung Zugspitze.
Mit dem Auto: Über die A95 und die B2, dann B23 von München nach Garmisch-Partenkirchen, dann weiter in Richtung Ehrwald/Lermoos. Links nach Grainau und dann durch den Ort und über die Eibseestraße zum Hotel Eibsee fahren. Dort befindet sich ein gebührenpflichtiger Parkplatz.

Links:
www.eibsee.de
www.grainau.de – eibsee

Eine Beschreibung der Wanderung im Sommer mit Fotos findet Ihr bei wanderzwerg.eu

Buchtipps:

Wanderkarten:

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